Heidegolfer

Golfplätze

Golfclub Peine-Edemissen

Wozu sind Überstunden da? Richtig, damit man sie an einem Tag abbummeln und anstatt ins Büro zum Golfspielen gehen kann. 🙂

Genau das habe ich kürzlich mit meinem Kollegen Daniel zusammen gemacht. Ziel unseres Golfausfluges war der Golfclub Peine-Edemissen. Die Anlage hatte ich im vergangenen Spätherbst schon einmal alleine gespielt, da waren die Grüns und Fairways allerdings teilweise schon sehr ramponiert nach einer offensichtlich sehr langen Saison. Aber jetzt, Anfang Juli, sollte der Platz doch eigentlich mitten in der Blüte stehen. Ich war gespannt.

Da ich etwas zu früh auf dem Parkplatz war und Daniel mir schrieb, dass er sich leicht verspäte, habe ich mir erst einmal die Übungsanlagen etwas genauer angeschaut. Es gibt eine großzügige Drivingrange mit etlichen Rasenabschlägen und einigen überdachten Plätzen. Die Range selbst hat leider neben den kleinen Entfernungsmarkierungen kaum Ziele, an denen man sich orientieren kann – bis auf ein altes Auto, das mitten auf dem Gelände steht… 😉

Dazu gibt es zwei relativ große Puttinggrüns und zwei Chippinggrüns, zu denen Fairwaybunker beziehungsweise ein Grünbunker gehören. Letzteren habe ich mir dann als Ziel für die Wartezeit auserkoren – Bunker übe ich nämlich sonst so gut wie gar nicht, da herrscht Nachholbedarf. Und ich war positiv überrascht, wie „einigermaßen“ ok es doch ging. Nach 25-30 Bunkerschlägen hatte ich dann aber genug und bin zurück zum Parkplatz, auf den gerade Daniel einbog.

Also kurz begrüßt, Sachen ausgepackt, Greenfee bezahlt und los zur Range. Hier akzeptiert der Ballautomat übrigens 1- und 2-Euro-Münzen, das finde ich wichtig und gut. Die sonst so beliebte Variante mit den „Tokens“ für den Ballautomaten reduziert sicher das Einbruchsrisiko, aber als Gastspieler hat man schon Probleme, wenn man wie wir früher als das Büro anfangen möchte. Deshalb freut es mich, wenn Münzen gehen.

Der Spruch „wenn es auf der Range gut läuft, dann ist das kein gutes Zeichen für den Platz“ stimmt wohl übrigens. Denn so schlecht wie an diesem Tag habe ich eine Runde schon länger nicht mehr angefangen. Jetzt muss man dazu sagen: man startet in Peine gleich einmal auf der längsten und schwersten Bahn des Platzes: Ein Par 5, das von gelb schon 500 Meter lang ist und nach etwas über 200 Metern rechts abknickt. Genau vor und in diesem Knick warten ein Bunker und ein Teich geduldig auf Bälle.

Um über die Ecke abzukürzen fehlt mir die Drivelänge, also geht es für mich nur dran vorbei. Und wenn der Drive (für meine Verhältnisse) gut kommt, dann geht garantiert danach etwas schief. So auch diesmal. Das Ende vom Lied war ein verlorener Ball und eine neun zum Auftakt…

Auf der zwei habe ich den Drive ins Rough gescliced, konnte den Ball aber zum Glück finden. Also zurück aufs Fairway und mit dem dritten Schlag 30-40 Meter vorm Grün angekommen. Einen getoppten Pitchversuch, einen schlechten Chip und drei Putts später hatte ich die acht auf der Scorecard stehen. Was für ein mieser Anfang.

Aber Bahn drei ist dann alleine schon optisch eine Entschädigung für alles, was vorher passiert. Ein wunderschönes relativ kurzes Par 3. Der Abschlag geht über einen Teich, der natürlich vor allem psychologisch Eindruck schindet, und muss auf einem nicht allzu großen Grün landen, das von insgesamt drei Bunkern bewacht wird. Gerade wenn die Natur in voller Blüte steht ist diese Bahn ein echter Hingucker.

Ich hatte ein Eisen 8 aufs Grün gebracht und hatte dann einen relativ langen Birdieputt, der knapp an der Lochkante vorbei ist. Aber auch das Par war nach den ersten beiden Bahnen eine wahre Wohltat – so oft spiele ich das ja nun auch nicht.

Die nächsten Bahnen verlaufen schön angelegt durch flaches Gelände, es gibt einen relativ neuen Teich zwischen Bahn 4 und 5, der sich als ziemlich hinterhältig entpuppt (eine sieben – wegen des Teichs – und eine fünf auf der Scorecard waren aber für mich ok). Auf der sechsten Bahn habe ich am Dogleg links die Abkürzung probiert (da „reichen“ etwa 165 Meter carry) und leider etwas nach links verzogen, so dass ich erst zurück aufs Fairway chippen musste, um weiterspielen zu können.

Und so ging es weiter. Die Frontnine habe ich insgesamt mit zu vielen Schlägen aufgrund zu vieler Fehler gespielt – die beiden Par 3 Bahnen waren mit Par und Bogey eigentlich gut, aber dazu gesellte sich nur ein weiteres Bogey auf der fünf und der Rest war höher. Aber ehrlich gesagt kann der Platz nichts dafür, der hat sich mir gegenüber insgesamt sehr fair verhalten. 😉

Zur Halbzeit stand aber schon fest, dass sich der Ausflug gelohnt hatte. Der Platz ist unheimlich schön angelegt, mit viel Liebe zum Detail. Es gibt relativ viele Löcher, bei denen Wasser ins Spiel kommt und insgesamt knapp 80 Bunker auf den 18 Bahnen.Der Pflegezustand ist fantastisch und die Grüns sind für unsere Verhältnisse ziemlich schnell.

Speziell beim Putten habe ich ein paar Bahnen gebraucht, um das richtige Tempogefühl zu bekommen, aber zum Glück ist das Putten eine der kleineren Baustellen in meinem Spiel, so dass ab und zu auch einmal ein längerer Putt fällt und alles bis zu einem Meter eigentlich schon relativ sicher reingeht (naja, relativ sicher halt…).

Auch die Backnine spielen sich ausgesprochen abwechslungsreich und schön. Wie die Frontnine fängt man mit einem Par 5 an, das diesmal einen leichten Linksknick macht und kurz vor dem Knick mit einen Baum mitten auf dem Fairway eine zusätzliche Herausforderung bietet. Hat man den passiert, geht es geradeaus zwischen zwei Bunker durch, bis man das Grün recht gut anspielen kann.

Die nächsten beiden Löcher sind kurze Par 4, die beide allerdings recht schmal sind und vor allem jede Menge Sand im Gepäck haben. Allein hier sind zwölf Bunker untergebracht, die einem das Leben nicht leichter machen. Anschließend wartet das nächste Par 5 Dogleg links mit einem Fairwaybunker mitten im Knick bei etwa 300 Metern und ab da einiges an Wasser zur rechten Seite bis zum und hinters Grün. Eine ebenso schöne wie schwierige Bahn.

Die 14 ist zur Entspannung einmal ein mittleres Par 3 ohne Wasserhindernisse. Das größere Grün wird durch zwei Bunker verteidigt, wer vorlegen will, der hat einen weiteren breiten Bunker zu berücksichtigen. Loch 15 ist mit unter 300 Metern zwar kurz, aber dafür ist das Grün durch einen Ringbunker verteidigt, um bei den Annäherung jeden Fehler bei Präzision und Längenkontrolle zu bestrafen. Die Ausgrenze auf der rechten Seite der gesamten Bahn sorgt für eine zusätzliche Schwierigkeit.

Die letzten drei Loch beginnen mit einem durchschnittlichen Par 4 ohne größere Gefahren (bis auf zwei taktisch klug platzierte Fairwaybunker), um dann mit der 17 ein Loch zu haben, das mit der drei um den Status als „signature hole“ kämpft. Loch 17 ist einfach gigantisch schön anzusehen.

Knapp 150 Meter lang schlägt man über einen kleinen Teich, der von einem höher gelegenen Teich rechts gefüttert wird und nach links wiederum einen weiteren Wasserlauf füttert, der das Grün links umschließt. Für diejenigen, die dem Wasser auf der linken Seite ausweichen möchten, gibt es rechts vom Grün noch einen recht langgezogenen tiefen Bunker (den ich getroffen habe). Ich habe hier eine vier gespielt und war damit mehr als zufrieden.

Zum krönenden Abschluss wartet mit Bahn 18 das längste Par 4, das nach knapp 200 Metern einen Linksknick um gut 90 Grad macht. Im Knick liegt ein Teich, der jeden zu kurzen Abkürzungsversuch bestraft – 200 Meter carry sollten schon sicher drin sein. Ansonsten muss man halt (so wie ich) außen herum und entweder den zweiten Schlag seeeehr lang spielen oder eben erst mit dem dritten das Grün treffen. Davor wartet übrigens natürlich einmal mehr ein gefräßiger Bunker. Nicht umsonst beendet man seine Runde mit der zweitschwersten Bahn des Platzes.

Alles in allem ist Peine ein unheimlich schöner Golfplatz. Wer also in der Gegend vorbeikommt, der sollte Halt machen und hier spielen. Der Platz ist toll, die Menschen sind ausgesprochen nett und freundlich, die Küche ist auch gut und das Greenfee ist mit 45 / 60 Euro (wochentags / Wochenende – jeweils mit „R“-Kennzeichen) angemessen.

Neben den 18-Loch gibt es übrigens noch einen Pay-and-play-Platz mit sechs Par-3-Löchern – aber den stelle ich in einem kurzen Blogbeitrag noch einmal separat vor, denke ich… 😉

Golf-Club Peine-Edemissen e.V.
Dahlkampsweg 2
31234 Edemissen

 

Hier noch einige Eindrücke des 18-Loch-Platzes in der Galerie:

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