Fünf Highlights aus dem Golfjahr 2019

Das Golfjahr 2019 war in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Meinen persönlichen Heidegolfer-Rückblick gibt es demnächst, heute soll es erst einmal um die für mich fünf größten Highlights gehen, die im Weltgolf so passiert sind. Aber Achtung: Die Liste ist natürlich ziemlich subjektiv… 😉

Platz 5: Bernd Ritthammer bei der Porsche European Open

Bernd Ritthammer hat eigentlich alles, was es für eine Karriere auf der European Tour braucht und trotzdem scheinen es die PS nicht immer komplett auf die Straße zu schaffen. Anfang September war aber endlich wieder einmal „Hammertime“. Bei der Porsche European Open 2019 auf dem Green Eagle Porsche Nordkurs in Winsen/Luhe legte er eine klasse Performance hin.

Embed from Getty Images

Einer ordentlichen Runde am Donnerstag folgte eine starke 66 (-6) am Freitag und natürlich der sichere Sprung ins Wochenende. Am Moving Day „reichte“ eine 70 (-2), um als geteilter Führender in den Finaltag zu starten.

Dass es am Ende ganz knapp nicht zum Sieg gereicht hat, lag zum einen an einem zickigen Driver, der Bernd ausgerechnet am Sonntag partout nicht gehorchen wollte. Vor allem aber lag es an einem stark spielenden Paul Casey, der sich letztlich mit einem Schlag Vorsprung den Sieg holte.

Trotzdem war der zweite Platz bei diesem Großevent für Bernd Ritthammer ein riesiger Erfolg und auf dem schweren und langen Platz von Green Eagle aller Ehren wert.

Ich persönlich habe mich unheimlich für den sympathischen Wahl-Münchner gefreut, dem ich irgendwie immer die Daumen drücke, dass ihm doch noch einmal der ganz große Coup gelingt. Hut ab für eine tolle Leistung und alles Gute für die neue Saison.

Platz 4: Bernhard Langer Superstar

Er ist schon längst eine Ikone des deutschen Sports, des deutschen Golfsports sowieso. Bernhard Langer hat sich mit seinen zwei Masters-Siegen 1985 und 1993 in die Golf-Geschichtsbücher eingetragen und ist inzwischen einer der herausragendsten Spieler der PGA Tour Champions.

Im Jahr 2019 hat er die Tour zwar nicht ganz so dominiert wie in manchen Jahren zuvor. Dennoch konnte er sich bei der Senior Open Championship 2019 seinen elften (!) Majortitel bei den Senioren sichern.

Ehre, wem Ehre gebührt

Nur folgerichtig wurde Bernhard Langer von der PGA Tour Champions zum Spieler des Jahrzehnts gekürt. Von 2010 bis 2019 hat kein Spieler annähernd so viele Siege eingefahren wie der Anhausener. Bei 210 Starts hat er 32 Titel errungen, darunter wie schon gesagt elf Majorsiege geholt.

Bernhard Langer ist Jahrgang 1957 und vermutlich fitter als die meisten von uns. In einem Beitrag bei „Golfing World“ berichtet er darüber, wie er es schafft, in seinem Alter nach wie vor wettbewerbsfähig zu bleiben.

Auch die PGA Tour Champions hat ein schönes kurzes Video gemacht – nämlich anlässlich eines kurzen Hausbesuchs bei Bernhard Langer. Der in Florida lebende Deutsche gewährt einem Kamerateam Einlass in sein Zuhause und lässt einen beeindruckenden Blick auf seine Trophäensammlung zu.

Übrigens kommt er auch immer mal wieder nach Deutschland, wo er regelmäßig bei den WINSTONgolf Senior Open mitspielt. Ob er dieses Jahr wieder dabei ist, steht aktuell noch nicht genau fest – aber dieser Heimsieg fehlt ihm noch in seiner Vita.

Platz 3: Der finale Putt beim Solheim Cup

Stellt Euch einfach einmal vor, Ihr steht auf dem Grün und habt einen Putt von vielleicht zwei Metern vor Euch. Den letzten Putt eines Turniers. Den letzten Putt eines drei Tage andauernden Team-Events. Des größten Team-Events, das es im Golfsport für Euch gibt.

Euer Team hat lange wie der klare Verlierer ausgesehen. Ihr habt nach zwei von drei Tagen deutlich zurückgelegen, aber eure Mannschaftskameraden haben diesen Rückstand aufgeholt. Und jetzt liegt es an Euch, diesen einen letzten Putt zu versenken, um das Turnier entgegen aller Voraussagen doch noch zu gewinnen.

Wenn der Putt fällt, geschieht die Sensation, nach der es lange überhaupt ausgesehen hat. Nur ein Putt, unendlich lange zwei Meter. Alle Augen sind auf Euch gerichtet. Die ganze Welt schaut zu. 

Und jetzt puttet doch einfach mal…

Platz 2: Esthers sensationelles Golfjahr 2019

Gäbe es einen Film über die erste Profisaison von Esther Henseleit, dann hätte vermutlich jeder das selbe gedacht: „Ganz nett, Hollywood, aber vielleicht doch ein bisschen sehr dick aufgetragen“. Ihr Rookiejahr als Proette ist aber tatsächlich so gelaufen, wie sie es sich vermutlich selbst nicht einmal erträumt hat. In einem Wort: Sensationell.

Anfang 2019 ist Esther Henseleit vom Amateur- ins Profilager gewechselt (übrigens mit dem in Europa einmaligen Handicap von +7,1!). Schon bei ihren ersten Turnieren sammelt sie Top-10-Platzierungen und ist ein paar Mal dicht dran am Turniersieg. Der folgt dann bei den Skaftö Open in Schweden – ihr erster Sieg als Proette.

Es folgen weitere Top-Ten-Platzierungen und bald ist klar, dass ihr der Titel „Rookie of the year“ kaum zu nehmen ist. Bei insgesamt 19 Turnieren schafft es Esther Henseleit 16 mal nicht nur ins Wochenende, sondern erspielt sich so viele Punkte, dass sie vor dem letzten Turnier der Saison Zweitplatzierte in der Order of Merrit ist.

Der nächste große Schritt

Anfang November macht sie bei der LPGA-Q-School dann den nächsten Schritt. Nach acht harten Golfrunden belegt Esther Henseleit den geteilten 30. Platz und sichert sich damit die Tourkarte 2020 für die LPGA – keine elf Monate, nachdem sie Proette geworden ist.

Und dann war da ja noch das letzte Turnier der Saison in Kenia. Nur mit einem Sieg würde sich Esther Henseleit noch auf den ersten Platz der Order of Merrit schieben können. Am Finaltag geht sie mit sieben (7!!) Schlägen Rückstand auf die Runde – der Rest ist (Hollywood-) Geschichte:

Übrigens auch sehr empfehlenswert ist die Podcastfolge „Auf eine Runde mit… Esther Henseleit“, die Mitte des Jahres im Golfclub Hamburg Falkenstein entstanden ist. Begleitet Esther und Klaas knapp zwei Stunden lang auf neun Loch – es lohnt sich.

Platz 1: The Return to Glory – Tiger Roar in Augusta

Ich hatte mich 2018 schon wahnsinnig über das Comeback von Tiger Woods mit seinem 80. PGA-Sieg gefreut. Vor allem die Massen an Fans, die davon mitgerissen wurden, haben bei mir für Gänsehaut gesorgt. Plötzlich war „er“ wieder dabei – ganz vorne. Jetzt war nur die Frage, ob er auch noch in einem Major bestehen kann.

Und im Golfjahr 2019 zeigte er, wie er kann. Für mich persönlich war es der Golfmoment des Jahres und ich bekomme immer wieder Gänsehaut, wenn ich den finalen Putt vom Masters 2019 sehe. Tigers Emotionen, der frenetische Jubel des Publikums und die Reaktionen im Grunde aller anderen gehören für mich zu den ganz großen Sportmomenten.

Chapeau an den amerikanischen Kommentator, der in diesem Moment zuerst die richtigen Worte findet

Many doubted, we ever see it – but here it is:

The Return to Glory!

und dann fast drei Minuten lang einfach mal nichts sagt…

Bonus: 100 geniale Golfschläge aus dem Golfjahr 2019

Es gibt mit Sicherheit noch jede Menge andere Highlights, die man hier hätte erwähnen können. Wie eingangs schon gesagt sind dies meine subjektiven Top-5. Vielleicht habe ich auch gerade etwas vergessen und schlage mir nachher auf die Stirn, wenn Ihr mich dran erinnert… 😉

Schreibt mir gerne, was für Euch das Highlight im Golfjahr 2019 war. Wer einige Anregungen haben möchte, dem empfehle ich das Video der 100 besten Golfschläge 2019. Martin Kaymer ist darin übrigens auch vertreten (dem ich hiermit noch einmal ausdrücklich die Daumen drücke, dass wir ihn bald wieder ganz oben sehen – ich würde mich sehr freuen):

Und jetzt Feuer frei: Was war Euer Golfmoment im Golfjahr 2019?

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.