Heidegolfer

Der Blog für Otto-Normalgolfer
Heidegolfer Turniere

Rabbitturniere für den Einstieg

Direkt nach der Platzreife kann man ja im Grunde noch kein Golf spielen. Also zumindest ging es mir so. Der Schwung ist einigermaßen und der Ballflug ebenfalls, aber natürlich gibt es noch unendlich viel Verbesserungspotential.

Im Idealfall hat man den Begriff Etikette schon gehört und kennt die Regeln. Letzteres wurde bei mir über eine theoretische Prüfung abgefragt, die tendenziell zu leicht war. Aber wenn man sich mit dem Thema ein bisschen mehr beschäftigt, dann sollten zumindest die gängigen Situationen schnell gelernt sein.

Eine gute Seite dafür ist das Online-Regelquiz des DGV. Das mache ich tatsächlich jetzt auch noch immer mal wieder zwischendurch – das übt und macht (mir) Spaß. Und seien wir ehrlich: Wer von uns würde die theoretische Fahrprüfung heute noch auf Anhieb bestehen? 😉

Vor allem aber sollte – neben den Regeln – natürlich das Spielen geübt werden. Jedem Anfänger kann ich nur empfehlen, regelmäßig Stunden beim Pro seines Vertrauens zu nehmen und an seinem Schwung zu arbeiten. Natürlich gibt es „Talente“, die das ohne Pro hinbekommen. Die Mehrheit jedoch bricht sich keinen Zacken aus der Krone, wenn sie immer wieder einmal den Rat eines Profis hinzuzieht.

Rein ins Turniergeschehen

Aber Hand aufs Herz: natürlich sind Anfänger nicht zu Golfern geworden, um zu trainieren – das ging mir nicht anders. Ich wollte raus auf den Platz. Spielen. Mega-Drives hauen. Grüns angreifen. Monsterputts versenken. Alles das, was ich aus dem Fernsehen kenne und was ich bestimmt eigentlich auch könnte, wenn ich den Ball denn nur endlich einmal richtig treffen würde.

Also spielt man – im Idealfall mit einem Golfbuddy – Privatrunden und schleift sich langsam in den Sport hinein. Man lernt seinen Platz kennen, besucht vielleicht auch einmal eine andere Wiese und sammelt erste Spielerfahrung. Rein privat spielt es sich ja auch so schön locker. Anders wird es dann, wenn man sich in Turnieren messen möchte, um zum Beispiel an seinem Handicap zu arbeiten. Wie genau war das mit dem korrekten Verhalten auf dem Platz? Was gilt es bei Turnieren alles zu beachten?

Einsteigerturniere sind aus meiner Sicht für jeden Golfanfänger wichtig, um sich langsam an das Turniergeschehen zu gewöhnen und das Handicap zu senken oder überhaupt erst einmal eines zu erhalten. Denn viele größere Turniere setzen in den Teilnahmebedingungen ein bestimmtes Mindest-Handicap voraus. Oder aber der Spieler selbst traut sich (noch) nicht so recht, sich zwischen „richtig guten Golfern“ /was immer das ist) zu bewegen – unter Umständen weiß er noch gar nicht genau, „wie Turnier überhaupt geht“. Ein toller Einstieg dafür sind spezielle Rabbit-Turniere.

Reine Rabbit-Turniere

In meinem Heimatclub Golfclub Herzogstadt Celle gibt es – wie wahrscheinlich in vielen Clubs – spezielle Rabbit-Turniere. In Celle sind die Regeln wie folgt: Es gibt ein kleines Teilnehmerfeld von maximal 18 Spielern und spielberechtigt sind nur Mitglieder mit einem Handicap über 45 (hat man sich auf Hcp 45 gespielt, dann darf man nicht mehr antreten – ab da sind aber alle anderen Turniere im Club möglich).

Diese Rabbit-Turniere finden über die gesamte Saison verteilt zu verschiedenen Termin jeweils montags ab 17 Uhr statt und gehen über 9 Loch. In 3er-Flights spielen die Teilnehmer die Frontnine in Celle und jeder Flight wird von einem erfahrenen Golfer begleitet.

Dieser Tiger spielt allerdings gar nicht selbst mit, sondern begleitet die Rabbits als Zähler. Vor allem aber ist er als Ansprechpartner da, gibt Tipps bei Fragen, unterstützt bei Regelunsicherheiten, liefert Hinweise zum richtigen Verhalten auf dem Platz und während eines Turniers und hilft auch das eine oder andere Mal, die Nervosität oder Unsicherheit abzulegen. Wer hier als Tiger mitläuft, der macht das, weil er den Rabbits helfen möchte.

Ich habe am Anfang sehr gerne an diesen Rabbit-Turnieren in Celle teilgenommen, weil man „unter sich“ ist, befreiter spielen und das Turniergeschehen kennenlernen kann. Als blutiger Anfänger hat man schlicht weniger Angst und kann etwas befreiter spielen, wenn kein Tiger mitspielt. Die meisten sind nett, aber es gibt sie auch in ungeduldig und genervt, wenn man das zweite Mal erst den Boden und dann den Ball trifft. Längst nicht jeder Tiger erinnert sich daran, auch selbst einmal Rabbit gewesen zu sein.

Rabbit-Tiger-Turniere

Etwas anders habe ich später dann Rabbit-Turniere in meinem heimlichen Lieblingsclub Golfclub an der Göhrde kennengelernt. Dort sind es ebenfalls 9-Loch-Spiele in 3er-Flights, aber hier spielen auch etliche erfahrenere Golfer mit. Die Flight-Zusammensetzung erfolgt üblicherweise nach Handicap hoch-mittel-tief.

Die Tiger, die hier mitspielen, wissen schon vorher, dass sie auch mit blutigen Anfängern unterwegs sein können. Sie lassen sich also bewusst darauf ein, den Rabbits als Orientierung zu dienen und im Zweifel auch einmal zu helfen. Auch weil dieser besondere Club so eine familiäre Atmosphäre hat, spielt man hier als Rabbit sehr gelöst und mit viel Spaß – sobald die erste Nervosität einmal überwunden ist.

Zu den Rabbit-Turnieren in Göhrde melde ich mich bei passender Gelegenheit immer noch gerne an. Unter anderem auch deshalb, weil ich als middle-Handicaper inzwischen anderen Rabbits helfen kann, ins Turnierleben reinzukommen. Ich war am Anfang sehr dankbar, dass mir jemand geholfen hat und möchte das gerne auch weitergeben.

Zum Start ins Turniergeschehen perfekt

Welche von beiden Turnier-Varianten für Rabbits die bessere ist, vermag ich gar nicht zu sagen. Vielleicht hängt es auch stark davon ab, wie man selbst mit sich und seinem Golfspiel als Anfänger zufrieden ist. Grundsätzlich sind Rabbit-Turniere aus meiner Sicht ganz wichtige Erfahrungen. Gerade zum „Karrierestart“ ist es gar nicht einmal so verkehrt, zunächst nur 9 Loch unter Turnierbedingungen spielen zu müssen – das ist nämlich auch von der Konzentration her anstrengend genug, wenn man noch mit sich und dem Spiel zu kämpfen hat.

Der nächste Schritt zu den 18-Loch-Turnieren ist dann wieder eine Sache für sich, aber von den Erfahrungen der Rabbit-Turniere profitiert man auch hierbei dann ganz sicher.

Kommentar verfassen