Golfclub Gut Bissenmoor im Golfplatz-Check

Im letzten Sommer hatte sich meine Nina zusammen mit einigen Bekannten zu einem reinen Ladies Turnier in Schleswig Holstein angemeldet und wir Männer waren quasi „über“. Also haben wir uns auch zusammengetan und sind in den Golf & Country Club Gut Bissenmoor in Bad Bramstedt gefahren.

Direkt nach der Ankunft zeigt sich die Anlage gut organisiert: Das gemütliche Clubhaus mit dem angeschlossenen Bistro „Le Bellevue“ und der einladenden Sonnenterrasse bildet das kommunikative Zentrum und die Trainingsanlagen gehören zu den großzügigsten im norddeutschen Raum. Mit einer riesigen Driving Range samt überdachten Abschlägen, einem weitläufigen Pitch- und Putting-Bereichen sowie einem eigenen 9-Loch-Kurzplatz gibt es ideale Bedingungen für die Vorbereitung.

Die Frontnine: Taktik und weite Fairways

Die ersten neun Löcher des Meisterschaftsplatzes erstrecken sich über ein weitgehend flaches, typisch norddeutsches Gelände, das durch die charakteristische schleswig-holsteinische Knicklandschaft strukturiert wird. Auf den ersten Blick wirken die Spielbahnen hier angenehm breit und fehlerverzeihend. Doch der Schein trügt ein wenig, da strategisch platzierte Bunker und geschickt integrierte Wassergräben und -hindernisse präzises Platzmanagement verlangen.

Der Wind spielt – wie auf eher flachen Plätzen im Norden üblich – fast immer eine Rolle und kann die Schlägerwahl erheblich beeinflussen. Insgesamt präsentieren sich die Frontnine trotz allem aber als ein fairer, flüssig zu spielender Abschnitt. Mit soliden Abschlägen kann man hier eine gute Basis für den Score legen.

Ein gutes Beispiel für das Layout der ersten Hälfte ist die Bahn 4, ein strategisch interessantes Par 5. Vom Abschlag aus öffnet sich dem Spieler ein scheinbar einladendes Fairway. Das wird jedoch in der Landezone durchschnittlicher Spieler auf der rechten Seite durch eine Baumreihe begrenzt. Auf längere Spieler wartet ein Stück weiter ein über 40 Meter langer Fairwaybunker. Wer hier zu aggressiv agiert und den Drive zu weit nach links zieht, findet sich schnell im Sand wieder oder blockiert sich den direkten Weg zum Grün.

Kürzere Spieler haben dann für den zweiten Schlag einen Wassergraben im Fairway zu überwinden. Längere Spieler sollten den quer über das Fairway verlaufenden Fairwaybunker etwa 60 Meter vor dem Grün in ihre Kalkulation einbeziehen. Das Grün ist breit, aber nicht sonderlich tief – die Annäherung erfordert also ein präzises Eisen und eine gute Längenkontrolle.

Ein echtes Highlight der Frontnine ist das abschließende Loch 9, ein knackiges Par 4 mit einem Halbinselgrün am Ende. Hier gilt es, vom Abschlag aus eine gute Position auf dem Fairway des Dogleg rechts zu finden. Je weiter rechts der Ball endet, desto kürzer das Anspiel aufs Grün. Andererseits ist die Baumreihe am rechten Fairwayrand dichter – ein entspannte Lage ist also schwer zu finden.

Die Backnine: Wasserreiche Herausforderungen bis zum Finale

Auf den zweiten neun Löchern ändert der Platz vom Gut Bissenmoor ein wenig seinen Charakter. Durch den verstärkten Einsatz von Wasser zieht der Schwierigkeitsgrad spürbar an. Insgesamt prägen fast 3,5 Hektar Wasserfläche die gesamte Anlage (habe ich online gefunden). Ein Großteil davon konzentriert sich auf den hinteren Bahnen, was von den Spielern deutlich mehr taktische Disziplin abverlangt.

Die Fairways wirken optisch oft etwas enger, da Neuanpflantzungen, dichte Sträucher und die künstlich angelegten, sanften Hügelketten die Flugbahnen optisch einrahmen. Das Layout zwingt dazu, den Ball strategisch zu platzieren, anstatt einfach nur den Driver zu schwingen, was die Backnine zu einem abwechslungsreichen und interessanten Erlebnis macht.

Gut gefällt mir, dass auch die zweiten neun Loch mit einem Highlight aufhören. Das Signature-Hole des Platzes ist die Bahn 18. Dieses abschließende Par 4 führt die Spieler direkt zurück in Richtung Clubhaus. Damit bietet es ein spektakuläres Finish vor den Augen der Zuschauer auf der Terrasse. Die Bahn verläuft als leichtes Dogleg, bei dem auf der rechten Seite das Aus droht, während im Knick strategische Bunker und Wasserhindernisse lauern.

Die größte Herausforderung wartet jedoch ganz am Ende: Das Grün ist als Inselgrün angelegt. Der Schlag auf diese von Wasser umgebene Halbinsel erfordert volles Vertrauen in den eigenen Schwung. Raum für Fehler gibt es quasi gar nicht und die gesamte Runde kann hier ein dramatisches oder glanzvolles Ende finden.

Heidegolfer-Fazit zum Golfplatz Gut BIssenmoor

Der Meisterschaftsplatz von Gut Bissenmoor hinterlässt einen unaufgeregten, aber handwerklich grundsoliden Eindruck. Dank einer ordentlichen Drainage ist die Anlage fast das gesamte Jahr über gut bespielbar und die Trainingseinrichtungen habe ich eingangs schon positiv erwähnt. Auch den Kurzplatz finde ich als Ergänzung sehr gut.

Die Grüns haben mir gut gefallen – für mich hat das Spielfeld für meinen Putter meistens die größte Bedeutung. Die Grüns im Gut Bissenmoor sind mittelgroß und meist nur sanft onduliert. Es gibt Breaks, die man meist sehen oder zumindest erahnen kann und grundsätzlich läuft der Ball spurtreu.

Grundsätzlich spielt sich der Platz für jede Leistungsstärke sehr schön. Starke Spieler haben ausreichend Optionen für Risk- und Reward-Schläge und können sich teilweise dank großzügiger Fairways mit dem Driver austoben. Als Spieler mit mehr Herausforderungen kann man den Platz aber ebenso gut bewältigen. Sogar ich habe auf Anhieb mit einer 97 den UHU gespielt (und mich damit sogar unterspielt).

Auch der Empfang und die Gastro sind gut. Wenn ich meckern darf, dann über die Tatsache, dass ich keinen Logoball bekommen habe. Die gibt es im Gut Bissenmoor nämlich laut der netten Dame im Sekretariat gar nicht. Fand ich sehr schade, weil ich zu den Sammlern gehöre. Aber ansonsten war der Besuch sehr schön (auch dank der netten Gesellschaft von Sebastian, Tim und Thorsten).

Kontakt

Golf & Country Club Gut Bissenmoor
Golfparkallee 11
24576 Bad Bramstedt

www.golfbissenmoor.de
sekretariat@golfbissenmoor.de

Bildergalerie

Übrigens

Der Bericht ist subjektiv und wurde weder bezahlt noch beeinflusst, Greenfee habe ich regulär bezahlt (und über die Golfamore-Karte gespart).

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