Ein Dutzend Fragen an … Proette Anastasia Mickan

In dieser Serie stelle ich ganz unterschiedliche Persönlichkeiten aus der Golf-Welt vor. Heute geht es um Golf-Proette Anastasia Mickan.

Bereits als Amateurin hat Anastasia sehr erfolgreich Golf gespielt und jeweils zweimal die Turkish Amateur Open (2015 + 2016) und die Belgian Amateur Open (2016 + 2017) gewonnen. Dazu kommen zwei Titel als Deutsche Meisterin AK18 (2015 + 2016) sowie einige weitere Top-Platzierungen bei Amateurturnieren auf nationaler und internationaler Ebene.

Anastasia ist Anfang 2018 mit einem Handicap von +4,8 ins Profilager gewechselt und spielt aktuell hauptsächlich auf der LETaccess Tour (LETAS). Ihr erklärtes Ziel ist es, sich eine Tourkarte für die LET oder wenn möglich sogar für die LPGA zu erspielen, um als Profigolferin ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Ich hatte schon das große Vergnügen, eine Runde Golf mit Anastasia zu spielen. Wir waren Ende April gemeinsam im Golfclub Syke unterwegs, ihrem ehemaligen Heimatclub als Amateurin, und ich muss zugeben, dass ich schwer begeistert von ihr war. Wie souverän, konzentriert und gleichzeitig locker und ausgeglichen jemand auftreten kann, der als Profi sonst ständig unterwegs ist, hat mich schon beeindruckt.

Jede Menge Infos rund um Anastasia findet man auf ihrer offiziellen Homepage und natürlich kann man ihr auch auf Facebook und Instagram folgen, wo sie regelmäßig postet und ihre Follower mit frischen News versorgt.

Golf-Proette Anastasia Mickan

Erst einmal vielen Dank, Anastasia, dass Du Dir die Zeit nimmst, mir mein Dutzend Fragen zu beantworten:

Wie hat das mit Dir und Golf angefangen und wann ist der Entschluss gereift, ins Profilager zu wechseln?

Ich spiele seit meinem 3. Lebensjahr Golf. Mit 10 habe ich aber erst mit Turnieren angefangen. Ich bin durch meinen Bruder zum Golfen gekommen. Er hat gespielt und ich bin dann halt auch mit zum Platz. Irgendwann hat er wieder aufgehört und ich bin beim Golf geblieben.

Als ich gemerkt habe, dass ich als Amateurin weit vorne mitspiele – da war ich etwa 15 – fiel dann der Entschluss, daraus einen Beruf zu machen und ins Profilager zu wechseln.

Seit Anfang 2018 bist Du jetzt Profi. War für Dich der Umstieg vom Amateur- zum Profigolf schwierig?

Für mich war der Sprung ins Profilager hart. Ich hatte sehr viel mit dem mentalen Bereich zu kämpfen. Auf einmal spielt man um Geld und ein Gedanke ist: „Jetzt muss ich, ich bin Profi.“ Dann wird es schwierig, gute Runden zu spielen.

Das hat mich in der ersten Saison sehr beschäftigt und entsprechend sind die Ergebnisse ausgefallen. Hier haben wir im Herbst/Winter einen Fokus gelegt und gut gearbeitet und davon profitiere ich jetzt in meiner zweiten Saison.

Anastasia Mickan in Aktion

Was sind – neben dem mentalen Bereich – aus Deiner Sicht die größten Herausforderungen?

Frauengolf fristet leider, gerade hier in Europa, noch ein ziemliches Schattendasein. In den Medien taucht Golf ohnehin schon selten auf und Frauengolf findet medial so gut wie gar nicht statt.

Vielfach fehlt es dann an Sponsoren für Turniere. Das wiederum führt leider dazu, dass zum Beispiel die Preisgelder auf den kleineren Touren sehr gering ausfallen. Wenn man nicht in den Top-10 landet, reicht es oft kaum aus, um die Reisekosten zu decken.

Als Spielerin ist man damit umso mehr darauf angewiesen, eigene Sponsoren zu finden, um auf diesem Niveau mitspielen zu können. Auch bei mir ist das so. Deshalb freue mich, wenn es noch weitere Interessenten gibt, die sich meinem Supporterclub „Anastasias 59ers“ anschließen wollen.

Hast Du Dir ein bestimmtes Zeitziel gesetzt im Sinne von „Bis dahin will ich das und das erreicht haben, sonst höre ich wieder auf“? Und gibt es einen konkreten Plan B?

Nein, ein genaues Zeitziel habe ich mir nicht gesetzt. Ich habe einen Plan A und der reicht mir.

Welche Schlagzeile möchtest Du in fünf Jahren von Dir lesen?

Anastasia Mickan gewinnt ihr zweites LPGA Turnier.

Wie sieht Dein durchschnittlicher Tag als Profi aus? Besteht der nur aus Golf?

Es ist sehr unterschiedlich. Wenn ich unterwegs auf Turnieren bin, spiele ich fast jeden Tag eine Runde Golf, trainiere 2-3 Stunden und mache ca. 1 Stunde Fitness. Wenn ich zuhause bin, trainiere ich in der Regel 2-3 Stunden täglich und gehe 5 mal in der Woche für 3 Stunden ins Fitnessstudio. Ich mache aber auch gerne zwischendurch etwas anderes, um abschalten zu können.

Gibt es spürbare Unterschiede bei den Golfplätzen für Amateur- oder Profiturniere? Und sollte ein Golfplatz für Dich eher schön / interessant sein oder lieber bestmöglich Deinem Spiel entgegenkommen?

Spürbare Unterschiede gibt es nicht wirklich. Die Plätze sind im Grunde nur länger bei den Profiturnieren. Aber natürlich macht es immer mehr Spaß, auf schönen Golfplätzen zu spielen. Wichtiger sind für mich eher das Layout und der Pflegezustand. Wenn man Spaß hat, dann spielt man meistens automatisch auch besser.

Wie viele Golfplätze hast Du schon gespielt und gibt es darunter einen Lieblingsplatz?

Ich kann gar nicht sagen, wieviele ich schon gespielt habe. Ich kann es schon nicht mehr zählen. Auf jeden Fall habe ich einen Favoriten: Valderrama in Spanien.

Perfekt ausbalanciert

Es gibt in diesem Jahr mit den „Rügenwalder Mühle Ladies Open 2019“ ein LETaccess Turnier in Deutschland und Du wirst dabei sein. Freust Du Dich besonders auf den „Heimat-Auftritt“?

Ich finde es toll, dass es endlich wieder ein Turnier in Deutschland gibt, das war ja einige Jahre nicht so. Ein großes Dankeschön geht an Fritz Greimann von ftgolf Events & Reisen, den Promoter des Turniers, und an die Sponsoren, durch deren Unterstützung dieses Turnier erst möglich ist.

Soweit ich weiß werden aktuell noch freiwillige Helfer gesucht. Wer also Lust hat, als Volunteer bei einem Turnier dabei zu sein, der kann sich direkt auf der Turnierhomepage dafür anmelden.

Für mich persönlich wird es natürlich sehr besonders werden. Das Turnier findet im Golfclub am Meer in Bad Zwischenahn statt, ich kann also vermutlich ausnahmsweise einmal zuhause schlafen. Und es werden sicher jede Menge Freunde und Bekannte da sein, um mich zu unterstützen. Ich freue mich schon sehr darauf.

Welche Vorbilder / Idole hast du im Golf und warum gerade die?

Mein männliches Vorbild ist Bernhard Langer. Es ist einfach klasse, was er leistet!

Bei den Damen ist es Brooke Henderson. Sie spielt aggressiv, geht oft Richtung Fahne und macht ihr eigenes Ding, wie zum Beispiel bei ihrem Schwung.

Wie geht Dein Satz weiter: „Golf ist der beste Sport, weil…“

… du gegen dich selbst und gegen den Platz spielst und nicht gegen jemand anderen. Hinzu kommt noch, dass du nie die gleiche Situation hast.

Vielen Dank, Anastasia, für Deine Antworten. Allzeit schönes Spiel und viel Erfolg für den weiteren Karriereverlauf!

Übrigens

Wer Interesse an einer Zusammenarbeit oder Sponsoring hat, der sollte direkt unter golf@anastasia-mickan.de Kontakt aufnehmen und sich dann vielleicht ihrem Supporterclub „Anastasia 59ers“ anzuschließen.

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