Heidegolfer

Der Blog für Otto-Normalgolfer
Golfplätze

Bergen-Hohne Golfclub

Mein dritter jemals gespielter Platz ist der vom Bergen-Hohne Golfclub. Bis Ende 2014 wurde der Platz vom British Army Golfclub betrieben (weshalb bei manchen Bewertungsplattformen und anderen Golfseiten noch davon die Rede ist). Mit dem Abzug der britischen Streitkräfte aus Bergen wurde das Gelände sozusagen an den neu gegründeten Bergen-Hohne Golfclub übergeben.

Beim Platz handelt es sich um eine 9-Loch-Anlage, die aber mit jeweils zwei Tees pro Bahn als 18-Loch-Platz genutzt werden kann. Das ist in Großbritannien gar nicht so unüblich, also hat sich die golfende British Army nach dem zweiten Weltkrieg gedacht: „Wenn wir hier schon stationiert sein müssen, dann wollen wir wenigstens wie zuhause golfen.“

Eine Besonderheit ist deshalb sicher die Lage des Platzes: auf dem Gebiet des NATO-Truppen-Übungsplatzes in Bergen (Niedersachsen – bekannt wird sicherlich Bergen-Belsen sein). Man spielt also gewissermaßen auf Militärgelände; wo sonst gibt es für Mitglieder und Gastspieler eines Golfplatzes eine Sicherheitsbelehrung? Und wo sonst wird die Ruhe beim Spiel hin und wieder durch vorbeiratternde Panzer unterbrochen? 😉

Wenn man den Club einmal gefunden hat und auf dem Parkplatz hält, fällt einem sofort auf, wie klein hier alles ist. Das Clubbüro, das Clubhaus mit den Umkleiden und die Gaststätte sind optisch erst einmal wenig aufregend und (freundlich ausgerückt) überwiegend funktional. Obwohl ich hier ergänzen muss: die Gaststätte macht vielleicht von außen nicht viel her, ist aber innen offensichtlich frisch renoviert und modern schick eingerichtet.

Die Übungsanlagen sind ebenfalls eher platzsparend gebaut worden. Es gibt ein wirklich niedliches Puttinggrün, einen kleinen Übungsbunker und eine auch nicht allzu breite Driving-Range mit zehn überdachten Abschlägen (Achtung: auf dem Weg zur Driving Range kreuzt man die Bahn 7/16; man sollte also vorsichtig um die Ecke schauen, ob nicht gerade jemand abschlägt).

Das kleine Puttinggrün und das Club-Büro (im Hintergrund sieht man noch den Übungsbunker)

Der Platz selbst ist als klassischer Parklandkurs angelegt und mit knapp über 5.800 Metern nicht sonderlich lang. Insgesamt gibt es wenig Hindernisse; Wasser kommt nur ein einziges Mal ins Spiel und die Zahl der Bunker ist auch eher überschaubar (wenn ich das mit anderen Kursen in der Umgebung vergleiche). Aber dafür sind die Grüns insgesamt sehr klein und die Fairways meistens ziemlich eng.

Gerade bei den kürzeren Bahnen wird dieser Umstand überdeutlich: Auf Bahn zwei / elf zum Beispiel, einem eher mittelkurzen Par 3 (145 bzw. 131 Meter von den gelben Abschlägen), muss der Ball durch eine Schneise von acht Metern auf ein Grün bugsiert werden, das gerade einmal sechs-sieben Meter breit und keine 20 Meter tief ist. Und die Abschlussbahn neun / 18 ist mit 161 bzw. 185 Metern von gelb zwar durchschnittlich lang, aber eben auch links und rechts gut bewachsen und dazwischen vielleicht 25 Meter breit. Viel Streuung sollte man also nicht haben.

Aber ehrlich gesagt macht mir der Platz genau deshalb so viel Spaß, wenn ich ihn spiele (oder besser: regelmäßig gegen ihn verliere). Die Schwierigkeiten sind ganz andere als ich es sonst gewohnt bin. Triff die Bahn oder freunde Dich mit dem Gedanken an, einen Strich zu notieren. Fehlschläge ins Heidekraut sind dabei eins der größten Probleme – findet Ihr mal einen Ball in einem blühenden Erika-Feld…

Abschlag auf Bahn 5: über das Erikafeld und im Idealfall auch über die freistehende Birke

Spielt man in den Sommermonaten oder idealerweise im Zeitraum August/September, dann hat man das optische Vergnügen der Heideblüte gleich an mehreren Bahnen des Kurses. Und da es sich um einen gut versteckten und recht kleinen Club handelt, ist es ausgesprochen selten wirklich voll. Man kann also oft in aller Ruhe sein Spiel spielen. Ich hatte schon Runden, bei denen ich den Platz fast komplett für mich allein hatte.

Dass das Greenfee als Tagesgreenfee mit 30 Euro in der Woche und 40 Euro am Wochenende verhältnismäßig günstig ausfällt, passt da ins Gesamtbild, finde ich. Meinem Gefühl für ein gutes Preis-Leistungsverhältnis entspricht das auf jeden Fall.

Wer also einmal auf der A7 zwischen Hannover und Hamburg unterwegs ist, Golfsachen und etwas Zeit dabei hat, der sollte die Gelegenheit nutzen und einen Abstecher zum Bergen-Hohne-Golfclub machen. Aber schaltet vorsichtshalber das Navi ein – so leicht zu finden ist der Platz nämlich nicht:

Bergen-Hohne Golfclub e.V.
Panzerstraße 1
29303 Bergen

Kommentar verfassen