Heidegolfer

Der Blog für Otto-Normalgolfer
Golfplätze & Bewertung

Golfanlage Bad Bevensen

Seit zwei Jahren habe ich einen Greenfee-Gutschein für neun Loch im Golfclub Bad Bevensen und jetzt endlich habe ich ihn einlösen können. Im Vorfeld hatte ich mich per Mail nach einer Teetime erkundigt und geklärt, dass ich den Gutschein für 18 Loch verrechnen kann.

Praktischerweise waren wir am Wochenende bei Schwiegermama im Wendland und ich hatte nur eine Fahrtzeit von 20 Minuten nach Bad Bevensen. Trotzdem habe ich vorsichtshalber das Navi angeworfen – man weiß ja nie.

Die Einfahrt zum Club ist ein bisschen versteckt und den Parkplatz findet man erst, wenn man am Clubhaus vorbei den Kopfsteinpflasterweg weiter fährt. Ich denke mal, dass es demnächst eine bessere Beschilderung geben wird, die uns Greenfeespielern etwas hilft.

Die Rangebälle sind nicht mehr ganz taufrisch

Im Sekretariat wurde ich sehr freundlich empfangen und habe mein Greenfee und den Logoball bezahlt. Ein Birdiebook gab es gleich kostenlos dazu, das finde ich immer besonders positiv.

Das Übungsgelände

Hinter dem Clubhaus gibt es ein kleines aber gutes Puttinggrün sowie zwei Chippinggrüns kurz vor dem ersten Abschlag. Die Driving Range ist ok, stand aber offensichtlich bisher noch nicht an oberster Stelle auf der Prioritätenliste des Clubs. Die Rangebälle sind schon deutlich älter und auch die Matten und das Abschlaghäuschen haben ihre besten Jahre bereits einige Zeit hinter sich.

Vor allem aber ist die Range sehr kurz und liegt direkt neben dem Abschlag von Bahn zehn, der mit einem Netz geschützt wird  Es gibt ein Hinweisschild an der Range, dass Spieler am zehnten Tee Vorrang haben. Mit einem hohen Slice kann man dort nämlich im schlimmsten Fall hinkommen. Longhitter schießen vermutlich ihre Drives bis auf das Fairway der zehn, die hinter der Range weiterführt.

Die Frontnine

Braucht jemand Golfbälle?

Man startet die Runde mit einem Dogleg rechts, das sogar „Shorthittern“ wie mir die Chance zum Abkürzen bietet (der Knick kommt nämlich schon bei etwa 150 Metern und das Fairway ist relativ breit).

Allerdings führt die Tigerline über eine Schnuckenwiese, die natürlich „aus“ ist. Deren Besitzer scheint auch immer wieder verirrte Bälle zu finden und bietet seine Fundstücke in 10er-Säckchen zugunsten seiner Enkelkinder zum Verkauf an.

Das erste Grün ist je nach Fahnenposition schwierig zu spielen, da es eine große Stufe hat – wer die überwinden muss, bekommt ein Tempoproblem.

Beim folgenden Par 3 sollte man nicht slicen, um die unmittelbaren Anwohner in ihrem Garten nicht in Gefahr zu bringen. Ansonsten ist die Bahn eher einfach und das Grün von zwei Bunkern bewacht.

Die erste echte Herausforderung folgt mit einem weiteren Dogleg rechts an Bahn drei, wo der Abschlag im Idealfall mehr als 180 Meter weit sehr geradeaus geht – es ist seitlich nämlich wenig Platz. Vom Knick aus geht es dann zu einem bunkerbewachten Grün, das leicht nach vorne hängt.

Auf Bahn vier kann dafür hemmungslos gedrived werden, denn das Par 5 bietet deutlich mehr Platz zu den Seiten und verläuft zunächst bergab. Ab den gut platzierten Fairwaybunkern spielt man dann aber wieder bergauf über eine Kuppe bis hin zum Grün. Bahn fünf ist das nächste Dogleg mit engem Abschlag, diesmal spielt man etwas bergab. Dafür wird es zum Grün hin endlich etwas offener, wenn auch rechts sehr sandig.

Blick aus der 6. Teebox auf das enge Fairway und die Birke bei etwa 140 Metern

Es folgt die schwerste Bahn des Platzes, ein eher kurzes Par 5 mit einer hohen Birke mitten auf dem engen Fairway und zweimal Wasser (in der Drivezone und kurz vor dem Grün). Wer das Grün anspielen will, muss von links kommen und dort möglichst dicht an der Ausgrenze oder eben dem zweiten Wasser liegen. Das Grün selbst hat eine riesige Stufe und ist „schön“ schwer.

Das 8. Grün mit Teich dahinter

Die Bahnen sieben und acht sind zur Entspannung ausnahmsweise einmal ziemlich gerade, geizen aber nicht mit Schwierigkeiten durch einen deutlichen Anstieg zum langgezogenen Grün (Bahn sieben) bzw. einen netten Teich direkt hinter dem Grün (Bahn acht).

Zum Finale der Frontnine wartet dann ein fast 200 Meter langes Par 3 (von gelb), das ebenfalls Wasser im Gepäck hat.

Ich persönlich bin alles andere als ein Fan von so langen Par 3 Bahnen, auch wenn es optisch ein echter Hingucker ist. Trotzdem finde ich es besser, wenn ich als Durchschnittsspieler auf einem Par 3 nicht den Driver zücken muss, um eine Chance zu haben, das Grün zu erreichen. Aber gut, das geht vielleicht nur mir so.

Die Backnine

Der zehnte Abschlag liegt wie schon erwähnt direkt neben der Range. Das dazwischen gespannte Netz bietet zwar etwas Schutz, verengt aber andererseits auch wieder den Abschlag zusätzlich. Perfekt wäre ein leichter Fade (kann ich nicht – entweder Slice oder geradeaus), um das Fairway so weit anzuspielen, damit man garantiert keine Rangebälle mehr findet. 😉

Der zehnte Abschlag direkt neben der Driving Range

Zu Bahn elf geht es ein Stück durch den Wald, um dann das Gefühl zu haben, dass man die engste Schneise durchspielen muss, die es hier gibt. Die elf ist zwar ein kurzes Par 5, aber unglaublich eng und bietet ein Grün, das man erst recht spät einsehen kann. Streut man in den Wald, macht Suchen fast keinen Sinn.

Auf dem 12. Abschlag

Der nächste Hingucker wartet dann mit der angeblich leichtesten Bahn: Die zwölf ist ein sehr kurzes Par 3, ein Inselgrün, das von einem deutlich erhöhten Abschlag zwischen Bäumen hindurch angespielt werden muss. Optisch ist das Loch ein Knaller, aber ich fand es alles andere als leicht.

Zur Abwechslung hat man bei der 13, einem kurzen Par 4, immerhin wieder etwas mehr Platz für den Drive. Dafür aber liegt das sehr kleine Grün extrem erhöht und ist deshalb schwer anzuspielen.

Bahn 14 hat mich auf den ersten Blick an die Südkurve des BVB erinnert, so steil geht das Par 4 ab der Drivezone aufwärts bis zum Grün.

Es folgen nun das längste Par 5 (mit 490 Metern), das längste Par 3 (198 Meter) und das längste Par 4 (402 Meter), die alle ihren Reiz haben und deshalb auf ihre Art schön zu spielen sind.

Auf dem 15. Fairway

Bahn 15 startet zunächst einmal mit einer großzügigen Drive-Landezone. Anschließend verengt sich die Bahn dann aber für den zweiten Schlag deutlich durch ein seitliches Wasserhindernis, das ins Fairway hineinragt. Bergauf zum erhöhten Grün ist wieder ausreichend Platz für eine gewissen Streuung, auch wenn zwei Bunker noch Herausforderungen bieten.

Das 16. Grün ist vom Abschlag für mich gefühlt eine Par-4-Länge weg, die Bahn hat aber immerhin auf der linken Seite einige Apfelbäume zu bieten, so dass man etwas Wegzehrung einsammeln kann. Das Grün selbst ist relativ klein, von mehreren Bunkern und einem Wasserhindernis dahinter bewacht.

Die vorletzte Bahn ist einfach extrem lang und zieht sich besonders, weil es zum Grün hin erneut aufwärts geht. Nicht umsonst ist es das zweitschwerste Loch des Platzes, zumal auf dem Weg zum Grün drei Fairwaybunker jeden auch nur leicht nach links verzogenen Ball einsammeln.

Auf dem 18. Grün

Die Runde beendet man mit einem eher kurzen Par 4, einem erneuten Dogleg links mit dem Knick bei etwa 170 Metern.

Da genau in diesem Knick ein Bunker und zusätzlich einige Bäume stehen, braucht man nicht nur Länge, sondern auch eine entsprechende Höhe, um abkürzen zu können. Oder man hat Glück (so wie ich), dass der Ball irgendwie vor dem Bunker aufkommt und drüber hüpft.

Zum eher schmalen Grün hin wird auch diese letzte Bahn deutlich enger, zumal rechts ein vorgezogener Bunker und ein seitliches Wasserhindernis ein präzises Anspiel zur Pflicht machen.

Das Heidegolfer-Fazit

Ich finde den Platz eher schwer, aber trotzdem – oder vielleicht auch genau deshalb – richtig klasse. Es ist stellenweise sehr eng, ein paar Bahnen laden aber auch zum hemmungslosen Driven ein. Ich war überrascht, dass es doch einige Höhenunterschiede gibt und man teilweise deutlich bergauf oder bergab spielt.

Die Beschilderung ist in Arbeit

An einigen Stellen muss das Greenkeeping noch nacharbeiten – vor allem ein paar Bunker bedürfen dringender Pflege. Die für fremde Spieler eher dürftige Beschilderung des Platzes soll dafür schon demnächst verbessert werden.

Ich hatte das Glück, nach der Runde mit dem „Chef“ sprechen zu können, der um die Kritikpunkte weiß und nach eigener Aussage bereits dabei ist, für Abhilfe zu sorgen.

Die fehlende Beschilderung sei bereits bestellt und der noch problematischen Bunker werde sich auch bald angenommen. Ich bin gespannt wie es aussieht, wenn ich nächstes Jahr wiederkomme (und das habe ich vor).

Denn auch trotz dieser kleineren Makel ist die Golfanlage Bad Bevensen eine absolute Empfehlung. Bei größerer Streuung bekommt man hier ernste Probleme, aber insgesamt ist der Platz fair und gut zu spielen. Man hat sehr viel Abwechslung, muss immer wieder taktisch spielen und kann nicht einfach stumpf und wild drauflos-driven. Vor allem aber ist der Platz landschaftlich und gestalterisch wirklich toll.

Das Greenfee von 50/60 Euro (werktags/Wochenende) empfinde ich persönlich als angemessen. Übrigens ist auch das Restaurant gut und bietet sich nicht nur für das Getränk nach der Runde an. Also: Wer in der Gegend ist, sollte hier einkehren.

Einen Überblick über meine (zwischendurch wirklich schwache) Runde gibt es wie so häufig hier bei GameGolf. Und mehr Eindrücke vom Platz findet Ihr in der Bildergalerie unten.

Golfanlage Bad Bevensen
Dorfstr. 22
29575 Altenmedingen / OT Secklendorf

Tel.: +49 (0) 5821- 98250
Email: info@gc-badbevensen.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.