Projekt „UHU“ #20 – Kompaktkurs mit Stefan Quirmbach

Ein Blogleser hatte mir mit Begeisterung von einem Kurs „Hölzer & Driver“ bei Stefan Quirmbach erzählt. Genau da habe ich auch meine Herausforderung und dachte mir, dass mir so ein Kurs sicher auch gut täte. 

Etwas mehr als ein einfacher Golflehrer 

Ehrlich gesagt war ich aber auch neugierig darauf, Stefan Quirmbach einmal persönlich kennen zu lernen. Mein guter Golfbuddy Ralph (Ihr wisst schon, der mit den grandiosen Golfkalendern) ist Mitglied im Golf Club Hardenberg und hatte mir schon sehr positiv von Stefan berichtet.

Das Logo der Golfschule Stafen Quirmbach im Hardenberg Golf Resort
Seit 2004 im Hardenberg Golf Resort

Immerhin gilt der als einer der besten Golflehrer in Deutschland:

  • seit 2000 ist Stefan Quirmbach Präsident der PGA of Germany
  • bereits 1996 wurde er zum Fünf-Sterne-Professional der PGA of Europe gekürt
  • 2008 erhielt er zusätzlich mit „Master Professional“ die höchste Graduierungsstufe der PGA of Germany

Im September habe ich ihn einfach einmal angeschrieben und nach einem Kompaktkurs oder einem vergleichbaren Angebot gefragt. In einer netten Mail hat mir seine Frau dann die nächsten Termine geschickt, die noch im Herbst verfügbar waren. 

Anfang Oktober war es soweit und Stefan sollte es endlich mit dem ultimativen Endgegner aller Golflehrer zu tun bekommen: mit mir. 🙂

Kompaktkurs „weiter & genauer“

Bei einem Kurstitel wie „weiter & genauer“ hatten sie mich natürlich ziemlich schnell als Teilnehmer im Sack. Einen kompletten Tag lang sollte es darum gehen, die Eisen und die Hölzer besser, zuverlässiger, gerader und länger zu schlagen – nehme ich. 

Also habe ich gebucht und mich am Morgen des 3. Oktober auf den Weg zum Golf Club Hardenberg gemacht. 

Wir waren insgesamt vier Teilnehmer, die sich eingefunden hatten. Nach einem kurzen Warmschlagen hat Stefan zunächst jeden von uns einzeln in die Videokabine geholt, um einen individuellen Eindruck der „Problemzonen“ je Teilnehmer zu bekommen.

Schwungdiagnose: Ach Du Sch***

Mein Ergebnis beziehungsweise Stefans Analyse der „Ist-Situation“ (= mein bis dahin aktueller Golfschwung) war einigermaßen niederschmetternd. In der Kurzfassung waren es folgende Problemzonen:

  • Griff
  • Setup
  • Rückschwung
  • Schwungbahn

Dass ein Drive manchmal überhaupt geradeaus ging, glich unter diesen Voraussetzungen eher einem Wunder (und es war ja auch ähnlich selten der Fall). Also war meine Golfkarriere schon beendet? 

Fehlschläge? Kann ich alle!

Meine Fehler verzeihen selbst die besten Schläger nicht…

Vereinfacht gesagt sorgt mein gewohnter Griff für einen deutlichen Slice. Die fehlerhafte Armhaltung im Rückschwung verstärkte diese Tendenz noch weiter, so dass ich mit einer bis zu 70-80 Grad geöffneten Schlagfläche am Ball ankommen würde.

Um das (instinktiv) auszugleichen kommt mein Schwung deutlich von außen. Zusätzlich versuchen die Hände den Fehler zu korrigieren und die Schlagfläche ruckartig zu schließen. Daraus resultieren sowohl die vielen hohen Slices als auch die immer wieder auftretenden flachen Pulls.

Bei den Eisen fällt das aufgrund des Lofts weniger ins Gewicht und der Ball fliegt oft noch einigermaßen geradeaus (zumindest optisch – messbar ist die Kurve trotzdem). Der Driver allerdings hat kaum eine Chance, einen geraden Ballflug zu erzeugen.

Abgesehen davon kostet diese „spontanen Korrekturen“ mit den Händen jede Menge Energie und damit Länge.

Back to Basics mit Stefan Quirmbach

Immerhin war ich mit meinem „Problem“ nicht ganz allein und Stefan hat uns in einer kurzen Demonstration noch einmal die „Basics“ verständlich erklärt und gezeigt. Daraufhin ging es an die individuelle Korrekturen.

Stefan Quirmbach macht es vor, wie es geht
Stefan Quirmbach macht es vor

In meinem Fall hieß das: deutlicher stärkerer Griff und deutlich aufrechter stehen (so krumm wie bisher war ein Drehen nur sehr eingeschränkt möglich). Also muss ich mehr in die Knie gehen und den Rücken gerade halten.

Außerdem achte ich im Rückschwung darauf, den rechten Ellenbogen unten zu behalten und nicht mehr so hoch zu ziehen wie bisher. Das erklärte übrigens auch, warum ich immer mal wieder Schulterschmerzen hatte – Schleimbeutelentzündung war schon fast Gewohnheit.

Der „richtige“ Griff ist anstrengend und fühlt sich erst einmal „falsch“ an, weil es eben gegen die Gewohnheit geht. Auch das neue Setup ist erst einmal sonderbar – aber die Schläge waren schon erstaunlich gerade und vielfach sauber.

Schwung und Kraft aus dem Körper

Nach einem kurzen Kraftzirkel, um nach der Mittagspause wieder in Schwung zu kommen, ging es an den zweiten Teil des Tages. Nach „gerade“ (durch eine gerade Schlagfläche) sollte es nun auch um „weiter“ gehen.

Der zweite Schritt war also die Korrektur der Bewegungskette oder genauer gesagt erst einmal deren Einführung; das Einleiten des Golfschwungs eben nicht mit den Armen (wie es typisch ist für die meisten Hobbygolfer), sondern mit der Hüfte.

Mit zwei-drei (für mich) relativ einfachen Bildern hat Stefan demonstriert, wie ich es hinbekomme, die Bewegungskette vom Rückschwung in den Abschwung bis hin zum Durchschwung auszulösen. Das Ziel ist immer die Endstellung, die natürlich bei jemandem wie Stefan Quirmbach toll (und so leicht) aussieht.

Viel üben mit laufender Korrektur

Um das von klein nach groß aufzubauen haben wir erst mit dem Pitching Wedge und 50-Meter-Chips begonnen. Damit blieben die Hände noch passiv und die „untere Hälfte“ der Bewegung ging so langsam in das normale Gefühl über. Anschließend haben wir den Radius erhöht und die Hände integriert.

Das gleiche Spiel haben wir anschließend mit mittleren Eisen und schließlich mit dem Fairwayholz – zunächst vom Tee – gemacht. So ein Chip mit dem Holz fühlt sich witzig an, geht aber schon erstaunlich weit. Das wäre ein prima Sicherheitsschlag, wenn es vom Tee besonders eng ist.

Stefan hat dabei immer mal wieder korrigierend eingegriffen, wenn – bei mir – der neue Griff oder das Setup nicht gestimmt haben. Alte Gewohnheit abzulegen fällt halt nicht so leicht, wie ich es mir in dem Fall wünschen würde.

Der Dicke kann den Draw

Als letztes haben wir uns um den Driver gekümmert und auch hier die Basics Stück für Stück übertragen. Mit ihm hatte ich ja bisher immer das gesamte Portfolio an möglichen Fehlschlägen ausgeschöpft. 

Aber mit einem neuen Griff, einem besseren Setup und einer anderen Schwungbahn passierte plötzlich etwas: Der Ball startete leicht rechts vom Ziel und flog in einem ganz sanften Bogen links genau dahin, wo er hin soll.

Fühlt. Sich. Das. Geil. An.

Heidegolfer-Fazit zum Kompaktkurs mit Stefan Quirmbach

Es sieht so leicht aus

Ich bin froh, dass ich den Kurs mitgemacht habe. Ein im Prinzip kompletter Trainingstag bei einem der renommiertesten Golflehrer Deutschlands hat ohnehin schon etwas für sich.

Aber Stefan passt mir auch menschlich sehr gut – sympathisch, offen und nicht ansatzweise abgehoben (was ich bei der Vita durchaus verstanden hätte). Ein Golfer wie Du und ich.

Aber auch inhaltlich war der Tag extrem wertvoll für mich.

Natürlich hat mich Stefans Analyse meines Schwungs zuerst ziemlich runtergerissen. Das klang schon stark nach „vielleicht sollte ich lieber mit Halma anfangen“.

Der vergleichsweise einfache Weg aber, den er mir zur Korrektur aufgezeigt hat, stimmt mich andererseits wieder positiv.

Während des Übens – wie gesagt unter laufender Beobachtung und bedarfsweiser Korrektur – habe ich Bälle geschlagen, die ich so kaum von mir kannte. Langer Draw mit den Eisen, sauberer und langer Abschlag mit dem Holz. 

Der Gipfel waren die sanften Draws und für meine Verhältnisse weiten Schläge mit dem Driver. Der Dicke und ich sind ja so ein bisschen knülle miteinander – aber wenn ich das konservieren kann, dann werden wir noch beste Buddies. Ich bin zuversichtlich und habe wieder richtig Bock. 

Spätestens im nächsten Frühjahr werde ich außerdem nochmal zu Stefan ins Hardenberg Golf Resort fahren – quasi zum „Check Up“ für den Saisonstart. Stay tuned… 

Übrigens

Dieser Bericht spiegelt meine ganz individuelle persönliche Meinung wider. Ich habe dafür keine Bezahlung erhalten noch wurde mir eine in Aussicht gestellt. Meine Kursgebühr (und das Mittagessen im Clubrestaurant) habe ich ganz regulär bezahlt.

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