Heidegolfer

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Golfplätze & Bewertung

Golfclub Königshof Sittensen

 

Vor zwei Jahren hatte ich bei der Hansegolf am Stand des Golfclub Königshof Sittensen das Glücksrad gedreht und gewonnen: einen Greenfee-Gutschein für 18 Loch. Mitte April hatte ich nun endlich Gelegenheit, diesen Gutschein einzulösen.

Über die Golf-Community Wir-lieben-Golf war ich auf Marcus aufmerksam geworden, der Bilder von einer Runde in Sittensen gepostet hatte – das wäre doch jemand, der mir den Platz einmal zeigen könnte, dachte ich. Also habe ich ihn angeschrieben, wir haben uns verabredet und es konnte losgehen.

Nach über eineinhalb Stunden Autofahrt über Bundesstraßen kam endlich das Ortsschild „Sittensen“. Der Platz ist gut ausgeschildert und liegt am Rande eines Neubaugebietes, durch das man fährt. Kleiner Schotterparkplatz, daneben einige Felder und ein kleines Clubhaus mit Gastronomie – der erste Eindruck ist positiv.

Ruhig und schön gelegen mit netten Menschen

Idyllisch – Clubhaus mit Wasser und Springbrunnen

Die Dame am Empfang ist ausgesprochen nett. Ich hatte mich im Vorfeld bereits per Mail nach der Spielmöglichkeit und dem Einlösen des Gutscheins erkundigt und sie erinnert sich direkt an den Mailverkehr: „Ach, Sie sind der Gutschein, sehr schön“.

Den oblogatorischen Logoball kaufe ich gegenüber im ProShop, der auf den ersten Blick auch gut ausschaut. Vor allem strahlt der Pro gute Laune und Lebensfreude aus – so gefällt mir das.

Für einen Samstagvormittag bei strahlendem Sonnenschein finde ich es allerdings insgesamt überraschend leer. Die Driving Range bietet viele Rasenabschläge und wir sind fast alleine.

Nach einiger Zeit kommen noch vier weitere Spieler, die sich neben uns warm machen, aber mehr als zehn-zwölf Köpfe zähle ich insgesamt nicht. Vielleicht liegt es ja daran, dass es am Vortag ein großes Turnier gab und für den Folgetag das nächste Turnier angesetzt ist.

Nach einer Weile auf der Range wechseln Marcus und ich aufs Puttinggrün, das direkt daneben liegt. Ein Mast mit Flutlichtstrahler deutet an, dass man hier wohl auch noch nach Sonnenuntergang üben kann – das finde ich gut.

Die Frontnine starten eindrucksvoll mit „Devil’s Corner“

Vom Puttinggrün machen Marcus und ich uns dann auf zum ersten Abschlag. Parallel zur Driving Range geht es auf dem ersten Par 5 zunächst über 250 Meter geradeaus, bevor die Bahn links abknickt und den Weg in Richtung Grün freigibt. Für Slicer am Abschlag gibt es auf der rechten Seite Wasser und Bunker als „Ziele“. 😉

Im Knick der „Devil’s Corner“ mit Blick aufs Grün

Im Knick des Dogleg gibt es Bäume und einen Teich, die das Abkürzen erschweren, sowie einen kleinen Bachlauf. Kurz vor dem Grün wartet dann noch ein Bunker auf zu kurze Bälle – eine wirklich schöne Bahn zum Einstieg mit dem warnenden Namen „Devil’s Corner“.

Überhaupt haben sich die Sittenser (oder Sittensener?) schöne Namen für ihre Bahnen einfallen lassen. Es folgt als Nummer zwei die „Three Birches“, bei der drei Birken nach 155 Metern das Fairway zieren. Später gibt es auch noch klangvolle Bahnen wie „Slicer’s Nightmare“, „Crazy Pool“ oder „Wooden Leg“. So macht eine Scorecard gleich mehr Spaß.

Nach den drei Birken (der schwersten Bahn des Platzes, bei der mich Marcus um mindestens 50 Meter ausdrived) folgt ein mittleres Par 3, das links drei Bunker und rechts einen Teich beherbergt und dadurch alleine schon optisch ein Knaller ist.

Der Teich neben Bahn drei kommt bei Slicern ins Spiel

Anschließend kommt ein kurzes Par 4 mit einem erhöhten Grün. Mein Abschlag bleibt hier nur 20 Zentimeter vor dem Fairwaybunker liegen, so dass ich statt einem direkten Schlag aufs Grün noch einmal vorlegen muss, weil ich schlicht und einfach keine vernünftige Standposition einnehmen kann.

Das ist aber gut so, denn der Bunker unmittelbar vor dem Grün hat eine über ein Meter hohe Steilwand in Spielrichtung, die das direkte Anspiel ausgesprochen riskant macht. Weil Marcus den Bunker mit seinem zweiten Schlag trifft, muss er aus weniger als einem Meter Entfernung über diese Steilwand spielen und zeigt einen fast perfekten Bunkerschlag, der herrlich aufs Grün segelt.

Abwechslungsreiche Bahnen in gutem Pflegezustand

Mit drei mittleren Par 4 geht es weiter, die alle ihre eigene Schwierigkeit bieten. Mal ist ein relativ steiles Dogleg links, dann ein langgezogenes Wasserhindernis auf der rechten Seite. Diese Bahn heißt dann passenderweise „Slicer’s Nightmare“. Das Trio wird vervollständigt von einer geraden Bahn mit zwei Fairwaybunkern an ungewohnter Stelle und einem kleinen, stark ondulierten Grün.

Die Vegetation kommt langsam in Schwung

Das nächste Par 3 nennt sich zwar „Pitch and Go“, ist für mich aber mit über 150 Metern nur mit einem mittleren bis längeren Eisen zu erreichen. Die Frontnine beendet ein eher kürzeres Par 5 mit mehreren Fairwaybunkern und einem breiten, aber nicht besonders tiefen Grün hinter einem breiten und fiesen Bunker.

Da wir erst in der zweiten Aprilhäfte sind und es sehr lange sehr kalt war, braucht die Vegetation noch ein paar Wochen, aber man kann schon sehr schön sehen, wie grün und bunt der Platz bei voller Blüte sein wird.

Backnine mit dem „signature hole“ Bahn 11

Die zweiten Neun beginnen wie die ersten aufgehört haben mit einem Par 5, diesmal mit zwei kleineren Wasserhindernissen für die Hooker unter uns und zwei langgezogenen Bunkern links und rechts der Drivezone.

Links die Eiche, Mitte April leider noch ohne Blätter

An der elften Bahn – für mich dem signature hole des Platzes – bedaure ich es das erste Mal, dass Marcus und ich uns nicht sechs Wochen später verabredet haben.

Das 120 Meter kurze Par 3 hat nämlich eine schöne, dicke Eiche, die genau zwischen dem Grün und dem Herrenabschlag steht. Man muss über den Baum spielen, eine andere Chance hat man nicht.

Zu unserer Zeit trägt die Eiche noch keine Blätter, aber ich kann mir die eindrucksvolle Optik gut vorstellen, die sich mit vollem Blattwerk bietet. Dass dahinter noch ein kleiner Teich und ein Bunker vor dem Grün warten, gerät bei dem Anblick beinahe ins Hintertreffen.

Es folgt das mit 400 Metern längste Par 4 des Platzes mit dem passenden Titel „Long John“. Eine enge Drivezone mit drei Fairwaybunkern verlangen hier einen präzisen Abschlag. Das folgende mittlere Par 5 hat ab der zweiten Hälfte mehrere Wasserhindernisse auf der rechten Seite, das letzte direkt am Grün habe ich leider getroffen… 😉

Die längsten Bahnen des Platzes

Das längste Par 3 mit 200 Metern ist als nächstes an der Reihe, aber eher unspektakulär, bevor mit Bahn 15, dem „Wooden Leg“ ein optisch schönes Par 4 Dogleg rechts auf uns wartet. Wer lang und vor allem hoch genug abzuschlagen vermag, kann hier sicher gut abkürzen – bereits nach 150 Metern knickt die Bahn nämlich um 90 Grad nach rechts ab (ein Traum für jeden Slicer, solange der Ball es über die Bäume schafft).

Blick auf das 15. Grün nach dem Knick des Dogleg

Auf Bahn 16 hat man es dann nicht nur mit dem längsten Par 5 zu tun, sondern auch mit einer ganzen Reihe von Wasserhindernissen und Bunkern. Am Ende der 509 Meter wartet ein stark onduliertes Grün, das schwer zu lesen ist.

Die vorletzte Bahn ist erneut ein mittleres Par 3 über einen kleinen Teich. Hier wartet ausnahmsweise einmal ein Bunker direkt hinter dem Grün auf alle zu langen Bälle, so dass Längenkontrolle die größte Herausforderung darstellt.

Den Weg zurück zum Clubhaus bildet Bahn 18, das rechts der Drivezone ein langgezogenes Wasserhindernis hat. Auf der linken Seite wird das mittlere Par 4 durch die Ausgrenze hin zur Driving Range begrenzt, bevor man das zweistufige Grün erreicht, das von einem Teich und zwei Bunkern bewacht wird.

Leider habe ich nicht gut gespielt

Einer der wenigen guten Drives

Ich habe insgesamt leider keine gute Runde gespielt. Zu viele mittelmäßige und einige richtig schlechte Drives haben das ebenso verhindert wie zu viele schwache Putts und ein paar Mal das fehlende Quäntchen Glück.

Insgesamt ist es eine 114 geworden, die natürlich selbst für meine Verhältnisse nicht gut war. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich an einem guten Tag mindestens 10 Schläge besser hätte spielen können.

Wer die Runde nachvollziehen möchte, findet Sie hier bei GameGolf. Da gewinnt man dann auch noch einmal einen kurzen Blick auf die Bahnen.

Mein Fazit: Ein schöner Platz zu einem guten Preis

Alles in allem muss ich sagen, dass mir der Platz gut gefallen hat. Auch wenn ich keine Autobahnen vor der Tür habe sondern lange über Bundesstraßen juckeln musste, hat sich die Fahrt gelohnt.

Das hat auch viel damit zu tun, dass ich mit Marcus einen tollen Spielpartner gefunden habe (wir spielen definitiv noch einmal eine Runde zusammen, mal schauen wann und wo). Unabhängig vom Score hatten wir beide jede Menge Spaß auf der Runde. Aber natürlich liegt es auch am Golfplatz.

Die 18-Loch-Anlage in Sittensen ist recht abwechslungsreich, nicht zu schwer und bietet ein paar schöne Aufgaben auch für mich als Mittel-Handicaper. Vor allem die Fairways waren schon in einem tollen Zustand. Die Grüns sind nicht allzu schnell, aber das bin ich von zuhause im Golfclub Herzogstadt Celle auch gewohnt. Sportlich gibt es sicher herausforderndere Plätze, aber eine schöne Golfrunde unter Freunden kann man hier allemal gut spielen.

Ein wirklich schöner Platz

Einziger Wermutstropfen war die Gastronomie, die zu unserer Überraschung nach unserer Runde nicht geöffnet war. Immerhin war es ein sonniger Samstagnachmittag, da hätten wir gerne zumindest ein Abschlussgetränk genommen und vielleicht ein Happen gegessen. Seit Anfang Mai ist aber wohl ein neuer Pächter da – womöglich hat es ja an dem Pächterwechsel gelegen, dass wir trocken nach Hause fahren mussten.

Aber das soll den guten Gesamteindruck nicht schmälern. Aus meiner Sicht eines Otto-Normalgolfers ist der Golfclub Königshof Sittensen ein schöner Platz für eine entspannte Runde Golf. Ich empfehle ihn also gerne, gerade wenn man zwischen Bremen und Hamburg auf der A1 unterwegs ist und überschüssige Zeit hat.

Ohne Greenfee-Gutschein zahlt man am Wochenende 55 Euro regulär (Montag bis Freitag sogar nur 45 Euro) für eine 18-Loch-Runde. Es gibt auf der Homepage noch verschiedene Greenfee-Aktionen, bei denen man zusätzlich etwas sparen könnte. Aber auch das „normale“ Greenfee ist der Platz allemal wert.

Übrigens werden keine Startzeiten benötigt – man kann also auch unangemeldet vorbeikommen (solange der Platz nicht wegen eines Turniers belegt ist, versteht sich).

Einige Eindrücke finden sich am Ende der Seite in der Bildergalerie.

Kontakt:

Golfclub Königshof Sittensen e. V.
Alpershausener Weg 60
27419 Sittensen
Tel. +49 (0) 42 82 – 32 66
Fax +49 (0) 42 82 – 95 47 0
E-Mail info@golfclub-sittensen.de

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