Golf Mitgliedschaft – welche Varianten gibt es

Wer Golf spielen möchte in Deutschland, muss „irgendwo“ Mitglied sein. Spätestens für ein offizielles Handicap, das verwaltet wird, kommt man um eine Mitgliedschaft – in welcher Form auch immer – kaum herum. Es geht aber auch ganz ohne. Hier einmal vier Varianten der Golf Mitgliedschaft:

1) Keine Mitgliedschaft

Ja, das geht wirklich. Man kann auch in Deutschland Golf spielen, ohne irgendwo Mitglied zu sein. Das ist vom Beitrag her natürlich die günstigste Variante – es kostet nämlich erstmal nix.

Es gibt in Deutschland inzwischen über 400 sogenannte „öffentliche Golfplätze“. Um dort zu spielen benötigt man keine Golf Mitgliedschaft und das Greenfee, also sozusagen die Spielgebühr, ist meist nicht allzu hoch. Schläger kann man sich in der Regel günstig vor Ort ausleihen.

Rund 180 dieser Plätze verlangen übrigens noch nicht einmal den Nachweis einer Platzreife. Das heißt, hier kann wirklich jeder Golf spielen, der Lust dazu hat. Bei den anderen 220 öffentlichen Plätzen muss man zumindest nachweisen können, dass man schon einmal irgendwo einen Platzreife-Kurs (erfolgreich) absolviert hat.

Bei mir in der Gegend gibt es zwei solcher Pay-and-Play-Plätze, über die ich auch schon geschrieben habe. Das sind im Golfclub Peine der 6-Loch-Kurzplatz und im Golf Park Soltau der 9-Loch-Kurzplatz.

Der Nachteil dieser Variante: Bei den sogenannten Pay-and-Play-Plätzen handelt es sich in aller Regel um Kurzplätze, meistens gibt es lediglich einige kürzere Par 3 Löcher.

2) Golf Mitgliedschaft im Golfclub vor Ort (Vollmitgliedschaft)

Die bekannteste Variante der Mitgliedschaft ist die „normale“ Clubmitgliedschaft. Man zahlt einen jährlichen Beitrag an seinen Heimatclub und kann den „Heimatplatz“ und die dortigen Übungseinrichtungen so oft nutzen wie man möchte.

Preislich ist die Vollmitgliedschaft in einem Golfclub schon im Basispreis die teuerste Variante. Der Jahresbeitrag liegt in der Regel im vierstelligen Bereich, wobei es deutliche regionale Unterschiede gibt. Teilweise verlangen Clubs von Neumitgliedern noch eine einmalige „Beitrittsgebühr“ oder „Investitionsumlage“ (das ist das gleiche, heißt nur anders) – das wird aber weniger.

Vorteile bringt die Vereinsmitgliedschaft für alle diejenigen, die zum Beispiel das Vereinsleben mit genießen möchten oder oft auf dem selben (Heimat-) Golfplatz spielen möchten. Auch wer Ambitionen hat, in einer Golfmannschaft zu spielen, ist als Vollmitglied in einem Golfclub richtig aufgehoben.

Preisvorteile beim Greenfee durch Zusammenschlüsse

Möchte man auf einem fremden Platz spielen, so zahlt man die übliche Platzmiete, also sein Greenfee. Das gilt sowohl für Plätze im Inland wie auch im Ausland.

Viele Vereine unterhalten sogenannte Clubfreundschaften zu benachbarten Golfclubs. Clubmitgliedern der befreundeten Clubs werden Greenfee-Sonderkonditionen auf dem Platz des jeweils anderen Clubs gewährt – oft mit Nachlässen von bis zu 50 Prozent.

Als Erweiterung dazu gibt es verschiedene Clubverbünde, also Zusammenschlüsse mehrerer Golfclubs. Untereinander werden dabei besonders günstige Greenfee-Konditionen angeboten oder es wird teilweise sogar komplett auf Greenfee verzichtet.

Hier lohnt es sich, die genauen Konditionen anzuschauen, wenn man als Mitglied eines beteiligten Clubs als Gastspieler auf eine der anderen Anlagen möchte.

3) Vereinigung clubfreier Golfspieler

Wer sich nicht an einen bestimmten Golfclub binden und im Basispreis sparen möchte, dem bietet die „Vereinigung clubfreier Golfspieler“ (VcG) eine Alternative bei der Golf Mitgliedschaft. Über die VcG erfolgt die Handicapführung und es gibt verschiedene weitere Angebote. Sogar eine gewissen Zahl von Turnieren, die für VcG-Mitglieder veranstaltet werden, gehören dazu.

Preislich ist die VcG-Mitgliedschaft nicht unattraktiv, gerade für Spieler, die entweder wenig spielen oder oft auf unterschiedlichen Plätzen unterwegs sein möchten. Mit regulär 195 Euro pro Jahr liegt der Beitrag deutlich unter dem einer Clubmitgliedschaft.

Dafür erhält man einen speziellen VcG-Ausweis, der sich vom „normalen“ DGV-Clubausweis unterscheidet. VcG-Neumitglieder bekommen außerdem einmalig einen Greenfee-Gutschein über 50 Euro als Startgeschenk. Ansonsten zahlt man als VcG-Mitglied allerdings für jede Golfrunde mindestens das volle Greenfee.

Preislich zwar attraktiv, aber mit Nachteilen beim Greenfee

Ein sicherlich nicht zu unterschätzender Nachteil ist, dass immer noch in gut einem Viertel aller Golfclubs VcG-Mitglieder nicht allzu gern gesehen sind. In der Regel zahlen sie deshalb ein erhöhtes Greenfee, in einigen wenigen Fällen wird ihnen sogar ganz der Zutritt versagt.

Begründet wird der Aufschlag mit der fehlenden Solidarität der VcG-Mitglieder mit den Golfclubs, immerhin trügen sie nicht dazu bei, einen Golfplatz zu unterhalten. Davon kann man natürlich halten, was man möchte, trotzdem sollte es in den Überlegungen zur Golf Mitgliedschaft berücksichtigt werden.

4) Fernmitgliedschaft

Die vermutlich günstigste Form der Golf Mitgliedschaft ist eine Fernmitgliedschaft. Im Gegensatz zur VcG erwirbt man hierbei eine Golf Mitgliedschaft in einem regulären  Golfclub. Dieser liegt aber üblicherweise nicht in der unmittelbaren Nähe zum Wohnort, sondern mindestens 70 km entfernt.

Neben einigen wenigen Selbstvermarktern gibt es Vermittler solcher Fernmitgliedschaften, an die man sich wenden kann. Einer der größten Vermittler ist greenfeemitgliedschaft.de. Mit 155 Euro (inkl. Verbandsbeitrag) ist die Fernmitgliedschaft hier sogar noch einmal deutlich günstiger als die Golf Mitgliedschaft bei der VcG.

Attraktive Clubs in ganz Deutschland

Als Fernmitglied über greenfeemitgliedschaft.de erhält man einen normalen DGV-Ausweis von seinem ausgewählten Golfclub. Zusätzlich gibt es jedes Jahr drei 50-Prozent-Greenfee-Gutscheine. Der Ausweis unterscheidet sich optisch nicht vom DGV-Clubausweis, es fehlt lediglich die Regionalitätskennzeichnung („R“).

Beim weit überwiegenden Teil der Golfclubs erfährt man keine Nachteile, nur einige wenige Golfclubs in Deutschland verlangen einen kleinen Aufpreis beim Greenfee.

Im Ausland gibt es keinerlei Einschränkungen gegenüber einer „normalen“ Mitgliedschaft. Das gilt natürlich auch für Turnierteilnahmen, die grundsätzlich bei nahezu allen Golfclubs (in offenen Turnieren, versteht sich) möglich sind. 

Insgesamt stehen bei der Greenfeemitgliedschaft zwölf Golfclubs in ganz Deutschland zur Auswahl. Das geht von Golfclub Hamburg-Oberalster im Norden bis zum Golfclub Bayrischer Wald im Süden und vom Golf Club Bad Saarow bei Berlin bis zur Golfanlage Lietzenhof nahe der Grenze zu Belgien und Luxemburg.

Eine Fernmitgliedschaft ist einerseits für preissensible Golfer geeignet, die gerne auf unterschiedlichen Plätze spielen möchten. Aber auch Wenigspieler profitieren vom Angebot durch den sehr niedrigen Basispreis. Und letztlich sind Golfer hier sehr gut aufgehoben, die flexibel bleiben möchten.

Welches Fazit zieht man?

Natürlich muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Variante letztlich die beste Wahl ist. Bin ich Vielspieler oder komme ich aus beruflichen oder privaten Gründen nur eher selten zum Golf spielen? Lege ich wert darauf, unabhängig und flexibel zu sein oder möchte ich mich an einen bestimmten Club binden?

Da ich das große Glück habe, dass ein besonders schöner Golfplatz in nur ein paar Minuten entfernt liegt, bin ich Vollmitglied im Golfclub Herzogstadt Celle. Aber wie gesagt ist das eine rein individuelle Entscheidung, die jeder einzelne für sich selber treffen – und vielleicht auch einfach einmal durchrechnen – sollte.

10 Kommentare

  1. Ich habe eine kleine aber nicht unwesentliche Ergänzung bezüglich Preisaufschlag für bestimmte FernMitgliedschaften, denn die sind nicht nur ein wenig erhöht sondern liegen meist um 50% erhöht zum normalen Greenfee.

    1. Moin Mario,
      in dieser extremen Ausprägung habe ich das allerdings noch nie gesehen, nicht einmal ansatzweise.
      Bislang waren es meistens 10 Euro Aufschlag, in einem Fall mal 20 Euro. Vor allem ist mir aufgefallen, dass es vor allem VcG getroffen hat und dann manchmal auch eine Fernmitgliedschaft ergänzend genannt wurde.
      In welchem Club hast du denn die genannten 50 Prozent festgestellt, das finde ich spannend?
      Schöne Grüße
      Olaf

        1. Da finde ich den Begriff „schwarze Liste“ wieder ziemlich suggestiv – der ist ja negativ geprägt…
          Aber wie schon vermutet (und auch selbst beobachtet) ist der vermeintliche Aufpreis eher gering.
          Positiv betrachtet Zahlen Fern-/VcG-Mitglieder bei Clubs auf dieser „weißen Liste“ dad normale Greenfee und Vollmitglieder bei Clubs (also mit Regionalkennzeichen) bekommen einen Rabatt auf dieses Greenfee. So kann man es ja auch betrachten… 🤷‍♂️

          1. Ich finde schon, das der Begriff „schwarze Liste“ passt. Es wird von den Clubs auch selber (wenn auch blumiger) genau so Begründet und da ist es nur Fair, wenn man es als genau das bezeichnet, was es auch sein soll.

        1. Moin Mario,
          da gebe ich dir natürlich recht. Wenn unterschiedliche Preise nicht einmal offen kommuniziert werden, dann geht das gar nicht. Absolut peinlich und unseriös – ich werde den Club mal darauf ansprechen. Finde ich spannend.

          1. Ich mag den Club wirklich gern aber Strafgebühren finde ich nicht nur falsch sondern auch noch Kontraproduktiv.
            Wenn man Mitglieder sucht und neue GolferInnen bei sich wünscht, kann man nicht Gleichzeitig nich mit Strafgebühren hantieren

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