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Test: Klemm – der stehende Putter

„Schatz, er steht!“ – Ok, ich gebe zu, das ist ein ausgesprochen billiger Eyecatcher. Aber er funktioniert, Du liest ja gerade. 😉 Warum fange ich den Bericht so an? Weil der von mir getestete Putter genau das macht: er steht auf dem Grün. Er heißt ja auch „Klemm – der stehende Putter“.

Aber fangen wir woanders an. Ich habe Euch den Erfinder dieses besonderen Putters vor etwas mehr als einem Jahr bereits einmal vorstellen dürfen. Schaut Euch „Ein Dutzend Fragen an … Patrick Klemm“ einfach noch einmal an, wenn Ihr mögt. Neben seiner Arbeit als Teaching Professional beackert Patrick einige andere Geschäftsbereiche und vertreibt unter anderem eben auch den von ihm erfundenen stehenden Putter.

Der erste Eindruck

Ich muss gestehen, ich war zunächst etwas skeptisch, als ich den Putter das erste Mal in der Hand hatte. Der Kopf ist sehr groß und wirkt massig. Die Schlagfläche besteht aus einem Stück poliertem Edelstahl, hat also kein Insert, und ist komplett glatt – bis auf zwei Schrauben rechts und links.

E steht für erfolgreich

Von oben betrachtet erinnert der Kopf an ein „E“, ich habe das für mich mal als „erfolgreich“ übersetzt. Positive Assoziationen sollen ja helfen, auf jeden Fall aber schaden sie nicht. 😉

Das eigentlich Besondere an diesem Putter ist aber wie gesagt, dass man ihn auf dem Grün abstellen kann. Dank des hohen Kopfgewichts steht er sehr stabil, auch wenn man ihn loslässt.

Anschließend kann man sich hinter den Putter stellen, die Puttlinie betrachten und den Putterkopf ausrichten. Dann stellt man sich wieder in die Ansprechposition und führt den Putt aus.

Wie klappt es in der Praxis

Ich habe zunächst eine zeitlang auf meiner heimischen Puttingmatte geübt. Denn es ist – zumindest für mich – eine deutliche Umgewöhnung, den Putter nach Ausrichtung noch einmal loszulassen und mich dahinter zu stellen.

Auf dem Platz dann habe ich mir diese Routine anfangs immer mal wieder ins Gedächtnis rufen müssen, weil man es einfach nicht gewohnt ist. Speziell bei kürzeren Putts habe ich zunächst auf das Ausrichten verzichtet, bis ich ein paar Male das Loch knapp verfehlt hatte.

Je mehr ich aber dem Prinzip gefolgt bin, desto besser habe ich mich dabei gefühlt. Natürlich muss man gerade putten können und den Break richtig lesen, aber zumindest mir ging es so, dass ich mit mehr Selbstvertrauen geputtet habe.

Das Ausrichten sollte man einige Male ausprobieren

Hat man das System allerdings einmal verinnerlicht, dann läuft es fast wie von selbst ab:

Ich schaue mir die Linie an, ich justiere den Putter nach und dann kontrolliere ich die Linie noch einmal. Und dann putte ich und treffe. Nicht immer, aber oft genug, um es (auch) dem Putter anzurechnen.

Ist das Ausrichten überhaupt noch erlaubt?

Mindestens zweimal habe ich den Satz „das ist doch jetzt sowieso verboten“ gehört. Immerhin gibt es mit der Regelreform 2019 das Verbot, sich als Spieler von seinem Caddy oder einer anderen Person ausrichten zu lassen oder Hilfsmittel (wie alignment sticks) zum Ausrichten zu verwenden.

Patrick Klemm hatte bereits vor einigen Monaten – in Hinblick auf die geänderten Regeln ab 2019 – bei der R&A und USGA eine offizielle Anfrage gestellt, ob das Ausrichten des Putters auch weiterhin regelkonform sei. Immerhin werde ja nur der Putter ausgerichtet und nicht der Spieler.

Die ganz offizielle Bestätigung ist inzwischen von der USGA herausgegeben worden, dass ein Ausrichten des Putters weiterhin erlaubt ist und auch Klemm – der stehende Putter damit weiterhin für alle Wettspiele zugelassen bleibt.

Technische Daten und Infos

  • selbständig stehender Putter
  • facebalanced
  • Loft 0 Grad
  • flacher Lie-Winkel von 72 Grad
  • Gesamtgewicht 600-660 Gramm (je nach Ausführung)
  • Rechts- oder Linkshand
  • mögliche Schaftlänge 29-36 inch

Der Putter ist in den zwei Grundkörper-Varianten weiß und schwarz erhältlich. Über die (austauschbaren) Gewichte kann man farblich etwas variieren, hier stehen insgesamt sieben Optionen zur Auswahl. Zudem können drei Farbvarianten für die Standardgriffe sowie eine schwarzer Jumbogriff verbaut werden.

Heidegolfer-Fazit zu Klemm – der stehende Putter

Das Prinzip des stehenden Putters funktioniert. Man muss sich bewusst darauf einlassen und vielleicht anfangs auch erst einmal etwas üben, aber mit diesem Putter habe ich eine reelle Chance, meine Trefferquote auf dem Grün zu verbessern.

Ich muss allerdings auch gestehen, ich fand ihn optisch zunächst ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Und auch vom Klang her habe ich eine Weile gebraucht. Inzwischen hat sich das etwas gewandelt, denn lustigerweise sind diese beiden Punkte für mich persönlich jetzt eher Pro-Argumente.

Mehr Selbstvertrauen beim Putt

Mir gefällt es, wenn meine Ausrüstung sich irgendwie unterscheidet, ich mag dieses „anders“. Abgesehen davon hat man auf der Runde immer ein weiteres Gesprächsthema.

Nahezu jeder Mitspieler schaut im ersten Moment erst einmal verdutzt, wenn man den Putter auf dem ersten Grün abstellt, um die Linie zu überprüfen. Allen, die damit klar kommen, kann ich diesen Putter tatsächlich empfehlen.

Vor allem dann, wenn ich mit meiner Ausrichtung beim Putten Herausforderungen habe, kann mich dieser Schläger vermutlich mehr als die meisten anderen unterstützen.

Mit 269 Euro (weißer Grundkörper) bzw. 239 Euro (schwarzer Grundkörper) liegt Klemm – der stehende Putter im unteren bis mittleren Preissegment. Zu beziehen ist der Putter direkt über den Shop www.klemm-putter.de – übrigens werden alle Schläger von Patrick in liebevoller Handarbeit selbst zusammengesetzt und verschickt.

Übrigens

Dieser Bericht spiegelt meine persönliche, individuelle Meinung wider. Ich habe dafür weder eine Vergütung erhalten noch in Aussicht gestellt bekommen. Patrick Klemm hat mir einen Putter zum Testen kostenfrei zur Verfügung gestellt. Irgendwelche Anforderungen oder Wünsche an meine Testergebnis hat es zu keiner Zeit gegeben.

2 Kommentare

  1. Ich habe 3 Golfbags, einer davon in Österreich, einer in meinem GC in Brüssel und eines zu Hause, für diverse Ausflüge und in jedem befindet sich ein stehender Putter von Patrick! Ziemlich schwer aber ein Hammerteil.

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