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Ein Dutzend Fragen an … Patrick Emery

Unter „Ein Dutzend Fragen an…“ möchte ich gerne Golf-Pros, Golf-Blogger und andere Leute aus dem Golf-Umfeld kurz vorstellen. Die Fragen variieren sicherlich je nach Interviewpartner, aber grundsätzlich geht es mir darum, zumindest einen kurzen Blick auf „den Menschen“ zu werfen.

Heute geht es um Patrick Emery. Patrick ist Golfprofessional und der Akademie-Koordinator im Golf Club St. Leon- Rot. Daneben ist er noch zusätzlich als Kadertrainer des Baden-Württembergischen Golfverbands aktiv, betreibt den erfolgreichen Golfblog „Der Golfblog“ und ist natürlich ein gefragter Experte als Referent und Gastautor in diversen Publikationen. Er beschäftigt sich intensiv mit Golf-, Fitness- und Mentaltraining und hat zu diesen Themen auch schon verschiedene Trainingsprogramme sowie das eBook „Erfolgreich trainieren“ veröffentlicht.

Erst einmal vielen Dank, Patrick, dass Du Dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten.
Wann hast Du mit dem Golfen angefangen und wie ist es dazu gekommen?

Das hat alles mit 3 oder 4 Jahren angefangen. Mein Papa ist Engländer und Golfpro. Da wir leider schon genug schlechte englische Fußballer hatten, war die Entscheidung, dass ich golfe schnell getroffen.

Warum hast Du Dich dann dazu entschieden, Golf-Pro zu werden?

Wie jeder ambitionierte gute Golfamateur dachte auch ich darüber nach Playing Pro zu werden. Aber zu dem Zeitpunkt fand ich leider keinen Sponsor. Damals gab es gerade eine Wirtschaftskrise und es waren kaum Sponsoren im Golfsport vorhanden. Also wurde Plan B eine Option. Zuerst 3 Jahre die Ausbildung über die PGA of Germany zum (damals noch) Diplom Golfprofessional. Danach wollte ich es nochmal versuchen als Spieler Fuß zu fassen.

War das im Nachhinein betrachtet die richtige Entscheidung?

Fiese Frage 😀 Ich glaube ja. Der Beruf des Golfprofessionals wird leider nicht einfacher. Der Markt für uns Golfprofessionals wird immer schwieriger. Aber ich glaube das macht jede Berufsgruppe mal durch. Wiederrum macht natürlich das breite Spektrum meines Berufs vieles wieder weg.  Du lernst täglich neue Menschen kennen und kannst diesen deine Leidenschaft für diesen tollen Golfsport näherbringen. Während meiner Ausbildungszeit haben mich Martin Hasenbein und Mark Mattheis extrem geprägt. Beide haben mir aufgezeigt das der Beruf Golflehrer ein toller Job sein kann.

Wie oft kannst Du überhaupt noch selbst eine Runde spielen?

Reden wir hier von vollständigen Runden? Also 18 Loch? Im Sommer so gut wie gar nicht. Ich spiele immer mal wieder kurz ein paar Löcher mit Freunden, aber die Zeit reicht leider nicht für mehr. In der Wintersaison spiele ich fast regelmäßig mit einer Zockergruppe von meinem Papa.

Genießt Du so eine Privatrunde dann besonders oder ist „der Pro im Hinterkopf“ immer dabei?

Tatsächlich ist es immer ein gemischtes Gefühl 😀 Wir spielen immer um Geld. Das Geld wird auf den Front Nine, Back Nine und Total verteilt. Zusätzlich spielen wir dann noch nach jedem Birdie und am jedem Par 3 „Last Green“ und „Last In“. Somit ist also die ganze Runde vollgepackt mit einer gewissen Anspannung. Somit bleibt keine Zeit „dem Pro im Hinterkopf“ nachzugeben.

Wie gut war Deine beste Golfrunde bisher?

Ich glaube das war eine 6 oder 7 unter

Hast Du schon einmal ein Hole-in-One geschafft? Wenn ja, wo und wie?

2 Stück waren das. Das eine auf Loch 9 im GC Ulm. Das andere ist mir aber mehr in Erinnerung geblieben. Ich habe zu dem Zeitpunkt für den GC Ulm gespielt und wir hatten bei Heilbronn die BW Mannschaftsmeisterschaften. Ich war glaube ich 15 Jahre alt oder so und durfte mit Markus Brandt ( GC SLR) und Robbie Sowden (ich glaube damals Stuttgart oder Heddesheim) spielen. Beide hatten ein starkes + Handicap und waren Longhitter. Ich hingegen hatte ein HCP von 4 und war eine Kurzwurst. An einem Par 3 haben dann beide ein kleines Eisen abgeschlagen und waren mit Ihren Schlägen nicht ganz zufrieden. Ich habe dann mein Holz 7 als 3/4 Schlag flach nach vorne gespielt und der Ball ist tatsächlich ins Loch gegangen. An die Gesichter der beiden kann ich mich heute noch sehr gut erinnern 😀

Welcher ist bisher Dein Lieblingsgolfplatz, den Du gespielt hast?

Ich hab ehrlich gesagt keinen Lieblingsplatz. Ich mag jeden einzelnen Platz, den ich bis jetzt gespielt habe (und das waren eine Menge). Mittlerweile habe ich verstanden, dass jeder Platz seinen ganz eigenen Charakter hat, den man als Aufgabe verstehen muss.

Welchen Platz möchtest Du gerne irgendwann auf jeden Fall noch spielen?

St. Andrews! Falls das hier eine Reiseveranstalter liest-> meldet euch bei patrick@dergolfblog.de – gerne können wir eine Kooperation starten 😀
(Anmerkung vom Heidegolfer: da wäre ich dann gern dabei! 😉 )

Mit wem würdest Du gerne einmal eine Golfrunde spielen und warum?

Mit meinen Papa, meinem Onkel John (auch Golfpro und Zwillingsbruder von meinem Dad) und meinem verstorben Opa. Das wäre bestimmt ein toller Flight geworden.

Was machen Golf-Anfänger am häufigsten falsch (typischer Anfängerfehler)?

Hmmmm gute Frage. Pauschalisieren kann man das glaube ich nicht, da jeder Spieler als ganz individuelle Person gesehen werden muss. Vermutlich hören aber die meisten zu früh auf Stunden zu nehmen. Das liegt aber auch an uns Pros. Wir gehen viel zu selten mit den Anfänger auf den Platz spielen.

Gibt es einen Tipp, den Du jedem Golfer mitgeben möchtest?

Golf soll Spaß machen 😉

Vielen Dank für Deine Antworten und allzeit schönes Spiel!

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