Projekt Uhu #13 – Wann geht die Saison endlich los?

Tja, zählt das jetzt? Ich sage einfach mal: Jo! Alleine schon aus Motivationsgründen zähle ich die letzte Golfrunde mit Kumpel Daniel mit. Aber ich fang mal vorne an.

Ich hatte mich vor über einer Woche mit Kollege und Golfkumpel Daniel zum Golfspielen am 1. März verabredet. Zu der Zeit hatten wir draußen 14 Grad und es strahlte die Sonne. Als es dann endlich soweit war, nieselte es morgens bei traurigen sechs Grad – so ist das Leben.

Wir haben vormittags nochmal  kurz gesprochen und beschlossen, die Runde zu gehen. Daniel hatte in diesem Jahr erst einmal gespielt und ich freue mich sowieso über jede Gelegenheit zum Spielen. Also haben wir uns um eins am Club getroffen, warm geschlagen (das lief eher so „mittel“) und sind zum ersten Tee.

Das Bag steht bereit

Bei uns in Celle ist „Winter“, das heißt wir spielen auf Wintergrüns und haben Winter-Tees gesteckt, die in der Regel neben den eigentlichen Abschlägen liegen. Am ersten Tee haben wir beide wacker den Driver gezückt (wir sind ja zum Spaß da) und den Ball „locker“ aufs Fairway gezaubert.

Daniel hat eine sehr flache Flugkurve mit dem Driver, dafür rollte sein Ball aber noch ordentlich und machte so etliche Meter gut.

Bei mir ist es genau umgekehrt, mein Drive hat eine hohe Flugkurve und rollt dafür wenig aus. Vor allem aber war dieser erste Drive schnurgerade und für meine Verhältnisse überraschend lang.

Das Anti-Déjà-vu

Auch mein zweiter Drive war für meine Verhältnisse lang und vor allem so dermaßen Mitte Fairway, dass ich leicht irritiert war – so etwas bin ich nicht gewohnt.

Und es sollte so bleiben auf den Frontnine. Ich habe verglichen mit meiner Saison 2018 richtig gut abgeschlagen und insgesamt sechs von acht Fairways getroffen.

Klassischer Winter in Celle

Meine zwei „mis hits“ lagen beide nur ein Stück neben dem Fairway in ordentlich spielbarer Lage. Bis auf einen Ausreißer (Ball unterschlagen, deshalb „nur“ rd. 140 Meter) war auch die Länge mehr als ordentlich.

Auf dem einzigen Par 3 der ersten neun habe ich „mal etwas ausprobiert“ und das 4er-Eisen prompt nach rechts ins Gemüse verzogen. Trotzdem konnte ich auch da dank eines guten zweiten Schlags und zwei Putts „das Bogey retten“.

Als unsere Bälle ins neunte Loch fielen, hatten Daniel und ich beide das Gefühl, dass wir eigentlich ganz gut gespielt hatten – ohne wirklich mitgezählt zu haben.

Ich hatte mir zwar die Zahlen pro Loch notiert, aber es tatsächlich endlich einmal geschafft, die Werte nicht zu addieren. So ging es auf die zweiten Neun.

Schnappsidee „Putter-Challenge“

Unsere zehnte Bahn ist eigentlich ein schönes und mittleres Par 3. Im Winter allerdings liegt der Abschlag deutlich weiter vorne und das Wintergrün ist nur ein Pitching Wedge entfernt. Außerdem stecken Herren- und Damenabschlag quasi aneinander.

Mach das doch mal einer nach…

Ich weiß gar nicht warum, aber ich habe vorgeschlagen, aus dem Loch eine „Putter-Challenge“ zu machen. Nur mit Putter spielen, mal schauen wie weit man damit so kommt.

Bei mir waren es kaum zwanzig-dreißig Zentimeter. Ich habe nämlich diesen Abschlag mit dem Putter getoppt, genauer gesagt habe ich den Ball maximal leicht touchiert und er ist mehr oder weniger widerwillig ein Stückchen nach vorne gehoppelt. Das war irgendwie anders geplant.

Das ist die kürzeste Lady, die jemals in der Welt des Golf geschlagen wurde und werden wird. Ein Rekord für die Ewigkeit!

Es ist am Ende übrigens trotzdem noch eine akzeptable fünf geworden – das gilt es beim nächsten Mal (Achtung, Wortspiel) zu „toppen“. 😉

Als Ausgleich für die Putter-Lady-Peinlichkeit habe ich das nächste Loch, unser erstes Par 5, im Par gespielt. Golf ist so leicht.

Da sind sie doch, die groben Schnitzer

Auf den anschließenden zwei Löchern habe ich dann allerdings alle verfügbaren Fehlschläge einmal durchprobiert:

  • Slice mit dem Driver vom Tee ins Wasser
  • Holz vom Fairway ins Aus
  • Pull mit dem Driver vom Tee kurz vor die Ausgrenze links
  • zwei (!!) Bälle mit dem Eisen ins Wasser

Da waren sie doch endlich, die mittleren Katastrophen in meinem Spiel. Unsere Löcher zwölf und 13 (beides Par 4) habe ich jeweils mit einer neun beendet. Tschakka, ich kann es noch!

Blick vom Nachbar-Fairway aufs Wintergrün

Aber damit war auch schon das Gröbste überstanden, denn danach habe ich wieder Fairways getroffen – zweimal das richtige und einmal das der Nachbarbahn.

Lustigerweise habe ich auf der einzigen Bahn, bei der ich so gar kein Fairway gefunden habe, noch einmal ein Par gespielt. Golf ist nicht nur einfach, sondern auch sonderbar.

Das letzte Par 3 der Runde habe ich „natürlich“ wieder Dank eines Hackentreffers am Abschlag mit einer sechs beendet. Par 3s liegen mir aktuell irgendwie nicht. Dafür durfte ich auf unserer Schlussbahn, dem längsten Par 5, noch einmal zum Par putten und habe ein sicheres Bogey notiert.

Die ganze Runde hat Spaß gemacht und ich hatte keinen Plan, was ich gespielt habe.

Ich zähle die Runde

Gefühlt war es bei mir spielerisch ganz ok, Daniel ging es mit seinem Spiel ähnlich. Wir hatten beide ein-zwei Durchhänger (treffertechnisch gesehen…), konnten aber auch gute Löcher spielen.

Wintergrüns mit normaler Lochgröße

Ich wusste, dass ich mehrere Löcher Par gespielt hatte, vom Gefühl her waren die zweiten neun aber insgesamt nicht sonderlich gut.

Jetzt muss man erwähnen, dass unsere Wintergrüns nicht wirklich zum Putten geeignet sind. Trotzdem haben Daniel und ich (schon aus Prinzip) jeden Ball zu Ende gespielt.

Diesen „Nachteil“ rechne ich als Ausgleich für die verkürzten Bahnen gegen für meine Runde.

Erst zuhause habe ich auf meine Notizen im Handy geschaut und alles zusammengerechnet. Und ich war überrascht:

Auf den Frontnine habe ich zwei Doppelbogeys durch zwei Pars quasi „ausgeglichen“ und die restlichen fünf Löcher Bogey gespielt. Insgesamt ist es eine 44 geworden – wow!

Auf den Backnine habe ich dann mit zwei Fünfern (auf Par 3 und Par 5) und zwei Neunern (auf zwei Par 4) begonnen. Danach folgten Doppelbogey, Bogey, Par, Triplebogey und ein Bogey. In Summe habe ich elf Schläge mehr gebraucht als auf der Hinrunde – eine 55 ist es geworden.

Da Isser happy, der Heidegolfer

Und jetzt kann es jeder ausrechnen: ich habe tatsächlich den ersten Uhu gespielt. Ohne es zu merken – oder vielleicht auch gerade deshalb.

Ja, natürlich war das „nur“ auf Wintergrüns. Und ja, natürlich ist das kein Vergleich zu einer „richtigen“ Golfrunde. Aber hey, ist mir egal. Ein Winterbirdie bleibt ein Birdie, und meine 99 ist ein Uhu – Punkt. 🙂

Dass ich das dann auch mal endlich im Sommer hinbekommen möchte, ist glaube ich klar. Aber zur Motivation ist das schon ziemlich cool. Deshalb freue ich mich umso mehr auf die Saison, die jetzt doch endlich bald losgehen muss.

Ich ziehe aus der Runde das Fazit, dass ich es doch schaffen kann, nicht mitzuzählen – das werde ich mir merken. Hoffentlich hat sich der Driver gemerkt, wie das mit den Fairways geht…

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