Golf spielen mit der Mein Schiff 1 in der Karibik

Zwei Weltmeere, 6 Golfdestinationen in 8 Ländern – Mein Schiff Golfexperte Gerhard berichtet vom Golf spielen auf seiner aktuellen Kreuzfahrtroute in der Karibik. Dort betreut er Golfgäste von TUI Cruises, plant mit ihnen die Golfausflüge und begleitet diese natürlich auch. Ich habe ihn angesprochen, ob er davon erzählen mag – und hier ist Teil 1 seines Berichts:

Seit dem 11.11.2019 bin ich nun mit der Mein Schiff 1 auf Kurs – „Mittelamerika & Karibik“. Es geht immer gegen den Uhrzeigersinn rund in der Karibischen See. Die Stationen sind:

  • La Romana (Dom.Rep),
  • Ocho Rios (Jamaika)
  • Montego Bay (Jamaika)
  • Insel Cozumel (Mexiko)
  • Costa Maya (Mexiko)
  • Belize (Belize)
  • Insel Roatán (Honduras)
  • Puerto Limón (Costa Rica)
  • Colón (Panama)
  • Cartagena (Kolumbien).

Alle Stationen habe ich nun viermal besucht – hier einige Gedanken dazu.

La Romana, Dominikanische Republik

Die Stadt La Romana ist der Haupt-Zusteigepunkt unseres Dampfers. Hier können einige Flieger aus Deutschland am Tag landen, auch wird Punta Cana von TUI Chartermaschinen für Mein Schiff 1 und Mein Schiff 2 (die gerade die östliche Karibikrunde fährt) angeflogen.

Für mich ist diese An- und Abreise eher unspektakulär, denn ich bin an diesen Tagen immer mit Gästen auf dem Golfplatz La Estancia unterwegs. Einigen Interessierten erarbeite ich auch ein Arrangement in Casa De Campo, dem „rich and famos“ Resort in La Romana. Hier spielen die Gäste dann den Teeth of the Dog Kurs (sollte eine bekannte Wiese sein).

Mit meinen Golfgruppen bin ich wie gesagt auf dem Kurs La Estancia unterwegs. Landschaftlich auch ein sehr feiner Platz entlang des Rio Chavón. Dieser Fluss ist in eine faszinierende Schlucht gebettet. Es gibt steile Abhänge mit sehr intensivem Dschungel, wirklich tiefstem Dschungel.

Bekannt ist der Río Chavón auch als einer der Drehorte des Kinofilms „Apocalypse Now“ – alles klar? So wundert es nicht, dass der Abschlag von Loch 2 gleich mal 160 Meter carry über den Rio geht. Zu kurze Bälle bleiben bei Captain Willard und Colonel Kurtz.

La Estancia ist eine wenig frequentierter Golfplatz – dachte ich. Anfänglich, also im November und Dezember, waren wir dort freitags immer allein auf dem Platz. Jetzt im Januar läuft auch hier die Saison. Das Restaurant im Clubhaus ist frisch renoviert und lädt zu Hole 19 ein. Manchmal bleiben wir, meistens jedoch zieht es die Gäste wieder an Bord. Immerhin liegt unser Dampfer nur 10 Minuten vom Club entfernt vor Anker.

Ocho Rios und Montego Bay, Jamaika

Jeh Man (gesprochen: jah-mann) – die meistgenutzte Phrase auf Jamaika. Sie bedeutet soviel wie: Alles klar, Alles gut, Moin, Jo oder Servus. Auch unsere Caddies sind mit diesem Sprachrepertoire vollständig ausgerüstet.

Wir besuchen von Ocho Rios und Montego Bay aus die Plätze White Witch und Cinnamon Hill. Beide Plätze sind Teil von Rose Hall, einer sehr schönen Golfanlage aus dem Jahre 1920 vor den Toren Montego Bays.

Legenden, Spuks und gute Ausreden

Namensgeberin zum White Witch Kurs ist die schöne und aber böse Annie Palmer, die letzte Herrin von Rose Hall und deren Zuckerrohr-Plantagen. Die Legende besagt, Annie spukt noch immer durch das Haus und deren Gärten. So soll sie ihren ersten Mann, John Palmer, ermordet haben, um an sein Vermögen zu gelangen.

Weiterhin heißt es, sie habe zwei weitere wohlhabende Männer ermordet und auch den einen oder andern Lustsklaven Ihrer Plantage. Bis sie bei diesen Eskapaden an den Sklaven Takoo geriet, der dann die verrückte Annie umbrachte. Wie dem auch sein, geschichtlich ist das alles nicht belegt – aber Sagen und Stories sind immer gut.

So ist dann auch jeder Doppelbogey oder Drei-Putt schnell der Witch zugeschrieben. Für irgendwas muss sie ja heute noch gut sein. Jeh-Mann. In Rose Hall lebte übrigens Sänger Johnny Cash über 30 Jahre mit seiner Frau. Er hat der „Weißen Hexe“ auch ein Musikstück gewidmet.

White Witch Golfplatz

White Witch ist ein Golfplatz inmitten eines einzigen botanischen Gartens. Palmen, Farne, Windengewächse à la Prunkwinde – es ist nur grün und bunt mit vielen zarten Blüten.

Alles ist einfach so natürlich bewachsen dort, es ist also kein speziell angelegter Garten. Mutter Natur pur.

Die Spielbahnen ziehen sich etwa in 50-100 Meter Seehöhe an den Hügeln entlang mit spektakulären Blicken hinaus auf die Karibische See.

Manches Par 5 geht über 300 Meter nur bergauf. Das nächste Par 3 einfach mal eben 50 Meter tief und 100 Meter weit.

Cinnamon Hill Golfplatz

Das Gegenteil dazu ist Cinnamon Hill. Weitläufige Spielbahnen, in einem Garten. Nur die letzten 4 Löcher erstrecken sich wieder am Hügel von White Witch entlang.

So etwa das Signature Hole 15. Ein Par 3, steil bergab, ca. 100 Meter zur Fahne. Das Grün liegt in einem Kessel von hohen Bäumen, umwuchert von Fingerpalmen und Morning Glory, eine Art der Prunkwinde, die wir auch kennen.

Höhepunkt ist am hinteren Grünrand der weltberühmte Wasserfall in dem Roger Moore und Jane Seymour Ihre Szene in dem Bond Klassiker „Leben und Sterben lassen“ (Live and let die) hatten.

Der Wasserfall selbst ist ziemlich klein und unauffällig plätschert es dort. Es reicht aber, um in dem grünen Kessel des Grüns ein sehr angenehmes und 5 Grad kühleres Mikroklima zu schaffen. In diesem Abschnitt vom Golfplatz schwirren auch die meisten Kolibris durch die Lüfte. Eigentlich ist das klar, bei so viel Blütenpracht am Ort.

Fünf Löcher von Cinnamon Hill erstrecken sich direkt an der Karibischen See mit Wellenrauschen, salziger Gischt in der Luft, türkisem Wasser – das volle Programm. Hole 19 verwöhnt dann mit klassischem Jamaiken Beer, dem „Red Stripe“. Das schmeckt leicht herb, nicht zu hopfig. Biertrinker, die ein König Pilsener lieben, werden mit „Red Stripe“ Genuss finden.

Insel Cozumel

Weiter geht die Reise nach Mexiko, auf die Insel Cozumel. Ist es auf Jamaika wie in einem botanischen Garten, so ist Cozumel und hier besonders der Golf & Country Club Cozumel eher wie ein Terrarium. Die Insel besteht fast nur aus Mangrovensümpfen und hier mitten hinein hat man 18 Löcher geschlagen.

[Foto: benny campos]

Der Platz selber ist recht kurz mit breiten Landezonen auf den Spielbahnen. Zum Grün hin wird es dann aber eng und die Grüns sind allesamt recht klein. Rundherum ist dort wenig Platz, die Annäherung muss also passen. Out of Bounds gibt es sehr sehr wenig.

Der etwas andere Zuschauer…

So ist am Rande der Spielbahnen immer Rot gesteckt, also Wasser-Hindernis. Was auch stimmt, denn direkt an das Fairway angrenzend geht es gleich in den Mangrovenwald, der fast komplett geflutet dasteht und somit eine Ballsuche nicht zulässt.

In dem Durcheinander von Wurzel sieht man seinen Ball vielleicht noch, doch Bälle-Angeln ist wegen der vielen Tiere dort untersagt. Tiere, das ist das Stichwort für den Cozumel Golf & Country Club.

Es wimmelt nur so von Wasservögeln, Leguanen, Kolibris und auch einigen Krokodilen. Diese Tiere in freier Lebensbahn zu sehen ist bemerkenswert toll – das gilt allerdings nicht für die vielen Moskitos und Fliegen, die leider auch gern in den Mangroven leben…

Weiter geht es dann mit TEIL 2 – in ein paar Tagen.

Zunächst hier ein paar Impressionen vom ersten Teil – für das schöne Fernweh-Gefühl… 😉

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