Das Finale meiner kurzen Belekreise Anfang 2026 war der Faldo Course im Cornelia Golfclub. Wir hatten bestes Wetter, kaum Wind und damit perfekte Bedingungen für einen schönen Golftag auf einem fantastischen Golfplatz. Die 27-Loch-Anlage wurde von Sir Nick Faldo entworfen und zieht sich harmonisch durch einen weitläufigen Pinienwald. Die dreimal neun Löcher umfassenden Schleifen King, Queen und Prince lassen sich flexibel zu unterschiedlichen 18-Loch-Kombinationen verbinden.
Ich habe bei meinem Besuch den „Faldo Course“ gespielt, der aus den King- und Queen-Schleifen besteht. Gespielt wird auf natürlich gewachsenem Sandboden, eingebettet zwischen mediterranen Schirmkiefern, Dünenlandschaften und zahlreichen Wasserflächen. Trotz eines längeren heftigen Regens am Vortag war der Platz in einem unglaublich guten Zustand – dicht an perfekt.
Championship-Anlage
Schon die Ankunft vermittelt den Eindruck einer klassischen Championship-Anlage. Das großzügig gestaltete Clubhaus wirkt hochwertig, ohne übertrieben luxuriös zu erscheinen. Die weitläufige Terrasse bietet einen schönen Blick auf die Übungsanlagen und einige Spielbahnen – ein angenehmer Ort, um vor oder nach der Runde noch etwas zu essen oder einfach das Geschehen zu beobachten.
Der Proshop ist hervorragend ausgestattet und führt neben international bekannten Marken auch ausreichend Zubehör für spontane Einkäufe. Wer ohne eigenes Equipment anreist, findet hochwertige Leihschläger und einen umfassenden Service.

Auch die Trainingsmöglichkeiten werden dem Anspruch der Anlage gerecht. Eine beidseitig bespielbare Driving Range, mehrere Putting Greens sowie großzügige Pitching- und Chippingbereiche bieten ideale Voraussetzungen für die Vorbereitung auf die Runde. Ergänzt wird das Angebot durch die David Leadbetter Golf Academy, die sowohl Einsteiger als auch ambitionierte Spieler anspricht.
Die Front Nine – Präzision statt Kraft
Bereits auf den ersten Bahnen zeigt sich die Handschrift von Nick Faldo sehr deutlich. Zwar wirken viele Fairways zunächst angenehm breit, doch die optimale Spiellinie entscheidet häufig über den Schwierigkeitsgrad des nächsten Schlags. Wer einfach nur weit schlägt, bringt sich schnell selbst in Schwierigkeiten. Strategisches Course Management wird hier deutlich höher belohnt als reine Länge.
Auffällig ist die konsequente Platzierung der Bunker. Die für Faldo wohl typischen Bunker sind tief, markant modelliert und genau dort positioniert, wo sie den Spieler zu einer Entscheidung zwingen. Gleichzeitig bleiben viele Löcher optisch offen und wirken nie überladen. Da einige Grüns erhöht liegen, wirken die Bunker aber zusätzlich als optische Hindernisse, da sie beim Approach entsprechend stark ins Auge stechen.

Besonders eindrucksvoll präsentiert sich das Par 5 der fünften Bahn. Der Abschlag vermittelt zunächst den Eindruck eines großzügigen Birdie-Lochs. Doch spätestens beim zweiten Schlag wird deutlich, wie sorgfältig die Hindernisse platziert wurden. Wasser und Bunker bestimmen die Lay-up-Zonen, während das gut verteidigte Grün präzise Distanzkontrolle verlangt. Wer hier zu aggressiv agiert, wird schnell bestraft. Geduld zahlt sich meist mehr aus als Risiko.
Signature Hole lockt Longhitter
Ein echtes Highlight folgt an der 7. Bahn, die nicht ohne Grund den Namen „Faldo’s Choice“ trägt und als Signature Hole des Clubs gilt. Das Loch verbindet mehrere gestalterischen Elemente: erhöhte Abschläge, geschickt platzierte Bunker, natürliche Sandformationen und mehrere strategische Optionen bis zum Grün. Das Loch wirkt spektakulär, bleibt aber stets fair spielbar, wenn man das Ego im Griff hat. Oder man versucht den Hero-Shot und greift das Grün vom Tee an – das kurze Par 4 Dogleg bietet zumindest in der Theorie auch die Chance auf einen Eagle-Putt.
Auch die übrigen Bahnen der Front Nine überzeugen durch ihre Abwechslung. Mal spielen Wasserhindernisse eine entscheidende Rolle, mal sorgen leicht erhöhte Grüns oder geschickt platzierte Doglegs für neue Herausforderungen. Trotz des sportlichen Anspruchs bleibt der Platz jederzeit angenehm spielbar und verlangt nie übertriebene Gewalt. Die Grüns sind allesamt groß und verfügen über feine Ondulierungen. Wer den Ball beim Anspiel auf der falschen Ebene platziert, muss um den Zwei-Putt kämpfen.
Die Back Nine – Mehr Wasser, mehr Strategie, mehr Championship-Gefühl
Während die ersten neun Löcher bereits anspruchsvoll sind, legen die Back Nine in Sachen Schwierigkeit noch einmal spürbar zu. Wasser kommt häufiger ins Spiel, die Annäherungen werden präziser und viele Bahnen verlangen vom Abschlag bis zum Grün durchdachte Entscheidungen.

Ein besonders interessantes Loch ist die 11. Bahn, ein langes Par 5. Auch dieses Loch wirkt zunächst großzügig, entwickelt seinen Anspruch aber mit jedem weiteren Schlag. Das Doppeldogleg rechts-links verlangt eine gute Platzierung. Die Position des zweiten Schlags entscheidet darüber, ob das Grün sinnvoll angreifbar bleibt oder ein konservativer Abschluss notwendig wird. Genau diese strategische Komponente macht den besonderen Reiz der Bahn aus.
Nur wenig später wartet mit der 15. Bahn eines der optisch schönsten Löcher der gesamten Anlage. Die Landezone ist breit, aber mit mehreren diagonal verlaufenen Fairway-Bunkern gespickt, während entlang des Grüns weitere Sandhindernisse lauern. Vom Abschlag aus eröffnet sich ein toller Blick über die gesamte Bahn. Gleichzeitig gehört sie für mich spielerisch zu den anspruchsvolleren Par 4 des Platzes – eben weil sie zunächst leicht ausschaut. Ein sauber platzierter Drive ist Voraussetzung für einen kontrollierten Angriff auf das Grün.
Es geht großartig weiter
Nicht weniger gelungen ist die 16. Bahn, ein echtes Championship-Par 5. Obwohl das Loch recht kurz ist steht hier weniger die Möglichkeit zum Birdie als vielmehr solides Platzmanagement im Vordergrund. Mit drei gut platzierten Schlägen kann man sich eine realistische Par-Chance zu erspielen. Diverse Bunker sowie die natürliche Geländeführung sorgen dafür, dass jeder Schlag wohlüberlegt sein möchte. Gerade dieses Loch vermittelt eindrucksvoll den Charakter des gesamten Platzes: Fehler werden nicht übermäßig hart bestraft, aber kluges Golf wird konsequent belohnt.

Überhaupt überzeugen die Back Nine durch ihre harmonische Einbindung in die mediterrane Landschaft. Die hohen Schirmkiefern spenden Schatten, natürliche Sandflächen unterstreichen den Charakter der Anlage und immer wieder eröffnen sich schöne Ausblicke auf Wasserhindernisse oder leicht erhöhte Abschläge. Trotz der Größe des Platzes entsteht nie das Gefühl einer künstlich geschaffenen Resortlandschaft – vielmehr wirkt vieles angenehm natürlich und gewachsen.
Heidegolfer-Fazit zum Faldo Course im Cornelia Golfclub
Von den drei gespielten Plätzen hat mich der Faldo Course am meisten beeindruckt. Gar nicht einmal, weil einzelne Löcher besonders spektakulär wären oder ständig Wasser vor jedem Grün lauert. Vielmehr sorgen die durchgängige Klarheit und die sehr abwechslungsreiche Gestaltung dafür, dass ich immer wieder ein „Wow“ im Kopf hatte.
Jede Bahn fordert und ermöglicht Entscheidungen. Wer den Driver unüberlegt einsetzt oder ständig die Fahne attackieren möchte, sammelt schnell unnötige Schläge. Wer dagegen bereit ist, strategisch zu denken und den Platz zu lesen, wird mit einer ausgesprochen abwechslungsreichen Runde belohnt. Präzises Spiel wird belohnt – wenn man denn geradeaus spielen kann.

Wie schon erwähnt liegen einige der Grüns erhöht und präsentieren sich gut verteidigt. Das Putten selbst hat mir mega Spaß gemacht, weil die Qualität des Platzes gutes Putten auch ermöglicht. Die Bälle nehmen die Breaks an, der Ball rollt sauber und das Tempo war schon im Februar deutlich besser als das meiste, was man in Deutschland so kennt.
Klasse Anlage, klare Empfehlung
Allgemein bewegt sich der Pflegezustand auf höchstem Niveau. Auch die Fairways, Bunker und alles drumherum präsentieren sich ausgezeichnet. Clubhaus, Gastronomie und Trainingsanlagen runden den hochwertigen Gesamteindruck ab. Dass sich aus den drei Schleifen verschiedene 18-Loch-Kombinationen spielen lassen, kommt uns Golfern natürlich zusätzlich entgegen.
Für mich – in Summe – der bisher beste Golfplatz, den ich im Ausland gespielt habe. Auch wenn das natürlich noch nicht allzu viele waren. Da ich mit zwei-drei (oder vier-fünf) Löchern noch eine Rechnung offen habe, würde ich hier sehr gern noch einmal spielen.
Kontakt
Cornelia Golf Club
İskele Mevkii
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TURKEY
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Übrigens
Der Bericht ist subjektiv und spiegelt meine persönliche Meinung wider. Ich habe den Platz im Februar 2026 im Rahmen der Turnierserie „144 – eine Frage der Ehre“ auf Einladung des türkischen Tourismusverbandes gespielt, als Teil eines internationalen Content Creator Teams. Den Inhalt des Textes hat dies nicht beeinflusst.
