Ein Dutzend Fragen an … Reinhard-Karl Üblacker

In der Serie „Ein Dutzend Fragen an“ stelle ich ganz unterschiedliche Persönlichkeiten aus der bunten Welt des Golfsports vor. Heute geht es um Reinhard-Karl Üblacker, besser bekannt als „Hole-in-one-Reinhard“, der sich mit 50 Jahren vorgenommen hat, Golfprofi zu werden.

Von Reinhard gelesen hatte ich schon vor einiger Zeit und fand die Geschichte sehr spannend. Als ich ihn dann neulich bei einem meiner Lieblings-Podcasts „Teetime – der Golf Podcast“ als Gast gehört habe, bin ich auf ihn zugegangen, um ihm auch ein Dutzend Fragen zu stellen.

Der gebürtige Österreicher setzt alles daran, sein Ziel umzusetzen. Wer den Weg verfolgen möchte, der folgt ihm am besten bei Facebook und bei Instagram. Ansonsten findet man mehr Infos zu Reinhard natürlich auf seiner Homepage hole-in-one-reinhard.com – und wer ihn direkt unterstützen möchte, kann bei Gofundme als Sponsor dazu beitragen, dass Reinhard den Weg zum Profi schafft.

Seit wann genau spielst Du Golf und wie ist es dazu gekommen?

Der erste Abschlag war am 25. Juni 2020. Ich hatte beruflich dort zu tun und musste natürlich mal probieren. Seither habe ich den Schläger nicht mehr weggelegt. Die Platzreife habe ich im Turbogang absolviert. Die Prüfung war dann am 7. Juli 2020 – also etwa drei Wochen nach meinem ersten richtigen Golfschlag.

Du hast ja quasi einen Raketenstart hingelegt – Single-HCP nach etwas mehr als einem Jahr. Hast Du selbst mit der Entwicklung in der kurzen Zeit gerechnet?

Natürlich nicht (lacht). Aber ich bin ehrgeizig und wenn ich etwas erreichen will, dann setze ich alle Hebel in Bewegung, das ich das Ziel auch erreiche. Das hat mir in vielen anderen Dingen schon geholfen und so läuft es auch beim Golfspiel.

Du sagst sehr offensiv, dass Du Golfprofi werden willst. Wie ist diese Idee entstanden?

Das kam aufgrund eines Kurses in Bad Griesbach. Der Pro damals und auch mein jetziger Trainer, Denis Prössel, hat mein Talent sofort erkannt und mein Potential gesehen.

Speziell für die Seniorenklasse bin ich im besten ,Alter um in vier Jahren all das zu lernen, wofür andere oft mehr als 20 Jahre gebraucht haben. Also haben wir gemeinsam einen Plan entwickelt und gehen das Projekt an – von meinem Ehrgeiz hatte ich ja schon berichtet.

Wie hat dein Umfeld auf die Idee reagiert? Und wie reagieren andere Golfer, wenn sie davon hören?

Durchwegs positiv. Ich kriege viele Rückmeldungen, dass mein Weg was Besonderes ist, dass ich es schaffen werde und dass ich vor allem auch als Vorbild für viele andere Golfer wirke und den einen oder andren motivieren kann. Das motiviert mich dann im Gegenzug auch wieder mehr, diesen Weg zu gehen.

Welches Ziel hast Du dir gesetzt, also wann willst Du auf welcher Tour spielen?

Unser gemeinsames Ziel, also von meinem Trainer und mir, ist es, 2025 bei der Legends Tour dabei zu sein. Mal schauen, wie meine Entwicklung bis dahin ist und welche Touren vielleicht noch möglich sind, zu spielen. Aber so grob ist das der Zeitplan.

Du warst in jungen Jahren Leistungssportler, unter anderem einer der besten Minigolfer Österreichs. Hilft dir das jetzt auch bei diesem Projekt oder macht es keinen Unterschied?

Leider hilft mir das spielerisch in keinster Weise, selbst das Putten ist nicht vergleichbar. Wo ich aber profitieren kann ist das Mindset im Wettkampf, weil ich das von früher kenne. Also die mentale Einstellung, Konzentration und das Fokussieren auf der Golfrunde – da bringe ich schon ein bisschen was mit aus dem früheren Leistungsbereich.

Wie oft trainierst Du und hast du ein spezielles Training?

Ich trainiere sechsmal die Woche. Davon zwei- bis dreimal mal mit meinem Pro Denis Prössel, wo es im speziellen um das Technik-Training geht. Von ihm bekomme ich dann auch Aufgaben gestellt, die ich alleine abarbeiten kann und mir dann im individuellen Training vornehme.

Zudem bin ich einmal die Woche bei meinem Physio, Artur Frank, DER Physio in der Golfwelt. Er begleitet die Profis auf den unterschiedlichsten Touren und weiß wovon er spricht. Mit ihm trainiere ich Mobilisation, wir sprechen über die optimale Ernährung und vieles mehr. Es passiert also auch viel im Hintergrund abseits des Golfplatzes.

Wo liegen die Stärken in deinem Golfspiel (wo hast du vielleicht sogar schon Tour-Niveau) und was ist aktuell die größte Baustelle?

Mir liegt das Putten sehr gut. Bei den Pelztests (Kurzspieltests) gelingt es mir sehr oft, den Profi-Score zu erreichen. Eine große Baustelle gibt es in diesem Sinne nicht, da mein Trainer diese gar nicht zulässt, bzw. wir schnellstmöglich daran arbeiten, diese sofort wieder zu beseitigen. Das Gesamtpaket ist eigentlich recht ausgeglichen.

Gibt es für dich schon Highlights / Erfolge in deiner noch jungen Golfkarriere, die du bereits erreicht hast?

Ein großes Highlight war natürlich mein Hole-in-one am 24. April 2021 auf Bahn 13 im GC Pleiskirchen. Das Loch ist mit 164 Metern nicht das kürzeste und als der Ball direkt ins Loch ist, war das schon ein mega Gefühl.

Und jetzt jüngst Ende März habe ich meinen ersten Score unter 80 auf 18 Loch gespielt. Auf dem herrlichen Golfplatz Sagmühle habe ich eine 78 nach Hause gebracht – das war ein weiterer Meilenstein auf meinem Weg.

So einen Plan “Golfprofi” kann man nicht alleine umsetzen. Wer hilft dir bei der Umsetzung deines Ziels?

Ganz vorne ist mein Head Pro Denis Prössel zu nennen. Er war selbst erfolgreicher Tour Spieler und Artur Frank, Head Physio im Olympiastützpunkt Bayern und auf sämtlichen European Touren aktiv. Denis motiviert mich und unterstützt mich mit all seinem Wissen und seiner Erfahrung. Darüber hinaus gibt es natürlich noch einige andere wie meinen Physio Artur Frank und das Golfodrom Bad Griesbach wo ich die besten Trainingsbedingungen habe.

Du finanzierst dich weitestgehend selbst, wie können dich Sponsoren oder andere Golfer unterstützen?

Aktuell bin ich mit Sponsoren zum Glück schon ziemlich gut aufgestellt, aber natürlich hilft jede Unterstützung noch mehr. Wer mich unterstützen möchte, der kann das gerne über Gofundme tun, da habe ich eine Seite eingerichtet: https://gofund.me/6b80b020

Wie geht Dein Satz weiter: “Golf ist der beste Sport, weil…”?

Clint Eastwood hat mal gesagt: „Ich kann nicht genau sagen, was mich am Golf so fasziniert. Immer wenn man das Gefühl hat, jetzt hat man’s raus, macht es einem klar, dass es nicht so ist“. So geht es mir auch sehr oft. Ich bin wohl einfach verrückt genug, weiterzuspielen.

Vielen Dank, Reinhard, für deine Zeit und deine Antworten. Und natürlich viel Erfolg für dein Vorhaben – ich bin gespannt, wie es weitergeht.

5 Kommentare

  1. Hallo Olaf.

    Sehr interessanter Bericht und RKÜ drücke ich natürlich die Daumen das er es schafft.
    Die besten persönlichen Voraussetzungen dazu scheint er zu haben, auch Trainer Prössel und Quellness Golf scheinen die richtigen Partner zu sein um dieses Vorhaben umzusetzen. Allerdings stellen sich mir doch noch einige Fragen. Der WHI von 8,7 nach 2 Jahren ist schon phantastisch und außergewöhnlich. Jedoch ist ein Index von 3, 2 oder 0 oder besser(Scratch-Golfer) nochmal eine völlig andere Welt. Genau hier scheitern ja die allermeisten Hoffnungen. Selbst wenn man es schaffen sollte, was unfassbare Arbeit und Disziplin erfordert, kommt ja dann noch die Qualifying School. Dort trifft man auf Profis und muss sich die Qualifikation zur Legends-Tour gegen echte Profis erspielen. Ein fast unmögliches Unterfangen möchte ich meinen. Wäre schön hier mehr über den geplanten Weg zu erfahren.
    Zum Schluss muss man das auch alles finanzieren. Hier ist auch ein großer Stolperstein, denn Reisen, Unterkunft, Trainer, Caddie, Startgelder usw. wollen ja auch bezahlt sein. James Robinson (Ex-ET-Player) sprach mal von etwa 3000 Pfund pro Turnierwoche. Die Legends-Tour dürfte zwar preiswerter sein, aber auch das Geld muss man erstmal einspielen an Preisgeldern. Und das gegen Profis. Da sind vordere Platzierungen auf der Tour nötig, um nach Abzug von Steuern nur die Unkosten zu decken.
    RKÜ muss sehr gute und dauerhafte Sponsoren haben um auf der Tour zu spielen.
    Trotzdem wünsche ich natürlich viel Erfolg und werde weiter seinen Weg beobachten.
    Gruß
    Thomas

    1. Hallo Thomas,
      du hast absolut recht, das Vorhaben ist mehr als nur ambitioniert. RKÜ ist mit seinem Trainer aber tatsächlich der Meinung, dass sie es schaffen können. Prössel war ja selbst playing pro und weiß das (hoffentlich) gut einzuschätzen.
      Ich muss gestehen, gewisse Zweifel hegte und hege ich auch, was die Tour angeht. Aber andererseits begeistern mich das Engagement und die Entschlossenheit der beiden. Insofern bin ich gespannt wie es weitergeht und werde RKÜ weiter im Auge behalten.
      Viele Grüße Olaf

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