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Projekt „UHU“ #10 – Clubmeisterschaft

Das Projekt „UHU“ – endlich Runden unter hundert spielen – zieht sich weiter hin, weil es einfach nicht klappen will. Auch nicht beim Highlight des Golfjahres: der Clubmeisterschaft. Und dabei war der Plan doch so gut – und es hätte drehbuchreif sein können, unter dem Druck des Zählspiels den Knoten platzen zu lassen. Hätte, hätte, Zählkette…

Zählspiel ist nur einmal im Jahr

Das Highlight des Golfjahres ist für mich die Clubmeisterschaft. Auch wenn ich natürlich nicht ansatzweise Chancen habe, da etwas zu reißen, gehört sich aus meiner Sicht die Teilnahme einfach für jeden Golfspieler, der einem Club angehört. Verbundenheit mit dem Club, gute Erziehung, Etikette, Respekt gegenüber den stärksten Spielern – man kann viele Gründe ins Feld führen.

Ganz abgesehen davon ist aber vor allem die Aufgabe „Drei Runden Zählspiel an einem Wochenende“ eine sportliche Herausforderung, der man sich wenigstens einmal im Jahr stellen sollte. Immerhin behaupten ja viele, dass Zählspiel „das wahre Golf“ ist (nicht zwingend meine Meinung, aber bitte).

Natürlich spielen viele in Privatrunden nicht nur Stableford, sondern zählen sicher auch – je nachdem wie voll es auf dem Platz ist – jeden Schlag. Im Rahmen eines Turniers ist es dann aber doch noch einmal etwas anderes.

Mein erstes Mal hatte ich 2016

Vor zwei Jahren habe ich meine erste Clubmeisterschaft mitgespielt und einen grandiosen letzten Platz belegt. Ich hatte bis dato noch nie reines Zählspiel unter Turnierbedingungen gespielt und habe mich entsprechend nervös einige Male ordentlich selbst besiegt.

Vor allem habe ich aber gemerkt, dass Turnierroutine nicht unwichtig ist. Ich spiele wenige Turniere im Jahr und habe deshalb das eine oder andere gar nicht auf dem Schirm. Bei einer schwierigen Lage ist mir nicht eingefallen, dass ich den Ball ja für unspielbar erklären könnte – und habe ihn so fröhlich immer tiefer ins Rough gehackt.

Zweistellig kann ich auch

Mit einer 13 auf unserer neunten Bahn, einem Par 4, habe ich nicht einmal das Höchstergebnis aufschreiben müssen. Ein anderer Teilnehmer hat es geschafft, irgendwo eine 15 zu notieren. Das tröstet ehrlich gesagt etwas.

Jetzt muss man dazusagen, dass ich mit damals 34,5 auch das mit Abstand höchste Handicap aller Teilnehmer hatte. Nach drei Runden hatte ich zum Vorletzten – immerhin einem Handicaper in den mittleren 20ern – nur einen Abstand von acht Schlägen. Von daher fand ich meine Leistung gar nicht so schlecht und habe mich schon auf das nächste Jahr gefreut.

Die Clubmeisterschaft 2017 musste ich dann aber leider verletzungsbedingt ausfallen lassen – ich hatte Schulter. Und zwar so schlimm, dass ich meinen rechten Arm zwischenzeitlich kaum bewegen konnte. Das war eine Spätfolge des „DoubleBogeyClash“ gegen Kiezgolf und hart erkämpft, aber eben nicht zu ändern. Also musste ich meine Hoffnungen auf eine bessere Platzierung auf 2018 verschieben.

Ziel für 2018: Platzierung aus 2016 verbessern

Dieses Jahr sollte also alles besser werden. Ich würde ruhig und sicher spielen, keine Risiken eingehen und das Kind so schon schaukeln. Dachte ich. Wollte ich sogar. Aber wie es so ist, kommt alles erstens anders und zweitens als man denkt.

Ich habe eine Theorie: Wenn es einen Golfgott gibt (den gibt es bestimmt), dann muss es ja eigentlich auch einen Golfteufel geben. Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass der mich seit einiger Zeit auf dem Kieker hat und sich einen Spaß daraus macht, mir die Runden zu versauen. Eine andere Erklärung fällt mir nicht mehr ein.

Mein Plan für Runde eins der Clubmeisterschaft war klar: Sicherheit. Defensiv spielen, kein Risiko, hauptsache Fairway. Also blieb der Driver im Bag und ich habe überwiegend mit einem Eisen abgeschlagen, hin und wieder auch mit meinem 5er Holz.

Ein Plan, der nicht wirklich funktioniert

Der Anfang war ok und die ersten beiden Bahnen habe ich das gezeigt, was einige Kerle „sicheres Damengolf“ nennen – kurz, aber gerade. Doch dann passierte das: Auf unserer dritten Bahn gibt es rechts eine Ausgrenze. Ich ziele also sicherheitshalber weiter nach links, nehme ein mittleres Eisen, hole kürzer aus und trotzdem (*Gelächter von unten* – Golfteufel) geht dieses blöde, kleine, miese weiße Dreckstück von einem Ball nach rechts, an der Ausgrenze entlang und überschreitet sie mit einem Grinsen!

Ich bin mir sehr sicher, dass der Ball gegrinst hat, als er an dem weißen Pfosten vorbei gehüpft ist. Und zwar mehrfach, denn auch beim zweiten und dritten Abschlag passierte das gleiche. Ich hatte zwischenzeitlich sogar den Schläger gewechselt. Gedanklich war ich soweit, als nächstes mit dem Putter abzuschlagen, als mein vierter Abschlag (!!!) dann doch ein Stück vor der Ausgrenze spielbar liegen blieb. Ich habe letztlich eine 12 (!!!) für das 300 Meter kurze Par 4 aufgeschrieben – und innerlich gekocht.

Details zum Rest der Runde erspare ich Euch, immerhin war die drei das einzige Loch, bei dem ich zweistellig gespielt habe. Ansonsten sind viele Doppelbogeys, ein paar Triplebogeys und tatsächlich sogar ein Par auf die Scorecard gewandert. Berühmt geht anders und ich war naturgemäß nicht sonderlich zufrieden mit dem Ergebnis meines „sicherheitshalber-ohne-Driver“-Plans.

Passendes Bild zur Clubmeisterschaft: die Ruhe vor dem (Hagel-)Sturm

Dass wir drei-vier Regen- und sogar einen kurzen Hagelschauer auf der Runde hatten, kann leider kaum als Begründung herhalten. Andererseits beschert es wirklich grandiose Bilder, wenn die Sonne kurz durch eine Lücke in den Wolken hindurch linst. Ein Golfplatz kann so schön sein, selbst während einer Clubmeisterschaft.

Jetzt darf der Driver doch noch ran

Die zweite Runde nach dem (wirklich leckeren) Mittagessen habe ich dann aus „was-soll’s“-Gründen entgegen der eigentlichen Planung wieder mit Driver gespielt. Im Ergebnis war es ähnlich durchwachsen. Ja ok, schlecht – es war schlecht. Und auch in der zweiten Runde habe ich einmal ein Loch zweistellig beendet (diesmal übrigens wegen zwei Abschlägen ins Aus und einem weiteren Schlag ins Wasser).

Aber im Gegensatz zur ersten „sicheren“ Runde (*Gelächter aus dem Off*) war das Auf-und-Ab in der zweiten Runde extremer. Ich hatte ein paar Bogeys (mit knapp verpassten Par-Putts) und dafür aber auch einige Doppel-Pars. Insgesamt habe ich die zweite Runde „nur“ drei Schläge schlechter beendet als die erste.

Ich muss zugeben, ich war am Ende auch ziemlich platt, als wir endlich zum zweiten Mal das 18. Grün verlassen haben. Körperlich war es sehr anstrengend, aber auch vom Kopf her ist irgendwann die Luft raus gewesen. Ich spiele einfach zu selten, um das locker wegstecken zu können.

Trotzdem habe ich mich auf den nächsten Tag gefreut – immerhin wartete noch die Schlussrunde auf uns. Und mit meinen beiden Spielpartnern Albert und Martin haben die ersten beiden Runden trotz der zwischenzeitlichen Score-Desaster richtig Spaß gemacht. Golferherz, was willst Du mehr.

Die finale Runde der Clubmeisterschaft am Sonntag

Unsere dritte Runde am Sonntagvormittag haben wir dann alle drei furchtbar angefangen und uns erst nach einigen Löchern langsam fangen können. Ab Bahn fünf lief es besser – zumindest für Albert und Martin. Ich habe nämlich mit meinem 5er Holz eine Lady geschlagen und meinen Mitspielern dieses durstige Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Die Stimmung war gut, das Golf stellenweise auch und ich habe meinem Driver genau zweimal die Chance gegeben, sich für vorangegangene Schandtaten zu entschuldigen. Was soll ich sagen: die Chancen hat er nicht genutzt. Das Thema ist vorerst erledigt, der Dicke hat jetzt Hausarrest.

Den Rest der Runde habe ich mit Eisen und Holz zu Ende gespielt und das Ergebnis des Vortages sozusagen bestätigt. Soll heißen, ich habe den Querschnitt der beiden ersten Runden gespielt und gezeigt, was ich so drauf habe: von einem Par über Bogeys, Doppel- und Triple-Bogeys bis hin zu zwei Quadruple- und einem Quintuple-Bogey – und ja, das habe ich googeln müssen…

Ein tolles Gefühl war es übrigens, am 18. Grün dann von Publikum empfangen zu werden. Die Senioren waren vor uns gestartet und also bereits durch mit ihrer Runde. Also hatten sich einige Zuschauer schon einen guten Platz für das finale Loch gesichert.

Mit meiner Annäherung habe ich leider das Grün etwas rechts verfehlt. Der Chip aus dem tieferen Gras rollte knapp am Loch vorbei und meinem langen bergab-Putt fehlte am Ende ein halber Meter auf der Linie – Applaus gab es trotzdem. 🙂

Geschafft! Im doppelten Wortsinn…

Wie es sich gehört habe ich meine Lady (am Ende waren es sogar zwei) natürlich nach der Runde mit einem Getränk für meine Spielpartner bezahlt.

Fertig aber zufrieden nach der Clubmeisterschaft 2018

Und was mein Ziel angeht, meine Platzierung aus 2016 zu verbessern: das habe ich tatsächlich geschafft! Leider nicht durch eigenes Zutun, denn ich bin wieder letzter geworden. Aber weil es weniger Teilnehmer waren, bin ich fünf Plätze vorgerückt – und genau so kann man sich ein Ergebnis nach zwei Bierchen schönreden. 😉

Aber im Ernst: Die Clubmeisterschaft macht Spaß. Sie kostet Zeit, sie kostet Kraft, sie kostet vor allem auch Nerven – aber es lohnt sich. Weil es eine Erfahrung ist, die ich nicht missen möchte. Und weil es eine Herausforderung ist, auf die ich mich auch für das nächste Jahr schon jetzt freue.

Und hey, was habe ich eigentlich zu verlieren? Ich kann mich ja nur verbessern – und irgendwann schaffe ich das auch.

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