Heidegolfer

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Golfplätze & Bewertung

Golfclub Oberberg

Mitte September hatte ich das Vergnügen, den Golfclub Oberberg zu besuchen. Nach dem Golfclub am Lüderich und dem Golfclub Schloss Auel war das nun Station Nummer drei meines ersten Golf-Wochenendes, das mit die beste Ehefrau der Welt und unsere kleine Tochter genehmigt haben (vielen Dank dafür noch einmal an dieser Stelle – ich liebe Euch!).

Ich hatte im Vorjahr bei einem Facebook-Gewinnspiel des Golfclub Oberberg mitgemacht und einen Greenfee-Gutschein gewonnen. Den galt es nun gemeinsam mit Bianca von Wir lieben Golf einzulösen. Wir kamen zeitgleich am frühen Vormittag an, haben uns angemeldet und ich habe meinen obligatorischen Logoball erworben. Dann haben wir unser Cart bezahlt und sind damit zurück zu den Autos, um die Golf-Sachen aufzuladen.

Das Puttinggrün am Parkplatz

Die Übungsanlagen

Neben dem 18-Loch-Platz bietet der Golfclub Oberberg einen öffentlichen 6-Loch-Kurzplatz. Hier kann man sich auch ohne Platzreife versuchen oder eben als erfahrener Golfer das kurze Spiel üben.

Direkt neben dem Parkplatz findet man das Puttinggrün, gegenüber liegt die großzügige Driving Range.

Seit Ende 2016 gibt es im Golfclub Oberberg auch eine Indoor-Trainingsanlage mit Trackman Simulator, wo die clubeigenen Pros für detaillierte Trainings und Analysen zur Verfügung stehen.

Man kann aber natürlich auch einfach mit ein paar Freunden die Trainingsanlage mieten und über den Trackman Simulator einen der 15 angebotenen Golfkurse virtuell spielen.

Die Frontnine

Man startet im Golfclub Oberberg mit einem kürzeren Par 4 zum Einstieg. Links droht eine Ausgrenze, aber insgesamt ist der Start in die Runde eher freundlich. Das Grün liegt etwas tiefer, so dass bei dem trockenen Boden auch zu kurze Annäherungen oft bis aufs Grün rollen.

Auf den folgenden zwei Bahnen (längeres Par 4 und mittleres Par 3) begleitet den Spieler die Ausgrenze links weiter. Nach Überquerung eines kleinen Weges wartet mit Bahn vier das erste Loch, das mir richtig gut gefallen hat. Das Par 5 verläuft in mehreren Stufen abwärts und hat auf halbem Wege eine leichte links-rechts-Kurve.

Zum Grün muss man einen kleinen Bachlauf überspielen. Als weitere Verteidigung sollte man sich vor einem Teich und dem tiefen Bunker in acht nehmen. Da man deutlich nach unten spielt hat man einen tollen Überblick, bevor man das Grün angreift.

Weitläufige offene Bahnen im Golfclub Oberberg

Ab nach unten zum Grün

Gleich die Folgebahn ist ähnlich schön. Von einem erhöhten Abschlag geht es über einen Bachlauf auf das gefühlt hunderte Meter entfernte Fairway. Nach dem Dogleg rechts geht es noch etwa 100 Meter hoch zum kleinen Grün.

Und so offen geht es weiter. Gefühlt spielt man über eine Hügelkette. Es gibt auf den folgenden Löchern insgesamt wenig Bewuchs, praktisch keine Bäume, aber jede Menge Weitsicht.

Die Fairways sind hart und teilweise schräg, aber immer gut zu spielen. Erst die neunte Bahn, ein knapp 180 Meter langes Par 3, hat wieder mehr Wald außenrum.

Dann geht es über einen kleinen Weg zum grandiosen Halfwayhouse, das auf jeden Fall einen Besuch wert ist.

Die Backnine

Der zehnte Abschlag erfordert dann nicht nur Präzision, sondern auch Nerven. Das mittlere Par 3 beherbergt ein relativ kleines Grün. Ein Bunker rechts und ein kleiner Bachlauf davor erhöhen die Schwierigkeit – vor allem aber das Publikum. Man spürt förmlich die Blicke aller derer im Nacken, die gerade auf der Terrasse des Halfwayhouse sitzen und auf einen getoppten Abschlag warten.

Blick ins Dogleg von Bahn 12

Zum Glück habe ich meinen Abschlag gut getroffen und das Grün nur knapp rechts verfehlt. Ein längerer Chip und (leider) zwei Putts bedeuteten ein gutes Bogey für mich. Anschließend waren Bianca und ich bei den Abschlägen wieder „allein“.

Golfclub Oberberg bedeutet Hanglagen und Höheunterschiede

Nach zwei schönen Doglegs (erst ein Par 4 rechts und anschließend ein bewaldetes Par 5 links) geht es zu einem Loch, das mir besonders gut gefallen hat. Die 13 ist ein Par 4 Dogleg links unten – Ihr habt richtig gelesen. Es geht nicht nur links ab, sondern vor allem runter, da das Grün gut 20 Meter tiefer liegt.

Theoretisch können Longhitter das eher kleine Grün direkt anspielen. Kommt der Ball aber im Downslope auf, dann rollt er ziemlich sicher über das Grün hinaus ins Nirgendwo – da sollte man einen Vor-Caddy haben.

Danach wird das Gelände erneut etwas offener. Die folgenden Par 3, Par 4 und Par 5 verlaufen wieder über eine Hügelkette und ermöglichen erneut einen tollen Blick über die Gegend. Die Bahnen an sich spielen sich schön, auch wenn man zwischendurch blinde Schläge hat, je nachdem wo auf dem Fairway der Abschlag gelandet ist.

Ein schönes Finale

Auf dem 17. Abschlag

Die vorletzte Bahn im Golfclub Oberberg ist für mich ein weiteres Highlight gewesen. Der 17. Abschlag liegt deutlich erhöht und der Drive muss auf ein schräges Fairway platziert werden. Dass rechts neben dem Fairway ein Biotop wartet, macht die Sache noch etwas kniffliger.

Anschließend geht es bergauf zum erhöhten und von zwei Bunkern geschützten Grün. Zum Abschluss der Runde wartet ein schwieriges längeres Par 5. Das Dogleg links hat ein großes Wasserhindernis im Knick, während auf den gesamten fast 500 Metern Länge eine Ausgrenze auf der linken Seite verläuft.

Die letzten rund 180 Meter gehen relativ geradeaus zwischen der Driving Range und der ersten Bahn zurück. Das 18. Grün fällt leicht nach vorne ab und ist ebenfalls nicht allzu groß. Bei einer kurz gesteckten Fahne hat man praktisch immer einen schwierigen Bergab-Putt zum Abschluss.

Heidegolfer-Fazit zum Golfclub Oberberg

Mir hat der Platz gut gefallen, Das Layout erlaubt ein schönes Spiel. Es gibt eine angenehme Abwechslung durch teilweise sehr unterschiedliche Gestaltung der Löcher. Auch der Wechsel von offenen Bahnen und etwas engeren Situationen stellt eine schöne Herausforderung dar.

Ich fand ihn insgesamt nicht zu schwer für mich als Durchschnittsgolfer. Gerade durch die lange trockene Witterung sind die Schräglage allerdings stellenweise schwer zu berechnen und zu spielen, aber insgesamt ist der Platz sehr fair.

Insgesamt guter Platzzustand

Den Fairways hat man auch im Golfclub Oberberg an einigen Stellen die lange Trockenheit angemerkt, aber insgesamt waren sie völlig ok. Abgesehen davon habe ich das in diesem Sommer schon deutlich schlimmer gesehen. Abschläge und Grüns waren dagegen alle in einem hervorragenden Zustand.

Toll angelegter Platz

Die Grüns sind durchgängig eher klein und nur sanft onduliert. Dadurch spielen sie sich vermeintlich leichter, sind aber eben auch schwerer zu treffen. Vom Tempo her habe ich sie als sehr angenehm empfunden.

Gutes Gesamtpaket

Hätte ich nicht einen Greenfee-Gutschein gehabt, hätte ich am Wochenende 80 Euro Greenfee bezahlt. Das ist sicher nicht ohne, gilt dann aber nicht für die Runde, sondern den ganzen Tag. Eine Besonderheit ist zudem, dass man auf der Range nicht extra für die Bälle bezahlen muss – die sind im Greenfee mit enthalten.

Unabhängig vom individuell empfundenen Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt aus meiner Sicht das Gesamtpaket. Die Anlage ist alles in allem sehr stimmig und die Leute sind durchgängig sehr nett zu uns gewesen. Ein Marschall passt auf, dass es flüssig über den Platz geht und keine Staus entstehen, ohne dass er tatsächlich groß „in Erscheinung tritt“.

Nach der Runde sollte man noch einmal das Halfwayhouse aufsuchen (dort gibt es einen Pkw-Parkplatz) und das Nachrunden-Kaltgetränk auf der Terrasse genießen. Mit dem Blick auf die Landschaft kann man eine schöne Runde sehr angenehm ausklingen lassen – und vielleicht ist man ja live dabei, wenn jemand auf dem 10. Tee den Abschlag toppt… 😉

Also zusammengefasst: Wer in der Gegend ist, sollte hier einen Halt einplanen, weil es sich lohnt. Leider hat mein GameGolf nach elf Loch schlapp gemacht (wer den Akku nicht auflädt, dem passiert sowas halt), so dass es diesmal nur einen Teil der Runde zu sehen gibt.

Mehr Fotos mit Eindrücken liefert wie immer die Bildergalerie.

Kontakt

Golf Club Oberberg e.V.

Hasseler Straße 42
51580 Reichshof

Telefon: (0 22 97) 71 31
Telefax: (0 22 97) 71 17

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