Heidegolfer

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Training

Mit anderen Teeboxen bringt man Abwechslung ins Training

Ich gehöre nicht unbedingt zu den Golfern, die gerne viel Zeit auf der Range verbringen (obwohl ich weiß, dass ich das eigentlich öfter machen sollte). Statt dessen gehe ich lieber eine schnelle 9-Loch-Runde und übe sozusagen im Live-Modus.

Dabei kann man verschiedene Dinge trainieren, wenn man will. Zum Beispiel spiele ich eine Runde lang nur die Eisen und verzichte komplett auf Hybrid, Holz und Driver. Oder ich spiele jedes Loch konsequent aggressiv an oder eben jede Bahn bewusst defensiv.

An einem sonnigen Sonntagmorgen hatte mir jetzt die beste Ehefrau der Welt wieder die Möglichkeit gegeben, für zwei Stunden zum Platz zu fahren – mehr war zeitlich leider nicht drin, da mittags Besuch kommen sollte. Als ich kurz nach Sonnenaufgang ankam, stand nur noch ein einziges anderes Auto auf dem Platz; ich war also ziemlich alleine und konnte wieder etwas ausprobieren.

Früh morgens auf dem Golfplatz, was gibt es Schöneres…

Da ich schon länger neugierig war, wie sich so ein Golfplatz wohl von den Damen-Tees aus spielt, war die Entscheidung schnell gefallen: heute spiele ich von rot. Dazu muss ich sagen, dass es bei meinem Heimatplatz in Celle mit gelb und rot nur zwei verschiedene Abschläge gibt – und bislang hatte ich „natürlich“ immer nur von gelb gespielt.

An der Par-Zahl der Bahnen ändert sich durch die anderen Teeboxen zunächst einmal nichts. Im Golfclub Celle gibt es auch von rot auf den ersten neun Bahnen acht Par 4 und zwischendurch ein Par 3. Aber trotzdem spielen sich die meisten Löcher anders.

Zunächst einmal denkt man natürlich, dass es viel leichter sein müsste, weil die Bahnen von den roten Teeboxen um einiges kürzer sind. Auf der anderen Seite befinden sich aber auch die Hindernisse an „anderen Stellen“ der Spiellinie – und dann wird es spannend und interessant.

Gerade für mich als Kurznase kommen damit plötzlich Fairwaybunker oder ein Wasserhindernis ins Spiel, auf die ich von gelb durchaus zielen kann, weil ich sie sowieso nicht erreiche. Ich muss mich also komplett neu mit dem Platz auseinandersetzen und die vermeintlich gewohnten Bahnen neu bewerten.

Mit dem zweiten Schlag muss sogar ich das achte Grün in Celle angreifen (hat geklappt: Tap-In zum Par).

Und genau da liegt das spannende Element, wenn man einfach einmal die Teeboxen wechselt: Gerade auf dem Heimatplatz spielt sich – so ist es zumindest mein Eindruck – schnell eine gewissen Routine ein. Oft weiß man auf dem Grün schon, welche zwei Schläger man bei der Folgebahn benötigt. Diese Gewöhnung zu unterbrechen erscheint mir ab und zu sinnvoll.

Ich muss ehrlich sagen, ich habe trotz der deutlich kürzeren Bahnen nicht wirklich besser gespielt (natürlich habe ich die Runde wieder mit  GameGolf getrackt: guckst Du hier). Das lag aber eher daran, dass ich wieder einmal mehr gestreut habe, als mir lieb ist (gerade vom Tee).

Aber ich hatte mich eben auch nicht ausreichend auf die „neuen Bahnen“ eingelassen und meine Taktik nicht immer sinnvoll angepasst. Gerade in der Nachbetrachtung war die eine oder andere Schlägerwahl schlicht falsch.

Trotz meines eher mäßigen Spiels muss ich aber sagen, dass es eine interessante Abwechslung war – und ich bin noch neugieriger geworden. Denn die Backnine in Celle bieten von den roten Teeboxen vermutlich noch ein deutlicher anderes Bild als von gelb. Zumal dann aus einem Par 5 plötzlich ein langes Par 4 wird und auch diverse Hindernisse ganz anders in Reichweite kommen.

Ich werde also demnächst noch einmal von rot spielen – vielleicht sogar eine komplette Runde. Und dann hoffentlich an jedem Tee ausreichend auch die Spieltaktik im Hinterkopf haben und eben nicht wie gewohnt zu Schläger X oder Y greifen.

Gerade uns mittleren bis höheren Handicaps kann ich diese Spielvariante nur empfehlen. Soweit möglich, wechselt einmal den Abschlag – es ist spannender und interessanter als man anfangs vermutet.

 

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