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Ein Dutzend Fragen an … Torben Wissuwa

In dieser Serie stelle ich Golf-Pros, Golf-Blogger und andere Menschen aus der Golf-Welt vor.

Diesmal geht es um Torben Wissuwa aus Bremen. Torben ist vielen Golfern vor allem auf Facebook sicher bekannt über die Seite Golf-Rules, wo er regelmäßig Regelsituationen aufgreift, Fragen beantwortet und über die entsprechenden und passenden Decisions informiert. Aus meiner Sicht für jeden Golfer eine spannende Seite, bei der man im Zweifel nur lernen kann.

Torbens Heimatclub ist der Golfclub Verden, wo er als Jugendwart auch dem Vorstand angehört.

Vielen Dank, Torben, dass Du Dich bereit erklärt hast, mir mein Dutzend Fragen zu beantworten.

Wie lange spielst Du schon Golf und wie ist es dazu gekommen?

Ich spiele seit fast 6 Jahren Golf. Ostern 2012 kam mein heutiger Schwager auf mich zu und fragte ob ich mit ihm auf den Golfplatz wolle – das Wetter sei zu schön für Couch und Netflix und er wolle das mal ausprobieren. Ich dachte erst – Golf, echt? Sind wir schon soo alt? – habe mich dann aber Gott sei Dank breitschlagen lassen. Auf dem Platz, WINSTONgolf bei Schwerin, wurden dann innerhalb weniger Minuten alle meine Vorurteile Golf sei langweilig, spießig und nur was für arrogante Selbstdarsteller, pulverisiert. Die Menschen waren nett, offen, und total hilfsbereit. Meine ersten Bälle flogen kaum 20 Meter und ich hatte die Hände noch falsch herum am Griff, was ein vorbeikommender Pro sehr nett im vorüber gehen korrigierte und dann kam der erste Treffer und die Murmel flog. Da hatte mich Golf. Und das Golf Sport ist merkte ich am nächsten Morgen. Nachmittags bin ich dann mit meiner heutigen Frau noch einmal hin, damit sie es auch erlebt und seit dem Spielen wir. Zurück in Bremen haben wir dann fix die Platzreife auf der Golfrange gemacht.

Du bist zusätzlich auch als Referee aktiv, wie oft bist Du da unterwegs und wo?

Ich bin als Spielleiter und Referee im Golfverband Niedersachsen-Bremen, GVNB, aktiv, sprich, von der Hamburger Landesgrenze bis zum Harz und nach NRW und Hessen ran kann alles dabei sein. Daneben hatte ich schon Einsätze auf der Pro Golf Tour und für den Golfverband Mecklenburg Vorpommern, GVMV. Ich komme dabei auf etwa 6 Wochenenden im Jahr zuzüglich Fortbildungsveranstaltungen und den Referee-Cup als Saisonabschluss.

Was war Deine lustigste oder originellste Situation, die Du als Referee zu entscheiden hattest?

Als ein Spieler in einem Clubturnier seinen Ball aus dem Bunker in seine Kapuze gespielt hat, ganz ruhig stehen blieb, seine Mitspieler heranwinkte und sagte, er bräuche jetzt einen Referee. Er stand dann wie eine Statue dort und wartete, dass wir ihm sagen, welche Möglichkeiten er jetzt hat…

Viele kennen Dich vor allem als „den von den golfe-rules“ – wie bist Du darauf gekommen, das ins Leben zu rufen?

Meine Katze ist schuld. Wir haben uns eine Katze angeschafft etwa zur Zeit meiner ersten Einsätze und ich nervte meine Facebookkontakte regelmäßig mit Katzenfotos und Regelfragen auf meinem privaten Facebookprofil. An einem langweiligen Samstagnachmittag voller Regen habe ich dann meiner Katze meine erste Facebookseite erstellt um so den Inhalt etwas zu filtern. Weil ich gerade im Fluß war, kam GolfRules dann quasi direkt hinterher. Seitdem ist es auf meinem privaten Profil wieder so, dass meine Freunde nicht genervt wegklicken. Kurz danach hatte ich einen gemeinsamen Einsatz mit meinem Spielleiterkollegen Thomas, der mir seine Unterstützung anbot – seitdem sind wir in der Lage täglich etwas zu den Regeln zu schreiben. Dabei wird im Grunde alles, was auf dem Platz passiert, irgendwie fotografisch festgehalten, damit wir Bilder für spätere Fragen und Fälle haben.

Kann man als Referee so etwas wie eine Lieblingsregel haben? Wenn ja, welche wäre das bei Dir?

Ich habe tatsächlich eine, R33-7. Danach kann die Spielleitung die Strafe der Disqualifikation verhängen, abändern oder aufheben. Das habe ich im letzten Jahr einmal bei einem 6-jährigen Spieler aus Südamerika gemacht, der noch nicht die Platzreife, sondern nur ein Kindergolfabzeichen Bronze hatte. Er war der deutschen Sprache nicht mächtig, seine Mitspieler der englischen und spanischen nicht, sodass die vier nicht miteinander reden konnten. Er hat von seinem Pro gelernt auf dem Abschlag aufzuteen und tat das auf der Runde auf jedem Abschlag. Auch auf denen, auf denen er nur wegen einer Lady lag. Regulär hat das nach der Runde aufgrund verschiedener Regelverstöße zur Disqualifikation geführt, doch meine zwei Kollegen und ich waren der Meinung, dass das für einen 6-jährigen, der nicht die Platzreife hat und in sein erstes Turnier startet zu hart ist. Wir haben die DQ dann aufgehoben da er mangels Regelausbildung nicht wissen konnte, was er falsch gemacht hat. Im Endeffekt erreichte er den letzten Platz, sodass es auch niemanden geschadet hat nur aufzuheben und keine weiteren Strafschläge zu verhängen – wie zB die 10 Strafschläge aus dem Film „The Short Game“ über die USKidsgolf Meisterschaften.

Wie oft kommst Du selbst noch dazu, einfach mal so eine Golfrunde zu spielen?

Hier habe ich echt Glück. Dadurch, dass ich mein eigener Boss bin kann ich meine Zeit ganz gut einteilen. Ich sitze dann früh um sechs am Schreibtisch, gehe mittags oft schnelle 9 Loch und sitze danach wieder am Schreibtisch. Kurz gesagt schaffe ich so etwa 180 Runden im Jahr. Am Wochenende dann auch gern 18 Loch…

Hast Du einen Lieblingsschläger und wenn ja wieso ist er das?

Mein Putter, ein Scotty Cameron Newport Select, da er mich selten im Stich lässt und ich etwas Zeit und Arbeit investiert habe um ihn zu tunen und zu pimpen.

Wie gut war Deine beste Golfrunde bisher?

Schwer zu sagen, da ich oft auf unterschiedlichen Plätzen spiele aber ich denke meine 82 auf dem WINSTONlinks war ganz ordentlich.

Wie viele Golfplätze hast Du schon gespielt – und welcher davon war Dein Lieblingsgolfplatz?

Ich habe sie nicht gezählt, leider. Es werden so etwa 60 sein, 10 davon im Ausland. Lieblingsplätze habe ich ein paar. WINSTONgolf mit beiden großen Plätzen, Budersand, HGC Falkenstein. Das sind eher so die üblichen Verdächtigen. Meinen Heimatclub Verden mag ich sehr, dort zu spielen war eine sehr bewusste Entscheidung, die ich nicht bereut habe. Ist fast immer trocken da. Aktuell ist mein Lieblingsplatz das Golfressort Gut Wissmannshof bei Kassel. Traumplatz und – wenns fertig ist – eine tolle Infrastruktur.

Welchen Platz möchtest Du gerne irgendwann auf jeden Fall noch spielen?

Thracian Cliffs bei Varna in Bulgarien steht ganz oben auf meiner Liste.

Mit wem würdest Du gerne einmal eine Golfrunde spielen und warum?

Donald Trump, aber ich befürchte nach der Runde würde mich der Secret Service verschwinden lassen, damit ich nicht über Regelverstöße schreibe. Nein, mal im Ernst: Jan Josef Liefers, Annica Hansen und Joe Miller. Ersteren, weil ich ihn in der Börne-Golfszene im Tatort sehr überzeugend fand und glaube, dass er ein sehr angenehmer Mitspieler wäre, zweitere, weil ich sie bisher nur von einem Longdrive-Event kenne, aber mir vorstellen kann eine lustige Runde zu haben und letzterer weil ich gerne einmal herausfinden würde, wie ein Longdrive-Champion einen Platz angeht.

Wie geht Dein Satz weiter „Golf ist der beste Sport, weil…“?

… man bis ins hohe Alter einen riesen Spaß haben kann und man wirklich NIE seinen eigenen Ansprüchen gerecht spielen kann.

 

Vielen Dank für Deine Antworten, Torben, und allzeit schönes Spiel!

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