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Golfplätze & Bewertung

Golf Club Hardenberg – Niedersachsen Course

Bei Northeim in Niedersachsen liegt eine Perle: der Golf Club Hardenberg. Ich hatte mich – wieder einmal über die Community „Wir lieben Golf“ – online mit Ralph zum Golfspielen verabredet, da ich nach einer Fachtagung bei Kassel auf dem Rückweg nach Hause noch einen neuen Platz kennen lernen wollte.

Ralph ist Mitglied in Hardenberg und Inhaber des PAR Verlags. Unter anderem gibt er den wirklich grandiosen Golfkalender heraus, den mir die beste Ehefrau der Welt zum letzten Weihnachtsfest geschenkt hat und der seitdem auf meiner Bettseite im Schlafzimmer an der Wand hängt. Zum Kalender werde ich demnächst noch etwas mehr schreiben, heute geht aber es erst einmal um den Niedersachsen-Course im Golf Club Hardenberg mit dem berühmten Keilerkopf-Inselgrün.

Ich war trotz Umleitung deutlich früher als geplant am Golf Club und konnte so erst einmal das Restaurant ausprobieren. Das Ambiente ist älter, gediegen, aber stimmig. Immerhin ist man auf einem ehemaligen Landgestüt oder so etwas ähnlichem (muss ich mal nachlesen), da passt offenes Fachwerk und dunkles Leder einfach sehr gut zum Gesamtbild.

Die Karte war gut sortiert, nicht zu voll (viele Gerichte heißt ja immer „wir haben eine Mikrowelle“, weniger Gerichte deuten darauf hin, dass jemand wirklich kochen kann … habe ich gehört). Ich bestelle in Restaurants eigentlich immer Dinge, die ich selbst nicht koche – und da meine Familie zuhause keine Leber mag, fiel meine Wahl darauf.

Und ich muss ehrlich sagen: Ich habe lange nicht mehr eine so gute Kalbsleber gegessen. Zart und auf den Punkt, besser geht es nicht. Dazu gab es perfekte Stampfkartoffeln, eine grandiose Soße, herrlich. Ich war fast enttäuscht, dass ich so schnell satt war. Obwohl ich das eigentlich ziemlich albern finde, habe ich tatsächlich ein Foto von meinem Teller gemacht (also genau genommen sogar zwei: vorher-nachher).

Aber gut, ich war ja eigentlich zum Golfspielen da. Also ging es nach dem Essen zum Sekretariat, um mich anzumelden und das Greenfee zu bezahlen. Der Empfang war ausgesprochen freundlich, so dass man sich sofort willkommen fühlt. Als Gast eines Mitglieds gibt es sogar noch einen Nachlass auf das Greenfee, von daher war alles prima. Ich bekam noch den Hinweis, welchen der vielen Parkplätze ich am besten auswählen sollte, um nah an der Driving Range und dem ersten Tee des Niedersachsen Course zu sein, da das Gelände recht weitläufig ist.

Also ab ins Auto, richtigen Parkplatz angesteuert und die Sachen ausgepackt. Ich bin zuerst zum Puttinggrün, um die Geschwindigkeit zu testen, und dort einige Putts zu machen. Noch bevor ich überhaupt daran gedacht hatte, auf die Range zu wechseln, kam Ralph plötzlich an. Sein Termin ging schneller als erwartet und er konnte unsere Startzeit vorverlegen – wir hatten noch sieben Minuten bis zum Tee-off.

Einen Kaltstart mache ich selten, aber natürlich kommt es vor. Was soll’s, dachte ich mir, es ist ja kein Turnier sondern eine Spaßrunde. Gut gelaunt und beschirmt (weil es zu regnen begonnen hatte) machte ich mich also mit meinem Spielpartner auf zum ersten Abschlag, den ich ohne seine Hilfe vermutlich gar nicht so leicht gefunden hätte. Und dann begann der Spaß – im wahrsten Sinne des Wortes.

Man startet gleich mit einem schönen 500-Meter Par 5, einem längeren Par 4 und einem weiteren Par 5, damit man gleich weiß, wo bei diesem Platz der Hammer hängt. Dabei spielt man zunächst leicht bergab und zum Grün hin wieder aufwärts, die dritte Bahn wird zusätzlich etwa 150 vor dem Grün von einem Bach gekreuzt, der bis dahin das Fairway rechts begrenzt (habe ich getroffen…).

Bahn Nummer vier ist das erste Par 3 und für mich schon das erste Highlight. Von einem erhöhten Abschlag spielt man auf ein ebenso erhöhtes Grün in über 160 Metern Entfernung – dazwischen liegt eine Art „Tal“ mit Gestrüpp und viel Gemüse, in dem man nicht liegen möchte. Hat man die Strecke doch nicht geschafft, steht man einer hohen Steinmauer gegenüber, die das Grün nach links begrenzt. Optisch grandios und spielerisch herausfordernd.

Überhaupt haben mir vor allem die Par 3 ausgesprochen gut gefallen – allen voran natürlich mit Bahn 11 DAS „signature hole“ des Platzes:

Das Inselgrün in Form eines Keilerkopfes, dem Wappen derer zu Hardenberg.

Auch hier spielt man von einem deutlich erhöhten Abschlag und hat bis Mitte Grün 170 Meter zu überwinden. Der Zahn und die Ohren des Keilerkopfes sind dabei kleine aber fiese Bunker. Einfach ein tolles Loch, das ich tatsächlich Par gespielt habe – leider brutto, weil mein erster Ball zu kurz war und baden gegangen ist… 😉

Aber auch die anderen Löcher sind fast alle bemerkenswert. Es gibt spannende Par 4, teilweise mit blinden Abschlägen über einen Hügel auf ein dann abfallendes Fairway oder Doglegs. Insgesamt hat der Platz relativ viele Bunker, verglichen mit anderen Plätzen, die ich so kenne. Vor allem die Grüns sind gut verteidigt, wobei es teilweise wirklich unheimlich schöne Bunkerlandschaften gibt und eben nicht einfach die langweiligen Sandkästen, die so manch anderer Platz hat.

An einigen Löchern – gerade auf den ersten Bahnen – sind Steinmauern im Spiel, teils als seitliche Begrenzung, teils als Hindernis auf oder am Fairway. Zudem sind schon einige Höhenmeter zu überwinden, so dass man regelmäßig bergauf oder bergab spielen muss und oft über oder unter dem Ball steht. Dass der Platz selbst von den gelben Abschlägen noch über 6.000 Meter lang ist (und damit deutlich länger als die Plätze, die ich sonst spiele) bedeutet für mich als Kurznase eine zusätzliche Herausforderung.

Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir einige Bahnen: Loch 4 habe ich schon erwähnt. Direkt danach die 5 ist ein tolles Par 4 Dogleg rechts mit einer Steinmauer im Fairway und als Grenze (und Stütze) des erhöhten Grüns. Bleibt man im unteren Teil, so muss man am Ende locker zehn Meter steil nach „oben“. Loch 9 wird als mittleres Par 4 mit sage und schreibe 13 Bunkern im Fairway und rund ums Grün verteidigt.

Die 14 als kürzeres Par 3 leicht bergab, bei dem das Grün von einem Teich links und zwei großen Bunkern rechts verteidigt wird, fand ich optisch auch toll. Die 15 ist ein mittleres Par 5, das aber nach zwei Dritteln rechts neben dem Fairway eine kleine Apfelbaumplantage zu bieten hat (die Äpfel sind ausgesprochen lecker) und auf einem Grün endet, das einfach genial gestaltet ist.

Auch die beiden Abschlussbahnen 17 und 18 sind schon optisch, aber auch spielerisch toll. Zunächst startet man bei der 17 über Wasser und könnte als Longhitter theoretisch sogar schön abkürzen. Als Otto-Normal-Golfer wie ich legt man einmal vor, um den zweiten Schlag dann über einen Bachlauf bergauf in Richtung des mit Wasser und Sand verteidigten Grüns zu spielen. Und die 18 spielt man wieder an der großen Waste-Area entlang, die man schon an Bahn 1 zu sehen bekommen hat – wirklich toll.

Insgesamt kann ich als Fazit ziehen: Der Platz war – trotz des zuletzt länger regnerischen Wetters – in einem hervorragenden Zustand. Bis auf stellenweise etwas weicheren Boden waren die Fairways klasse. Das Rough war eher kurz, so dass man schon ordentlich aus der Richtung spielen musste, um in Schwierigkeiten zu kommen (was ich natürlich zwei-drei Mal trotzdem geschafft habe…). Vor allem aber die Grüns fand ich richtig gut: toll gestaltet, teilweise stark onduliert, spurtreu und – dank der höheren Luftfeuchtigkeit – nicht allzu schnell.

Aus meiner Sicht ist der Niedersachsen-Course mindestens für norddeutsche Golfer ein „muss-man-mal-gespielt-haben“-Platz, gehört mit 68 / 78 Euro Greenfee (Mo-Do / Fr-So) aber auch zu den kostenintensiveren Zielen. Das Geld ist der Kurs aber absolut wert; wer also die Gelegenheit hat: unbedingt spielen!

GOLF RESORT HARDENBERG
Gut Levershausen 1
D- 37154 Northeim

Abschließend einige Impressionen in der Bildergalerie:

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