Wenn ein Hole in One gar keins ist

Ein Hole in One ist geil. Egal ob Du schon ein paar in die Scorekarte eintragen konntest oder ob Du noch insgeheim an jedem Par 3 darauf hoffst, das Hole in One gehört zu den größten Erlebnissen im Golf. Die Chancen für uns Amateure stehen – rein statistisch – bei etwa 1 zu 12.500.

Manch einer spielt 30 Jahre lang Golf, ohne jemals ein Hole in One zu schaffen. Andere, wie mein Kollege Torsten, spielen ihr erstes Ass drei Monate nach der Platzreife. Ich selbst habe (noch) keins gespielt, aber immerhin war ich schon einmal dabei, als mein Golfbuddy Daniel seinen Abschlag auf dem 17. Loch im Golfclub Herzogstadt Celle direkt eingelocht hat.

Wann ist ein Ass doch kein Hole in One?

Ein Hole in One ist naturgemäß ausgesprochen selten und genau deshalb sehr besonders. Es ist so besonders, dass manch einer vielleicht dazu neigen könnte, die Regeln leicht zu beugen, um es endlich notieren zu können. Manch einer ist da sehr genau, andere nehmen es etwas lockerer.

In einem englischen Forum habe ich eine ziemlich lange Liste von Gründen gefunden, warum ein vermeintliches Hole in One doch keins sein könnte. Allerdings akzeptiert der Verfasser sogar nur die, die in einer offiziellen Golfrunde gespielt wurden.

Ich war nicht immer einer Meinung mit dem Autor, manchmal aber eben doch. Deshalb habe ich mir mal den Spaß gemacht und liefere Euch hier meine Liste von Hole in One, die dann irgendwie doch keine sind.

1. Nach einem Mulligan

Die Amerikaner sprechen gerne vom „Breakfast Ball“, geläufiger ist der „Mulligan“. Nehmen wir mal an, Du haust deinen Abschlag mit einem kapitalen Socket weit rechts raus. Deine Mitspieler nicken Dir verständnisvoll zu und Du greifst einen neuen Ball, den Du als wortlos genehmigten Mulligan abschlägst – und direkt einlochst.

Ganz tolle Geschichte, die ganz sicher immer und immer wieder erzählt wird. Nur ist es halt leider kein Hole in One. Denn es war nicht Dein erster Abschlag; so einfach, so traurig.

2. Mit dem zweiten Abschlag

Im Grunde ist es die gleiche Situation wie oben, nur mit dem Unterschied, dass Du einen offiziellen Score auf dem Loch eintragen kannst. Du schlägst Deinen Abschlag am Par 3 ins Aus oder ins Wasser, teest Deinen zweiten Ball auf und lochst den direkt ein. Was für eine grandiose Story, aber kein Hole in One. Dafür ist es immerhin ein ziemlich einzigartiges Par.

Das wohl bekannteste Par dieser Art hat Bum-Bum Fred Couples bei der 1999 Players Championship auf dem berühmten 17. Loch des TPC Sawgrass gespielt – ein astreines Hole-in-Three:

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3. Auf dem Simulator

Zugegeben, die heutigen Simulatoren mit Trackman 4 und der neuesten Software sind richtig gut und wirken oftmals realistisch genug, um eine schöne Golfrunde virtuell zu spielen. Ich habe das auch schon einmal in der Golf Lounge Hamburg ausprobiert und war ziemlich begeistert, wieviel Spaß es machen kann.

Wenn dann auf dem Simulator der virtuell dargestellte Ball im Rahmen einer softwareseitig berechneten Simulation in ein per Computer berechnetes Loch „fällt“, dann ist das bestimmt toll – aber es ist eben kein richtiges Hole in One. Darauf trinken kann man sein Bierchen mit den Golfbuddies natürlich trotzdem.

4. Auf einem Wintergrün

Zählt ein Hole in One auf einem Wintergrün?
Wintergrün vor dem eigentlichen Grün

Ja, hier könnten wir gerne streiten. Wenn die dunkle Jahreszeit kommt, werden auf vielen Plätzen bei uns Wintergrüns gesteckt. Also im Grunde ist es ein Bereich auf dem Fairway deutlich vor dem tatsächlichen Grün, der etwas flacher abgemäht und mit einem temporären Golfloch versehen wird.

Die eigentlichen Bahnen sind also wesentlich kürzer als normal, der Boden ist eher so naja und im Regelfall sind bei Wintergrüns auch noch die Standardabschläge durch Alternativpositionen weiter vorne ersetzt. Die ursprüngliche Spielbahn ist im Grunde nicht mehr wirklich vorhanden.

Wer unter diesen Winterbedingungen mit dem Abschlag einlocht, dem sage ich gerne herzlichen Glückwunsch, aber ist es auch wirklich ein „echtes“ ein Hole in One?

Gefühlt für mich eher nein – weil es eben nicht auf einem „richtigen“ Grün passiert ist. Aber vielleicht sehe ich das ja irgendwann anders, wenn mir ausgerechnet dieses Kunststück selbst einmal gelingen sollte (Karma is a b*tch).

5. Wenn ein- und dasselbe Loch immer wieder gespielt wird

Auf dem Youtube-Kanal der European Tour gibt es einige richtig tolle Videoserien. Eine davon ist die Hole in One-Challenge. Ein Profi bekommt 500 Bälle einem Par 3 und versucht damit, ein Hole in One zu schlagen. Die Videos sind lustig, kurzweilig und wirklich gut gemacht.

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Wenn Golfprofis frustriert sind, weil sie ihren Abschlag auf einem Par 3 einen halben Meter NEBEN die Fahne setzen, das ist schon wirklich herrlich mit anzusehen. Es gibt vier Kandidaten, die sich in das Abenteuer gestürzt haben: Edoardo Molinari, Brandon Stone, Thomas Pieters und Andy Sullivan haben jeweils ein eigenes Video.

Ob es einer der vier Profis tatsächlich geschafft hat, werde ich hier natürlich nicht verraten. Aber selbst wenn, es wäre halt kein „richtiges“ Hole in One. Finde ich. Es sei natürlich denn, ich stelle das irgendwann auch mal nach und treffe…

6. Falsche Fahne auf dem Doppelgrün

Der Old Course in St. Andrews hat mehr Doppel- als Einzelgrüns. Jeweils zwei Spielbahnen teilen sich die riesigen Flächen, in denen zwei Fahnen stecken. Aber auch auf weniger historischen Golfplätzen gibt es diese Doppelgrüns ab und zu.

Ich kenne zumindest zwei: auf der Anlage von Golf51 in Gleidingen teilen sich die Bahnen Grün 9 und Rot 9 ein großes Grün nahe dem Clubhaus. Und im Golfclub an der Göhrde ist das Par 3 signature Hole 13 als Doppelgrün für die beiden Kursvarianten white und blue angelegt – mit jeweils einer weißen und einer blauen Fahne.

Das 13. Grün im Golfclub an der Göhrde mit zwei Fahnen

Wenn Du jetzt Deinen Abschlag auf dieses Doppelgrün schlägst, Dein Ball rollt auf die falsche Fahne zu und verschwindet im Loch, dann kannst Du gerne jubeln – aber vermutlich wirst Du Dich ärgern. Es ist kein Hole in One, aber natürlich trotzdem ein super Schlag.

7. Den Ball vor den Markern aufgeteet

Ein irregulärer Abschlag kann nicht zu einem regulären Hole in One führen, auch wenn das jetzt vielleicht kleinkariert klingt. Aber denkt einen Moment drüber nach: Ein Abschlag außerhalb der Regeln – egal welcher Art – ist nicht dafür geeignet, ein regelgerechtes Ergebnis zu erzielen. Das ist ein Widerspruch in sich.

8. Benutzung eines illegalen Schlägers

Wie sollte so ein Schlag als Hole in One gelten, wenn schon das Werkzeug nicht regelkonform ist. Das ist Betrügen und nichts anderes. Und natürlich nie und nimmer ein richtiges Ass, wenn der Ball dabei direkt ins Loch fällt.

9. Ball eingeklemmt zwischen Locheinsatz und Grün

Es ist ein Foto, das fast herzzerreißend traurig ist. In Online-Foren wurde heftig diskutiert, ob so ein Ball jetzt als eingelocht zu betrachten ist oder nicht. Sogar teilweise heftig geführte Regelstreits gab es.

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Aber inzwischen ist die Sache geklärt: Der Ball ist zwischen Grün und Lochrand eingeklemmt und damit also nicht im Loch sondern neben dem Loch. Das ist leider sehr schade, aber eben kein Ass.

10. Beim Mini-Golf/Bahnengolf oder einem Videospiel

Ja, das sollte eigentlich offensichtlich sein, aber trotzdem muss ich es der Vollständigkeit halber aufschreiben. In beiden Fällen ist ein Ass natürlich nichts, das als Hole in One mitgezählt werden kann.

Auch wenn genau das sehr schade ist… 😉 Während eines Urlaubs habe ich nämlich einmal vier Hole in One gespielt, nur eben auf den Par 2 Bahnen auf dem Minigolf-Kurs an Bord der AIDAnova (einen Bericht zum Thema „Golf auf einer Kreuzfahrt“ gibt es übrigens hier).

Aber leider, leider muss auch ich mich an meine eigenen Regeln halten und deshalb bin ich bei meiner persönlichen Hole in One – Zählung immer noch bei ganz, ganz knapp unter 1.

Habt Ihr schon ein Hole in One?

Ich habe wie schon erwähnt zwei Kollegen, die bereits ein (Daniel) bzw. sogar zwei (Torsten) Asse gespielt haben. Andererseits konnten selbst viele erfahrene Golflehrer wie zum Beispiel Silas Wagner selbst noch kein Hole in One feiern (Silas hat das sogar in seinem „Dutzend Fragen“ hier im Blog erzählt). Also ist für unsereins noch alles möglich.

Wie schaut es bei Euch aus? Wie viele Hole in One hattet Ihr schon – und wie teuer war es für Euch? Musstet Ihr schon einen ausgeben für einen direkt eingelochten Abschlag?

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