Jandia Golf, Fuerteventura

Kurz vor Weihnachten bei strahlendem Sonnenschein und 22 Grad Lufttemperatur auf satten Grüns Golf spielen – das geht, wenn man Urlaub auf Fuerteventura macht. Meinen erst zweiten Golfplatz außerhalb Deutschlands habe ich genau drei Tage vor Heiligabend gespielt: Jandia Golf.

Ich hatte im Vorfeld unseres Familienurlaubs auf Google Maps entdeckt, dass es einen Golfplatz in unmittelbarer Nähe zu unserem Hotel gab. Also habe ich vorsichtshalber einmal Golfschuhe, Hose, Handschuh, Bälle und Poloshirt eingepackt – man weiß ja nie… 😉

Da unsere kleine Tochter in der ersten Urlaubshälfte wirklich sehr lieb und brav war gab es von der besten Ehefrau der Welt grünes Licht: Ich darf am letzten vollen Urlaubstag einmal Golf spielen. Also bin ich vorab mit unserem Leihwagen zum Platz gefahren, habe mich nach Spielmöglichkeiten, Leihschlägern und so weiter erkundigt und gleich eine Startzeit gebucht.

Einer muss ja als erster spielen

Eingang zum kleinen Clubhaus

Am Freitagmorgen war ich Punkt acht Uhr am Platz, hatte zwölf Bälle und gute Laune dabei. Auf Empfehlung der wirklich netten Spanierin im Sekretariat habe ich mich kurzfristig doch noch gegen das Tragen entschieden und wollte den Platz mit dem Cart befahren.

Bei den Leihschlägern hatte ich die Wahl zwischen Callaway und Taylor Made (wahlweise mit Graphit- oder Stahlschaft) – das ist die Schlägerkategorie A. Es ist auch eine günstigere Kategorie B verfügbar, das wären Schläger von Bay Hill oder Hi Golf. Ich habe mich aber für die M1 entschieden, die auf den ersten Blick einen guten Eindruck machten.

Im Paket etwas günstiger

Das ganze ist als Paket „Einzelspieler-Greenfee, Cart und Leihschläger Kategorie A“ leicht vergünstigt. Dazu gibt es noch eine Flasche Wasser oder Saft, je nach Wunsch. Dass ich den Token für die Range mit einem Euro extra bezahlen sollte, fand ich zwar etwas sonderbar, aber was soll’s – den Logoball bezahle ich ja schließlich auch immer extra.

Draußen hat dann der Caddymaster mein Golfbag mit den Leihschlägern aufs Cart geschnallt und mir gestenreich die wichtigsten Richtungen gezeigt.

Die Übungseinrichtungen

Puttinggrün, Driving Range, Pitching Grün und Abschlag 1 liegen allesamt recht dicht zusammen.

Die Driving Range

Das Puttinggrün ist nicht groß, aber absolut ausreichend, um ein Gefühl für die Putts auf diesem Platz zu bekommen. Es gibt ein kleines Gefälle und damit sind die unterschiedlichen Geschwindigkeiten für bergauf oder bergab-Putts leicht zu üben.

Kurze Driving Range

Direkt neben dem Grün befindet sich die Driving Range mit diversen überdachten Mattenabschlägen. Sie ist nur knapp über 200 Meter lang und geht leicht bergauf. Dahinter beginnt der felsige Anstieg, der den ganzen Golfplatz umgibt. Deshalb wird per Schild darum gebeten, nicht weiter als bis zum 200-Meter-Schild zu schlagen. Aber als Shorthitter erfülle ich diesen Wunsch ja ohnehin – wenn auch eher unfreiwillig… 😉

Auf dem Weg zum ersten Abschlag gibt es noch ein Chipping- und Pitchinggrün mit drei Fahnen sowie einem tiefen Bunker für das kurze Spiel. Alles ist in einem wirklich tollen Zustand und bei der gerade über den Hügeln aufgehenden Sonne fantastisch schön anzusehen.

Die Frontnine

Ich war zu meiner Startzeit 8.30 Uhr praktisch alleine auf dem Platz. Nur ein paar Greenkeeper haben als entfernte Zuseher eher desinteressiert rübergeschaut, als ich am ersten Abschlag aufgeteet habe.

Abschlag bei Sonnenaufgang

Man beginnt die Runde bei Jandia Golf mit einem eher kurzen Par 4 in Richtung der morgendlichen Sonne. Das Faiway fängt schmal an, wird zur Drive-Landezone aber breiter. Das Grün ist von Bunkern geschützt und hat mehrere Stufen, aber insgesamt ist der Einstieg nicht allzu schwer.

Es wird schwerer

Schon ab Bahn zwei wird es tricky und der Platz zeigt, was ihn ausmacht. Mal liegt das Grün plötzlich deutlich erhöht hinter einem der Wassergräben, die sich durch das gesamte Gelände ziehen (Loch 2). Oder man schlägt man von oben herab auf ein weit entferntes langes und schmales Fairway (zum Beispiel bei den Löchern 3 und 4).

Insgesamt sieben Par 4 hat die Hinrunde. Dazu kommt ein Par 3, das sehr schön gestaltet ist mit einem leicht erhöhten Abschlag, einem netten Bunker vor dem Grün und einem Graben davor. Den Abschluss der Frontnine bildet das erste Par 5 des Platzes, das entlang der Anlage des Golfhotel Jandia verläuft. Man könnte nämlich auch direkt am Golfplatz wohnen, wenn man denn möchte.

Viele Höhepunkte

Grün acht und seine nasse Verteidigung

Mein persönlicher Favorit war allerdings Loch 8, ein kürzeres Par 4 mit knapp über 300 Metern. Nach etwa 170-180 Metern von gelb zieht sich ein Graben diagonal durch das Fairway.

Je nach sicherer Drivelänge kann man sich also überlegen, ob man lieber vorlegt oder das als Wasser ausgewiesene Hindernis direkt überspielt. Das bunkerlose Grün ist wiederum von einem Teich davor und an der Seite bewacht, das in den meisten Fällen direkt überspielt werden muss.

Will man dem Wasser lieber ausweichen, dann muss das Anspiel von sehr weit rechts kommen und damit durch den „Rentnereingang“. Der zweite Ball (beim Vorlegen) bzw. der Drive (für Longhitter) muss also möglichst nah am Fairwayrand platziert werden, wo direkt nebenan Schotter und Felsen bedrohlich warten und damit das Spiel nicht unbedingt erleichtern.

Die Backnine

Die zweiten neun starten mit einem Par 3 leicht bergan, bei dem man in Richtung des Hotelgeländes spielt. Das Grün liegt fast unmittelbar vor der Umzäunung und nicht selten hat man Zuschauer in kurzen Hosen oder Badebekleidung. Ein komisches Gefühl.

Anschließend führt ein langer Schotterweg hinter der Hotelanlage bergauf hin zum elften Abschlag, dem vermutlich höchsten Punkt des Platzes. Hier habe ich ein kurzes Rundum-Blick-Video gedreht, um die eindrucksvolle Landschaft festzuhalten:

Das sehr kurze Par 5 spielt sich bergab noch kürzer, hat aber mindestens einen blinden Schlag im Gepäck – nämlich den Drive. Ist der eher kurz (so wie bei mir), dann ist auch die Landezone für den zweiten Schlag vorher nicht zu sehen. Direkt vor dem eher kleinen Grün wartet dann auch noch ein tiefer Graben auf jede zu kurze Annäherung.

Von Wind und Felsen umrahmt

Da man nun – wie schon erwähnt – relativ weit oben ist, kommt hier neben den Felsen auch der Wind deutlich mehr zum Tragen. Beim folgenden Par 3 zum Beispiel gab es ordentlich Gegenwind. Ansonsten fällt es eher wegen des sehr schmalen aber tiefen Grüns auf, das zwei Stufen hat und nach vorne deutlich abfällt.

Das kurze Par 4, Loch 13

Ein Highlight war für mich Loch 13, ein mit nur 228 Metern extrem kurzes Par 4. Spannend daran ist der gewaltige Höhenunterschied und eben der Wind, der den Abschlag bedrohlich ablenken kann. Das Fairway liegt mindestens 30 Meter tiefer, ist eher schmal und fällt in Richtung Grün sogar noch etwas ab – solange man die richtige Zone trifft.

Theoretisch könnte man auch gleich das Grün anspielen, wenn man sichere 200 Meter carry drauf hat und eben das kleinere Grün trifft. Direkt rechts daneben verläuft nämlich eine Ausgrenze, die entsprechende Genauigkeit erfordert. Nicht nur optisch ein wirklich schönes Loch.

Kurze und lange Bahnen wechseln sich ab

Aber auch danach geht es richtig schön weiter. Die Backnine bestehen aus jeweils drei Par 3, Par 4 und Par 5 Löchern, die alle ihren Reiz haben. Wie schon im ersten Teil gibt es immer wieder einmal Gräben, die die Fairways durchziehen oder direkt vor den Grüns lauern.

Besonders gut gefallen haben mir noch Loch 15, ein wunderschönes Par 3, und Loch 16, ein kurzes, aber schmales Par 5 auf ein aufsteigendes längliches Grün.

Heidegolfer-Fazit zu Jandia Golf

Palmen und schroffe Felsen

Ich habe knapp vier Stunden in einer grünen Oase verbracht, die von schroffen Felsen umgeben ist. Alleine der Anblick ist schon faszinierend, weil man eben in einem Tal voller Grün steht und außenrum nur „Steine“ sind.

Der Golfplatz an sich ist ein Erlebnis, das man sich auf jeden Fall gönnen sollte. Die Löcher sind immer wieder interessant zu spielen, durch die (meist trockenen, aber eben aus Stein gefertigten) Gräben fast im gesamten Gelände entstehen viele interessante Schwierigkeiten.

Es gibt einige unerwartete Höhenunterschiede zu überwinden – gerade die erhöhten Abschläge oder/und Grüns bieten einen zusätzlichen Reiz.

Herrliche Grüns und Fairways

Die Grüns selbst sind stellenweise stark onduliert, nicht zu groß und treu. Ich habe allerdings ein bisschen gebraucht, um mich an das unterschiedliche Tempo zu gewöhnen, das durch die Wuchsrichtung der Gräser zustande kommt – das kannte ich von unseren deutschen Grüns in der Form noch nicht.

Den Platzzustand habe ich als überraschend gut empfunden. Abschläge, Fairways und die Grüns sahen fantastisch aus, das hatte ich aufgrund der trockenen Witterung so nicht erwartet. Aber natürlich fällt das im Gegensatz zu den trockenen und kahlen Felsen außen herum noch viel mehr auf.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis passt für mich

Das Greenfee in Höhe von 78 Euro (im deutschen Winter – das ist hier natürlich die teurere Saison) ist sicherlich kein Schnäppchen, aber aus meiner Sicht absolut in Ordnung. Im „deutschen“ Sommer liegen die Tarife gut 15-20 Euro darunter.

Mit dem Cart unterwegs…

Aber auch die Zusatzangebote sind ok. Ein Cart für 18 Loch kostet 34 Euro, für weniger Geld kann man sich auch einen Trolley (auch als E-Version) mieten und dann halt laufen.  Die Leihschläger inkl. Bag liegen bei 37 Euro für die Kategorie A, die Kategorie B gibt es schon für 27 Euro.

Wer wie ich alles zusammen als Set bucht, spart ein paar Euro gegenüber dem Einzelpreis. Und natürlich gibt es auch Set-Angebote für zwei oder mehr Spieler – es lohnt sich, einfach einmal nachzufragen.

Zusammenfassend kann ich nur sagen: Toller Platz, tolles Erlebnis und für mich jeden Cent wert.

Ach ja, im Sekretariat kommt man meistens mit Deutsch, spätestens aber mit Englisch immer weiter. Mehr Eindrücke findet ihr wie immer auf den Fotos im Anhang.

Kontakt

Jandía Golf Course
Casa Club Barranco Vinamar S / N
35625 Morro Jable, Fuerteventura
Tel. (+34) 928 871 979
info@jandiagolf.com
www.jandiagolf.com

Übrigens

Ich habe den Platz am 21. Dezember 2018 gespielt. Dieser Bericht spiegelt meine ganz persönliche Meinung wider und wurde weder beauftragt noch irgendwie sonst gefordert. Ich hab keinerlei Vergünstigungen erhalten noch wurden mir welche in Aussicht gestellt. Meine Golfrunde, Cart und Leihschläger habe ich selbst bezahlt.

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