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Im Test: Trainingshilfe RST OnePuttPlus

Über die Diskussion in einer Facebook-Golf-Gruppe bin ich auf eine neue Trainings-Hilfe zum Putten gestoßen: Den RST OnePuttPlus.

Nach einem kurzen Hin und Her haben der Erfinder Reinhold Staudigl und ich vereinbart, dass ich das gute Stück einfach einmal ausgiebig teste.

Onlinebestellung im Shop

Der Shop ist übersichtlich und grundsätzlich einfach zu handhaben – da es nur einige wenige Produkte gibt, sollte sich hier jeder zurechtfinden. Wunschprodukt aufgerufen, ggf. Spezifika wie die Farbe ausgewählt und ab dafür. 

Bei der Dateneingabe kann man noch einen eventuellen Gutscheincode mit eingeben, dann wählt man die Bezahlmethode aus und ist schon fertig. Positiv ausgefallen ist mir dabei die schnelle Lieferzeit – nach drei Tagen brachte die DHL-Frau schon das Paket.

Der erste Eindruck

Sicher und kuschelig in Schaumstoff eingebettet

Die Verpackung und die gesamte „Präsentation“ vermitteln einen Eindruck von Hochwertigkeit. Alles wirkt ein bisschen edel und zumindest ich fand alles optisch sehr ansprechend präsentiert.

Wenn man den RST OnePuttPlus dann in die Hand nimmt, bestätigt sich der erste Eindruck. Die Verarbeitung ist sehr gut („made in Germany“). Auch bei Gewicht und Optik hätte ich nichts zu meckern.

Es gibt eine sehr ausführliche Beschreibung, die ich nicht gebraucht hätte – im Grunde ist das gute Stück selbsterklärend. Für den einen oder anderen kann die aber natürlich trotzdem hilfreich sein.

Der Aufbau und die Funktionsweise

Wie schon gesagt, kann man nicht viel falsch machen. Das Kernstück wird einmal ausgeklappt, so dass die Flügel weiter auseinander gehen. In der Grundstellung entspricht die Weite der Lochbreite. Ein Magazin legt man dahinter, so das es bündig abschließt. Und dann wird geputtet.

Das Magazin nimmt bis zu acht Bälle auf, so dass man eine längere Serie putten kann (vorausgesetzt natürlich, man trifft auch immer…). Das Austauschmagazin kann man nun dazu nutzen, um das volle Magazin mit zum Ausgangspunkt zu nehmen und das leere Magazin statt dessen anzudocken.

Ich muss gestehen, ich habe das nie genutzt. Da ich ohnehin hingehen muss, habe ich die acht Bälle dann einfach rausrollen lassen zu der Stelle, von der ich weiterputten wollte.

Der Trainingseffekt

Die Verstellbarkeit der Lochgröße gefällt mir von der Idee her sehr gut. Man kann die Flügel also enger stellen und so die Schwierigkeit bei den Putts erhöhen. Das Prinzip hilft mir, die Präzision beim Putten zu trainieren. Die Herausforderung nach und nach dosiert zu steigern ist eine Empfehlung, die vermutlich jeder Coach aussprechen würde.

Tempogefühl hingegen kann ich nur bedingt trainieren. Zu kurze Putts bleiben logischerweise weiter zu kurz – und liegen dann leider im Weg rum für weitere Putts. Aber auch alle Putts, die eigentlich zu schnell sind, werden durch das Magazin dankbar aufgenommen. Von daher ist das Gerät für die Präzision gut, für das Tempogefühl nur bedingt.

Trotzdem macht es Spaß, damit zu trainieren. Eben weil ich bis zu acht Bälle spielen kann, bevor ich mir diese aus dem Magazin zurückholen muss. Die wenigsten Löcher oder Trainingstools nehmen diese Menge auf, da hat der RST OnePuttPlus tatsächlich die Nase vorn.

Ich habe ihn wetterbedingt zwar ausschließlich indoor auf meiner Puttingmatte getestet, grundsätzlich ist aber natürlich auch der Einsatz auf dem Puttinggrün Deines Vertrauens möglich – nur wenn man bergauf-Putts damit üben will, werden die Bälle je nach Gefälle sicher irgendwann nicht mehr im Magazin bleiben…

Preis-Leistungs-Verhältnis

Das Profi-Set „RST OnePuttPlus“ schlägt mit sage und schreibe 199 Euro zu Buche. Für das Einsteiger-Set (ohne zweites Austauschmagazin) werden immer noch 159 Euro aufgerufen.

Ehrlich gesagt empfinde ich diese Preise – auch nach den Tests – als überzogen hoch. Natürlich bekomme ich ein Trainingstool made in Germany. Und natürlich sind Präsentation, Verarbeitung und Haltbarkeit absolut hochwertig. Trotzdem stehen in meinem persönlichen Verständnis finanzieller Aufwand und tatsächlicher Nutzen nicht ansatzweise in einem angemessenen Verhältnis.

Beim Outdoortraining kann ich den Effekt mit dem engeren Ziel mit Tees nachbauen, für Indoor gibt es andere Gadgets (zum Beispiel bei all4golf.de), die das ebenfalls können für deutlich weniger Geld. Diese Alternativen sind sicher nicht so edel und gut verarbeitet, der Effekt (Loch verengen) ist aber reproduzierbar.

Der Vorteil gegenüber den Alternativen, dass bis zu acht Bälle in den RST OnePuttPlus reinpassen, ist für mich persönlich den finanziellen Mehreinsatz absolut nicht wert.

Mein Gesamteindruck

Der RST OnePuttPlus ist ein wirklich gutes Trainingsgerät, bei dem letztlich jeder für sich die Entscheidung treffen muss, ob er bereit ist, den aufgerufenen Preis für den gebotenen Mehrwert (edles Design, verkleinerbares Loch und Sammelbox für bis zu acht Bälle) zu bezahlen. Ich wäre es nicht.

Übrigens gibt es das gute Stück in vier verschiedenen Farbvarianten. Und dem Trend der Individualisierung folgend könnte man sogar eine persönliche Gravur anbringen lassen (gegen Aufpreis) – zum Beispiel, wenn man es verschenken möchte.

Übrigens

Der Bericht spiegelt meine persönliche Meinung wider und ist inhaltlich unabhängig von Herstellerwünschen. Ich habe das Profi-Set RST OnePuttPlus vom Erfinder gestellt bekommen, den Test aber unentgeltlich durchgeführt.

Das Gerät habe ich nach Testabschluss wieder zurückgeschickt (obwohl ich es deutlich vergünstigt hätte erwerben können).

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