Rezension: Roman „Landsberg“ von Auto Stefan Haver

„Ellen Engel-Vermeer will Präsidentin werden im Golf Club Gut Landsberg. So wie vor ihr schon ihr Vater, ihr Großvater, ihr Urgroßvater – der vierte Engel für Landsberg. Als der Vorstand den in die Jahre gekommenen Verein mit einem Zukunftsprogramm aufmöbeln will, sieht Ellen ihre Chance gekommen.“ (Auszug aus dem Klappentext von „Landsberg“ von Stefan Haver).

Zwei Golfclubs in Konkurrenz

Ein intrigenreicher Wettlauf um Macht und Einfluss, im Kampf der Generationen, im Widerstreit grundverschiedener Interessen – so beschreibt der Klartext Verlag sein Buch. Dabei spricht der Roman nicht nur Golf-Enthusiasten an, sondern auch Leser, die sich für menschliche Dynamiken und gesellschaftliche Themen interessieren.

Der Konkurrenzkampf zweier Golfclubs steht stellvertretend für den immer wiederkehrenden Konflikt „alt gegen neu“, „Tradition gegen Moderne“ oder „Progressiv gegen Konservativ“. Die Geschichte des Buches erstreckt sich eben nun aber auf zwei Golfclubs, die auf den ersten Blick grundverschieden sind.

Auf der einen Seite befindet sich der traditionsreiche Golfclub Gut Landsberg, dessen Name für jahrzehntelange Geschichte und unveränderte Praktiken steht. Auf der anderen Seite ist es der innovative Golfclub Hefel, der mit frischem Wind und unkonventionellen Ansätzen in die Golfszene stößt. Autor Stefan Haver führt uns in diese Clubs ein und ermöglicht es dem Leser, die Charaktere und die Kultur dieser Orte aus nächster Nähe zu erleben.

Gegensätze wie aus dem Leben

„Landsberg“ beleuchtet den Konflikt zwischen Golf-Traditionalisten, die an bewährten Praktiken festhalten möchten, und denjenigen, die nach Veränderung streben und bereit sind, neue Wege zu beschreiten. Diese Auseinandersetzung findet sich nicht nur in der Welt des Golfsports, sondern spiegelt sich auch in anderen Lebensbereichen wider. Haver beschreibt das Thema geschickt auf interessante und gleichzeitig nuancierte Weise.

Die Charaktere in „Landsberg“ sind sorgfältig ausgearbeitet und vielschichtig, liebenswert und schrullig, eitel und unzulänglich. Der Leser wird in die Gedankenwelt der Protagonisten gezogen und kann ihre inneren Kämpfe, Triumphe und Niederlagen miterleben.

Für jeden Leser findet sich eine Figur, in der man sich ein stückweit wiederfinden kann und es gibt einige Personen, zu denen man sofort ein Pendant in der eigenen Welt findet. Das macht die Figuren nahbar und lebendig. Überraschende Wendungen, insbesondere gegen Ende des Buches, und der persönliche Bezug sorgen für zusätzlichen Lesespaß.

Stefan Haver hat einen kurzweiligen Schreibstil, der es leicht macht, sich in die Geschichte zu vertiefen. Mir gefällt seine Art, die Charaktere und ihre Eigenheiten zu beschreiben sehr gut. Dazu ist „Landsberg“ ein Buch, das über den Golfsport hinausgeht und eben ein kleines bisschen ein Spiegelbild für unsere Gesellschaft ist.

Die Erzählweise, die Charaktere und die Entwicklung der Geschichte nehmen mich als Leser mit. Und da ist es egal, ob man Golf spielt oder nicht. Auch wenn ich als Golfer natürlich das Gefühl habe, fast alles so oder ähnlich selbst schon erlebt oder zumindest gehört zu haben.

Übrigens

Ich bewerte hier aus meiner persönlichen Perspektive. Mein Exemplar des Buches habe ich als Rezensionsexemplar kostenfrei zugesandt bekommen. Darüber hinaus gab es keine Verabredungen oder Einflussnahme seitens Autor oder Verlag. Der Link oben ist ein sogenannter „Affiliate Link“. Das bedeutet, dass ich – wenn ihr über den Link etwas kauft – eine kleine Provision bekomme, die mir hilft, den Blog weiter zu betreiben. Euren Kaufpreis beeinflusst das natürlich nicht.

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