Golf spielen auf einer Kreuzfahrt

Ich gestehe, ich mag Kreuzfahrten. Seit unserer Hochzeitsreise 2010 sind die beste Ehefrau der Welt und ich von dieser Art Urlaub angetan. Seit ich vor ein paar Jahren dem schönsten Sport der Welt verfallen bin, interessiert mich auch das Thema Golf auf einer Kreuzfahrt.

Mit AIDA Cruises und TUI Cruises haben wir gleich zwei Big Player auf dem deutschen Markt. Meine eigenen Erfahrungen beschränken sich auf die AIDA-Flotte, mit der ich bislang sechsmal unterwegs war. Das Reiseangebot der TUI-Mein-Schiff-Flotte kenne ich also bisher nur aus Erzählungen meines besten Freundes – aber tendenziell nehmen sich die zwei Kreuzfahrtlinien nicht viel. Es gibt Fans auf beiden Seiten.

Golf auf den deutschen Kreuzfahrtschiffen

Wie ist das nun aber mit Golf auf einer Kreuzfahrt? Was gibt es und wie sehen die Unternehmen das Thema? Um diese Fragen zu stellen, habe ich beide Unternehmen einfach einmal angeschrieben. Die Antworten kamen sehr schnell (TUI) bzw. nach zweimaligem Nachhaken (AIDA).  

Parallel habe ich ein wenig auf den Homepages gestöbert und natürlich auch meine eigenen direkten Erfahrungen mit „einfließen“ lassen – die sind allerdings beschränkt, man kommt ja viel zu selten zum Urlaub machen…

Golf direkt auf dem Schiff 

In der AIDA-Flotte gibt es vier Schiffe mit Putting Green und Golf Simulator (nämlich die AIDAcara, AIDAvita, AIDAaura und AIDAdiva). Alle Anlagen werden von einem Golf-Pro betreut und man kann sie für Trainings stundenweise buchen.

Neugierige (Noch)-Nicht-Golfer können die Anlagen nutzen, um bei einem Schnupperkurs an Bord die ersten Versuche mit Golfschlägern unter Aufsicht und Anleitung eines erfahrenen Golf-Pros zu machen. Laut Homepage gibt es außerdem auf sechs weiteren Schiffen zumindest einen Outdoor Driving Cage. 

Die TUI hatte nach eigenen Angaben früher auch Golf Simulatoren und Putting Greens auf den Schiffen installiert. Da diese allerdings nicht ausreichend genutzt worden seien, habe man sie im Jahr 2014 wieder abgebaut. 

Golf Ausflug während einer Kreuzfahrt

Foto: AIDA Cruises

Das hauptsächliche Augenmerk beider Reedereien – und auch das Hauptinteresse der Golfgäste – liegt aber natürlich bei den Golf Ausflügen. Jeder Tag an einem anderen Zielort bietet eben auch die Option, viele fremde Plätze zu spielen.

AIDA bietet nach eigener Aussage auf allen Routen Golf Ausflüge an. Naturgemäß gibt es Häfen, an denen kein Ausflug möglich ist (weil kein Platz in vertretbarer Nähe ist), aber meistens findet sich bei den angebotenen Aktivitäten auch das Thema Golf.

Bei TUI gibt es Golf auf allen Kreuzfahrten der Winterrouten (dazu gehören die Reisegebiete Mittelamerika, Karibik, Kanaren, Mittelmeer mit Kanaren, Orient und Asien). Im Sommer bietet das Unternehmen Golf Ausflüge ausschließlich auf den Reisen rund um Großbritannien und in Nordamerika an. 

Schnuppern nur auf AIDA

Ein Golf Schnupperkurs an Land wird bei der AIDA überall dort angeboten, wo ein Pro mit an Bord ist – also mindestens auf den vier genannten Schiffen mit Simulator. Bei der TUI sind Schnupperkurse nicht möglich. 

Ich selbst habe übrigens bei unserer Fahrt mit der AIDAaura einen Schnupperkurs gemacht, den mir die beste Ehefrau der Welt zum Geburtstag geschenkt hatte. Damit hat bei mir im Grunde das Thema Golf erst angefangen

Golfer sind eine interessante Klientel

Sowohl AIDA als auch TUI sehen uns Golfer als zwar eher kleine, aber durchaus interessante Zielgruppe. Deshalb gehen beide auch von einer eher gleichbleibenden bis leicht steigenden Wichtigkeit aus. Ebenfalls beide geben auch an, dass sie das Thema Golf in Zukunft tendenziell etwas ausbauen möchten.

Dabei ist die Herangehensweise in Teilen recht unterschiedlich. Das fängt schon bei der sehr unterschiedlichen Betreuung der Golfgäste und -interessenten an und hört bei unterschiedlichen Planungen für die Zukunft auf.

Golf-Professionals vs. „Golfexperten“

Bei der TUI werden die Golf Ausflüge in der Regel von sogenannten „Golfexperten“ (Bezeichnung der TUI) begleitet. Dabei handelt es sich um „Golf liebende Mitarbeiter“ (Text TUI), die in der Regel ein niedriges Handicap und gleichzeitig ein ausgeprägtes Organisationstalent mitbringen. In seltenen Fällen ist auch einmal ein Golf-Pro dabei.

Bei der AIDA ist es genau anders herum. Hier werden die Golfgäste überwiegend von Golf-Pros betreut. Nur auf wenigen Reiserouten ist kein Pro mit an Bord. In diesen Fällen kümmern sich golfinteressierte Scouts um den gebuchten Ausflug und betreuen die Golfgäste. 

Weitere Planungen und Angebote der Reedereien

Bei der AIDA gibt es einige sehr konkrete Ideen und Pläne, das Golf Angebot auszubauen. Für die Zukunft möchte man einen Platzreifekurs anbieten, den man an Bord absolvieren kann. Details gibt es zwar noch nicht, aber zum Beispiel eine Kanarenreise bietet schöne Möglichkeiten, auf unterschiedlichen Plätzen das Golfspiel zu lernen.

Foto: AIDA Cruises

Das Ganze wäre dann zwar etwas komprimiert, aber mit der aktiven Pro-Begleitung ist es sicher möglich (und bevor wieder unnötig diskutiert wird: Regeln und Etikette werden dabei sicherlich auch vermittelt). 

Daneben denkt man zum Beispiel über eine AIDA Fernmitgliedschaft nach und möchte die vorhandenen Golf Simulatoren nutzen, um Fittings an Bord anzubieten. Für die Zukunft steht außerdem auf dem Plan, Golf-Eventreisen und Golf Turnierreisen anzubieten.

Bei TUI gibt es bereits etwa einmal jährlich eine Turnierreise, den „Mein Schiff Golf-Cup“. In diesem Sommer hat diese Golf Kreuzfahrt zum Beispiel im Rahmen einer Reise rund um Großbritannien stattgefunden. Insgesamt wurden fünf verschiedene Plätze gespielt, deren Ergebnisse in eine Gesamtwertung eingeflossen sind. 

Heidegolfer-Fazit

Ich persönlich bin wie schon erwähnt ein Freund von Kreuzfahrten. Das Golf Angebot der Reedereien bietet die Chance, beides gut miteinander zu verknüpfen: Familienurlaub und Golf spielen. Man kann sich aussuchen, in welchen Häfen man gemeinsame Unternehmungen findet und wo „Papa nicht unbedingt gebraucht wird“ – also zum Golf darf. 

Ich habe bisher zwei Golf Ausflüge auf Kreuzfahrt gemacht – jeweils auf den Kanaren. Im Herbst 2017 habe ich den Platz von Palheiro Golf auf Madeira gespielt und Anfang 2019 war es Costa Teguise Golf auf Lanzarote. Schöne Grüße an dieser Stelle an die Pros Carsten (Madeira) und Jessica (Lanzarote), die beide eine super Betreuung geboten haben.

Top-Qualität auch beim Equipment

Natürlich könnte man sich auch selbst um alles kümmern und würde womöglich sogar noch etwas sparen. Ich persönlich bin allerdings so gestrickt, dass ich keine Lust habe, viel selbst zu organisieren (soll ja Urlaub sein).

Also buche ich lieber einen Ausflug, lehne mich zurück und freue mich, dass andere dafür sorgen, dass ich Spaß habe. Ja, ich weiß: ich bin ein fauler Hund… 😉

Die Auswahl bei den angebotenen Golf Ausflügen ist vielfältig und die Plätze sind in der Regel sehr schön, auch wenn die aufgerufenen Preise nicht ohne sind.

Man bekommt für sein Geld aber ein Gesamtpaket aus Equipment, Transfer, Greenfeepaket, Organisation und Betreuung, das den Preis aus meiner Sicht durchaus wert ist (das ist natürlich eine subjektive Bewertung).

Übrigens

Dieser Artikel wurde weder beauftragt noch verlangt oder vergütet. Ich habe beide Unternehmen zu Recherchezwecken angeschrieben, ein Vorteil oder eine Vergünstigung wurde weder angeboten noch in Aussicht gestellt. Meine im Text genannten Reisen und Ausflüge habe ich auch ganz normal bezahlt.

3 Kommentare

  1. Mein Mann und ich haben mit AIDA auch schon eine Golfreise gemacht, von Grand Canaria nach Hamburg, der Pro Nik und die Golfplätze waren super, das restliche Klientel der AIDA nicht unseres, leider zeitweise sehr niveaulos, daher werden wir nicht mehr mit der AIDA unterwegs sein. Dieses Jahr mit TUI nach Norwegen, ohne Golf, Schiff und alles andere Top, daher gerne wieder TUI und auch mal mit Golf. GLG Beatrix 🙋🏼‍♀️👍🏻⛳🛳😀

    1. Hallo Beatrix,
      TUI fehlt mir wie gesagt bisher die eigene Erfahrung, aber mein bester Freund meinte, dass es sich grundsätzlich nicht wirklich unterscheide. Das Publikum variiert auch bei beiden – manchmal je nach Reiseroute – und er hat auf beiden Linien schon alles erlebt von perfekt bis Vollpfosten-Überschuss…
      Ist vielleicht manchmal auch glücklicher (oder unglücklicher) Zufall. Ein paar deppen sind aber bei 3000 Menschen nicht auszuschließen… 😉

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