Die irrsinnigen Rekorde eines gewissen Tiger Woods

Ende Dezember hatte der größte Golfer aller Zeiten Tiger Woods Geburtstag. Anlässlich dieses Golf-Feiertages habe ich auf „Golfweek“ (gehört zu USAtoday) einen spannenden Kurzbericht entdeckt. Einer der besten Golf-Statistiker, Justin Ray, ist ganz tief eingestiegen und hat einige der wildesten Rekorde des GOAT herausgesucht.

Ich fand die Auflistung so spannend, dass ich mir die Frechheit gegönnt und diese Auflistung einfach mal „frei“ übersetzt und stellenweise mit eigenen Anmerkungen ergänzt habe. Den Originalthread findet ihr hier.


Schauen wir zum Einstieg auf die besten Ergebnisse gegen Par bei allen Major-Turnieren in den Jahren 1997 bis 2009 (Voraussetzung für diese Liste sind mindestens 70 gespielte Runden):

  1. Tiger Woods -134
  2. Phil Mickelson +99
  3. Ernie Els +118

Phil war also der einzige Spieler innerhalb von 250 Schlägen zu Tiger Woods…


In den letzten 60 Jahren gab es nur drei Fälle, in denen ein Spieler fünf oder mehr PGA Tour-Starts in Folge gewinnen konnte. Das waren: Tiger Woods (7 Starts in Folge), Tiger Woods (6 Starts in Folge) und Tiger Woods (5 Starts in Folge).


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Tiger Woods ist übrigens auch der einzige Spieler seit 1950, der ein einzelnes PGA-Tour Turnier vier Jahre in Folge gewinnen, also einen Titel dreimal verteidigen konnte.

Er hat das gleich zweimal geschafft: beim Buick Invitational 2005 bis 2008 und Bay Hill 2000 bis 2003.


Tiger Woods hat sieben seiner 15 Majors mit drei oder mehr Schlägen Vorsprung gewonnen (natürlich auch ein Rekord).

Der letzte Spieler vor Woods, der den Karriere-Meilenstein von sieben Majors im Herrengolf erreicht hat, war Tom Watson 1982.


In den Jahren 2004 bis 2006 hatte Tiger Woods bei Turnieren insgesamt 1.466 Putts innerhalb einer Distanz von drei Fuß – das sind in etwa 90 cm (Datenerfassung und -auswertung per ShotLink).

Drei von diesen Putts hat er nicht versenkt.
Nur drei.
Von 1.466 insgesamt.

Funfact am Rande:

Ich habe in dem Zeitraum keinen einzigen Putt aus dieser Entfernung daneben geschoben. Das liegt aber vermutlich vor allem daran, dass ich damals noch überhaupt nicht Golf gespielt habe…


Unglaublicherweise gewann Tiger Woods seinen 100., 200. und 300. offiziellen Start auf der PGA Tour:

  • 100. – 2000 WGC Invitational
  • 200. – 2006 Buick Invitational
  • 300. – 2013 Players Championship

Ob er seinem 400. Start auch gewinnt hängt vor allem davon ab, ob er die Zahl überhaupt erreicht – es sieht tendenziell ja eher nicht danach aus. Aktuell kommt er auf 368 Starts auf der PGA Tour (davon hat er übrigens 334mal den Cut gemacht – das ist eine Quote von über 90 Prozent, auch rekordverdächtig).


Tiger Woods ist der einzige Spieler, der derzeit unter 50 Jahre alt ist und 25 oder mehr PGA-Tour-Siege hat.

Sein 25. PGA-Tour-Titel ist übrigens auch schon mehr als 20 Jahren her (das war 2001 in Bay Hill).


Obwohl Tiger Woods nie Vollzeit auf der European Tour (jetzt DP World Tour) gespielt hat, werden ihm 41 Siege in seiner Karriere zugeschrieben. Das sind die drittmeisten ET-Siege aller Zeiten.

Vor ihm in der ewigen Bestenliste der European Tour liegen nur Bernhard Langer (42 Siege, also gerade mal einen mehr) und Seve Ballesteros (50 ET-Siege).

Natürlich zählen die vier Majors und alle WGC-Events mit in die Rechnung rein, weil es „joint tournaments“ sind. Das bedeutet aber auch, dass Tiger Woods zumindest theoretisch Bernhard Langer sogar noch einholen kann. Dazu müsste er nur ein weiteres WGC oder Major gewinnen.

Fairerweise könnte Bernhard Langer sich aber natürlich auch weiter absetzen. Dazu müsste der Masters-Sieger von 1985 und 1993 das Turnier im Augusta National eben ein drittes Mal gewinnen, für das er ja lebenslang startberechtigt ist. 😉


Ich habe im August Geburtstag – das ist also per se erstmal ein guter Monat. Auch golftechnisch ist der August dank des recht guten Wetters ja meistens ziemlich prima.

Tiger Woods mag den August anscheinend auch. Alleine in diesem Monat hat er 15 PGA Tour Siege eingefahren. Darunter natürlich auch vier seiner 15 Major Siege.

Der einzige Spieler neben Woods mit 4 Majors + 15 PGA-Tour-Siegen (allerdings nicht nur im August, sondern insgesamt), der derzeit unter 50 Jahre alt ist, ist Rory McIlroy.


Tiger Woods hat zwischen 1998 und Mai 2005 bei 142 aufeinanderfolgenden Turnierstarts den Cut geschafft. Er hatte damit den davor bestehenden Rekord von Byron Nelson (der 113 Cut nacheinander überstanden hatte) mal eben um 29 Cuts oder ein Viertel überboten.

Ich habe übrigens noch nie einen Cut auf der PGA Tour verpasst – nur einer von vielen Funfacts über den Heidegolfer, die ihr kennen solltet… 😉


Von der PGA Championship 1999 bis zum Masters Tournament 2001 hatte Tiger Woods folgende Ergebnisserie in den Majors:

  • Sieger
  • 5. Platz
  • Sieger
  • Sieger
  • Sieger
  • Sieger

In dieser Zeitspanne hat er also fünf Majors gewonnen und in allen sechs Majors zusammen waren nur vier Spieler besser platziert als er. Das waren Loren Roberts, David Duval, Ernie Els und Vijay Singh, der das Masters 2000 dann auch gewonnen hat.

Nimmt man die strokes gained Statistik für diesen Zeitraum als Summe, dann ergeben sich folgende Werte:

  • Tiger Woods, 115.7
  • David Duval, 56.5
  • Ernie Els, 55.2
  • Phil Mickelson, 50.7

Schauen wir auf die Sieg-Quoten nach einer 54-Loch-Führung auf der PGA Tour. Wer nach dem Moving Day in Führung lag, der hatte diese Gewinnchance:

PGA Tour in 2021:
26.7% der 54-Loch Führungen haben den Sieg klargemacht.

PGA Tour in den letzten 10 Jahren:
42.4% der 54-Loch Führungen konnten gewinnen.

Wenn Tiger Woods als Führender in den Finaltag ging, dann hat er das Turnier in 95.7% der Fälle auch gewonnen (genauer gesagt waren es 44 Siege bei 46 Führungen nach 54 Loch).

Rechnet man geteilte Führungen nach drei Tagen mit ein, dann hat Tiger Woods eine Erfolgsquote 93, 2 Prozent (55 von 59 Turnieren).


Während der gesamten PGA Tour Saison 2000 hat Tiger Woods eine einziger Runde schlechter als 73 gespielt. Eine einzige.

Das war seine erste Runde beim 2000er Masters. Er hat eine 75 gespielt, an einem Tag, wo der Durchschnittsscore bei 75,59 lag.


Noch ein statistisch beeindruckender Zeitraum: vom Deutsche Bank 1999 bis zum Memorial Tournament 2001 hatte Tiger Woods weltweit:

  • 46 Turnierstarts, davon
  • 23 Turniersiege
  • Zusammengezählt 79 Schläge Vorsprung
  • 5 Majorsiege bei insgesamt 8 Starts (davon die vier aufeinanderfolgenden Siege, die als „Tiger-Slam“ in die Golfgeschichte eingegangen sind)
  • 11 Turniersiege mit drei oder mehr Schlägen Vorsprung
  • und enttäuschende sechs Platzierungen außerhalb der Top-10 😉

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Nur dreimal in der Geschichte der PGA Tour ist es vorgekommen, dass ein Spieler mindestens achtmal auf ein- und demselben Golfplatz gewinnen konnte.

Das waren Tiger Woods (Bay Hill), Tiger Woods (Firestone) und Tiger Woods (Torrey Pines).

Und nur zweimal seit 1900 konnte ein Spieler ein Herrenmajor mit mehr als zehn Schlägen Vorsprung gewinnen. Beide Male war es Tiger Woods, jeweils mit 12 Schlägen Vorsprung (1997 Masters, 2000 U.S. Open).


Zum Abschluss noch ein Schmankerl: In den letzten zehn Jahren hat ein Spieler, der mit drei oder mehr Schlägen Vorsprung in den Finaltag eine PGA Tour Events gestartet ist, das Turnier zu 61,7 Prozent auch gewinnen können. Grob gesagt also etwa sechs von zehn.

Tiger Woods hat in seiner Karriere für diese Situation eine 100-Prozent Quote (25 von 25).


Foto-Credits

Titelbild: Keith Allison, CC BY-SA 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0, via Wikimedia Commons

Andere Bilder (soweit nicht anders angegeben): www.pixabay.com, diverse Fotografen

2 Kommentare

  1. Wow – tolle Analyse, Danke Olaf
    Zwei Dinge habe ich wenigstens mit Tiger gemeinsam. Ich bin in St. Andrews am Old Course über die gleiche kleine Brücke auf der 18 gelaufen wie er, und habe in dem gleichen Pub (Hams Hame Pub & Grill) gegessen und getrunken wie er. Die Wirtin dort hat von allen Golfgrößen die bei Ihr waren ein Foto mit Ihr – heute sagt man Selfie – gemacht. Ich kann bis heute nicht verstehen, warum Sie mit uns dort keines gemacht hat 😁.
    Sicherlich ist so eine Analyse zu Bernhard Langer auch einmal die Zeit wert. Auch mit Ihm habe ich einiges gemeinsam. Wir sind bis auf einen Monat gleich alt und seinen Heimatplatz (etwa 100 Kilometer weg von mir) habe ich auch schon gespielt. Ach ja, er hat einmal gesagt, dass er altersbedingt nicht mehr so weit schlägt wie früher, auch dass haben wir gemeinsam. Na gut, dass er bei den American Open einen gewissen Bryson de Champeau ein Loch abgenommen hat, hat sicherlich nichts mit Weite zu tun.

    Ich freue mich auf Deinen nächsten Blog

    Gruß Klaus

    1. Hallo Klaus,
      danke für dein Feedback. Die Verbindung zu Tiger hat was… 😉
      Mich verbinden mit ihm ja auch einige Eigenschaften. Auch ich habe ja sehr lange nacheinander noch keinen Cut verpasst und beim Masters habe ich sogar weniger Bälle im Wasser verloren als er.
      Die Idee mit Bernhard Langer nehme ich gerne auf, finde ich richtig gut. Ich weiß gar nicht, warum ich darauf nicht selbst gekommen bin. Also danke für den Tipp, sehr gute Idee.
      Viele Grüße
      Olaf

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