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Golfplätze

Golfclub an der Göhrde

Der Golfclub an der Göhrde ist der einzige Golfclub im Landkreis Lüchow-Dannenberg, ziemlich in der Mitte zwischen Uelzen und Dannenberg – und mein aktueller Lieblingsclub. Die Leute sind ausgesprochen nett und freundlich, man wird herzlich aufgenommen und irgendwie fühlt man sich sofort zuhause.

Dass der Golfplatz keine 2 km vom Haus meiner Schwiegermutter entfernt liegt, das würde ich übrigens als glücklichen Zufall bezeichnen. 😉 Auf jeden Fall dürfen bei einem Besuch die Schläger nicht fehlen, man weiß ja nie…

Beim Golfplatz handelt es sich um eine 18-Loch-Anlage, die allerdings mit einer Besonderheit aufwartet: sie beinhaltet zwei komplette Kurse. Soll heißen, dass es für jede Bahn eben zwei zum Teil sehr unterschiedliche Abschläge je Geschlecht gibt: den „White Course“ (Par 72, 5940 Meter von gelb) und den „Blue Course“ (Par 73, 5706 Meter von gelb).

Dabei sind die Tees nicht einfach kürzer oder länger gesteckt, sondern es eröffnen sich tatsächlich teilweise komplett unterschiedliche Bahnen. Bahn 2 als Beispiel: Aus dem mittleren Par 3 mit Bunker links neben dem Grün beim White Course  wird auf dem Blue Course ein kurzes Par 4, das aber einen Teich am Abschlag und einen frontalen Grünbunker im Spiel hat.

Ich habe bisher überwiegend den White Course gespielt (weil mein GameGolf-Tracker nur den weißen Kurs kennt, das ist vielleicht der einzige „Haken“ an dieser Besonderheit; meine Golf Uhr von Garmin kennt beide Kurse). Und ich muss ehrlich sagen: ich spiele den Platz unheimlich gerne. Aus meiner Sicht bietet er genau die richtige Dosierung aus Leichtigkeit, Schwierigkeit, Herausforderung, Chance und Fairness. Man kann sich richtig belohnen, wenn man einen guten Tag hat, wird aber auch angemessen bestraft, wenn man das Glück zu sehr herausgefordert hat.

Insgesamt sind die Bahnen überwiegend offener gestaltet, wobei auch immer wieder mal Wald ins Spiel kommt (Bahnen 3 bis 5 beiderseits, später nochmal 9 bis 11 und an der 14 jeweils an einer Seite). Es gibt mehrere Löcher mit Wasser im Spiel und teilweise einige Höhenunterschiede – man spielt also aufwärts oder abwärts.

Die Par 3 Löcher sind bis auf Bahn 9 für mich sehr fair (Bahn 9 ist mir mit 198 Metern vom gelben Abschlag einfach etwas zu weit – da fehlt mir die Länge) und bieten auch mittleren Handicaps die Chance, das Grün mit einem guten Schlag zu erreichen und auf ein gutes Ergebnis zu hoffen. 😉

Es gibt einen fantastischen blinden Abschlag an Bahn 3, einem mittleren Par 5, bei dem man von gelb den Drive aus einer Senke auf ein Fairway spielen muss, das man nicht sieht. Da es aber breit genug ist, kann man getrost draufhauen und auf Meter hoffen (hier wird in Turnieren auch oft der longest Drive ausgetragen). Nach einem längeren Platteau geht es dann wieder abwärts für die letzten 150 Meter der Bahn.

Auf dem Weg zum 3. Grün

Überhaupt gibt es einige Doglegs zu spielen, die aber eben nicht einfach abgeknickte Bahnen sind, sondern durch die bergauf-Führung oder einen starken Linksknick ihren ganz eigenen Reiz haben. Meine persönliche Lieblingsbahn ist die 8, ein mittleres Par 4 mit einem Halbinselgrün am Ende. Hier geht es zwar „nur“ geradeaus, aber das Fairway verläuft in drei Stufen nach und nach immer weiter nach unten bis kurz vors Wasser. Je nachdem wo ich liegen bleibe habe ich also entweder eine ebene Balllage um das Grün über den Teich direkt anzugreifen oder ich liege hangabwärts und kann mir Gedanken machen, ob ein Vorlegen nicht doch die sinnvollere Variante wäre,

Weitere aus meiner Sicht tolle Bahnen sind die 11 (ein relativ kurzes Par 3 bergauf in den Wald auf ein kleineres Grün mit eklig tiefem Bunker vorne links), die 12 (über 400 Meter langes Par 4 bergab mit einem Grün am Ende, das rechts zwei tiefe Senken und links einen Teich als Verteidigung hat) oder die 14 (ein Par 5 mit Doppel-Dogleg rechts-links nach etwa 200 Metern, bei dem einem die Bäume am Rand das Leben sehr schwer machen können.

Auch die Abschlussbahn 18 ist mit über 400 Metern ein echtes Brett für jemanden wie mich, hier freue ich mich über ein Bogey auf jeden Fall. Aber wie schon anfangs erwähnt ist der gesamte Platz so angelegt, dass man auch als Mittelklassespieler unglaublich viel Spaß haben und bei präzisem Spiel auch ein gutes Ergebnis einfahren kann. Nicht umsonst habe ich mich hier im letzten Jahr mehrfach unterspielen können – wenn einem der Platz gefällt, dann spielt man ihn auch irgendwie anders.

Das „signature hole“ ist für mich definitiv Bahn 13, wo man von einem erhöhten Abschlag aus über ein kleines Heidekrautfeld und Waste Area auf ein Doppelgrün schlägt (hier gibt es zwei Fahnen auf einem sehr großen Grün – eine weiße und eine blaue für den jeweiligen Kurs, der gerade gespielt wird). Beim White Course kommt hier auch schnell der recht tiefe Grünbunker ins Spiel.

Das signature hole des Platzes: Bahn 13

Insgesamt sind die Grüns nicht ohne, nicht zu langsam und etliche Grüns mit Stufen und Wellen. Genaues Lesen und Planen der Putts ist definitiv gefragt. Dabei sind die Grüns gar nicht übermäßig groß, sondern teilweise wirklich interessant geformt, was die Annäherung in manchen Fällen noch erschwert – liegt man am falschen Ende, dann puttet man entweder durchs Vorgrün oder muss darüber nachdenken, einen vorsichtigen Chip zu spielen. Auch hierin sehe ich einen weiteren Reiz des Platzes.

Wen es also einmal ins Wendland verschlägt (oder wer in Fahrweite ist und Zeit und Golfschläger dabei hat), dem lege ich diesen Platz wirklich wärmstens ans Herz. Das Greenfee ist mit 40€ wochentags und 50€ am Wochenende absolut fair und wie gesagt sind die Menschen im Club, Verantwortliche und Mitglieder allesamt, enorm herzlich und freundlich. Zusätzlich ist auch der Pro richtig klasse und der Pro-Shop für einen Club dieser Größe (und Lage) erstaunlich gut ausgestattet.

Dass es im Restaurant dazu dann auch noch schöne deftige Hausmannskost gibt, rundet das familiäre und wirklich angenehme Gefühl bei diesem Club aus meiner Sicht sehr gut ab. Hier ist nichts abgehoben oder prätentiös, hier sind Menschen wie Du und ich, die einfach Spaß am Golf haben und andere daran teilhaben lassen wollen.

Ein paar Eindrücke vom Platz sollte das Fotoalbum liefern:

Kontakt/Adresse:

Golf Club an der Göhrde
Braasche 2
29499 Zernien

Telefon: 05863 556
Mail: golfclub.goehrde@t-online.de
Web: www.golfclubandergoehrde.de

 

PS: Auf dem Platz habe ich im letzten Winter übrigens auch angefangen, mit der Kamera rumzuprobieren. Dabei ist dieses „Erstlingswerk“ herausgekommen; Bahn 7 im Winterbetrieb
(mehr Video gibt’s auf meinem Youtube-Kanal, den Ihr auch gerne abonnieren könnt):

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