Heidegolfer

Der Blog für Otto-Normalgolfer
Golfplätze & Bewertung

Golf-Club St. Dionys

Traumhafte Lage, perfekt in die Landschaft integrierte Bahnen, interessante Herausforderungen und überall sattes grünes Gras. Vom ersten Abschlag bis zum 18. Grün bietet der Golf-Club St. Dionys ein Golferlebnis auf extrem hohem Niveau. Ich habe den Platz im Juli gespielt und war begeistert.

Einer der schönsten Plätze Deutschlands

Eine grüne Oase findet man, wenn man etwas südöstlich von Hamburg unterwegs ist: Den Golf-Club St. Dionys in Barum. Ich hatte mich wieder einmal mit Golfbuddy Marcus verabredet, dort einmal eine schöne Runde zu spielen. Da wir nachmittags noch zum Finaltag der Porsche European Open wollten (ich hatte Karten gewonnen), lag St. Dionys verkehrsgünstig in der Nähe. Ich konnte also den von vielen anderen Golfern schon geäußerten Tipp „spiel den unbedingt mal, der ist grandios“ endlich in die Tat umsetzen.

Wir kamen am Sonntagmorgen zeitgleich um Viertel nach sieben auf dem Parkplatz an und hatten schon dort das erste Mal Grund zum Staunen. Das Clubhaus ist stilecht ein schönes altes Fachwerkgebäude mit Reetdach und allem drum und dran. Absolut stimmig und genau wie man sich das in der Heide so vorstellt.

Die Orientierung ist ganz einfach und wir schlugen uns auf der Range ein. Der Ballautomat nimmt Münzen (finde ich immer gut) und neben zwei anderen Frühstartern waren wir ganz alleine. Die Range selbst ist schön, bietet ausreichend Abschlagplätze, ist aber nicht allzu lang. Da ich ja eine bekennende Kurznase bin, spielt das für mich aber keine große Rolle.

Die aktuelle Pin-Position

Ich hatte mich im Vorfeld wie gewohnt über die Spielmöglichkeit erkundigt und vom Sekretariat die Auskunft erhalten, dass morgens noch keine Startzeit benötigt würde. Außerdem bekam ich den Tipp, dass wir bei einem Start vor acht Uhr ein vergünstigtes Greenfee von nur 40 Euro zu entrichten hätten – wenn wir denn Frühaufsteher wären. Die Information steht zwar auch auf der Homepage, ich fand den Hinweis aber sehr kundenfreundlich.

Da das Sekretariat wie bei den meisten Clubs erst um neun Uhr öffnet haben wir den Greenfee-Kasten in Anspruch genommen, die Karte ausgefüllt, das Geld eingeworfen und standen gegen zehn vor acht am ersten Tee. Kurz davor gibt es noch die tagesaktuelle Information zur Pin-Position, die man für jedes Grün auf der Scorecard findet.

Ein wunderschöner Waldplatz – die Frontnine

Man startet mit einem mittleren Par 4 Dogleg rechts, dessen Grün ziemlich eben ausschaut, sich aber schwieriger puttet als vermutet. Auch die zwei ist ein Dogleg rechts, das allerdings deutlich enger beginnt und auch im Verlauf schön schwierig bleibt, da das Fairway nach dem Knick zwei Stufen hat.

Beim folgenden dritte Par 4 spielt man den Abschlag über eine optische Brachfläche zum dann nach links wegknickenden Fairway. Das erhöhte Grün wird von zwei tollen Bunkern bewacht und ist schwer anzuspielen.

200 Meter geradeaus und dann am Teich scharf rechts

Auf dem ersten Par 5, der vierten Bahn, bedarf es eines langen geraden Abschlags in den ersten Knick des Doppeldoglegs. Anschließend überspielt man (idealerweise) einen Teich und erreicht nach weiteren 200 Metern den zweiten Rechtsknick zum langgezogenen Grün.

Longhitter könnten den Abschlag über Bäume abkürzen – dazu sollte man die Bahn aber besser schon ein paarmal gespielt haben. Außerdem ist es nicht verkehrt, einen sicheren Fade spielen zu können, um nicht im Wald zu landen.

Für die fünfte Bahn wäre dann wiederum ein sauberer 200-Meter-Draw der perfekte Abschlag, denn das Fairway verläuft in einer leichten Linkskurve. Bei etwa 150 Metern steht zudem ein Baum im Weg.

Anschließend muss man über einen wirklich schönen Teich auf das eher kleine Grün spielen, das sich etwas einfacher puttet als die vorherigen. Es folgt ein mittleres Par 3 mit einem erhöhten Abschlag auf ein erhöhtes Grün.

Bunker mit Baum am Grün

Die letzten drei Löcher der Frontnine beginnen mit einem erneut engen Abschlag auf ein mittleres Par 4 Dogleg links, wo der Drive idealerweise an einigen Kiefern vorbeigespielt wird. Das vom Wald umrandete Grün bietet Optionen für schwere Fahnenpositionen.

Es folgt ein längeres Par 3 mit wunderschöner (und hinterhältiger) Heidefläche, die man überspielen sollte, um das von einem Bunker inklusive Baum bewachte Grün zu erreichen.

Ich stelle es mir ziemlich frustrierend vor, wenn mein Ball im Bunker läge und dann auch noch der Baumstamm den Weg zum Grün versperrte – aber optisch ist der Bunker ein Knaller.

Den Abschluss der „Hinrunde“ bildet ein mittleres Par 5 aus dem Wald heraus mit taktisch geschickt platzierten Sand- und Wasserhindernissen auf dem Fairway. Hat man diese passiert wird das Gelände etwas offener, bevor es zum kleinen, gut verteidigten Grün geht.

Noch mehr Wald und Heide – die Backnine

Herrliche Bunkerlandschaft

Die zweiten Neun beginnen wie die ersten mit einem mittleren Par 4, das sich zur Einstimmung recht fair spielt. Ein langgezogener Fairwaybunker und drei große Grünbunker stellen dennoch eine angemessene Herausforderung dar.

Es folgt ein mittleres Par 5 mit einem sanften Rechtsknick. Das längliche Grün ist von Wasser umringt, bietet aber ausreichend Platz zum Anspielen.

Hier ist mir tatsächlich ein Par gelungen, das ich auf den anschließenden kurzen Par 3 über einen kleinen See sogar wiederholen konnte.

Das folgende längste Par 5 des Platzes spielt sich ganz leicht bergab und hat insgesamt vier Bunker im Gepäck, ist aber insgesamt – abgesehen von der Länge – eher einfach zu spielen. Schwieriger wird es danach mit einem mittleren Part 4 Dogleg links, vor dessen Grün ein Baum das Anspiel erschwert, wenn man den Drive nicht weit genug links platziert hat.

Abschlag ins Dogleg rechts

Ein langes Par 4 Dogleg rechts mit zwei Bunkern im Knick bietet wieder einen etwas offeneren Abschlag, ist aber dennoch nicht zu unterschätzen.

Der Fairwaybunker rechts ist relativ breit, vorher wartet links ein Wasserhindernis darauf, die Nervosität am Abschlag auszunutzen.

Das letzte Par 3 des Platzes ist dann zwar nur durchschnittlich lang, hat aber insgesamt fünf Bunker rund ums Grün zu bieten, die bedrohlich auf Futter lauern. Eine Ausgrenze auf der rechten Seite sollte eigentlich nicht ins Spiel kommen.

Den Abschluss einer abwechslungsreichen Golfrunde bilden zwei wunderschöne Par 4 Bahnen. Die erste davon ist ein erneutes Dogleg links, in dessen Knick ein Teich lauert.

Eine Bauminsel im Grünbunker

Das eher große Grün ist in zwei Stufen angelegt und wird von zwei Bunkern bewacht – ähnlich wie schon zuvor umschließt einer der Bunker auch einen Baum, was das Anspiel nicht unbedingt vereinfacht.

Als letzte Bahn wartet das nächste Dogleg links. Das relativ lange Loch bietet optisch noch einmal alles das, was man auf der Runde immer wieder zu sehen bekommen hat:

Heideflächen mit Wacholder und einen eher engen Waldabschlag auf ein Fairway, in dessen Mitte ein Baum die Schwierigkeit noch einmal erhöht.

Anschließend geht es begleitet von einer Ausgrenze rechts zum Grün vor der Clubhausterrasse, wo der ein oder andere Zuschauer den finalen Putt genauestens beobachten kann.

Wer sich meine Runde anschauen will – ich habe die Backnine übrigens deutlich besser gespielt als die Frontnine – findet sie wie so häufig hier bei GameGolf.

Heidegolfer-Fazit

Der Platz des Golfclub St. Dionys wurde mir von vielen Spielern bereits empfohlen und wird auch immer wieder zu den besten oder schönsten Golfplätzen in Deutschland gezählt. Meine Erwartungshaltung war tatsächlich recht hoch, als ich ankam und wurde trotzdem übertroffen. Wie haben es die Redakteure von Golf.de neulich umschrieben, als sie hier gespielt hatten: „Wir sind schockverliebt“ – das trifft es vermutlich am besten.

Wer hier einmal war, der möchte unbedingt wiederkommen. Der Platz ist abwechslungsreich und hat viele wunderschöne Bahnen zu bieten. Einige davon muss man vermutlich zwei-dreimal gespielt haben, bevor man sie wirklich gut bewältigen kann, denn nicht immer eröffnet sich die beste Linie oder Strategie auf den ersten Blick.

Waldidylle pur

Vor allem aber verschwindet man durch die Waldlage in einer eigenen kleinen Welt. Die Ruhe und Abgeschiedenheit bietet Entspannung pur. Gefühlt ist man nahezu alleine unterwegs und kann die Natur und das Drumherum ungestört in sich aufsaugen.

Außer Vogelgezwitscher, dem Geschnatter einiger Enten und Gänse und gelegentlichen Froschquaken sind nicht viele Geräusche zu hören.

Der Pflegezustand des Platzes war schlicht fantastisch. Zur Erinnerung: wir hatten gefühlt drei Monate lang kaum Regen gehabt, und der Platz war knackig grün.

Aufgrund der Lage und Gestaltung – die meisten Bahnen verlaufen durch einen Wald und es ist immer wieder einmal Wasser im Spiel – finde ich ihn eher schwierig. Präzision geht hier definitiv vor Länge, was mir als Shorthitter natürlich entgegenkommt. Andererseits gibt es auch einige Bahnen, wo man beherzt den Driver zücken und richtig draufhauen kann.

Spielplatz an Rande des Golfplatzes

Aber auch die vermeintlichen Kleinigkeiten am Rande haben mir ausgesprochen gut gefallen. Vom Parkplatz über das Clubhaus, den Proshop, das Sekretariat, die Umkleiden und Duschen bis zur Terrasse des Restaurants ist alles sehr stimmig und „passt“ einfach.

Wir sind in der Heide und genau so muss es dann auch ausschauen. Dass es außerdem sogar einen Kinderspielplatz neben dem einen Übungsgrün gibt, ist für mich als Familienvater das I-Tüpfelchen – so etwas kenne ich bislang noch aus keinem anderen Club.

Übrigens sind die Menschen hier auch sehr herzlich. Andere Mitglieder, denen wir begegnet sind, waren sehr nett und freundlich, für das Sekretariat und den Proshop gilt das gleiche. Ich habe wirklich nach Haken gesucht, aber keinen gefunden. Also die dringende Empfehlung lautet: „unbedingt spielen!“

Golf-Club St. Dionys e.V.
Widukindweg
21357 St. Dionys
Fon +49 (0) 4133 / 21 33 11
Fax +49 (0) 4133 / 21 33 13
Mail: info@golfclub-st-dionys.de

Hier noch mehr Eindrücke vom Platz in der Bildergalerie:

1 Kommentar

  1. Hallo und guten Tag,

    in der Tat, ein sehr schöner Golfplatz, der es verdient, noch besser präsentiert zu werden!

    Wir filmen Golfplätze mittels einer professionellen Drohne, produzieren Imagefilme und
    präsentieren jede Golfbahn mit einem Kurzvideo. Der heimische Golfclub „Berliner Golfclub
    Gatow“ zeigt sich auf diese Weise und die Resonanz ist eindrucksvoll gut (www.golfclubgatow.de).

    Wir freuen uns auf einen Kontaktaufnahme.

    Herzliche Grüße aus Berlin
    Peter Tausend

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.