Test: Golf Launch Monitor ES B1 von Ernest Sports

Ich habe mir mehr Training verordnet und das soll strukturierter werden. Wenn ich in den dunklen Monaten verstärkt auf der Range sein werde, drängt sich das Training mit technischer Unterstützung förmlich auf. Da passt es, dass mir Golflaser.de einen neuen Golf Launch Monitor zum Testen zur Verfügung gestellt hat: den ES B1 von Ernest Sports.

Schlägerkopf, Ball, Spinrate und mehr

Der ES B1 von Ernest Sports bietet einiges mehr an Informationen als die kleineren Golf Launch Monitore für unter 400 Euro (den Voice Caddie SC200 hatte ich auch schon getestet). Das Gerät an sich ist etwas größer als die Wettbewerber, passt aber dennoch locker in das Bag.

Die Bedienung ist denkbar einfach. Das Gerät wird etwa 1,50 Meter hinter dem Ball platziert. Bevor man schlägt, wählt man den verwendeten Schläger aus. Das geht entweder mittels der seitlichen Tasten direkt am Gerät oder mit der kostenlosen Handy-App ES Range.

Zu jedem Schlag liefert der ES B1 in Echtzeit die wichtigsten Daten:

  • Schlägerkopfgeschwindigkeit
  • Ballgeschwindigkeit
  • Smash Faktor
  • Spinrate des Balls
  • Abflugwinkel
  • Distanz

Im Gegensatz zu einigen anderen günstigen Golf Launch Monitoren werden die Werte nicht rein rechnerisch ermittelt, sondern beim ES B1 tatsächlich gemessen. Das Gerät verfolgt die ersten Meter des Ballflugs und rechnet dann entsprechend hoch. Die Daten sind – auch im Vergleich zu den teuren Geräten – vergleichsweise akkurat.

Mit App ist der Golf Launch Monitor noch besser

Die Anzeige des ES B1 ist einzeilig und bietet demzufolge nicht alle Informationen auf einen Blick. Deshalb wechselt die Anzeige alle paar Sekunden (den Rhythmus kann man einstellen). Angezeigt werden Spinrate, Schläger und Distanz oder Smash Faktor, Clubspeed und Ballspeed.

Wie erwähnt gibt es als Erweiterung allerdings auch eine kostenlose App zum Download, die grundsätzlich Sinn macht. Die App ES Range ist für iOS oder Android verfügbar, wobei man fairerweise zugeben muss, dass aktuell noch die iOS-Version deutlich umfangreicher und besser ist.

Beide Versionen werden über Bluetooth mit dem ES B1 verbunden und zeigen ebenfalls die entsprechenden Daten an – ergänzt um den Abflugwinkel des Balles. Die Anzeige auf dem Handydisplay erfolgt genauso schnell wie direkt am ES B1 – übrigens ist auch eine Sprachausgabe möglich.

Wie schon erwähnt erreicht die Android-Version der App leider noch nicht das Niveau der iOS-Version. Ich hoffe, dass hier in absehbarer Zeit ein Update zu erwarten ist – sonst müsste ich mir noch ein iPhone zulegen. 😉 Wobei die angezeigten Informationen mir auch schon auf meinem Android-Handy weiterhelfen (nur halt optisch wesentlich nüchterner).

Die iOS-Version ist grafisch ansprechend aufbereitet und bietet einige Zusatzfunktionen – so kann man zum Beispiel einzelne Schläge aus der Messung löschen (bei Fehltreffern ist das ganz sinnvoll, um die Statistik nicht zu verfälschen – die Daten können nämlich für jede Trainings-Session gespeichert werden, um Durchschnittswerte pro Schläger aufzubauen).

Schlagdaten unter iOS
Schlagdaten unter Android

Die Trainingsprogramme in der App funktionieren bislang ausschließlich auf dem iPhone, sind für mich persönlich aber auch nicht sonderlich wichtig. Ähnlich wie beim SC200 kann der ES B1 vorgeben, welche Schlaglänge man „zu liefern“ hat und das Gerät bewertet dann jeden Schlag mit einer Punktzahl. Auch hier kann ich alle Daten speichern, um zum Beispiel den eigenen Trainingsfortschritt zu überwachen.

Heidegolfer-Fazit zum Golf Launch Monitor ES B1

Ich finde den ES B1 sehr gut. Für mein Range Training, das ich mir vorgenommen habe, bietet dieser Golf Launch Monitor ausreichend Unterstützung. Ich kann meine Längenkontrolle trainieren und bekomme eine zuverlässige Statistik zu den Durchschnittslängen meiner einzelnen Schläger.

Der ES B1 kommt mit Tasche und Ladegerät

Speziell für das Drivertraining – vermutlich unser aller schlimmste Achillesferse – ist die Spinrate eine wichtige Messgröße, die einige andere Geräte in der Preisklasse in der Form nicht bieten. Aber auch der Smash Faktor gibt Aufschluss über die Qualität der Treffer. Es gibt viel zu tun.

Schade ist natürlich die (noch) unterschiedliche Qualität der Apps. Wer ein iPhone oder ein iPad hat, der genießt alle Möglichkeiten. Die iOS-App ist gut aufgebaut und bietet einen ordentlichen Funktionsumfang. Auch die Optik gefällt mir ganz gut.

Android-Nutzer wie ich müssen aktuell noch mit einer deutlich abgespeckten Version Vorlieb nehmen. Die Optik ist nüchterner und der Funktionsumfang reicht nicht an die iOS-Version heran. Wer hier mehr wert darauf legt, sollte dies berücksichtigen.

Abgesehen davon ist der ES B1 ein sehr guter und zuverlässiger Golf Launch Monitor für Amateurgolfer, die ernsthaft trainieren und sich verbessern möchten. Preislich deutlich unter 600 Euro angesiedelt gibt es von mir eine Kaufempfehlung.

Abonniere den Heidegolfer per Mail

Übrigens

Dieser Bericht spiegelt meine persönliche, sehr individuelle Meinung wider und wurde von keiner Seite beeinflusst. Den Launch Monitor ES B1 habe ich von Golflaser.de kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen, die auch offizieller Ansprechpartner im deutschsprachigen Raum für die Produkte von Ernest Sports sind und den Service übernehmen. Einige hier verwendete Links sind sogenannte Affiliate Links. Das bedeutet, dass ich eine kleine Provision erhalten, falls über einen dieser Links eine Bestellung erfolgt.

2 Kommentare

  1. Hallo Olaf
    Ich bewundere Deinen Fleiß und Engagement um Deine Webseite wöchentlich mit Leben zu füllen. Auch finde ich es legitim, dass Dir Firmen, die Dich als Plattform erkannt haben, ihr Equipment zur Verfügung stellen. Ich werde grundsätzlich meinen Tugenden folgen und sehr ehrlich sein. In diesem Fall zu dem Monitor fällt mir nur ein – zu teuer. Warum? Ich selber bin seit diesem Jahr in einem zweiten Golfclub Mitglied für 75€, und darf dafür deren Trainingsgelände nutzen. Dort sind auch meine ersten Filme entstanden, wo mein kleiner PRGR 2x zum Einsatz kam. Die restliche Zeit (etwa 10x) habe ich dort das kurze Spiel trainiert, denn das ist viel wichtiger. Doch dafür brauchst Du keinen Launch Monitor. Ich muss Dir nicht erklären, dass mit dem kurzen Spiel das Geld verdient wird. Das unterscheidet den PGA Pro von anderen Pros, dass sie genau dort weniger Fehler machen.
    Gruß Klaus

    1. Hallo Klaus,
      danke für die ehrliche Meinung, das weiß ich sehr zu schätzen.
      Ich muss gestehen, ich tue mich immer sehr schwer einen Preis zu bewerten. Meiner Erfahrung nach gibt es nämlich nicht die eine objektive Einschätzung – vieles liegt am individuellen Preis-Leistungs-Empfinden des Einzelnen.
      Deshalb versuche ich, bei meiner Bewertung weitestgehend auf eine Vorgabe (zu teuer, zu billig oder ähnliches) zu verzichten. Das gelingt nicht immer in Gänze, manchmal spreche ich es doch an, aber in aller Regel überlasse ich diese Entscheidung jedem selbst.
      Ich für meinen Teil habe keine Clubmitgliedschaft, die mir die Nutzung eines Launch Monitors ermöglicht. Unser Pro hat sowas schlicht nicht. Von daher wäre es ohnehin mit Aufpreis verbunden.
      Aber du hast natürlich recht, dass dem Kurzspiel mehr Aufmerksamkeit gegeben werden sollte und hier ein launch monitor nicht (oder nur bedingt) helfen kann.
      Viele Grüße Olaf

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.