Drei Golfplatz-Sammler und deutsche Golfplätze

Ich habe drei der aktivsten mir bekannten deutschen „Golfplatz-Sammler“ auf das Thema deutsche Golfplätze angesprochen. Aus meinem ursprünglichen Gedanken, eine „Gesamt-Top-10“ zu machen (das funktioniert nicht wirklich) ist im Laufe des Austauschs eine andere Idee entstanden.

Jeder der drei Golfplatz-Sammler stellt seine drei Golfplatz-Highlights vor. Zum einen den aus seiner Sicht besten Golfplatz Deutschlands, den deutschen Golfplatz mit dem größten Spaßfaktor und den persönlichen Geheimtipp („hidden gem“) in Deutschland. Hier also einige Vorschläge für Eure Bucket List deutscher Golfplätze:

Andreas, der Golftraveler

Andreas Lenerz ist den meisten besser bekannt als „Golftraveler_gg“ auf Instagram. Nach aktueller Zählung hat er bislang 429 Golfplätze gespielt, 238 davon in Deutschland.

Ich hatte Ende September das Vergnügen, mit ihm im benachbarten Golfclub Gifhorn eine Runde zu spielen, als er eine seiner „Golfplatzwochen“ im Norden absolviert hat.

Eine Übersicht aller seiner gespielten Golfplätze pflegt Andreas auf einer eigenen „Golftraveler_g“ Google-Map. Natürlich empfehle ich Euch dringend, ihm auf Instagram zu folgen. Dort gibt es im Grunde laufend neue Fotos von neuen Golfplätzen zu bewundern.

Andreas‘ bester deutscher Golfplatz: Golf- und Land-Club Köln

Der Golf- und Land-Club Köln ist ein Traditionsverein und wurde bereits 1906 gegründet. Der „neue“ Golfplatz, es gab vor dem Krieg an anderer Stelle bereits einen eigenen Platz, existiert seit 1955 und gehörte sehr schnell zu den Top-Plätzen in Deutschland. Der Waldplatz ist abwechslungsreich und bietet vor allem eines: absolute Ruhe und Abgeschiedenheit.

Internationale Stars wie Gary Player, Greg Norman, Seve Balesteros oder Nick Faldo haben hier gespielt. Bernhard Langer gewann hier 1975 als 17-jähriger Golflehrling eher überraschend die deutsche Profimeisterschaft. Was danach kam, ist allseits bekannt: eine beispiellose Weltkarriere.

Andreas‘ höchster Spaßfaktor: Golfclub St. Dionys

Der Platz des Golfclub St. Dionys liegt etwas südöstlich von Hamburg und gilt als einer der schönsten Heide-Waldplätze Deutschlands. Ähnlich wie im GLC Köln findet man sich schon ab Loch 2 mitten im Wald wieder. Außer dem Rauschen der Bäume und Vogelgezwitscher hört man keine fremden Geräusche mehr.

Die neue gestaltete dritte Spielbahn mit zwei Fairways sticht noch einmal heraus. Am Abschlag kann man sich entscheiden, ob man das etwas breitere aber längere Dogleg rechts spielt oder das engere und kürzere Dogleg links. Aber auch die restlichen Bahnen bieten Golfspaß auf höchstem Niveau.

Andreas‘ Geheimtipp: Golf- und Landclub Bayerwald

Der Golf- und Landclub Bayerwald liegt in der Nähe von Passau am Länder-Dreieck Deutschland-Österreich-Tschechien und besteht im Grunde aus zwei Golfplätzen. Den 9 Loch Meisterschaftsplatz in Dorn und der 18 Loch Meisterschaftsplatz in Poppenreut trennen knapp sechs Kilometer.

Inmitten des Bayerischen Waldes gelegen besticht die Anlage durch abwechslungsreiche Bahnen und einen herrlichen Ausblick. Insgesamt eher offen gestaltet passen sich die Löcher den natürlichen Gegebenheiten an. Dabei wechseln sich sehr lange und sehr kurze Bahnen ab.

Dirk, der Schaeffe

Dirk Schaeffer ist ein Viel-Reisender. In 73 Ländern der Erde hat Dirk schon Golf gespielt, insgesamt kennt er 464 Golfplätze. Knapp die Hälfte davon, genauer gesagt 227 Plätze, liegen auf deutschem Boden. Damit hat Dirk bereits fast ein Drittel aller deutschen Golfplätze gespielt.

Auf Instagram ist Dirk unter dem Accountnamen „derschaeffe“ zu finden und natürlich solltet Ihr ihm dort folgen. Es lohnt sich auf jeden Fall, denn Dirk postet regelmäßig neue Bilder von neuen Golfplätzen aus aller Welt.

Eine jeweils aktuelle Übersicht seiner gespielten Golfplätze findet man auf einer eigenen Google-Map unter www.schaeffe.com.

Dirks bester deutscher Golfplatz: Hamburg Falkenstein

Offiziell zum besten Golfplatz Deutschlands gekürt liegt der Golfclub Hamburg Falkenstein auch bei Dirk ganz vorne. Die sportliche Heimat von Esther Henseleit und vielen der stärksten Amateurspieler Deutschlands führt seit Jahren etliche Ranglisten an. Das gilt für den Golfsport, aber eben auch, wenn es um die schönsten und besten Golfplätze geht.

Einer der traditionsreichsten Golfclubs Deutschlands besticht durch perfekten Platzzustand und ein hervorragendes Layout. Der Wald- und Heideplatz ist immer ein herausragendes Erlebnis, zur Heideblüte Ende August vermutlich optisch kaum zu überbieten.

Dirks höchster Spaßfaktor: Winston Links

Es ist kein „echter“ Linkskurs, aber trotzdem ist Winston Links einer der Vorzeigeplätze in Deutschland. Das Zuhause des jährlichen Winston Senior Open gilt als Ballfresser und gleichzeitig eine der unterhaltsamsten Herausforderungen, der man sich als Amateurgolfer stellen kann.

Der Platz gehört zwar auch zu den kostspieligsten in Deutschland, bietet dafür aber auch den entsprechenden Gegenwert. Einen Besuch sollte man auf jeden Fall einmal einplanen (und im Idealfall auch gleich den zweiten Platz, Winston Open, mit einplanen).

Dirks Geheimtipp: Golfclub Herzogswalde

In Sachsen etwas westlich von Dresden liegt der Golfclub Herzogswalde. Der Platz liefert mit insgesamt 27 Loch einiges an Abwechslung. Zu den ursprünglichen 9 Loch Parklandkurs („Herzogswalde Parkland„) sind vor einigen Jahren weitere 9 Loch im Linksstil hinzugekommen („Herzogswalde Links„). Für das Design ist kein geringerer als Christian Althaus verantwortlich.

Ergänzt wird die Anlage durch den 9-Loch Kurzplatz „Herzogswalde LittleLinks„, den Althaus gleich mit gebaut hat und als „schönsten Par 3 Kurs Deutschlands“ bezeichnet. Kurz gesagt: Herzogswalde sollte man in seine Bucket List aufnehmen.

Andreas, der Reisegolfer

Reisegolfer Andreas unmittelbar nachdem er seinem 500. Golfplatz gespielt hat (Foto: Nicole Obrock)

Andreas Obrock ist für mich die deutsche Benchmark, wenn es um Golfplätze gibt. Ich habe ihn erst vor kurzem das erste Mal persönlich treffen dürfen, als wir im Burgdorfer Golfclub eine gemeinsame Runde gespielt haben.

Für Andreas war Burgdorf der 598te Golfplatz insgesamt und in Deutschland die Nummer 269. Natürlich findet man auch von ihm eine eigene Google-Map der gespielten Plätze.

Kurz nach seinem 500sten Golfplatz hatte mir Andreas schon einmal hier im Blog „Ein Dutzend Fragen an den Reisegolfer“ beantwortet, worauf ich immer noch sehr stolz bin.

Vor allem aber lege ich Euch dringend ans Herz, seinem eigenen Blog www.spieltgolf.de zu folgen und natürlich den Reisegolfer Instagram-Account zu abonnieren.

Andreas‘ bester deutscher Golfplatz: Hamburg Falkenstein

Auch für Andreas ist der Hamburger Traditionsclub die Nummer eins. Noch vor Budersand auf Sylt und dem Frankfurter Golfclub ist der Platz des Golfclub Hamburg Falkenstein das Maß aller Dinge in Deutschland.

Erinnerungen an die Golfplätze in England, wo Andreas einige Jahre verbracht hat, werden für ihn in Falkenstein wach. Das eher klassische Design ohne viel Schnickschnack, eine Vielzahl von taktisch hervorragend platzierten Bunkern und ein makelloser Pflegezustand zeichnen Falkenstein aus.

Andreas‘ größter Spaßfaktor: Golf Club Baden Baden

Der Golf Club Baden Baden „am Fuße des Fremerbergs“, wie es in der Eigenbeschreibung heißt, ist der drittälteste Golfclub Deutschlands. Im Jahr 1901 gegründet spielte man bis 1927 auf einer Anlage im Ortsteil Oos. Seit 1929 gibt es den Golfplatz am heutigen Standort.

Der Par 64 Kurs besteht aus zehn Par 3 Löcher, sechs Par 4 und zwei Par 5 und bietet damit schon einmal eine eher ungewöhnliche Zusammenstellung. Was einfach klingt ist durch die vielen Höhenunterschiede und schrägen Lagen eine ganz eigene Herausforderung.

Vor allem aber bietet der Platz am Rande des Schwarzwalds jede Menge Abwechslung und Spielspaß, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Andreas‘ Geheimtipp: Gut Wissmannshof

Die Anlage vom Sport- und Golf-Resort Gut Wissmannshof ist einer der neuesten Plätze auf der Reisegolfer-Liste. Andreas in seinem Blogbericht auf spieltgolf.de davon, dass er sich langsam daran gewöhnt hat, in Deutschland auf viel Durchschnitt zu treffen, wenn er neue Plätze spielt. Im Gut Wissmannshof aber wurde er sehr positiv überrascht.

Den Platz an sich gibt es bereits seit 1997, aber erst nach einem umfangreichen Umbau wurde 2016 in der jetzigen Form eröffnet. Ein weiterer Ausbau ist in Planung , aber bereits jetzt ist das gesamte Resort einen Besuch wert.

Epilog

Ich bin so ein bisschen peinlich berührt, weil ich von den acht genannten Golfplätzen bisher nur einen einzigen selbst gespielt habe: den GC St. Dionys. Alle anderen stehen spätestens jetzt auf meiner Bucket List ziemlich weit oben – wobei Falkenstein da ohnehin schon an der Spitze stand. Ich hoffe sehr, dass es 2021 zu einer Art Normalisierung kommt. Das würde auch bedeuten, dass ich wieder ein paar mehr neue deutsche Golfplätze spielen kann.

2 Kommentare

  1. Moin Olaf….wieder mal ein sehr cooler Bericht….und erstaunlich das wenig renommierte Clubs dabei sind die so viel auf sich halten, denke da an Budersand, Green Eagle und viel Club‘s aus NRW.
    Falkenstein ist ein absolutes „Must play“…wirklich toller Platz. Was aber nicht vergessen werden sollte, ich denke jeder hat da seine Favoriten und vor allem andere Schwerpunkte, der eine legt sehr großen Wert auf eine gepflegte Anlage, tolle und schnelle Grüns, den Empfang und die Gastronomie. Für mich ist ein Platz schön, wenn er schwer zu spielen ist, du nicht einfach draufhauen kannst weil viel Platz ist. Das hat mich an Waldshagen so begeistert. Pflegezustand und Empfang waren ok…nicht überragend, aber den Platz mit seinen Bahnen zu spielen war, dadurch das viele Grüns vom Abschlag aus nicht zu sehen waren einfach klasse. Drei Inselgrüns und jede Menge Wasser machen ihn zu einer meiner Lieblingsplätze.
    Dir und deiner Familie einen schönen Sonntag, und nächstes Jahr wird es mal Zeit für eine Runde
    Sonnige Grüße
    Stephan

    1. Danke Stephan,
      ja, natürlich kann hier nur ein ganz kleiner Ausschnitt gezeigt werden – und jede Meinung ist ausgesprochen subjektiv. Und für den besten Platz könnte jeder nur einen Kandidaten nennen, an der Spitze ist es halt sehr dünn.
      Waldshagen kenne ich persönlich noch nicht, nach deinen Erzählungen aber ist es ein gutes Ziel für 2021. Mal schauen vielleicht passt es ja und wir können dort gemeinsam spielen.
      Danke dir für dein Feedback und schöne Grüße
      Olaf

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