Golfplatz-Check: Golfclub Herford

Als dritte Station auf unserer OWL-Tour als Ernie & Birdie hatten Marcus und ich uns den Golfclub Herford ausgesucht. Da wir in Herford übernachtet hatten, bot sich die 9 Loch Anlage perfekt für eine späte Runde am Abend an. Genau genommen handelt es sich um eine „9 Loch Plus“ Anlage, aber dazu später mehr.

Empfang und Übungsgelände

Alleine die Fahrt auf den Parkplatz vermittelt schon den richtigen Eindruck: Es wird hügelig. 😉 Dafür ist der Empfang im Sekretariat umso herzlicher. Wir sind gleich auf den Golf-Pro getroffen, der uns gemeinsam mit der sehr netten Sekretärin beim Einchecken geholfen hat. Vorher hatten uns auch schon ein paar Mitglieder herzlich begrüßt – hier herrscht eine tolle Atmosphäre.

Die Driving Range macht einen guten Eindruck, bietet ein paar überdachte und einige freie Mattenplätze. Vor allem aber ist der Ausblick sehr schön, weil es bergab geht und man in der Ferne eine herrliche Windmühle anvisieren kann. Die Mühle ist aber weit genug weg, dass sich niemand Sorgen um das Gemäuer machen muss (außer vielleicht, Martin Borgmeier kommt irgendwann vorbei).

Dazu gibt es zwei Übungsbunker, eine kleine Chippingarea und ein Puttinggrün, das man kurz besuchen sollte. Denn die kleinen Grüns sind nicht ohne und putten sich nicht allzu leicht – das schonmal vorweg. Alles in allem ist das Übungsareal kleine, aber fein.

Die „ersten“ neun Loch

Wir haben einen Moment gebraucht, um die Beschilderung der Bahnen richtig zu deuten, aber das ging eigentlich (wir hätten ja auch einfach fragen können). Die neun Loch Anlage startet mit einem kurzen Par 5, an dessen linker Seite durchgehend Aus ist. Auf etwa halber Strecke warten zwei kleine Teiche, ansonsten reicht es, wenn man geradeaus spielen kann.

Die nächsten Bahnen verlaufen dann Parkland-Like zwischen Bäumen entlang, es gibt ein Par 4 Dogleg als Loch 2 auf ein etwas tiefer liegendes Grün und anschließend ein längeres Par 4 bergauf.

Besonders gefallen hat mir Loch 6, das über eine Kuppe verläuft – ich sehe also das Grün vom Abschlag aus nicht. Das kurze Par 4 muss taktisch gespielt werden, weil in der eigentlichen Drive-Zone ein Graben wartet.

Die gesamte linke Seite ist Aus und rechts ist das Rough so hoch, dass man einen Ballverlust ziemlich sicher einkalkulieren muss. Ich nehme aber an, dass es Longhittern in den Fingern jucken wird…

Nette Abwechslungen

Das anschließende längere Par 3 hat mir optisch ebenfalls gefallen. Das Grün liegt etwas tiefer und ist durch die Bäume am Rand und einen Grünbunker gut geschützt. Man schlägt aber gefühlt in einen kleinen Kessel – die Bahn hat was, finde ich.

Zum Abschluss spielt man erst ein hübsches Par 4 leicht bergab, bei dem der Weg zum Grün im Laufe des Fairways immer enger zu werden scheint. Da es sanft bergab geht spielen sich die knapp 360 Meter allerdings um einige Meter kürzer.

Die Schlussbahn hingegen ist mit knapp 500 Metern ohnehin schon lang. Das Dogleg rechts geht aber dazu noch bergauf und man darf also noch ein paar Meter dazurechnen, die zu überwinden sind. Das letzte Grün hat eine kleine Stufe, ist aber ansonsten eher harmlos.

Duale Abschläge im Golfclub Herford

Spielt man die regulären neun Loch, so ist man auf dem „grünen Kurs“ unterwegs. Seit 2015 gibt es aber an vier Löchern zwei unterschiedliche Abschläge und damit eine wirkliche Besonderheit: die sogenannten „dualen Abschläge“. Die 9 Loch Anlage hat also insgesamt 13 unterschiedliche Löcher zu bieten.

Spielt man eine zweite Runde, so ist man damit auf dem „orangenen Kurs“ unterwegs, zu dem die vier neuen Abschläge gehören. Durch sie verändern sich die Löcher spürbar gegenüber der ersten „grünen“ Runde.

Loch 10 wird zu einem mittleren Par 4, dessen Wasserhindernis plötzlich mitten in der Drivezone liegt. Es braucht also entweder einen besonders langen Drive oder man legt taktisch vor. und kalkuliert das Loch anders.

Die nächste Veränderung gegenüber dem grünen Kurs kommt auf dem dritten Loch der orangenen Runde, dem offiziellen Loch 12. Das wird nun zum 425 Meter kurzen Par 5 – aber eben immer noch bergauf und damit nicht ganz so kurz wie es klingt.

Drivebares Par 4

Danach folgt direkt ein kurzes Par 3 bergab (auf der grünen Runde noch ein mittleres Par 4). Mit 145 Metern für Herren klingt das Loch eher leicht, das Grün ist aber klein und von zwei Bunkern gut bewacht – viel Erfolg beim Anspiel.

Am besten gefallen hat Marcus und mir das letzte veränderte Loch: aus dem Par 3 Loch 7 wird als orangene 16 ein sehr kurzes Par 4 mit einem drivebaren Grün. Spannend ist es auch deshalb, weil das Grün nicht allzu gut zu sehen ist und in der Drivezone links das Rough und rechts ein Teich warten.

Hier haben wir spontan eine Grün-Drive-Challenge in unsere Runde eingebaut, weil hinter uns niemand mehr unterwegs war. Das Video dazu gibt es auf unserem Ernie&Birdie-Instagram-Account als IGTV.

Heidegolfer-Fazit zum Golfclub Herford

Mir hat der Platz ingesamt gefallen, für eine nette 9 Loch Golfrunde unter Freunden ist er genau richtig. Durch die teilweise recht engen Löcher ist Präzision gefragt, vor allem die kleinen Grüns erfordern ein gutes und genaues Anspiel. Mehr als einmal ist wenig Platz neben oder hinter dem Grün.

Die Idee mit den dualen Abschlägen gefällt mir richtig gut. An zwei-drei anderen Löchern haben Marcus und ich auf unserer Runde schon spontan eine Idee gehabt, wo man einen weiteren Abschlag platzieren könnte, um irgendwann eine „18-Loch“-Anlage auf den 9 Loch zu haben.

Optisch ein wenig schade sind die Überspannungsleitungen, die das Gelände begleiten. Ins Spiel kommen Sie immerhin so gut wie gar nicht, aber das Gesamtbild leidet schon darunter. Ansonsten ist der Platz nämlich ganz nett anzusehen.

Besonders positiv hervorzuheben ist dafür die tolle Willkommenskultur im Golfclub Herford. Wir haben uns vom ersten Augenblick sehr gut aufgenommen gefühlt, so als sei man schon immer irgendwie dabei gewesen. Mitglieder wie Angestellte waren ausgesprochen freundlich, gut gelaunt und offen – herrlich.

Kontakt

Golfclub Herford e.V.
Heideholz 8
32602 Vlotho-Exter

Telefon: +49 5228 7434

info@golfclubherford.de
www.golfclubherford.de

Übrigens

Gespielt habe ich den Platz am 10. Juli 2021. Der Bericht spiegelt meine ganz individuelle, persönliche Meinung wider und wurde weder beauftragt noch verlangt. Eine Vergütung habe ich nicht erhalten und es wurde mir auch nichts in Aussicht gestellt. Das Greenfee und den Logoball habe ich regulär bezahlt.

2 Kommentare

  1. Sehr schöner Bericht, es spiegelt den Platz vom GC Herford sehr gut wider.
    Ich spiele hier fast immer das Mercedes Benz After Work am Montag als Gast mit. Im Wechsel den Kurs Grün und Orange. Jedes Mal ist es anders. Das Turnier ist an jedem Montag mit 48 Teilnehmer, darunter sind ca. 25 Gäste, immer ausgebucht und es sind auch noch mindestens 10 Leute auf der Warteliste.
    Wahrscheinlich eines der bestbesuchtesten AWGC Turniere in Deutschland mit legendärer Siegerehrung!
    Das zeigt wie gut und nett man in GC Herford als Gast aufgenommen wird.
    Am Montag habe ich 21 Nettopunkte gespielt, das hat aber nicht für einen Preis gereicht. Da wird auch noch richtig gutes Golf gespielt..
    Gruß Ralf

    1. Hallo Ralf,
      zunächst einmal vielen Dank für das Lob, freut mich immer besonders, wrnn meine Meinung geteilt/bestätigt wird. 😊
      Ja, die besondere Herzlichkeit im Club ist uns auch aufgefallen bei unserem Besuch. Man kommt als Gast und wird empfangen, als sei man schon hundertmal dagewesen. Ganz tolle, so sollte es öfter sein…
      Viele Grüße Olaf

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