Golf-und-mehr-Wochenende im Artland Golfclub

Es ist mächtig etwas los auf dem Gelände vom Artland Golfclub, den wir zu einem Golf Wochenende besuchen. Wir reisen an einem Samstagnachmittag an und es herrscht geschäftiges Treiben. Die Septembersonne scheint, es ist angenehm warm und natürlich haben sich etliche Golfer eingefunden, um eine Runde zu spielen.

Ein Club investiert in seine Zukunft

Zum Golfspielen sind meine Heidegolferin und ich natürlich auch hier, aber in erster Linie wollen wir uns anschauen, was sich im Club insgesamt tut. Eingeladen hatte uns Clubmanager Hans-Christian Vernekohl, der uns jetzt auch schon aus der Caddiescheune entgegenkommt und begrüßt.

Selbst die Caddiescheune: Fachwerk überall

Er will uns zeigen, was sich rund um den Club und auf dem Gelände tut und schon getan hat. Seit Frühjahr 2020 ist er jetzt verantwortlich, nachdem er vorher über 20 Jahre als Teaching Pro gearbeitet hatte. Ich habe spaßeshalber einmal zu ihm gesagt, er sei „auf die dunkle Seite der Macht gewechselt“ – er hat zumindest freundlich gegrinst.

Als Clubmanager gehört alles zu seinem Aufgabenbereich, das eben nicht mit Golfschülern zu tun hat – eine gute Golfschule hat der Artland Golfclub nämlich.

Es wurde und wird immer noch viel umgebaut und modernisiert. Während unseres Besuchs ist das Hauptgebäude eingerüstet, weil das Dach erneuert wird. Aktuell ist es noch mit inzwischen reichlich verwittertem Reet gedeckt. Zukünftig wird es – wie die anderen Gebäude – die regional typischen roten Dachziegel haben.

Andere Renovierungsarbeiten sind bereits abgeschlossen, berichtet uns Hans-Christian, eine besondere werden wir gleich als erstes sehen. „Fahrt da hinten rechts durch den Torbogen und dann seht ihr die Villa“, beschreibt uns Hans-Christian den Platz, wo wir uns gleich treffen wollen.

Die Villa

Ja, er hat wirklich ‚Villa‘ gesagt. Gemeint ist damit das Herrenhaus, das dem ehemaligen Besitzer des Areals gehört hat. Die hinter dem Club stehende Fördergesellschaft Giersfeld hat es in den vergangenen Monaten mit viel Liebe und sicherlich auch viel Aufwand von Grundauf renovieren lassen.

Alleine die Auffahrt hat schon Stil und der Anblick nötigt uns beiden ein „wow“ ab. So stelle ich mir eine feine Villa auf dem Land vor – genau so.

Die „Villa“ mit Auffahrt und riesiger Weide

Heute kann das Herrenhaus als großzügiges Ferienhaus gemietet werden und bietet Platz für bis zu 14 Personen. Hier kann man schon ein schönes Golf Wochenende verbringen. Die Kombination aus schwerem altem Holz mit leichten modernen Möbeln und Farben hat etwas.

Stimmige Ausstattung

Unser Zimmer „Traumschloss“ schaut klasse aus: ein großes Boxspring-Bett, bequemes Sofa, tolles Design und die Farben, Möbel und alles andere sind einfach stimmig.

Es ist eines von zwei Doppelzimmern, die ein eigenes Bad haben. Das „Liebesnest“ hat sogar eine freistehende Whirlwanne. Im Obergeschoss der Villa gibt es noch zwei weitere Doppelzimmer sowie ein zusätzliches Wannenbad.

Das Erdgeschoss beherbergt neben einem weiteren Bad, das sogar behindertengerecht ist, und der großen Empfangshalle mit Kaminecke eine vollausgestattete Küche mit gemütlicher Eckbank.

Wohnzimmer als zentrales Herzstück

Das mehr als großzügige Wohnzimmer ist dann das Herzstück der Villa. Der große zentrale Esstisch mit bequemen Sesseln fällt sofort ins Auge. Gemütliche Abende verspricht die Sitzgruppe im großen Wintergarten, der einen herrlichen Blick in die freie Natur ermöglicht.

Die umlaufende Terrasse ist perfekt für lauschige Sommerabende. Wer lieber vor dem Fernseher chillt, der freut sich über einen bequemen Fernsehbereich mit riesigem Flatscreen. Hier wurde wirklich an alles gedacht, der Wohlfühlfaktor ist immens hoch.

Sekretariat, Cart-Stall und Caddiescheune – alles Fachwerk

Auch die ehemaligen Hofgebäude nutzt der Golfclub. In der vorderen Hälfte der großen Toreinfahrt sind jetzt relativ neu das Sekretariat und der Pro-Shop untergebracht. Die Auswahl im Shop ist nicht überladen, bietet aber alles Wichtige wie Bälle, Handschuh und ähnliches. Darüber hinaus gibt es etwas Kleidung und sogar Trolleys.

Unser Gastgeber Clubmanager Hans-Christian Vernekohl im neuen Pro-Shop

Im Sekretariat werden wir ausgesprochen freundlich begrüßt. Die Tür steht eigentlich immer offen und man fühlt sich auch als Gast sofort willkommen. In der Saison ist das Sekretariat täglich besetzt, man findet also auch an den Wochenenden einen persönlichen Ansprechpartner vor.

Im direkt angrenzenden ehemaligen Pferdestall befindet sich inzwischen der „Parkplatz“ für die zwölf modernen GPS-Carts, die der Club neu angeschafft hat.

Im gegenüberliegenden Nebengebäude entsteht noch eine große Eventscheune mit Bistro sowie eine große Außenterrasse. Der Ausbau ist in vollem Gange und ich bin gespannt wie es ausschaut, wenn der Club – wohl im Jahr 2022 – mit den meisten Arbeiten fertig ist.

Restaurant Giersfeld 23

Ein Highlight des Clubs ist das ebenfalls renovierte und neu gestaltete Restaurant – quasi das Herzstück der Anlage. Das Hauptgebäude liegt zentral am Weg zwischen Driving Range, Parkplatz, Caddie-Gebäude und dem Signature Hole Nr. 10, einem kurzen Par 3 über einen See.

Der Gastraum ist großzügig und offen, der hintere Bereich kombiniert modernes Mobiliar mit einer offenen Steinwand – richtig klasse gemacht. Die große umlaufende Terrasse ist seitlich gesäumt von einem riesigen Rhododendron, der in der Blüte gigantisch gut aussehen muss.

Die fantastische Küche bietet eine eher kleine Auswahl richtig guter Gerichte – von einfach bis gehoben. Sehr beliebt ist auch der sonntägliche Frühstücks-Brunch, den längst nicht nur Golfer besuchen.

Vor allem aber ist der Service hervorragend: Obwohl meine Heidegolferin und ich am Sonntag deutlich vor der eigentlichen Zeit kamen, weil wir eine recht frühe Startzeit hatten, zauberte uns die sehr nette Servicekraft ein üppiges und sehr leckeres Frühstück.

Weitere Ferienwohnungen

Im Obergeschoss über der Gastronomie befinden sich noch drei weitere Ferienappartments für zwei bzw. vier Personen. Alle drei Wohnungen tragen jeweils den Namen eines Golflochs des Platzes: Crows Nest, Whispering Tree und Artland Sands.

Crows Nest und Artland Sands nennen sich die zwei kleineren Appartments von jeweils rund 35 Quadratmetern. Beide Wohgnungen verfügen über einen kombinierten Wohn- und Schlafraum mit kleiner Einbauküche sowie ein separates Duschbad.

Die größere Wohnung Whispering Nest ist rund 65 Quadratmeter groß. Sie verfügt über eine kleine vollausgestattete Küche, ein Wohnzimmer mit Schlafsofa und großem Fernseher sowie ein großes Schlafzimmer mit Doppelbett. Das separate Badezimmer ist ebenfalls mit einer Dusche ausgestattet.

Noch kein Ende in Sicht

Auch am Golfplatz des Artland Golfclub wurde und wird etwas getan. Leider ist ausgerechnet das Signature Hole des Platzes bei unserem Besuch an der Reihe. Das kurze Par 3 Loch Nr. 10 bekommt einen größeren Teich, dessen Wasserlinie dann bis direkt ans Grün heranreichen wird. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie beeindruckend es vom Tee aus wirken muss.

Eine mögliche weitere Baustelle sind die Übungsanlagen. Die sind bereits gut, die Range hat vor kurzem einen kleinen Übungsbunker dazu bekommen. Allerdings könnte die Driving Range etwas mehr Länge vertragen, denn aktuell ist bei knapp über 200 Metern bereits Schluss – für Longhitter reicht es keinesfalls.

Neues Birdie Book vom Spezialisten

Gemeinsam mit uns ist Matt aus der Nähe von Manchester für ein paar Tage im Artland Golfclub zu Gast. Er ist Spezialist für Birdie Books, die er noch manuell zeichnet und erstellt. Ich kenne Matts Arbeit bereits vom Golfclub Verden, die seine Dienste auch schon in Anspruch genommen haben.

Wir unterhalten uns abends beim Essen länger miteinander und auch er ist begeistert vom Club und allem, was sich hier bereits getan hat. Am nächsten Morgen kann ich einen kurzen Blick auf seine ersten Skizzen werfen und ich muss gestehen, es sieht ein bisschen nach wahrer Kunst aus. Ich bin gespannt auf das neue Birdie Book – das wird richtig gut.

Ein Golf Wochenende im Artland Golfclub

Meine Heidegolferin und ich konnten den Platz eineinhalb mal spielen. Am Anreisetag haben wir abends noch eine schnelle 9 Loch Runde auf den Backnine gedreht und waren auf Anhieb sehr angetan. Am Sonntag wartete dann eines der neuen Carts auf uns, um eine 18 Loch Runde zu drehen.

Naturgemäß war es – bei bestem Golfwetter – etwas voller auf dem Platz, aber trotzdem sind wir in gut vier Stunden auf dem 18. Grün und versenken unsere letzten Putts. Die Mitglieder, auf die wir treffen, verstärken durch ihre positive Art unsere positive Meinung zum Artland Golfclub.

Überzeugendes Gesamtpaket – sogar für Nichtgolfer

Das Gesamtpaket passt, hier kann man ein tolles Golf Wochenende verbringen, das kaum Wünsche offen lässt. Der Golfplatz ist sehr abwechslungsreich und macht viel Spaß. Die Unterkünfte sind richtig gut und bieten verschiedene Optionen zur Auswahl, je nach Budget.

Das Restaurant ist hervorragend und alle Beteiligten – vom Sekretariat über den Service bis hin zu den Mitgliedern – sind freundlich, offen und zuvorkommend. Wir kommen gerne ein zweites Mal wieder, um uns den weiteren Fortschritt anzuschauen und das Signature Hole über den See zu spielen.

Aber auch für Nichtgolfer ist das Angebot interessant (oder nichtgolfende Partner von Golfern). Ein eigenes Pferd kann zum Beispiel auf der zum Gelände gehörenden Weide stehen und für Wohnmobile gibt es 20 befestigte Stellplätze auf dem großzügigen Parkplatz.

Der großzügige Wald, der das Clubgelände umgibt, bietet jede Menge Möglichkeiten zur Erholung, so dass auch Wanderer, Biker und Reiter hier auf Ihre Kosten kommen. Abgesehen davon sind die nächsten größeren Städte Vechta, Lingen oder Osnabrück auch schnell mit dem Auto erreicht.

Kontakt

Artland Golfclub e.V.
Zum Golfplatz 23
49577 Ankum

Telefon: 05466 301
info@artlandgolf.de

Internet
Golfclub: https://artland-golf.de
Restaurant: https://www.giersfeld.de

Alle Bilder noch einmal in der Galerie

Übrigens

Wir waren wie erwähnt auf Einladung des Clubmanagers Hans-Christian Vernekohl Gäste des Clubs und durften kostenfrei übernachten und spielen. Alle anderen Leistungen sowie das Essen und Getränke haben wir selbstverständlich selbst bezahlt.

2 Kommentare

  1. Hallo Olaf
    Das mit der Einladung habt Ihr Euch aber auch wirklich redlich verdient. Deine Berichte kommen immer sehr ehrlich und positiv rüber. Auch Deine Bilder sind wirklich gelungen. Schade nur, dass diese Ecke von Deutschland für uns ziemlich weit weg ist. Ich freue mich aber trotzdem jedes mal auf Deine Beschreibungen.
    Weiter so – Gruß Klaus – der Donaumoosgolfer

    1. Danke Dir Klaus,
      ob es verdient war oder nicht, weiß ich gar nicht. Ich denke aber, dass Hans-Christian es schätzt, dass ich in meinen Berichten immer darum bemüht bin, offen, ehrlich und authentisch zu schreiben. Natürlich weise ich auch auf Defizite hin, wenn es welche gibt (manch ein Golfclub fand das schon nicht gut, wenn ich das getan habe – andere wissen Ehrlichkeit zu schätzen).
      Wir sind aber auch wirklich toll umsorgt worden und ich unterstelle einfach, dass dieser Gedanke der Kundenorientierung nicht exklusiv mir galt. Wenn es diese Einstellung als Standard in einem Club gibt, dann ist das mehr als positiv, finde ich.

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