Costa Teguise Golf, Lanzarote

Überall Lavagestein, jede Menge Palmen, viel Wind und pfeilschnelle Grüns – so könnte man Costa Teguise Golf auf Lanzarote in ein paar Stichworten schon treffend beschreiben. Ich durfte ihn am 1. Februar spielen.

Aber der Reihe nach: Die beste Ehefrau der Welt, unsere Tochter und ich waren von Ende Januar bis Anfang Februar wieder auf Kanarenkreuzfahrt. Eine Woche raus aus der Kälte, rein in die Sonne und Wärme rund um Gran Canaria, Teneriffa und Co. –  es war wirklich schön.

Ich hatte „vorsichtshalber“ Golfkleidung und ein paar Bälle eingepackt, weil im Koffer ohnehin noch etwas Platz war. Den eigentlichen Plan, Fuerteventura zu spielen, konnte ich krankheitsbedingt nicht umsetzen, also blieb mir nur noch die letzte Kreuzfahrtstation auf Lanzarote.

Mit Aida zu Costa Teguise Golf

Am Vorabend des Ausflugs konnte ich meine Leihschläger inklusive Tragebag, einer Flasche Wasser und Energieriegel in den Katakomben des Schiffes in Empfang nehmen.

Kurz nach acht Uhr am nächsten Morgen ging es dann zusammen mit drei anderen Golfern und der Aida-Proette Jessica los zum Costa Teguise Golf Club, den wir nach einer kurzen Busfahrt erreichten.

Palmen über Palmen

Parkplatz und Clubhausfront sind eher weniger aufregend, zumindest für mich auf den ersten Eindruck. Umso mehr gefiel mir das Gelände: Lavageröll, unzählige Palmen und jede Menge andere Pflanzen, die ich noch nie gesehen hatte. Nachdem man den Eingang passiert hat, offenbart sich dann aber ein wirklich schönes Clubhaus mit Sekretariat, kleinem Pro-Shop, Restaurant und wunderschöner Terrasse.

Die Trainingsbereiche

Es gibt direkt neben dem Clubhaus ein kleines aber feines Puttinggrün. Im Nachhinein habe ich festgestellt, dass ich das deutlich länger hätte besuchen müssen, denn die Grüns sind viel schneller, als ich es von zuhause gewohnt war.

Das internationale Puttinggrün im Costa Teguise Golf

Mein Golf-Buddy Marcus hatte mich diesbezüglich eigentlich schon vorgewarnt, weil er den Platz im letzten Urlaub auch gespielt hat, aber irgendwie hatte ich das wohl wieder verdrängt.

Eine nette Idee an dem Puttinggrün sind die Fähnchen, die Flaggen verschiedener Nationen nachempfunden sind. So kommt gleich ein bisschen Farbe ins Spiel und man fühlt sich international willkommen.

Driving Range aufs Lavafeld

Die Driving Range liegt dann nur ein paar Schritte weiter. Hier wird von Matten abgeschlagen und als Ziel dient – optisch – ein Geröllfeld aus Lavagestein. Alleine der Anblick ist schon spannend, so habe ich mich noch nie warm gemacht.

Es gibt ein paar vereinzelte Ziele, auf die man schießen kann; gedanklich war ich allerdings die halbe Zeit damit beschäftigt, welche arme Socke wohl da abends runterklettern und die Bälle wieder von Hand einsammeln muss.

Die Matten selbst sind nicht sonderlich neu (ok, alt, sie sind alt), aber das nimmt man bei der Kulisse billigend in Kauf. Für den Driver ist es üblich, sich ein-zwei Meter vor die Matten auf das Gras zu stellen – also alles gut.

Bevor man zum ersten Abschlag geht, wartet beim Caddymaster noch ein sehr altes Bag mit mindestens genauso alten Eisen, von denen man sich eines für die Runde ausleihen darf. Wenn man nämlich den grünen Teil des Platzes verfehlt und aus den Steinen weiterspielen „will“, dann darf man einen dieser alten Schläger nutzen, um sich nicht die eigenen Eisen zu ruinieren.

Der Platz als Gesamtkunstwerk

Die Runde beginnt mit einem durchschnittlichen Par 4 auf ein eher großzügiges Fairway. Schon hier gibt es aber deutlich vor dem Grün einen Bereich, in dem das kurzgemähte Gras von einen Streifen Geröll unterbrochen wird.

Grün und grau vereint

Das ist quasi zur Eingewöhnung zu verstehen, denn von jetzt an wird einem diese Situation öfter über den Weg laufen. Manchmal durchquert die kahle Erde das Fairway, an anderen Löchern muss sie vom Abschlag aus überspielt werden.

Longhitter stehen immer mal wieder vor der Herausforderung, ein kleines Holz dem Driver vorzuziehen, um nicht Gefahr zu laufen, bei dem harten Boden in den Schotter zu rollen.

Ich persönlich hatte in dieser Beziehung jetzt weniger Probleme, ich haue den Ball halt nicht besonders weit. Manchmal kann es von Vorteil sein, zu den „kurzen“ zu gehören.

Optisch ist es ein krasser Gegensatz: das fast knallige Grün einerseits und das grau-schwarze Geröll andererseits. Dazwischen etliche Palmen, die scheinheiliger gucken als sie wirklich sind.

Viele Herausforderungen

Andererseits stellt es eben auch spielerisch und spieltaktisch eine gewisse Herausforderung dar – ich war ganz froh, dass einer meiner Mitspieler einen Laser dabei hatte (der rüstige Schweizer lebt in den Wintermonaten auf Teneriffa und hatte die Kreuzfahrt genutzt, um seine Frau im Wellnessbereich „abzuliefern“, wie er sagte, um selbst in Ruhe Golf spielen zu können).

Viele der Fairways sind von Palmen gesäumt, so dass es fast Allee-Charakter hat. Und zum Thema scheinheilig kann ich nur sagen: Ich habe insgesamt drei Palmen jeweils mit dem Abschlag getroffen – zwei haben den Ball „irgendwie behalten“.

Rechts und links Palmen

Der Platz an sich verläuft insgesamt relativ eben, wenn auch nicht komplett ohne Höhenunterschiede. Die meisten Fairways sind in der Landezone (also in meiner Landezone – aber auch noch dahinter) breit genug.

Vieles ist irgendwie anders

schwarzer, fester Sand im Bunker

Gewöhnungsbedürftig für mich waren übrigens auch die Bunker, die ebenfalls dunklen, fast schwarzen und vor allem ziemlich grobkörnigen Sand enthalten – eben wie alles andere außen herum auch irgendwie aus Lava entstanden.

Die Bahnen selbst sind recht abwechslungsreich, es gibt immer wieder interessante Doglegs. Trotzdem sind es insgesamt wenige Bahnen, die sich tief ins langfristige Gedächtnis gebrannt haben.

Präsenter sind da andere Dinge, wie zum Beispiel der Weg vom neunten Grün zum zehnten Abschlag: der führt nämlich über die Driving Range – und das ist kein Witz.

Die Driving Range trennt die Frontnine (links davon) von den Backnine (rechts) – deshalb führt ein Cartweg einmal quer hinüber.

Etwa 50 Meter weiter rechts befinden sich die erhöhten Mattenabschläge. Der Cartweg selbst ist vor den Rangebällen nur durch einen etwa zweieinhalb Meter hohen engen Maschendrahtzaun geschützt und man schaut irgendwie die ganze Zeit lang vorsichtig nach oben.

Grüne Oasen

erhöhter Abschlag auf sattes Fairway

Trotzdem lohnt sich natürlich der Weg, denn die zweiten neun setzen das Gesamtkunstwerk der ersten neun Löcher fort. Hier ist der Platz der Star und nicht ein einzelnes Signature Hole.

Auf den zweiten neun kommen zumindest leichte Höhenunterschiede ins Spiel, aber es bleibt der überall herrschende Wind als besonderer Gegner. Und natürlich das eigene Spielvermögen, dass mehr als einmal gefordert wird.

Bemerkenswert fand ich den Platzzustand. Die Fairways und die Grüns sind satte und durchgehende Teppiche. Das verwendete Gras unterscheidet sich natürlich deutlich von dem bei uns gepflanzten Grassorten.

Ich hatte den Eindruck, dass die Halme hier deutlich fester sind als der gemeine deutsche Golfplatzgrashalm. Speziell auf den Grüns macht sich das dann noch einmal doppelt bemerkbar – so schnelle Grüns habe ich selten gespielt.

Heidegolfer-Fazit zu Costa Teguise Golf

Mir hat es insgesamt wirklich gut gefallen. Mit 6.163 Metern von gelb (es gäbe auch noch weiße Abschläge, dann sind es fast 6.500 Meter) ist der Platz ziemlich lang. Auch das Slope Rating von 143 macht klar, dass Costa Teguise Golf für einen Mittel-Handicaper wie mich eine echte Herausforderung darstellt.

Ich habe eine Weile gebraucht, um mich an die äußeren Umstände zu gewöhnen, Der Wind, die Aussicht und der ungewohnte dunkle, dichte Sand in den Bunkern – das alles war höchst ungewohnt. Aber es war auch klasse, sich auf so ganz andere Umstände einstellen zu müssen, oder besser zu dürfen.

Seve persönlich hat hier auch gespielt

Ich kann mir gut vorstellen, dass auch die Profis auf diesem Platz ihren Spaß aber eben auch ihre Herausforderungen hatten, wenn sie ein Turnier gespielt haben.

Zeugen davon sind übrigens diverse Bilder im Clubhaus und im Restaurant – unter anderem auch eines von Seve Balesteros sogar mit dessen Unterschrift.

Der Platz von Costa Teguise Golf ist ein Erlebnis, optisch wie spielerisch. Ich empfehle ihn gerne weiter, rate aber gerade den höheren Handicaps dazu, sich Gedanken zu machen, von welchen Tees sie spielen.

Es kann auch Sinn machen, diesen Platz von blau zu spielen, und vielleicht hätte auch mein Ergebnis dann etwas besser ausgesehen.

Von den gelben Tees hatte ich schon meine Herausforderung an einigen Bahnen. Unser Schweizer (Bogeygolfer) hat von weiß angefangen und ist dann irgendwann nach sechs-sieben Bahnen auch „zu uns“ auf gelb gewechselt.

Speziell bei Wind ist der Platz ein echtes Brett. Aber wie gesagt trotzdem absolut zu empfehlen. Diverse Eindrücke gibt es wie immer in der Bildergalerie am Ende.

Übrigens

Ich habe den Platz am 1. Februar 2019 gespielt. Der Bericht spiegelt ganz alleine meine persönliche, subjektive Meinung wider und wurde weder beauftragt noch verlangt. Bezahlt habe ich alles regulär über die Aida, wo ich den Ausflug als Komplettpaket gebucht habe. Vergünstigungen habe ich (leider) nicht erhalten und es wurden mir auch keine in Aussicht gestellt.

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