Golfanlage Gut Wulfsmühle

Erst der zweite neue Golfplatz in diesem Jahr, aber immerhin habe ich bei der Gelegenheit gleich einen weiteren Instagram-Kollegen kennen lernen können. Ich habe mich auf der Golfanlage Gut Wulfsmühle nämlich mit Dirk getroffen, der unter www.golfen-ist-geil.de sogar einen kleinen Blog gestartet hat.

Aber jetzt geht es um den Golfplatz, den wir spielen durften. Ich war vom Club über meinen Instagram-Account eingeladen worden, mir den Platz einmal anzuschauen und wir haben relativ schnell einen passenden Termin gefunden. Also bin ich an einem Donnerstagmorgen in Richtung Hamburg aufgebrochen.

Längere Anreise und netter Empfang

Schön und heimelig – das Clubhaus

Ich hatte extra viel Fahrzeit für mich eingeplant, denn immerhin muss ich durch den Elbtunnel, um zur Golfanlage Gut Wulfsmühle zu kommen. Zeitlich hat es einigermaßen gepasst, weil ich zum Glück nur 7 km Stau auf der Hinfahrt hatte – das war besser, als ich es kalkuliert hatte (die Rückfahrt am späten Nachmittag hat dann mehr als eine Stunde länger gedauert).

Da ich mir einen Donnerstagvormittag ausgesucht hatte, war der Parkplatz bei meiner Ankunft ziemlich leer, als ich ankam. Zudem hatte die Wettervorhersage recht mit der angekündigten dichten Wolkendecke und Nieselregen, das hat vermutlich viele andere zusätzlich abgehalten, zum Golfplatz zu fahren.

Ich wurde im Sekretariat sehr nett begrüßt und man konnte mich – trotz Mund-Nasen-Schutz – gleich zuordnen. Also habe ich meine Scorekarte, ein Birdiebook und den obligatorischen Logoball an mich genommen und habe anschließend Trolley und mein Keel-Golfbag ausgepackt.

Kleiner aber feiner Übungsbereich

Kurz danach trudelte auch Dirk auf dem Parkplatz ein und wir konnten recht zeitig zu den Übungsanlagen. Die hatte ich schon von der Zuwegung aus gesehen, weit war es also nicht.

Die Range ist nett angelegt, es gibt Entfernungsmarken und einige Zielkreise (die sind wohl neu). Wie inzwischen immer mehr verbreitet gibt es eine durchgehende Abschlagmatte aus Kunstrasen und natürlich die aktuell obligatorischen Abstandsmarkierungen auf dem Boden – Corona lässt grüßen.

Vor beziehungsweise hinter der Range gibt es ein großzügiges Puttinggrün und ein separates Pitchinggrün inklusive eines Bunkers. Corona-konform gibt es bei beiden aktuell keine Fähnchen, aber die fehlen mir ehrlich gesagt beim Putten oder Chippen nicht wirklich.

Die Frontnine

Ich kann mit Stolz sagen, dass ich das erste Loch in der Golfanlage Gut Wulfsmühle besser gespielt habe als Franz Beckenbauer. In einem älteren Onlineartikel hatte ich nämlich gelesen, dass der “Kaiser” hier vor etwa 15 Jahren bei einem Turnier anlässlich seiner Stiftung höchstpersönlich anwesend war und die Runde mit einem Ball ins Aus eröffnet hat. Das konnte ich vermeiden.

Der Einstieg in die Runde ist mit einem mittleren Par 5, einem kurzen Par 4 und einem eher kurzen Par 3 eigentlich ganz schön. Jeweils links wartet die besagte Ausgrenze, rechts ein langgezogener Teich. Hübsch anzusehen ist das zweite Grün, das zum See hin mit einer Natursteinmauer abgegrenzt ist.

Doglegs laden zum Abkürzen ein

Danach geht es an der Range vorbei auf die andere Straßenseite und es beginnen die Dogleg-Spiele. Von den folgenden Par 4 ist nur eines einigermaßen gerade und selbst das sehr lange zweite Par 5 macht einen sanften links-rechts-Schlenker.

Spieler aller Stärken werden hier durch diese Gestaltung zum Abkürzen animiert (oder manchmal vielleicht auch eher verleitet), wobei der zweite Schlag ins Grün immer über Wasser gespielt werden muss.

Und auch die beiden Par 3 haben jeweils Wasser am, vor oder neben dem Grün – ich nehme an, Golfballtaucher sind hier vermutlich ziemlich regelmäßig zu Gast und kommen immer wieder gerne her.

Meine Favoriten

Auch das erste Par 3 ist ein stilles Wasser – kurz und hübsch anzusehen, trotzdem bestraft es jeden kleinen Schlagfehler (so wie bei mir) gnadenlos. Und beim “Platsch” des Balls ist das Wasser dann kurz nicht mehr so still.

Neben dem sehr schönen ersten Loch hat mir auf der Frontnine das erste Dogleg, Loch 5, besonders gut gefallen. Obwohl es auf den ersten Blick leicht ausschaut spielt es sich doch deutlich schwieriger. Das Fairway ist wellig und man hat praktisch nirgendwo einen richtig geraden Stand. Der Eingang zum Grün ist schmal und davor und dahinter warten zwei Bunker.

Die Backnine

In die Rückrunde startet man mit einem mittleren Par 3, wieder mit einem breiten und nicht sonderlich tiefen Grün, hinter dem dieses Mal ein dichtes Wäldchen wartet. Durch das geht es anschließend zum nächsten Teil des Platzes, in dem die Bäume etwas mehr ins Spiel kommen.

Mehrfach sind die Fairways an zumindest einer Seite von dichterer Bewaldung oder Büschen gesäumt, die man tunlichst umspielen sollte.

Aber natürlich gibt es weiterhin gefühlt auch überall Wasser, das nur auf Bälle wartet. Die beiden Par 5 sind von einem Graben durchzogen, der taktisches Spiel fordert. Und das System Dogleg setzt sich natürlich auch weiter fort.

Sehr kurze und sehr lange Löcher

Was auffällt sind die sehr unterschiedlichen Längen der Löcher. Es gibt einige sehr kurze Löcher und einige sehr lange – sowohl bei den Par 4 als auch den Par 5. Das vielleicht schwächste Loch des Platzes ist ausgerechnet die 18. Das Par 3 mit einem Baum neben dem Grün ist ein für mich zu unspektakulärer Abschluss für die Runde im Vergleich zu den Löchern davor.

Besonders gut gefallen dagegen haben mir die beiden Par 5 Löcher, 14 und 15, jeweils mit einem schwierigen zweiten und dritten Schlag. Loch 12, ein kurzes Par 4, hat ausnahmsweise einmal wenig Wasser im Gepäck und gefiel mir auch richtig gut, weil das Anspiel zum Grün durch einen Baum und ein wirklich schmales Grün ziemlich tricky ist.

Heidegolfer-Fazit zur Golfanlage Gut Wulfsmühle

Trotz der längeren Anfahrt bin ich nicht enttäuscht worden. Der Platz ist landschaftlich idyllisch angelegt und hat viel von einer Parkanlage mit Hindernissen. Die Grüns sind kleiner, überwiegend eher breit und dafür nicht allzu tief.

Der Schlag ins Grün ist auf diesem Platz wichtig, weil es jede Menge Fallen gibt. Oft bewachen große Bunker die Grüns oder es kommen schnell Büsche ins Spiel. Vor allem aber das fast allgegenwärtige Wasser – wirklich an jeder Bahn sind Seen, Teiche und ähnliches – machen den Platz schwer. Wer hier ohne Ballverlust durchkommt, der kann Golf.

Ehrlich gesagt war es mir persönlich irgendwann sogar ein bisschen zu nass. Das hatte weder mit dem wiederkehrenden Regen zu tun noch damit, dass ich besonders viele Bälle im Wasser versenkt hätte (das habe ich gar nicht – ich glaube es waren nur zwei auf den 18 Loch).

Einige Bahnen sind sich einfach recht ähnlich. Das Dogleg um einen See herum ist halt beim dritten-vierten Mal auch nur noch irgendein Dogleg um einen See herum. Das ist ein bisschen schade, weil es so schwerer fällt, einzelne Löcher im Gedächtnis zu behalten.

Ein landschaftlich schöner Platz

Das heißt übrigens nicht, dass mich das auf der Runde in irgendeiner Weise gestört hätte – im Gegenteil. Der Platz ist wie gesagt landschaftlich richtig schön und spielerisch herausfordernd.

Während wir unterwegs waren habe ich etliche Male gedacht “herrlich, besser kann man seinen Tag kaum verbringen”. Für eine unterhaltsame Runde Golf in ruhiger, idyllischer Umgebung ist die Golfanlage Gut Wulfsmühle richtig gut geeignet.

Die Menschen waren alle sehr nett, die Gastro machte einen guten Eindruck und auch sonst stimmt hier vieles – vielleicht mit Ausnahme der Gänse, die manches Fairway regelrecht bevölkern.

Und natürlich kann jeder, der Loch eins mit weniger als 9 Schlägen bezwingt, stolz von sich behaupten, hier besser als Kaiser Franz gespielt zu haben. Wenn das mal kein Highlight an sich ist… 😉

Ich habe meine Runde (der Score war gar nicht gut – Dirk und ich haben viel zu viel gequatscht) wieder hier bei GameGolf getrackt und einige Fotos gemacht, die es am Ende in der Galerie zu bewundern gibt.

Kontakt

Golfanlage Gut Wulfsmühle
Mühlenstraße 98
25499 Tangstedt
Telefon 04101 586 777
Telefax 04101 586 788
info@golfanlage-wulfsmuehle.de
www.golfanlage-wulfsmuehle.de

Übrigens

Gespielt habe ich den Platz am 2. Juli 2020. Wie schon erwähnt ist meinem Besuch eine Einladung der Golfanlage Gut Wulfsmühle vorausgegangen. Sowohl das Greenfee als auch Birdiebook und Logoball hat mir der Club sozusagen ausgegeben. Im Gegenzug habe ich auf meinen Facebook-Account und meinem Instagram-Account per Postings und Story über den Besuch berichtet. Dass ich zusätzlich einen Platzbericht im Blog schreiben würde, hatte der Club bis dahin gar nicht auf dem Schirm. Also spiegelt dieser Artikel auch nur meine persönliche, individuelle Meinung wider, die weder geschönt noch irgendwie beeinflusst wurde.

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