Heidegolfer

Der Blog für Otto-Normalgolfer
Ein Dutzend Fragen an...

Ein Dutzend Fragen an … Stefanie Eckrodt

In „Ein Dutzend Fragen an…“ stelle ich ganz unterschiedliche Persönlichkeiten aus der Golf-Welt vor. Heute geht es um Stefanie Eckrodt.

Stefanie war erfolgreiche Golferin, hat 20 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft gespielt und ist dreimalige Deutsche PGA-Meisterin. Insgesamt fünf Jahre lang hat sie an der Europatour und der Asientour teilgenommen.

Inzwischen ist sie als Teaching Professional sehr erfolgreich. Mit dem von ihr entwickelten Trainingskonzept „hit & win“ unterstützt sie Golfer, deren natürlichen Golfschwung zu finden. Gedankenfreies Golf spielen ist das Zauberwort. Hier kommt Stefanie zugute, dass Sie als ausgebildete Mentaltrainerin auch diese Seite des Golfspiels professional unterstützen kann.

Neben ihrer Homepage www.hitandwin.de findet man Stefanie auch auf Facebook. Zudem schreibt sie als gefragte Expertin immer wieder Gastartikel in der deutschen Golf-Medienlandschaft wie zum Beispiel der Golf Post.

Ich habe Stefanie in Hamburg persönlich kennen gelernt und auch mir hat sie ihr Trainingskonzept vorgestellt. Es ging relativ schnell, dass ich den Grundgedanken umsetzen konnte und tatsächlich mit einem gefühlt geringeren Aufwand bessere, knackige Ballkontakte hatte. Ausführlicher werde ich dazu aber noch in einem separaten Blogartikel berichten.

Außerdem haben wir uns natürlich sehr viel unterhalten. Und ich konnte Stefanie auch ein Dutzend Fragen stellen:

Erst einmal vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, mein Dutzend Fragen zu beantworten.

Wann hast Du mit dem Golfen angefangen und wie ist es dazu gekommen?

Ich habe als 8-10 Jährige angefangen. Ich fand Golf spielen langweilig, da es so wenig Jugendliche gab. Ich habe lieber viel Sport in der Schule betrieben. Doch meine Eltern haben uns Kinder zum Jugendgolf gezwungen. Als Kinder hatten wir ja keine Wahl, Jugendgolf war ein Muss. Nach dem Training durften wir uns allerdings zur Belohnung ein Eis bestellen.

Warum hast Du Dich dann dazu entschieden, Golf zum Beruf zu machen?

Ich habe zwei ‘ordentliche‘ Berufe erlernt, doch bei beiden habe ich keine Idee gehabt, wie ich in diesen sinnvoll zum Glück der Menschen beitragen konnte. Eigentlich wollte ich schon immer Sportlehrerin werden und habe jede freie Minute in meiner Jugend genutzt, um Sport zu treiben. Ich war einfach glücklich, als ich die Ausbildung zum P.G.A. Golfprofesssional begann! Das war meine Berufung.

Du warst als Playing Professional erfolgreich und bist es jetzt als Teaching Professional und Coach. Kannst Du sagen, was davon mehr Spaß macht? Ganz ehrlich?

Ich war zwar immer eine begeisterte und ambitionierte Spielerin, schon als Amateurin in der Nationalmannschaft, doch es ist einfach wunderbar, nach dem gemeinsamen Training in strahlende Augen zu sehen!

Dein Konzept „hit & win“ sagt – grob ausgedrückt -, dass der Körper schon längst weiß, wie der Golfschwung geht. Wie ist das gemeint?

Der Golfschwung ist aus meiner Sicht in Büchern, DVDs und im Internet hochstilisiert, teilweise sehr verwirrend erklärt, oft wenig logisch für den Körper. Dabei ist der Bewegungsablauf viiiel einfacher, vor allem, wenn sich die Golfer bewusst sind, dass sie schon lange greifen, stehen, beugen, drehen etc. können. Das Golf spielen ist kein Hexenwerk und vor allem kein Denksport, ganz im Gegenteil!

In Deinem Training hilfst Du Deinen Schülern dann, ihren natürlichen Golfschwung zu finden?

Ja, ich gebe konkrete Umsetzungshinweise mit Kontrollpunkten/Wohlfühlpunkten über den eigenen Körper. So entsteht ein ganz natürlicher in sich passender und fließender Golfschwung – ein Wohlfühlschwung! Ich bin somit Trainerin ohne Trainerin zu sein, sodass meine Golfer und Golferinnen die besten Trainer für sich selbst werden.

Du bist nicht nur als Golf Professional sondern auch als Mentaltrainerin sehr gefragt. Wie wichtig ist allgemein die mentale Seite beim Golfsport?

Ja, der unsichtbare 15. Schläger, das Kopfspiel bzw. Kopfkino entscheidet über die Spielfreude oder den Spielfrust, das Golferglück oder das Golferunglück! Genau deshalb ist es zunächst meine Aufgabe als Golftrainerin, den Kopf des Golfers zu sortieren, sodass alle überflüssigen Gedanken auf der Stelle abfallen und der glasklare Blick für das Wesentliche, für die Konzentration auf den Punkt entsteht. Es geht um gedankenfrei treffen – mit knackigem Ballkontakt! Das geht nur, wenn der Körper nach Sortierung des Kopfes endlich frei, mit einem flüssigen Golfschwung reagieren darf. Wer will beim Golf spielen schon denken?!

Wie oft kommst Du überhaupt noch selbst dazu, „einfach einmal“ eine Runde Golf zu spielen?

Ehrlich gesagt im Moment selten, da ich mich auf die Verbreitung meines Golfkonzepts “hit & win“ konzentriere.

Genießt Du das dann besonders, oder ist immer auch der Golf-Pro im Hinterkopf dabei?

Wenn ich dann spiele, bin ich eine glückliche Golfspielerin, heute natürlich mit meinem Wissen noch viel mehr als früher! Hätte ich die Inhalte meines Golfkonzepts “hit & win“ früher gewußt, hätte mir dies viel Frust beim Spielen erspart und ich wäre eine viel entspanntere Turnierspielerin geworden. Heute weiß ich, in welche Richtung der Ehrgeiz gezielt gelenkt werden kann, um erfolgreich Golf zu spielen.

Du hast etliche Golfplätze gespielt, hast Du einen Lieblings-Golfplatz?

Ja, ein wunderbarer Golfplatz ist Valderrama in Spanien.

Gibt es einen Golfplatz, den Du unbedingt noch einmal spielen möchtest?

Ja unbedingt Pebble Beach!

Mit wem würdest Du gerne einmal eine Golfrunde spielen und warum?

Es war für mich immer ein Traum gewesen, mit Severiano Ballesteros zu spielen. Ich habe zwar mit ihm trainiert, war doch leider nie mit ihm auf dem Golfplatz. Er war ein genialer und raffinierter Spieler – mit Charisma.

Wie geht Dein Satz weiter: „Golf ist der beste Sport, weil…“?

…weil er alles bietet, was das Herz eines Menschen sich wünscht. Nicht umsonst hat schon Schiller gesagt: Der Mensch ist da ganz Mensch, wo er spielt. (Darüber habe ich übrigens meine Abschlussarbeit für die Prüfung zum PGA Golfprofessional geschrieben.) Der Vorteil des Golfspiels ist, dass es auch noch spannend ist, Naturspektakel bzw. Naturgenuss bietet, (wenn man die Natur dann auch sieht), und das auch noch gemeinsam in Geselligkeit, wenn man möchte. Der ambitionierte Sportler kommt voll auf seine Kosten, indem er Geist und Körper fordern kann. Mehr geht nicht – als schönste Nebensache der Welt!!!

Vielen Dank für Deine Antworten und allzeit schönes Spiel.

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.