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Golfplätze

Golfclub Gifhorn

Ich habe eine Zeit lang im 30 Minuten entfernten Gifhorn trainiert, weil ich dort mit Marco Bußmann einen für mich passenden Pro gefunden hatte. Leider hat es Marco im Frühjahr 2017 nach Grömitz gezogen, so dass ich mir einen neuen Pro suchen muss, aber das ist eine andere Geschichte. Hier geht es erst einmal um den Golfclub Gifhorn.

Die Stadt Gifhorn liegt im Einzugsbereich von Wolfsburg und ist also in gewisser Weise von Volkswagen mit geprägt. Das bedeutet unter anderem, dass es durchaus einige Menschen hier gibt, die im Einkommen über dem Durchschnitt liegen – und auch wenn es in Wolfsburg selbst ebenfalls einen Golfclub gibt, merkt man diese Tatsache schon auf dem Parkplatz des Golfclub Gifhorn. Und auch der Club an sich macht jetzt keinen besonders geizigen oder ärmlichen Eindruck.

Die Übungsanlagen sind sehr großzügig angelegt. Die Driving Range ist aus meiner Sicht fast vorbildlich. Es gibt mehrere überdachte Abschläge, die jeweils mit Spiegeln ausgestattet sind, sowie diverse offene Abschläge von Matten und Rasen. Die Range selbst ist vor allem deshalb so angenehm, weil es verschiedene Ziele gibt, auf die gespielt werden kann. Es gibt mehrere Zielkreise in unterschiedlicher Größe und Entfernung – am meisten Spaß macht jedoch ein großes schräg aufgestelltes Brett, bei dem man einen Treffer sehr schön hören kann (und alle anderen natürlich auch…).

Daneben gibt es zwei Puttinggrüns, eines direkt vor der Range und neben dem ersten Abschlag, ein zweites größeres Puttinggrün befindet sich dann noch hinter dem Clubhaus. Dort gibt es auch einen Übungsbunker neben dem Grün sowie etwas mehr Fairwayfläche außen rum, um auch Chips aus einigen Metern Entfernung üben zu können.

Zusätzlich gibt es eine Pitching-Area mit zwei anzuspielenden Grüns, die nicht nur fast 100 Meter Länge bietet, sondern dazu einen kleinen simulierten Fairway-Bunker (ungefähr 60 Meter von den Grüns weg) sowie einen kleinen Hügel (etwa 75 Meter von den Grüns), um Annäherungen aus Hanglagen zu üben. Die Grüns hier haben ebenfalls drei Übungsbunker, von denen einer extra tief angelegt ist.

Jetzt muss man erwähnen, dass der komplette Golfplatz je zur Hälfte links und rechts einer Straße liegt. Die muss allerdings nicht überquert werden, sondern man gelangt durch einen kurzen Tunnel von der einen zur anderen Hälfte. Die ersten und die zweiten Neun sind damit also räumlich voneinander getrennt – das gleiche gilt für die Übungsanlagen. Den Weg übt man aber quasi bereits am Anfang, denn der Parkplatz liegt auf der einen Seite und das Clubhaus mit Sekretariat auf der anderen Seite des Tunnels…

Die Frontnine liegen auf der Parkplatzseite und starten mit einem durchschnittlichen Par 5 zur Eingewöhnung. An Bahn 2 kommt schon das erste Wasser ins Spiel (kurz vor dem Grün und definitiv magnetisch… 😉 ). Die drei ist dann ein mit rund 145 Metern kürzeres Par 3, dessen kurzes aber breites Grün von zwei fiesen, kleinen, steilen, gefräßigen Bunkern bewacht wird. Hier habe ich es einmal geschafft, einen Steckschuss knapp unter der oberen Bunkerkante zu fabrizieren:


(übrigens: für mehr Videos einfach mal meinen Youtube-Kanal anschauen/abonnieren) 

Aber auch im weiteren Verlauf geizt der Platz nicht mit Herausforderungen. Mal muss der Drive durch eine schmale Baumschneise gespielt werden, mal sind Bäume so angeordnet, dass sich eine rechts-links-Kurve praktisch kaum vermeiden lässt. Bahn 9 ist ein Dogleg links, das nach etwa 150 Metern mehr als 90 Grad (!) abknickt und den einen oder anderen zum Abkürzen verleiten könnte – wären da nicht die hohen Bäume, die entweder einen perfekten Treffer mit perfekt dosiertem Hook verlangen oder den Ball auf Nimmerwiedersehen verschlucken.

Abschlag Bahn 10 in Gifhorn

Die Backnine starten mit einem fairen Par 4, bei dem aber fast jeder Slice vom Abschlag ein feuchtes Ende findet. Danach folgen mehrere Bahnen, durch die sich immer wieder einmal ein kleiner Wassergraben zieht und die damit vor allem aufmerksames Spiel und taktische Überlegung verlangen. Bahn 12 ist ein eher langes Par 3, das seine wirkliche Schwierigkeit aber dem Grün zu verdanken hat; das ist nämlich im Prinzip ein Buckel und fällt zu allen Seiten ab. Das optische Highlight und einen perfekten Abschluss der Runde bietet dann natürlich Bahn 18 mit einem wunderschönen Inselgrün in Sichtweite zur Clubhausterrasse.

Insgesamt finde ich den Platz sehr schön, weil er ausgesprochen abwechslungsreich gestaltet ist. Es gibt vermeintlich einfachere Bahnen, einige wirklich spannende Herausforderungen und man ist immer wieder gezwungen, auch taktisch zu denken und zu spielen. Die Grüns an sich sind eher kleiner als ich es vom Heimatplatz gewohnt bin, dafür aber spürbar schneller – daran musste ich mich erst gewöhnen.

Ich habe zu verschiedenen Jahreszeiten hier gespielt und hatte immer sehr gute Spielbedingungen, die Greenkeeper machen ihren Job offensichtlich sehr gut. Dazu ist das Greenfee angemessen, das Clubhaus ein weiterer Hingucker und das Sekretariat ausgesprochen nett. Auch hier kann ich eine bedenkenlose Empfehlung aussprechen.

Golfclub Gifhorn e.V.
Wilscher Weg 69
38518 Gifhorn

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