AmAm-Turnier vor dem Final Four 2022

„Was ist denn bitte ein AmAm?“ haben mich Bekannte mehr als einmal gefragt, als ich in meiner Instagram-Story das erste Mal etwas vom vergangenen Wochenende gepostet hatte. Ich hatte nämlich das große Glück, beim offiziellen AmAm vor dem diesjährigen Final Four 2022 im Golf Club Pfalz mitspielen zu dürfen. Vielen Dank an Skechers Germany für die Einladung.

Das Final Four im Golf Club Pfalz

Die Deutsche Golf Liga hat eine Bundesliga, die in Nord und Süd geteilt ist. Nach den Ligaspielen treten die jeweils zwei besten Mannschaften zum Final Four an, um den deutschen Mannschaftsmeister zu küren. Das gilt jeweils für die Damen und für die Herren.

Über Kreuz spielen dann die ersten Nord gegen den zweiten Süd und der erste Süd gegen den zweiten Nord. Die Sieger dieser beiden Halbfinals vom Samstag treten dann am Finalsonntag gegeneinander an, um mit einem Sieg neuer Mannschaftsmeister zu werden.

Wie es bei großen Golfevents üblich ist, gibt es im Vorfeld ein separates Event für die Sponsoren: In diesem Fall das AmAm-Turnier. Da beim Final Four eben Amateure spielen, gibt es logischerweise kein ProAm. Es sind ja keine Profis dabei, um mit den eingeladenen Gästen zu spielen.

5er DGL-Scramble mit Bindfaden

Beim AmAm-Turnier spielt jeweils ein Final Four Teilnehmer der acht Mannschaften mit vier „echten“ Amateuren (also solchen Graupen wie uns) zusammen. Für die „Graupen“ sorgen die Sponsoren. 😉 Die laden nämlich Gäste ein – so wie mich – oder verlosen Startplätze für das Event – so wie meine beiden Mitspieler Volker und Michael aus Unna.

Unser 5er-Flight wurde komplettiert von Julia, die als Vertreterin von Skechers mitspielte, und Linda vom Team des Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee als „unsere Spitzen-Am“. Nach dem obligatorischen Gruppenbild ging es dann zu unserem ersten Tee (wir sind von Loch 18 gestartet – gleich mal in Richtung Clubhaus-Terrasse), um mit dem 5er DGL-Scramble zu starten.

Nur am ersten Tee schlagen dabei alle fünf Teilnehmer ab. Anschließend setzt immer derjenige Spieler aus, dessen Ball ausgewählt wurde – von diesem Punkt schlagen nur die jeweils vier anderen ab. Auf dem Grün wird der Ball natürlich gelegt, ansonsten gedroppt. Wer den Ball auf dem Grün einlocht, der hat dafür auf dem nächsten Abschlag Pause.

Als Gimmick haben alle Teams einen zwei Meter langen Bindfaden und eine Schere mitgegeben bekommen. Den Bindfaden durften wir zur Verbesserung der Lage oder zum Einlochen einsetzen, ohne dass ein Schlag hinzugerechnet wurde. Dazu haben wir nur den Abstand zwischen Ball und Lochkante abgemessen und vom Bindfaden abgeschnitten.

Mein Team schleift mich durch

Ich habe wie gewohnt mit einem schlechten Abschlag angefangen. Wir hatten uns wenig überraschend für den Abschlag von Linda entschieden (lang und Mitte Fairway, logisch) und ich habe den zweiten Ball dann als einziger auf dem Grün untergebracht. Da dachte ich noch, dass es spielerisch bestimmt ok wird. Aber nach unserem zweiten Loch zeigte sich, dass ich den wohl schlimmsten Golftag seit Jahren erwischt hatte.

Ich habe buchstäblich nichts getroffen. Oder genauer gesagt alles, nur nicht den Ball richtig. Als auf dem (wirklich schönen) Par 3 Loch 12 das Kamerateam der Deutschen Golf Liga unsere Abschläge filmen wollte, habe ich „natürlich“ den Ball schön in die Penalty Area getoppt – wenn es richtig lustig läuft, kommt die Szene in das Video, das die DGL über den Tag zusammenschneidet.

Trauriger und vor allem peinlichster Höhepunkt der Misere aka „Olafs Golfspiel“ war aber, dass ich an Loch 13 vom Tee fast meine Mitspieler abgeschossen hätte. Ich glaube es waren keine zwei Meter, die mein verzogener Drive an den wartenden Teamkollegen vorbeigerauscht ist. Ich hätte im Erdboden versinken mögen – aber es blieben ja noch ein paar Löcher, um mich vielleicht zumindest wieder ein wenig zu rehabilitieren.

Das ganze Team meinetwegen in Zugzwang

Das habe ich leider nicht hinbekommen, zu unser alle Unmut. Denn einen Twist gab es noch zu lösen: Von jedem Teammitglied musste mindestens ein Abschlag ausgewählt werden und meine landeten irgendwo, nur nicht in Fairwaynähe. Übrigens komplett unabhängig vom verwendeten Schläger – Eisen, Hölzer oder Driver. Nur den Putter habe ich vom Tee nicht ausprobiert.

An unserem vorletzten Loch, einem 120 Meter kurzen (wirklich sehr schönen) Par 3, habe ich mein Eisen wieder einmal getoppt und den Ball gegen eine Werbebande gefeuert. Das war gut so, denn sonst wäre er vermutlich im Teich gelandet; so aber blieb er auf halber Strecke zum Grün liegen.

Wegen unserer taktischen Notlage (wir müssen einen Abschlag von Olaf nehmen, auch wenn die alle Grütze sind), haben wir uns als Team entschieden, von dort weiterzuspielen und irgendwie das Up and Down aus 60 Metern zu probieren. Und zum Glück haben wir ja eine Bundesliga-Spielerin im Team: Linda hat den Pitch eineinhalb Meter an die Fahne gelegt und wir konnten das Par retten.

Treppchen ganz knapp verfehlt

Auch wenn ich regelmäßig damit kokettiere, dass ich nicht allzu gut spiele: Ihr könnt euch kaum vorstellen, was ich an diesem Tag zusammengehackt habe. Das wäre vermutlich knapp eine UHU-Runde geworden – allerdings auf 9 Loch. Ja, so schlimm war das wirklich.

Deshalb muss ich an dieser Stelle nochmal danke (und vor allem „tut mir wirklich, wirklich leid!“) an Linda, Julia, Michael und Volker sagen. Die vier haben mein Spiel ertragen, mich über die 9 Loch geschleppt und am Ende mühevoll über die Ziellinie geschleift.

Wir haben eine 6 unter Par gespielt auf den Backnine im Golf-Club Pfalz und hatten sogar noch Bindfaden über. Mit einem Ergebnis von 30 Nettopunkten konnten wir am Ende sogar den geteilten vierten Platz belegen.

Ich muss ehrlich sagen, ich bin ziemlich stolz darauf und gleichzeitig peinlich berührt. Was hätten wir erreichen können, wenn ich mehr als nur den einen guten Golfschlag von unserem ersten Loch dabei gehabt hätte. 😉

Vielen Dank an Skechers für dieses tolle Erlebnis

Ich muss ehrlich sagen, der Tag war – klammern wir mein Spiel mal aus – richtig, richtig klasse. Es ist wirklich beeindruckend wie stark jemand Golf spielen kann, der weiß was er tut. Linda zum Beispiel hat ein Handicap von -0,9 und geht mit einer traumwandlerischen Sicherheit über diesen wirklich schweren, engen Golfplatz in der Pfalz, dass ich neidisch werde.

Auch das ganze Drumherum war toll. Die DGL und die Sponsoren haben alles aufgefahren, was möglich war. Es gab ein tolles Goodie-Bag als Willkommensgeschenk von All4Golf als presenting Partner der DGL. Wir wurden auf der Runde per Cart herrlich gutgelaunt verpflegt und beim Abenddinner haben die Pfälzer gezeigt, dass sie neben gutem Wein auch gutes Essen können.

Die Moderation des Abends und die Siegerehrung hat Jens Zielinski übernommen, der auch selbst mitgespielt hat (übrigens nicht letzter geworden – aber vorletzter).

Wer seinen Golf-Podcast Teetime mit Florian Fritsch und (meistens) Bernd Ritthammer noch nicht kennt, der sollte das schleunigst nachholen, es lohnt sich. Jede Woche besprechen die zwei/drei alles wichtige rund um unseren tollen Sport.

Alles zusammengenommen war es ein wirklich super spannendes Erlebnis, bei solch einem Event einmal dabei gewesen zu sein. Vielen Dank an Skechers – noch einmal – für die Einladung, ich habe mich wirklich geehrt gefühlt. Und vielen Dank an alle Beteiligten für den unermüdlichen Einsatz, es war ein perfektes Event.

3 Kommentare

  1. Hallo Olaf
    Das kennen wir doch alle. Ich habe in diesem Jahr bereits 16 Golfturniere gespielt. Dabei war ich etwa 10 mal unter oder der letzte. Seit etwa 4 Wochen spiele ich Golf von einem anderen Stern und habe mich jetzt schon 5 mal im Handycap verbessert. Auch dieses Wochenende habe ich bei einem großen Turnier den 3en Platz gemacht. Am nächsten Wochenende spiele ich zwei Tage die Clubmeisterschaften. Mal sehen in welche Richtung es dann wieder geht. Gruß Klaus – der Donaumoosgolfer. https://donaumoosgolfer.blogspot.com/2022/07/es-geht-bergab.html

    1. Hallo Klaus,
      ist doch eine tolle Entwicklung – ich habe es eben nochmal gelesen und kann aber leider bei dir grad nicht kommentieren (kein Plan, woran das liegt).
      Eure CM sind aber ganz schön früh dran. Bei uns geht es Anfang September um die Ehre. Aber natürlich bin ich dabei. Ich freu mich schon.
      Viele Grüße
      Olaf

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