Heidegolfer

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Golfplätze & Bewertung

Golfclub Tietlingen

Kurz neben Bad Fallingbostel gibt es einen kleinen aber feinen Golfplatz: Den Golfclub Tietlingen, den ich Mitte August besucht habe. Verabredet dazu hatte ich mich mit Kirsten, die aus Hamburg kommt und – so sagt sie – meinen Blog gerne liest. Ich bin also mit ein wenig Stolz und viel Neugierde morgens losgefahren.

Der Golfclub Tietlingen wirkt schon bei der Ankunft recht idyllisch. Von der Hektik und dem Lärm der nur ein paar Kilometer entfernten A7 ist nichts zu spüren, wenn man die kleinen Dorfstraßen entlang zum Parkplatz des Golfplatzes fährt – hier ist Ruhe und Gemütlichkeit angesagt.

Ein ruhiger Golftag mit Hund

Mika wartet geduldig am Abschlag

Das Clubhaus mit Sekretariat und dem Restaurant ist ein ortstypischer Backsteinbau und fügt sich nahtlos in den ländlichen Eindruck ein. Kirsten war auch gerade angekommen, packte ihre Sachen aus und hatte Mika dabei, ihren kleinen Hund. Sie hatte mich natürlich im Vorfeld gefragt, ob ich etwas dagegen hätte, wenn ihr Mika mitkäme – aber warum sollte ich.

Ganz im Gegenteil fand ich es interessant zu erfahren, wie so eine Runde inkl. Hund sein würde – das war nämlich meine erste. Soviel gleich vorweg: Mika ist gut erzogen und hat sich entsprechend ruhig verhalten, nachdem sich die anfängliche Aufregung gelegt hatte.

Ländlich, freundlich, nett – Tietlingen

Gemeinsam sind wir dann zum Sekretariat, wo wir ausgesprochen nett empfangen wurden, und haben uns angemeldet. Wir haben unser Greenfee bezahlt, die Scorecard und ein Birdiebook mitbekommen und haben uns auf den Weg zur Driving Range gemacht.

Die Driving Range im Golfclub Tietlingen
Die Driving Range

Die Range ist einfach, aber funktional. Es gibt vier überdachte Abschläge und davor gelegen diverse Mattenabschläge für die Wintermonate. Aber natürlich waren im Sommer die üblichen Rasenplätze abgesteckt.

Man schlägt leicht bergan und hat zwei-drei Fahnen und einige Schilder als mögliche Ziele – nichts weltbewegendes, aber zum Aufwärmen ist das ausreichend. Ähnlich ist es mit dem Puttinggrün direkt am Clubhaus – klein aber fein.

Da wir aber los wollten haben wir uns nach je einem Korb Bälle auf den Weg zum ersten Abschlag gemacht.

Schöne Grüns und lange Bahnen – die Frontnine

Man startet mit einem kurzen Par 5, das relativ gerade verläuft und auf einem kleineren Grün mit einer mittleren Welle endet. Beim folgenden Par 3 war das Grün leider frisch gesandet, ist aber auch mit zwei Bunkern gut verteidigt (ich lag im linken, Kirsten im rechten Bunker).

Hinten geht es rechts hoch

Nach einem Par 4 Dogleg rechts, das dann doch mehr bergauf geht, als man es auf den ersten Blick sieht, läuft man über eine Brücke zum „hinteren Teil“ des Platzes.

Bahn vier ist ein ellenlanges Par 4 (423 Meter von gelb) und nicht nur deshalb das schwerstes Loch des Platzes. Links ist out-of-bounds und kurz vor dem erhöhten Grün engt ein kleiner Teich das Anspiel ein.

Zur Erholung ist Bahn fünf dann wieder ein eher kurzes Par 4 leicht bergauf, aber ebenfalls durch eine Ausgrenze auf der linken Seite nicht zu unterschätzen.

Slicer hingegen haben auf dem ausgemähtem Bereich gute Chancen – das habe ich für Euch getestet… 😉 . Verzogene Abschläge findet man dort gut wieder, zur Not im taktisch gut platzierten Fairwaybunker.

Zweimal Par 5 nacheinander

Es folgen zwei Par 5, die mit einmal 500 Metern sehr lang und anschließend 426 Metern eher kurz sind. Wenn der Wind richtig steht, hilft er aber auf der langen Bahn kräftig mit (so wie bei unserem Besuch dort), dafür spielt sich das zweite kurze Par 5 dann gegen den Wind deutlich länger.

Das achte Grün

Beide Bahnen sind recht ähnlich angelegt, beidseitig von Bäumen umrahmt und bis auf einen bzw. zwei Fairwaybunker eher leicht zu spielen – wenn man denn geradeaus schlagen kann.

Das anschließende Par 3 geht leicht bergab und sollte links angespielt werden, weil rechts ein Bunker und ein Wasserhindernis lauern.

Den Abschluss der Frontnine bildet dann das nächste ellenlange Par 4 mit 419 Metern. Das der Spaß auch noch leicht bergauf geht verschärft die ganze Sache noch ein wenig mehr – nicht umsonst ist es die drittschwerste Bahn.

Sehr lang und schön kurz – die Backnine

Der Rückweg startet mit einem eher kurzen Par 4 mit dem originellen Namen „Schweinebucht“. Leicht bergab kann man einen großen, tiefen Fairwaybunker überspielen, braucht aber ordentlich carry-Länge. Oder aber man legt vor und hat einen längeren Schlag ins Grün.

Im Herzen der Schweinebucht – hinten leuchtet das grüne Ziel

Die gleiche Wahl hat man bei Loch 11, wobei dieses Mal ein Wasserhindernis das Fairway teilt. Das ist vom Abschlag nicht wirklich einsehbar, so dass hier Platzkenntnis echte Vorteile bringt.

Direkt neben dem Fairway verläuft übrigens eine Bahnlinie – wenn da gerade im Schwung ein Zug vorbeirauscht, fühlt sich das schon ulkig an.

Nach der Erholung mit zwei kurzen Par 4 folgt nun die mit 519 Metern längste Bahn des Platzes. Das Fairway geht in Stufen bergauf zum erhöht liegenden Grün, für das man locker ein Eisen mehr braucht als gewohnt – Scorewert 2 kommt hier nicht von ungefähr.

Da macht das anschließende bergab zu spielende mittlere Par 4 Dogleg links schon wieder mehr Spaß, auch wenn die insgesamt vier Bunker nicht ohne Risiko zu umschiffen sind. Die rechte Fairwayseite ist die bessere Lage für den Drive, da sonst das Anspiel des Grüns durch herabhängende Äste schwieriger wird.

Ein (zu) langes Par 3

Mir persönlich am wenigstens gefallen hat das danach zu spielende längste Par 3. Knapp 200 Meter sind es von gelb und damit für mich quasi unerreichbar. Ich mag so lange Par 3 einfach nicht, aber da ist jeder anders gestrickt. Ansonsten sind die Schwierigkeiten überschaubar, ein Fairwaybunker und ein Grünbunker sind die einzige Verteidigung.

Das kurze Par 4

Optisch und spielerisch richtig gut gefallen hat mir dagegen das nächste Loch, ein sehr kurzes aber nicht wirklich leichtes Par 4. Der Abschlag geht leicht bergab im Idealfall über einen kleinen Bach, der das Fairway teilt.

Anschließend muss man wieder nach oben spielen auf ein deutlich erhöhtes Grün, das auch für mich als Shorthitter mit zwei guten Schlägen zu erreichen ist (wenn ich denn gerade geschlagen hätte).

Die letzten drei Bahnen starten mit einem mittleren Par 4, das einen sau-engen Abschlag auf ein sich spät öffnendes Fairway hat. Das Dogleg links hat insgesamt drei kleine Wasserhindernisse im Gepäck und das eher große Grün ist erneut erhöht anzuspielen.

Wasser (theoretisch) im Spiel

Am Herrenabschlag Loch 17

Der Abschlag des folgenden Par 3 geht bei den Herren über einen kleinen Teich, damit man deutlich sieht, was genau noch einmal links vom Grün lauert.

Den Abschluss bildet das dritte Par 5 mit über 500 Metern Länge, das aber ansonsten eher einfach zu spielen ist. Das Fairway ist breit und die insgesamt fünf Fairwaybunker sind eher kleiner geraten und sollten durch geschicktes Taktieren nicht ins Spiel kommen.

Das letzte Grün des Platzes in Richtung Clubhaus ist eher groß und hat eine Stufe, die nette Fahnenpositionen erlaubt.

Heidegolfer-Fazit zum Golfplatz

Mir hat der Platz – auch dank meiner tollen Mitspielerin Kerstin und ihrem Hund Mika – viel Spaß gemacht. Es sind einige Bahnen dabei, die wir vermutlich anders angegangen wären, wenn wir sie schon einmal gespielt hätten. Platzkenntnis ist hier mehrfach von Vorteil.

Insgesamt ist es ein guter Platz für eine schöne 18-Loch-Runde unter Freunden; nicht zu schwer und teilweise wirklich nett gestaltet. Ein paar Bahnen haben mich auch nicht so überzeugt, aber da sind die Geschmäcker natürlich unterschiedlich. Zwei-drei Löcher fand ich dafür wirklich spannend zu spielen.

ländliche Idylle allerorten

Für Otto-Normalgolfer ein gutes Ziel

Gerade für Spieler meiner Spielstärke ist der Golfplatz Tietlingen gut geeignet, weil der Otto-Normalgolfer einige Herausforderungen vorfindet, die ebenso interessant wie lösbar sind. Allerdings ist der Platz stellenweise auch echt lang. Drei Par 5 über 500 Meter und zwei Par 4 über 400 Meter sind schon ein Brett.

Wie auf den Bilder gut zu erkennen ist, hatte der Platz durch die lange Trockenheit leider enorm gelitten. Die Grüns und die Abschläge sind in Schuss, aber das Fairway sieht zum Teil alles andere als gut aus. Ich bin mir allerdings sicher, dass es bei einem „normalen“ Sommer anders ist, von daher kann man hier niemandem einen Vorwurf machen – immerhin geht es sehr vielen Clubs nach diesem Sommer so.

Ansonsten machte auch das Drumherum einen guten Eindruck. Die Menschen sind nett, das Ambiente ist eher rustikal ländlich, alles ganz hübsch anzusehen. Die Gastro sah durch die Scheiben (montags ist da geschlossen) auch gut aus. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, komme ich sicher noch einmal wieder.

Übrigens wird der Club im nächsten Jahr 40 Jahre alt – wenn das kein Anlass ist, da einmal vorbeizuschauen, wenn man ohnehin auf der A7 unterwegs ist (Abfahrt Fallingbostel)… 😉

Kontakt

Golfclub Tietlingen e.V.
Tietlingen 6c
29683 Bad Fallingbostel

Tel.: (05162) 3889
E-Mail: info(at)tietlingen.de

Mehr Eindrücke gibt es wie immer in der Galerie:

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