Golfclub Gut Frielinghausen (Frontnine)

Wer hätte gedacht, dass man Ende Februar bei 16 Grad im Schatten Golf spielen kann – ich nicht. Noch dazu auf einem wirklich schönen Golfplatz wie dem des Golfclub Gut Frielinghausen.

Eigentlich war ich nach Düsseldorf gefahren, um die Golfmesse Rheingolf zu besuchen. Da habe ich den halben Samstag verbracht, viele Eindrücke gesammelt und vor allem jede Menge Leute getroffen. Mit einem davon, Torben Wissuwa von golf-rules.de, hatte ich im Vorfeld schon geschrieben. Wir haben nämlich von Düsseldorf aus zumindest bis Dortmund den gleichen Heimweg (Torben muss nach Verden/Bremen) – da lag es nahe, vorher noch irgendwo Golf zu spielen.

Frühling im Februar [Foto: Genth]

Wir haben uns für den Golfclub Gut Frielinghausen entschieden, der verkehrsgünstig bei Wuppertal auf dem Weg liegt.

Genau genommen sind es der Golfclub Gut Frielinghausen und der Golfclub Felderbach, die nebeneinander als Einheit eine 45-Loch-Anlage bieten. Zwei vollwertige 18-Loch-Plätze werden durch eine öffentliche 9-Loch-Anlage ergänzt, die auch Anfängern die Möglichkeit zum Golfspielen gibt.

Unsere Wahl war wie gesagt auf Frielinghausen gefallen und ich war beeindruckt, wie voll der Parkplatz war, als ich um kurz nach zehn ankam. Das gute Wetter hatte jede Menge Golfer angelockt.

Torben hatte sich um eine Startzeit gekümmert – die frühestmögliche war 11.20 Uhr. Weil wir beide noch einiges an Wegstrecke nach Hause hatten, haben wir beschlossen, nur die ersten neun Loch zu spielen; beim Blick über den Platz war die Entscheidung allerdings alles andere als leicht.

Kaltstart ins Wasser

Ich weiß gar nicht, warum ich mich nicht warm gemacht habe. Ich glaube es lag an der verlockenden Sonne auf der Restaurantterrasse, bei der man lecker Kaffee trinken und klönen kann. Torben und ich sind also ziemlich kalt zum ersten Tee marschiert. Dort trafen wir auf unsere Flight-Partner Gudrun und ihren Mann, die beide sehr nett waren und zum Glück den Platz schon kannten.

Abschlag in Richtung Sonne [Foto: Genth]

Der erste Herrenabschlag geht über einen kleinen Weg und einen Teich dahinter, der grundsätzlich nicht im Spiel sein sollte. Wenn man allerdings (so wie ich) den Abschlag toppt, dann beginnt man (so wie ich) mit einem Mulligan und darf (so wie ich) gleich nochmal schlagen.

Das fängt ja gut an, könnte man meinen – aber es stimmt auch, weil die erste Bahn schon optisch richtig schön ist. Wenn der Abschlag kommt, geht er in eine Senke, von der aus man anschließend die zweite Hälfte des eher kurzen Par 4 Lochs aufwärts spielt, um das oben liegende Grün zu erreichen.

Mit Bahn zwei folgt ein lang gezogenes Dogleg links von einem erhöhten Abschlag, das ähnlich wie Loch eins zunächst hinunter und dann zum Grün wieder bergauf zu spielen ist – nur halt diesmal links um die Kurve.

Langes Par 3 abwärts [Foto: Genth]

An die Eröffnungslöcher schließt sich ein mit über 200 Metern sehr langes Par 3 mit zwei Bunkern an. Da der Abschlag allerdings locker 20 Meter höher liegt als das Grün, spielt sich das Loch um einiges kürzer.

Doglegs und Hanglagen

Ein kurzes Par 4 Dogleg rechts führt dann wieder bergauf und ist damit deutlich länger zu spielen, zumal sich das Grün selbst noch einmal auf einem Plateau befindet.

Das anschließende Par 5 ist dafür extrem kurz und führt den Spieler oberhalb von Bahn 2 wieder zurück. Wer hier den Abschlag mit einem Slice nach rechts wegdreht, der findet seinen Ball nicht selten neben oder sogar auf dem Fairway der zweiten Bahn wieder. Für den Schlag zurück sind von da aus ordentlich Höhenmeter zu überwinden – von den Bäumen zwischen beiden Bahnen ganz zu schweigen.

Im Knick vom Dogleg Bahn 6 [Foto: Genth]

Loch sechs ist das nächste kurze Par 4, das sich aber erneut länger spielt als es ist. Zum kleinen Grün hin muss man links um einige hohen Bäume herum – oder drüber, wenn man es denn schafft.

Den Abschlag ganz rechts im Fairway zu platzieren wäre die Ideallösung. Da das ganze Gelände aber nach links hängt, klingt das einfacher als es tatsächlich ist. Dafür hat mir hier das Grün besonders gut gefallen: leicht in einer Senke von zwei Bunkern bewacht und Bäumen direkt dahinter ist es nicht einfach anzuspielen.

Es folgt ein eher unspektakuläres mittleres Par 3 mit einem länglichen Grün. Hier haben ich meinen einzigen Dreiputt der Runde produziert, ausgerechnet nachdem ich das Grün (als einziger) vom Abschlag aus getroffen hatte. Mein Par-Putt blieb doch tatsächlich zwei Zentimeter vor der Lochkante liegen … *FluchDeinerWahl*

Das beste kommt zum Schluss

Kurzes Par 5 abwärts [Foto: Genth]

Die letzten beiden Bahnen der Frontnine sind für mich die optischen Higlights. An Loch acht fährt man auf dem Weg zum Club und zum Parkplatz vorbei und freut sich schon darauf, hier ins Tal hinunter abschlagen zu können. Das kurze Par 5 geht deutlich abwärts, der Blick vom Herrentee aus ist aber tatsächlich grandios schön.

Der Abschlag landet meist auf einem kleinen Plateau, wobei die Landezone eher großzügig ist. Wer nicht so kurz ist wie ich, der hat sicher die Chance, das Grün direkt mit dem zweiten Schlag anzuspielen. Von der rechten Fairwayseite aus hat man dafür die beste Ausgangposition, solange man den Bäumen dort ausweicht.

Das Grün ist durchschnittlich groß und hat links eine Welle, die je nach Fahnenposition durchaus interessant sein kann. In der Bahnenübersicht auf der Homepage ist vorne links noch ein Teich eingezeichnet, der inzwischen aber „nur noch“ ein Bunker und damit weniger gefährlich ist. Ein weiterer Bunker wartet hinten rechts vom Grün auf zu lange Annäherungen.

Wasser ist magnetisch [Foto: Genth]

Das Finale unserer 9-Loch-Runde bildet ein kurzes Par 3 über einen großen Teich mit Blick auf das Restaurant und Clubhaus. Das Grün ist mit 18 Metern nicht sonderlich tief, ein Bunker hinter dem Grün fängt jeden zu langen Ball auf.

Torben hat dank eines richtig guten langen Putts unsere Runde mit einem Birdie beendet. Dass ich Bälleversenken gespielt habe, brauche ich glaube ich nicht extra zu erwähnen… 😉

Der Ballverlust schmerzt zwar das Ego, ist aber im Prinzip eine gerechte Strafe für einen schlechten Schlag. Mehr als 100 Meter muss der Ball nämlich gar nicht fliegen, um trocken zu bleiben.

Heidegolfer-Fazit zum Golfclub Gut Frielinghausen

Ich komme auf jeden Fall wieder, alleine schon für die zweiten neun Loch. Der Platz ist optisch richtig schön und spielt sich auch so: ein wirklich toller Parklandkurs. Man sollte Hanglagen auf jeden Fall vorher geübt haben, denn an kaum einer Stelle steht man richtig gerade, sondern fast immer über oder unter dem Ball.

Ich komme ganz sicher wieder [Foto: Genth]

Mit unter 2.600 Metern sind die Frontnine nicht allzu lang, was aber durch die Höhenunterschiede ausgeglichen wird. Auch die zweiten Neun sind laut Scorekarte nicht länger, bieten aber eben auch die gleichen topografische Herausforderungen.

Kurz gesagt kann ich den Platz bedenkenlos empfehlen. Ohne Startzeit klappt es allerdings nicht mit dem Spielen, zumindest an so einem Wochenende.

Mit uns zusammen waren ausschließlich 4er-Flights unterwegs, wobei wir nie wirklich warten mussten und andererseits auch keinen Druck von hinten hatten. Die Taktung passte also hervorragend, wenn man sich an die Grundprinzipien „zügiges Spiel“ und „ready Golf“ gehalten hat.

Das „Drumherum“ stimmt übrigens insgesamt auch. Die Menschen sind sehr freundlich, im kleinen aber feinen Pro-Shop wird geflachst und die Übungseinrichtungen sind mehr als ausreichend.

Zu guter Letzt ist das Restaurant, das wohl eigentlich zum angeschlossenen Golfhotel gehört, nicht nur sehr schick und modern eingerichtet, sondern bietet auch eine gute Auswahl zu vernünftigen Preisen. Alles in allem immer einen Besuch wert – ein paar Eindrücke gibt es wie immer in der Bildergalerie am Ende.

Kontakt

Golfclub Gut Frielinghausen
Frielinghausen 1
45549 Sprockhövel
www.golfclub-felderbach.de

Übrigens

Ich habe den Platz am 24. Februar 2019 gespielt. Mein Bericht ist subjektiv, spiegelt ausschließlich meine persönliche Meinung wider und wurde weder verlangt noch vergütet. Unsere Runde haben Torben und ich genau so selbst bezahlt wie Essen und Getränke im Restaurant. Ich glaube ehrlich gesagt, der Club hat gar nicht mitbekommen, dass ich da war… 😉

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