Heidegolfer

Der Blog für Otto-Normalgolfer
Equipment

gefittete Eisen

Golf hat den Ruf, ein kostspieliges Vergnügen zu sein. Und natürlich kann man jede Menge Geld ausgeben. Aber letztlich gilt das auch für die meisten anderen Sportarten – nach oben gibt es keine Grenze. Aber Golf geht eben auch relativ günstig. Zum Einstieg reicht meist ein halber Schlägersatz, oftmals kann man auch auf Leihschläger zurückgreifen.

Ich habe meinen Platzreifekurs mit Leihschlägern vom Club angefangen und aber sehr schnell gemerkt, dass Golf „mein Ding“ ist. Also habe ich mir noch während des Kurses ein Anfänger-Komplettset von Wilson gekauft. Dazu gehörte ein Stand-Bag, ein Eisensatz (von Eisen 5 bis Sandwedge), ein Hybrid, ein 3er Holz, ein Driver und der Putter. Preislich lag alles zusammen bei etwa 250 Euro, das fand ich in Ordnung (zumal ich dann später beim Verkauf auch wieder etwa die Hälfte rausbekommen sollte).

Das Set habe ich also (aus meiner Sicht) recht günstig um Internet gefunden, weil ich am Anfang nicht allzu viel Geld ausgeben wollte. Schließlich konnte ich noch nicht abschätzen, ob ich es zeitlich (Beruf, Familie) überhaupt regelmäßig schaffe, spielen zu gehen. Ein Anfängerset erschien mir deshalb sinnvoll. Einen Trolley habe ich mir dann auch noch zugelegt und Schirmhalter und Golfschirm gab es von der Familie als Geschenk.

Ich war also ausgerüstet und zufrieden. Eineinhalb Jahre lang habe ich mit dem Set gespielt und mich von Hcp 54 auf Hcp 39 verbessert. Aber dann war klar, dass ich dauerhaft beim Golfen bleibe und sich eine größere Investition lohnt.

Also sollten neue Schläger her, die auf mich und meinen Schwung abgestimmt war – ein Fitting war angesagt. Und dazu habe ich mir die Hilfe von meinem damaligen Pro Marco Bußmann geholt.

Ich habe mit Marco einen Termin abgestimmt, zu dem er für mich sieben oder acht 7er Eisen von den wichtigsten Anbietern zum Ausprobieren besorgt hatte. Da war von Callaway über Mizuno bis Taylor Made alles dabei und ich habe alle Eisen abwechselnd geschlagen.

Dabei kam es zunächst nur darauf an, wie ist das Schlaggefühl. Ich hätte vorher gar nicht vermutet, dass sich ein guter Treffer je nach Schläger so unterschiedlich anfühlen kann,  aber das Feedback beim Schlag variiert enorm. Manche Marken waren nach dem zwei-drei Schlägen schon aus dem Rennen, weil sich selbst richtig gute Treffer unangenehm hart anfühlen.

Auf die Art wurde also nach und nach aussortiert. Eine gute halbe Stunde dauerte, bis schließlich nur noch zwei Kandidaten in die engere Auswahl kamen. Und jetzt kam die Technik ins Spiel: wir haben die Schlaglängen gemessen. Ich habe also abwechselnd Bälle mit dem einen (Cobra) und dem anderen (Ping) 7er Eisen geschlagen, bis wir eine aussagefähige Menge an vernünftigen Treffern zusammen hatten.

Und die ermittelten Werte waren ziemlich eindeutig, weil ich mit dem Ping-Eisen im Schnitt mehr als fünf Meter weiter geschlagen hatte (den besten Schlag sogar mehr als zehn Meter weiter als den besten Cobra-Treffer). Das war preislich „leider“ das für mich teurere Ergebnis, aber die Werte waren überzeugender… 😉

Etwa vier Wochen später bin ich dann zu einem Ping-Demotag hin und habe dort das eigentliche Fitting (statisch und dynamisch) machen lassen. Also Körper ausmessen,  Schwung aufnehmen und auswerten und so weiter, bis eben die Spezifikationen für meine Schläger feststanden. Und die habe ich dann bestellt und spiele sie seitdem. Ergänzend zu meinem bisherigen Eisen-Setup habe ich übrigens noch ein Gap Wedge dazugenommen, um die doch recht große Lücke zwischen den anderen beiden Wedges abzudecken.

Wie viel Vorteil tatsächlich jetzt in dem gefitteten Eisensatz liegt und wie viel letztlich „nur“ die Psychologie dazu beiträgt, dass ich den Ball jetzt insgesamt besser treffe und weiter schlage, weiß ich natürlich nicht – das ist mir im Grunde aber auch völlig schnurz. Die Hauptsache ist, dass es funktioniert. Der Zwerg reinigt die Kittel … oder so ähnlich. 😉

Kommentar verfassen