Golfclub Munster

Man sagt ja oft „wir sollten irgendwann einmal“ und solche Sachen. Und dann macht man es irgendwie doch nie. So ähnlich ging es mir mit einer Golfrunde im Golfclub Munster. Den habe ich das erste Mal 2016 mit meinem ehemaligen Vorstand gespielt und nur ein einziges Foto gemacht. Jetzt endlich war ich ein zweites Mal zusammen mit meiner Heidegolferin dort.

Typisch britischer Golfplatz

Bereits seit 1962 wird in Munster Golf gespielt. Ursprünglich betrieben die damals im niedersächsischen Munster stationierten britischen Streitkräfte die 9 Loch Anlage. Wohl auch deshalb hat sie auch jetzt noch den Charme eines typisch britischen Golfplatzes – so sagt es zumindest Andreas Obrock, der Reisegolfer, mit der Erfahrung von weit über 500 gespielten Golfplätzen (lest auch einmal sein Dutzend Fragen).

Mit dem Rückzug der britischen Armee aus Munster bildete sich 1992 eine „Interessengemeinschaft Golf in Munster“, um den Platz und damit das Golfangebot in Munster auch nach dem Truppenabzug fortzuführen. Nach langwierigen Verhandlungen und mit tatkräftiger Unterstützung der Stadt Munster übernahm Ende 1993 der „Golfclub Munster e.V.“ das Gelände zur Nutzung.

Niedliche kleine 9 Loch Golfanlage

Der Golfplatz selbst liegt in Kohlenbissen bei Munster und damit direkt am Rande eines Militärgeländes der Bundeswehr. Das erkennt man bei der Anfahrt alleine schon an den vielen Stacheldraht-bewehrten Zäunen und sonst eher untypischen Warnschildern („Achtung, Panzer-Wildwechsel“ und sowas).

Der Club ist nach wie vor recht klein, aber dieses „klein“ habe ich bislang immer eher als gemütlich und familiär kennengelernt – und genau den Eindruck bekommt man auch, wenn man auf den Parkplatz rollt. Das Clubhaus ist ein schönes Fachwerkhaus und passt perfekt zum Drumherum.

Zur Driving Range passiert man den ersten Abschlag und findet dort drei überdachte Abschläge sowie einige offene Mattenplätze vor. Die Range ist ziemlich schmal und zumindest zur rechten Seite mit einem Fangzaun gesichert, weil dahinter die achte Spielbahn verläuft. Mit knapp über 200 Metern Länge ist auch nach hinten raus nicht allzu viel Platz.

Das Puttinggrün und das Chippinggrün sind genauso gut ausgeschildert wie der Rest und damit auch für Platz-Neulinge leicht zu finden. Das Puttinggrün befindet sich unmittelbar neben der Terrasse, so dass man bei schönem Wetter gleich noch ein bisschen Druck beim Üben hat – das kann für die Turniersituation gar nicht mal schlecht sein.

Der Platz an sich ist wie bereits erwähnt eine 9-Loch-Anlage mit je zwei Abschlägen für gelb und rot, so dass ein 18-Loch-Kurs gespielt werden kann. Teilweise unterscheiden sich die Abschläge der „Frontnine und Backnine“ nur in der Länge der Löcher. An anderen Bahnen entstehen durch unterschiedliche Tee-Positionen ganz andere Winkel und Voraussetzungen, so dass gefühlt eine andere Bahn zu spielen ist.

Kurz bedeutet nicht automatisch auch leicht

Dass der Platz insgesamt nicht sonderlich lang ist (Par 70, gerade einmal 5.246m/4.606m von gelb/rot) finde ich nicht wirklich schlimm, ganz im Gegenteil. Da ich ohnehin kein „Longhitter“ bin, fühlt es sich für mich besser an, theoretisch mehr Grüns in Regulation erreichen zu können, als ich es sonst gewohnt bin.

Die Hindernisse sind entsprechend geschickt platziert und machen die kürzeren Bahnen nicht unbedingt einfacher. Abgesehen davon wird es immer mal wieder etwas enger und Bäume links oder rechts bestrafen jeden verzogenen Ball ebenso wie das Rough.

Dass es auf der gesamten Anlage lediglich an der 9./18. Bahn ein kleines Wasserhindernis gibt, fällt im Grunde gar nicht auf – es sei denn, man trifft es.

Es gibt sehr kurze Löcher und einige ziemlich lange Bahnen, von daher bietet der Platz im Golfclub Munster vor allem eines: Abwechslung. Das kurze Par 3 Loch 3/12 zum Beispiel spielt sich durch eine schmale Waldschneise zwischen Bäumen und Ästen hindurch. Zu allem Überfluss lauert vorgezogen vor dem Grün ein kleiner, fieser Bunker.

Kleine aber gute Grüns

Die Grüns sind eher klein, dafür allerdings recht schnell und damit spannend zu putten. Ich habe einen Moment gebraucht, um mich an die Geschwindigkeit zu gewöhnen. Abgesehen davon war der Zustand der Grüns gut und der Ball hat die Linie gehalten (ob sie nun stimmte oder nicht).

Besonders gefallen hat mir Loch 2/11, das mit einer kleinen Baumgruppe auf dem Fairway etwa 100 Meter vor dem Grün eine besondere Herausforderung bietet – da wird es richtig eng.

Hier zeigen sich auch prima die Unterschiede zwischen den zwei Tees: Als Loch 2 ist es ein 300 Meter kurzes Par 4, das sich sehr gerade spielt. Als Loch 11 spielt man ein fast 400 Meter langes Dogleg links mit einem höllisch engen Abschlag.

Auch schön, wenn auch anders, ist die Schlussbahn Loch 9/18, speziell wenn man es als 9 spielt. Dann ist das Par 3 von gelb satte 207 Meter lang (von rot 184 Meter) und wird von einer Hügel herab angegriffen. Das flache Grün ist von zwei kleinen, aber tiefen Bunkern davor geschützt.

Heidegolfer-Fazit zum Golfclub Munster

Für mich ist der Platz vom Golfclub Munster eine tolle Option, wenn man etwas Abwechslung haben möchte und eine gute Mischung aus Herausforderungen und Chancen sucht. Ich denke, auch mittlere und höhere Handicaps werden diesen Platz mögen. Aber man sollte schon geradeaus spielen, denn das Rough kann gemein sein.

An einem guten Tag kann man hier richtig gute Ergebnisse erzielen, weil manche Löcher halt wirklich kurz sind. Hat man allerdings einen eher schlechten Tag erwischt (so wie ich zuletzt), dann kann man auch ganz böse bestraft werden.

Nebenbei bemerkt spricht auch das Preis-Leistungs-Verhältnis für einen Besuch. Ein Tages-Greenfee (!) von 30/35 Euro (wochentags/Wochenende) ist fast unschlagbar günstig, auch hier in unserer Gegend. Ich empfehle den Platz deshalb sehr gerne weiter.

Kontakt

Golfclub Munster
Kohlenbissen 55
29633 Munster
Telefon 05192-887059
https://golfclubmunster.de
info@golfclubmunster.de

Meine erste Runde 2016 habe ich hier mit GameGolf getrackt. Ansonsten bietet die Bildergalerie unten einige optische Eindrücke vom Platz (Fotos sind von 2020).

Übrigens

Gespielt habe ich den Platz im August 2016 und im September 2020. Der Bericht spiegelt ganz alleine meine persönliche Meinung wider und wurde weder beauftragt noch verlangt. Eine Bezahlung oder Vergütung habe ich nicht erhalten und auch mein Greenfee habe ich ganz regulär gezahlt.

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