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Ostsee Golf Resort Wittenbeck – Kompaktplatz

Ich hatte in meinem Ostseeurlaub ja eine Runde Golf gespielt – und zwar auf dem Meisterschaftsplatz im Ostsee Golf Resort Wittenbeck (den Bericht findet Ihr hier). Da meine Tochter während meiner Abwesenheit so zuckersüß und lieb zu Mama war, hat mir die beste Ehefrau der Welt erlaubt, zwei Tage später noch einmal außerplanmäßig spielen zu gehen, um auch noch den 9-Loch-Kurzplatz kennenzulernen.

Also bin ich am Mittwoch direkt nach dem Frühstück noch einmal nach Wittenbeck zum Golfplatz gefahren. Diesmal war der Himmel strahlend blau, aber dafür ging ein heftiger Wind über die Anlage, laut Wetterangaben 35-40 km/h. Das kannte ich in der Art auch noch nicht, da es im Landesinneren seltener starken Wind gibt und bei unseren Parklandkursen die Bäume an den meisten Bahnen wie ein natürlicher Windschutz funktionieren.

Aber gut, so wird es nur interessanter. Ich habe mich wieder gemütlich eingeschlagen und konnte auf der Range schon die ersten Übungen in Sachen Wind machen. Die Abschläge sind so gelegt, dass man gerade in den Wind hineinschlägt. Also konnte ich relativ schnell feststellen, was mich der Gegenwind an Länge kostet, wenn ich den Ball hoch hinein spiele und wie es sich im flacheren Spiel verhält.

Und dann ging es auf den Kompaktplatz, der in Wittingen den Namen „Höstingen“ trägt. Ich stelle ihn Euch Loch für Loch vor, denn er macht richtig Spaß – das kann ich schon vorweg sagen. Insgesamt gibt es acht Par 3 Bahnen mit Längen von knapp über 70 Metern bis zu fast 200 Metern. Zum Abschluss bietet dann ein relativ kurzes Par 4 die Möglichkeit, wenigstens einmal den Driver zu zücken. Aber fangen wir vorne an.

Bahn 1 / 111 Meter
Zum Einstieg ist die 1 genau richtig. Man spielt „einfach geradeaus“ und es gibt keinen Höhenunterschied zu berücksichtigen. Die einzigen Schwierigkeiten ergeben sich aus dem Wind (der wird aber durch einen seitlichen Hügel einigermaßen im Zaum gehalten) und einem Grünbunker links vom Grün. Das wiederum ist nicht allzu breit, dafür aber recht lang mit einer Stufe etwa in der Mitte.

Bei mir steckte die Fahne kurz oberhalb der Stufe, so dass ich, nachdem ich das Grün mit dem ersten verfehlt hatte, mit einem Chip und zwei Putts letztlich eine vier notieren konnte.

Bahn 2 / 195 Meter
Als zweites folgt das längste Par 3 des Kompaktplatzes, bei dem man jetzt voll in den Wind abschlägt. Durch die Länge ist das Gelände natürlich offener und es gibt bis auf kleinere Sträucher in Abschlagnähe und einem kleinen Gründbunker links vorne keine Hindernisse. Das Grün selbst ist wieder schmaler, aber ausgesprochen lang mit einem kleinen Buckel in der Mitte.

Ich habe vorgelegt und mit dem zweiten das Grün fast überspielt, letztlich aber doch dank eines guten langen Annäherungs-Putts die vier gerettet.

Bahn 3 / 152 Meter
Beim dritten Loch hat man das erste Mal den Wind im Rücken und spielt dabei gleich von einem hohen Abschlag hinunter auf ein deutlich tiefer liegendes Grün. Rechts vom Grün wartet ein kleiner Bunker, aber der Höhenunterschied und damit die Längenkontrolle sind die größte Herausforderung an diesem Loch.

Ich habe mein Eisen 6 so gut getroffen, dass ich hinter dem Grün lag, aber dank eines guten Chips an die Fahne brauchte ich nur einen Putt und hatte damit das Par auf der Scorecard.

Bahn 4 / 101 Meter
Als nächstes geht es wieder gegen den Wind und der kommt wieder direkt von vorne. Diesmal ist die Bahn zwar kurz, dafür aber ist das Grün von einem Teich und einem Grünbunker gut bewacht. Es gibt einen „Senioreneingang“ vorne rechts, aber wenn die Fahne wie bei mir in der hinteren linken Ecke steckt, bringt der nicht viel.

Ich hatte Glück und habe meinen Abschlag etwas dünn getroffen – dadurch ging der Ball flacher in Richtung Grün, kam knapp hinter dem Bunker auf und lag schließlich drei Meter neben der Fahne. Ein guter Putt und ich hatte mein Birdie.

Bahn 5 / 143 Meter
Die „Bergfest“-Bahn bietet schon deshalb eine Abwechslung, weil man den Wind jetzt das erste Mal von der Seite hat. Da der Abschlag erhöht ist, bläst der auch sehr kräftig von rechts und stellt zusammen mit drei Bunkern rund ums Grün eine echte Verteidigung für das Loch dar. Natürlich sind die größeren Bunker auf der windabgewandten Seite platziert.

Ich hatte meinen Abschlag zwar gut getroffen und der Ball ist auch richtig auf die rechte Grünkante gestartet, aber er wurde so abgetrieben, dass er letztlich links vom Grün zwischen den Bunkern aufgekommen und in den vorderen Bunker reingerollt ist. Einem durchschnittlichen Bunkerschlag folgte ein mieser Dreiputt und ich musste mir eine fünf aufschreiben.

Bahn 6 / 132 Meter
Gleich die nächste Bahn bietet ein Kontrastprogramm, weil die sechs nämlich genau das Gegenteil der fünf ist. Man spielt sie bergauf, der Wind kommt von links und es gibt nur einen kleinen Bunker. Aber dafür sieht man auch das Grün so gut wie gar nicht vom Abschlag aus – nur die Fahne flattert aufgeregt im Wind und rechts davon geht ein Hang aufwärts.

Ich habe meinen Ball vom Abschlag nach rechts neben dass Grün geschossen, wo er auf dem Hang oberhalb vom Grün liegen blieb. Ein kurzer Pitch und zwei Putts bescherten mir die nächste vier.

Bahn 7 / 142 Meter
Die siebte Bahn ist für mich das schönste Loch des Kompaktplatzes, sowohl optisch als auch vom Anspruch her (als schwerstes Loch gerated). Man spielt den Abschlag gefühlt „ins Tal“ und damit ist es auch hier vor allem der Wind, der kräftig von links bläst. Dazu kommt ein größerer Teich, der die Optik dominiert und hinter dem das breite aber nicht allzu tiefe Grün wartet.

Leider habe ich den ersten Abschlag ins Aus gepullt und den zweiten auch so schlecht getroffen, dass ich den nächsten Schlag vom „Fairway“ in Richtung Grün spielen musste. Nachdem ich das fast verfehlt hatte folgten drei Putts und ich musste eine sieben aufschreiben.

Bahn 8 / 72 Meter
Das vorletzte Loch ist gleichzeitig das kürzeste, aber optisch auch wieder richtig klasse. Gerated als leichteste Bahn und mit kräftigem Rückenwind benötigt man nur einen lockeren Pitch über den Teich. Aber das Grün ist gerade einmal 13 Meter tief und dahinter geht ein Hang recht steil berauf (oben wartet dann der neunte Abschlag).

Ich habe den Wind und meine Trefferqualität unterschätzt, so dass mein Abschlag gute zehn Meter zu weit ging und ich fast ganz oben am besagten Hang lag. Also musste ein bergab-Chip vorsichtig dosiert werden, um nicht über das Grün hinauszulaufen. Das ist mir leider nicht ganz gelungen, so dass ich den Ball von etwa einem Meter hinterm Grün erneut aufs Grün chippen musste. Zwei Putts später war die fünf notiert.

Bahn 9 / 314 Meter
Zum Abschluss kann man am einzigen Par 4 Loch endlich einmal den Driver in die Hand nehmen, wenn man denn möchte. Das Fairway macht einen leichten Linksknick und hängt auch die ganze Strecke bis zum Grün nach links runter, der Wind kommt von rechts. Es gibt rechts einen Fairwaybunker, aber der kommt durch die anderen Umstände praktisch nicht ins Spiel.

Ich habe natürlich den Driver genommen und den rechten Fairwaybunker angepeilt, aber dank Wind und Schräge der Bahn lag mein Ball schließlich links vom Fairway im halbhohen Gras. Meinen nächsten Schlag habe ich rechts neben das Grün und den Grünbunker verzogen, dann den Chip nicht gut gespielt und leider den Bunker doch noch getroffen. Somit lag ich erst mit dem vierten Schlag auf dem Grün, zwei Putts und ich hatte eine sechs zum Abschluss auf der Scorecard.

Mein Fazit
Alles in allem hat mir der Kompaktplatz richtig Spaß gemacht. Durch den Wind (ich weiß, ich erwähne ihn oft, aber der war auch heftig) kommt auf das Spiel eine ganz andere Anforderung zu als ich es gewohnt bin. Aber auch wenn nur ein laues Lüftchen weht, kann man hier ganz sicher seine helle Freude haben. Die Bahnen sind abwechslungsreich, fair und vom Pflegezustand über jeden Zweifel erhaben. Optisch stechen für mich vor allem die vier und die sieben heraus, aber insgesamt ist die Runde auch etwas fürs Auge – schaut Euch dazu auf jeden Fall die Fotogalerie am Ende des Berichts an!

Das Greenfee ist mit 35 Euro für die 9-Loch-Runde eher im mittleren bis oberen Rahmen, aber wenn man berücksichtigt, dass es sich um ein Tagesgreenfee handelt, dann relativiert sich das schnell wieder. Übrigens hat man vom achten und neunten Abschlag aus auch noch einen fantastischen Blick über den Meisterschaftsplatz, der direkt daneben liegt. Hatte ich schon auf meinen Bericht dazu verwiesen? Achja, hatte ich schon (den gibt’s hier)…

Also abschließend: Für eine schnelle Runde zwischendurch, für das Selbstbewusstsein und auch für stärkere Spieler als Übungsrunde für das kurze Spiel ist der Kompaktplatz perfekt. Beim nächsten Ostseeurlaub komme ich wieder.

Meine Runde findet man übrigens auch hier bei GameGolf.

Fotoeindrücke vom Kompaktplatz Höstingen:

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