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Ein Dutzend Fragen an...

Ein Dutzend Fragen an … „Reisegolfer“ Andreas Obrock

In „Ein Dutzend Fragen…“ stelle ich ganz unterschiedliche Personen aus der Golf-Welt vor. Heute geht es um Andreas Obrock, den meisten besser bekannt als „Reisegolfer“.

Inzwischen kommt Andreas auf über 500 gespielte Golfplätze weltweit, etwa 200 davon in Deutschland. Gemeinsam mit dem „Linksgolfer“ betreibt er SpieltGolf, das „Golf Magazin für Golfplätze, Profigolf und den Rest der Golfwelt“.

Reisegolfer Andreas unmittelbar nachdem er seinem 500. Golfplatz gespielt hat (Foto: Nicole Obrock)
Reisegolfer Andreas unmittelbar nachdem er seinem 500. Golfplatz gespielt hat (Foto: Nicole Obrock)

Auf SpieltGolf finden sich natürlich vor allem jede Menge Platzkritiken, denn auch der Linksgolfer ist fleißig in der Weltgeschichte unterwegs. Jeder Platz wird dabei ausführlich beschrieben und anhand einer Skala von 1 bis 10 Punkten bewertet. Dieses „Rating“ liefert neben der Beschreibung und den Bildern so einen zusätzlichen Mehrwert für den Leser (Erklärung zum Rating hier).

Neben dem deutlichen Schwerpunkt Platzkritik bieten die beiden auf Spieltgolf aber auch viele andere spannende Inhalte und gut recherchierte und pointiert geschriebene Artikel. Thematisch geht es vom Profigolf-Zirkus über Reisen bis hin zur Kultur. Ich kann nur jedem empfehlen, sich die Seite anzuschauen und sie zu abonnieren.

Dass sowohl das Magazin Spieltgolf als auch der Reisegolfer (und der Linksgolfer natürlich auch) bei Facebook, Instagram und Co zu finden sind, versteht sich heutzutage fast von selbst. Dem Reisegolfer zu folgen birgt allerdings die Gefahr, sich in Fernweh zu verlieren… 😉

Erst einmal vielen Dank, Andreas, dass Du Dir die Zeit für mein Dutzend Fragen genommen hast.

Wie lange spielst Du schon Golf und wie ist es dazu gekommen?

Begonnen mit dem Golfspiel habe ich 2002. Ich hatte immer schon davon gesprochen, mit Golf spielen zu beginnen, bevor ich 40 bin. Ich fand es irgendwie interessant. Und 2002 hat Redgolf in meiner Nachbarschaft seinen ersten Platz eröffnet und meine Frau hat uns dort zu einem Anfängerkurse angemeldet. Der Rest ist dann Geschichte.

Du hast jetzt gerade Deinen 500sten Golfplatz gespielt – wie ist diese „Sammelleidenschaft“ eigentlich entstanden?

Ich habe ab 2004 für ein paar Jahre in London gewohnt und gearbeitet. In der Woche war ich alleine und da sehr viele Kollegen Golf spielten und es sogar eine große Society meines Arbeitgebers gab, fing ich irgendwann an zu zählen, wie viele Plätze ich weltweit gespielt habe. Dann wurde die erste Karte der gespielten Plätze bei Google Maps gebastelt und ich wollte immer mehr neue Plätze spielen.

Gemeinsam mit dem Linksgolfer betreibst Du die Seite „spieltgolf.de“ – wie ist da die Entstehungsgeschichte?

In meiner Zeit in London begann ich mit dem Reisegolfer Blog. Platzberichte und Erlebnisse auf Blogspot. Daraus entstanden irgendwann die Platzbewertungen mit dem Reisegolfer-Rating. 2014 sprach mich dann der LINKSGOLFER an, ob wir nicht unsere „Kräfte“ bündeln sollten. Seitdem schreibe ich auf Spieltgolf einen Großteil unserer Platzberichte.

Ihr bewertet jeden gespielten Golfplatz. Wie muss für Dich der „perfekte Golfplatz“ aussehen – und hast Du vielleicht schon so einen gespielt?

Alister MacKenzie hat mal einem Buch über Golfplatzarchitektur seine 13 Kriterien für einen idealen Platz beschrieben. An die versuche ich mich zu halten, wenn ich einen Platz bewerte. Einen perfekten Golfplatz gibt es wohl nicht. Recht nahe kommen von den von mir gespielten Plätze wohl Barnbougle Dunes, Royal Dornoch und der Old Course in St. Andrews.

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Gibt es auch sowas wie ein Negativ-Ranking? Welcher Platz gehört für Dich zu den Worst-3?

Klar gibt es auch ein Negativ Ranking. Das sind die Plätze, denen ich eine 0 gegen habe. Alle davon sind in Deutschland. Das ist der Platz in der Rennbahn in Recklinghausen, Hillerheide. Ob es den noch gibt, weiß ich nicht. Dann der Platz am Kemnader See in Witten und der 6 Loch Platz beim Schloss Meisdorf.

Gibt es Golfplätze, die Dir noch auf Deiner „möchte-ich-unbedingt-einmal-spielen“-Liste fehlen? Sowas wie ein Sehnsuchtsplatz?

Da fallen mir drei Plätze ein. Hirono in Japan, NGLA auf Long Island und in Europa Morfontaine. Augusta National und Cypress Point erhoffe ich mir erst gar nicht. Aber bei den anderen Plätzen habe ich vielleicht geringe Chancen, einmal dort zu spielen.

Bei 500 Golfplätzen gibt es bestimmt auch einige skurrile Situationen oder Golflöcher? An was denkst Du mit Schmunzeln oder Grausen zurück?

Zum einen bleiben sicher die Affen in Erinnerung, die mir auf Loch 11 in George, Südafrika in aller Seelenruhe Taschentücher aus meinem Golfbag klauten. Was die damit wollten, weiß ich immer noch nicht. Und dann ein *illegal Eagle“ in Cornwall. Aus Zeitgründen hatten wir nur die ersten 9 Loch im Cape Cornwall GC gebucht. Als wir fertig waren, sah Loch 10, ein kurzes Par 4 Richtung Atlantik, so reizvoll aus, dass wir es unbedingt spielen mussten. Das Grün konnte man vom Abschlag nicht sehen. Es war nur die Richtung mit einem Stab angezeigt. Als wir unten ankamen, lagen 2 Bälle direkt neben der Fahne, die nur noch leicht angestoßen werden mussten für das Eagle. Zwei knapp verpasste Hole-in-One auf einem Par 4 vergisst man nicht so schnell.

Kann man bei der Menge an Golfplätzen ein einzelnes „Lieblings-Loch“ haben – und wenn ja, welches wäre das bei Dir?

Nein. Da bin ich ganz ehrlich. Ein paar Löcher behalte ich für immer im Kopf, weil sie halt so großartig waren. Aber Lieblingslöcher von all den gespielten Löchern habe ich nicht.

Gehst Du anders über einen Golfplatz als andere? Oder spielst Du Deine Runde und nimmst den Platz quasi „nebenbei“ wahr?

Ich würde sagen, ich spiele die Runde eher nebenbei. Obwohl ich mich auch sehr über mein Spiel ärgern kann. Der Fokus bei neuen Plätzen ist aber immer auf der Platzarchitektur. Was gibt es besonderes, was ist dem Architekten sehr gut gelungen und so weiter. Es kann auch passieren, dass mich der Platz irgendwann langweilt. Ich genieße einfach immer eine Runde Golf. Auch wenn das meine Frau aufgrund meiner Emotionen manchmal anders sieht.

Gibt es auch Golfplätze, die Du regelmäßig spielst – oder müssen es im Grunde immer neue sein?

Natürlich gibt es Plätze, die ich regelmäßig spiele. Meine beiden Heimatclubs. Und soviel spiele ich auch nicht. 70-80 mal im Jahr. Knapp die Hälfte davon auf den beiden Heimatplätzen. Aber ansonsten versuche ich immer neue Plätze zu spielen. Es ist eine Art Sucht geworden. Meine Frau beschwert sich manchmal, wenn wir in Regionen fahren, in denen wir schon mal waren, dass ich immer Plätze aussuche, auf denen ich noch nie gespielt habe.

Mit wem würdest Du gerne einmal eine Golfrunde – wo auch immer – spielen und warum?

Da gibt es niemanden, mit dem ich unbedingt mal spielen möchte. Ich spiele gerne mit meiner Frau und mit Freunden. Wenn man mich zum Beispiel vor die Wahl stellen würde, eine Runde mit Tiger Woods auf meinem Heimatplatz oder eine Runde mit meiner Frau und zwei Freunden in Cypress Point, wäre die Wahl leicht. Ganz klar Cypress Point.

Wie geht Dein Satz weiter „Golf ist der beste Sport, weil…“?

…er voller Emotionen ist und es immer etwas neues zu erleben und entdecken ist.

Vielen Dank, Andreas, für Deine Antworten und allzeit schönes Spiel!

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