Test: Morsh 2 Wood Gen.2 (2er Holz)

Habt Ihr schonmal mit einem 2er Holz gespielt? Diese Art Schläger gibt es heutzutage ausgesprochen selten und ist nur noch bei wenigen Anbietern erhältlich. Einen sehr speziellen davon habe ich zugeschickt bekommen, um mir eine Meinung bilden zu können: das „Morsh 2 Wood Gen.2“. Soviel vorweg: Ein geiler Golfschläger!

Wer ist Morsh Golf überhaupt?

Das Unternehmen Morsh Golf* gibt es erst seit 2015 und sie haben genau einen Schläger im Angebot: das 2er Holz. Genau genommen sind es inzwischen zwei Schläger, denn ich durfte das Morsh 2 Wood Gen.2* (also Generation 2) testen, quasi die Weiterentwicklung des ersten Modells.

Gegründet wurde Morsh Golf wie schon gesagt 2015 von begeisterten Golfern in Maribor, Slowenien. Auslöser war die Suche nach einer Kombination zwischen der Weite eines Drivers und der besseren Genauigkeit eines Holz 3 oder Holz 5. Die Grundidee für das 2er Holz war also geboren.

Nach Unternehmensangaben wurden inzwischen über 6.000 Schläger verkauft und die Nachfrage ebbt nicht ab. Über den internationalen Vertrieb gehen die Morsh 2 Wood Gen.2 in alle Welt hinaus – immer noch aus dem kleinen Familienbetrieb in Maribor, das man eher aus dem Europapokal im Fußball kennt.

Das 2er Holz kombiniert Länge und Präzision

Viele Amateurgolfer werden mir zustimmen: Der Driver ist dein Freund, wenn er gerade geht. Leider tut er das längst nicht so oft, wie wir es uns wünschen würden. Gerade am Abschlag brauchen wir die Weite, um den Rest der Bahn angenehmer und einfacher gestalten zu können.

Um aber die Präzision zu erhöhen, greifen viele Spieler (mich eingeschlossen) immer mal wieder statt zum Driver zu einem kleineren Holz oder gar einem langen Eisen.

Damit schlagen wir zwar kürzer, aber haben deutlich weniger Streuung als mit „dem Dicken“. Da stehen Sicherheit und das Vermeiden von Ballverlusten einfach über einem möglichen Längengewinn.

Und genau in dieses Dilemma zielt die Idee des Morsh 2 Wood. Der Loft ist standardmäßig auf 10,5 Grad eingestellt, entspricht also dem klassischen Driverloft der meisten Amateure. Wie inzwischen üblich kann man auch hier individuelle Anpassungen vornehmen und zwischen 8,5 Grad und 12,5 Grad variieren.

Gleichzeitig ist der Kopf des Morsh 2 Wood mit 183 ccm deutlich kleiner als ein Driverkopf und erlaubt somit mehr Kontrolle vom Abschlag. Im Prinzip kann man sagen, dass es ein 3er Holz mit dem Loft eines Drivers ist. Man gewinnt an Präzision ohne allzu viel Länge einzubüßen.

Die technischen Daten im Überblick

Das Morsh 2 Wood Gen.2* ist mit folgenden Merkmalen ausgestattet:

  • Loft: 10,5 Grad – kann justiert werden +/- 2 Grad
  • Schlägerkopf: 183 ccm
  • Schwunggewicht: D3 – kann durch unterschiedliche Gewichte leicht verändert werden
  • Schaftlänge: 43,5 inches
  • Schaftflex: drei Varianten, Regular, Stiff und XStiff, stehen zur Auswahl
  • Seite: aktuell leider nur Rechtshand verfügbar

Mein Test des Morsh 2 Wood Gen.2

Ich habe nach wie vor immer mal wieder eine Richtungsherausforderung mit meinem Driver – ich bin halt ein klassischer Mid-Handicaper. Das ist zwar insgesamt deutlich besser geworden als noch vor ein-zwei Jahren, aber es gibt eben solche und solche Tage.

Gleichzeitig würde ich beim Abschlag mit einem 5er Holz soviel an Länge verlieren, dass ich mir diese Entscheidung oft zweimal oder dreimal überlege. Oft genug entscheide ich mich dann doch für den Driver (mit einem eher mittelmäßig guten Gefühl, aber eben wegen des potentiellen Längengewinns). Das Ergebnis dürfte den meisten Amateurgolfern bekannt vorkommen: drei Minuten Suchzeit.

Das ist anders geworden, seit ich das 2er Holz dabei habe. Die Eingewöhnung für mich dauerte nur ein paar Schläge auf der Range und ich wollte sofort auf den Platz. Vor allem vom Tee hat mich das 2er Holz sehr schnell begeistert.

Der Vergleich zum Driver

Was den Längenverlust zum Driver angeht, so liege ich aktuell bei einem Durchschnitt von etwa 20 Metern. Durch den allgemein etwas flacheren Ballflug kommt oft zusätzliche Länge durch mehr Roll zustande. Bei einem richtig perfekten Treffer toppe ich auch schonmal meine Durchschnittslänge vom Driver.

Durch den relativ kleinen Kopf bietet das 2er Holz aber einen weiteren Vorteil gegenüber dem Driver: es lässt sich auch gut vom Fairway spielen. Der Ballflug ist deutlich flacher als mit anderen Hölzern – was bei 10,5 Grad Loft nicht verwunderlich ist – und ich habe dadurch in aller Regel einen ordentlichen Roll-Bonus.

Natürlich geht der Schläger nicht immer perfekt (hallo, ich bin Mid-Handicaper), aber oft genug, so dass ich ihn unheimlich gerne einsetze. Selbst die verhassten und leider immer mal wieder auftauchenden Boden-Ball-Treffer schaffen noch eine ordentliche Länge.

Heidegolfer-Fazit zum Morsh 2 Wood Gen.2

Ich gebe zu, wenn ein Holz „Morsh“ heißt, klingt das erst einmal irgendwie witzig, aber natürlich nur im Deutschen. Abgesehen von dem schlechten Wortspiel war ich schon nach wenigen Schlägen ein riesiger Fan dieses 2er Holzes.

Inzwischen ist das Morsh 2 Wood Gen.2 ein nicht mehr wegzudenkender Schläger in meinem Bag und kommt relativ oft zum Einsatz. Ich habe damit vom Tee eine weitere Option neben meinem Driver und meinem 4er Eisen, das ich bislang als einzige Alternative für mehr Präzision vom Tee verwendet habe.

Der Gewinn an Präzision ist so hoch, dass ich einen Längenverlust bei vielen unserer Abschläge in Kauf nehme.

Wir haben im Golfclub Herzogstadt Celle einige Löcher, bei denen das Fairway nicht sehr breit ist und hier ist das 2er Holz eine echte Waffe. Gerade an Tagen, an denen der Driver besonders zickig ist, spiele ich das Morsh 2 Wood fast von jedem Tee.

Ich habe es schon gesagt und man hört es vermutlich raus: Ich bin hellauf begeistert und kann nicht anders, als dem Morsh 2 Wood Gen.2 einen dicken Daumen nach oben zu geben. Ich spiele übrigens – wie beim Driver und den Eisen – die Variante mit Stiff-Schaft.

Übrigens

Dieser Bericht spiegelt meine ganz persönliche individuelle Meinung wider und wurde weder beauftragt noch bezahlt. Wie oben erwähnt hat mir die Firma Morsh Golf ein Exemplar des Morsh 2 Wood Gen.2 kostenfrei für diesen Test zur Verfügung gestellt, eine Bezahlung oder Vergütung für diesen Artikel hat es nicht gegeben. Die mit Stern markierten Links sind Affiliate-Links, für die ich – theoretisch – bei einem Kauf eine kleine Provision erhalte, die aber den Verkaufspreis nicht erhöht.


4 Kommentare

  1. Hallo nach Celle,
    habe auf Eurem Platz bereits schon einige Male gespielt.
    Das gleiche Problem habe ich auch im Bezug auf den Driver. Dein Bericht hat mich neugierig gemacht und habe mir einen Schläger bestellt.
    Nun bin ich gespannt was aus dieser Begegnung der 2. Art rauskommt.
    Vielleicht sehen wir uns ja mal auf Eurem Platz.

    Alles Gute nach Celle

    Gruss
    Peter Schmiedel
    Golfclub Peine Edemissen

    1. Hallo Peter,
      schön, jemand aus der Nachbarschaft. 😊 Bei dir in Peine war ich auch schon ein paar mal, wird eigentlich mal wieder Zeit…
      Ich bin gespannt, wie es dir mit dem 2er Holz ergeht. Ich war schockverliebt und habe ähnliches auch schon von anderen gehört. Es gibt aber natürlich auch einzelne (ich kenne bislang einen), der gar nicht damit klar kam.
      Du musst vor allem für sich herausfinden, ob es ein reiner Schläger vom Tee ist, oder ob du ihn auch im Fairway spielst – das ist bei mir die Ausnahme…
      Ich bin gespannt, was du sagst.
      Schöne Grüße nach Edemissen
      Olaf

      1. Hallo Olaf, die Zeit rennt und Corona hatte uns voll im Griff ohne infiziert gewesen zu sein.

        Ja, der Schläger ist gekommen und ich bin der, der damit Probleme hat. War voll Erwartung und habe den Aha Effekt nicht erlebt. Dieses Jahr war ich durch einen sehr schlimmen Tennisarm noch nicht auf dem Platz. Kommenden Freitag werde ich es mal versuchen und werde den Schläger nochmals mit ins Bag nehmen. Bin gespannt, ob die Auszeit etwas Positives herauszaubert.
        Beste Grüße nach Celle
        Peter

        1. Hallo Peter,

          oh, das tut mir leid zu hören – genau genommen beides. Ein Tennisarm ist schlimm, dafür gute Besserung (und vor allem nachhaltige).
          Was das Holz angeht, ist natürlich jeder Spieler unterschiedlich. Ich habe mir angewöhnt, nur noch einen Dreiviertelschwung zu machen und der Ball geht gerade wie eine eins. Wirklich mein go-to-Schläger, wenn es vom Tee eng ist oder der Driver zickt (so wie heute wieder).
          Aber klar, nicht jeder Schläger funktioniert bei jedem Spieler gleich gut. Mir geht es zum Beispiel mit Callaway so – die Eisen sind für mich unspielbar, andere schwören drauf.

          Ich drücke die Daumen, dass das Holz sich eines besseren besinnt und dir gute Dienste leistet. Und vor allem, dass der Arm hält.
          Viele Grüße
          Olaf

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