Buchrezension: Rheingolf


In Nordrhein-Westfalen schlägt das Golfherz Deutschlands, sagen viele. Genau in diesem Milieu, genauer gesagt in Köln, spielt der Kriminalroman „Rheingolf“ von Maren Friedländer.

Kommissarin Rosenthal wird zu einem Fall im Kölner Golfclub Siebeneichen gerufen. Ausgerechnet beim Herrengolftag liegt eine tote Golferin auf dem Grün. Dass es nicht die letzte Leiche in diesem Fall ist, merkt Rosenthal schneller als ihr lieb ist.

Immerhin gibt es sofort einen Tatverdächtigen: der Kölner Bauunternehmer Willi Wirtz möchte unbedingt in den noblen Golfclub aufgenommen werden und wendet dazu alle Tricks und andere Mittel an. Gehört auch ein Mord dazu?

Von Anfang an fesselnd

Es gibt Romane, bei denen brauche ich einige Zeit, um in die Geschichte einzutauchen. Es gibt bei uns zuhause ein spezielles Buch, das mich auch nach vier oder fünf Anläufen und mehr als 100 Seiten immer noch nicht gepackt hat – auch wenn es ein Geschenk vom Heidegolfer ist und ich es ihm zuliebe immer wieder versuche… 😉

Der Kriminalroman Rheingolf ist da anders. Schon nach den ersten Seiten war ich in der Geschichte drin. Es geht aber auch gleich mit einer Leiche los, so dass man den Hauptcharakter, Kommissarin Rosenthal, sofort in Aktion erlebt.

Wenn eine Hauptfigur so abrupt eingeführt wird, sorgt das – zumindest bei mir – oft für eine Art „mitnehmen“. Ich bin sozusagen der interessierte Zuschauer und versetze mich in die Figur hinein. Das hilft dann natürlich auch im späteren Verlauf, mit ihr mitzufühlen, zu rätseln, wer der wahre Täter ist, und viele Dinge zu hinterfragen.

Die Sympathien werden relativ klar verteilt

Die anderen wichtigen Charaktere werden nach und nach vorgestellt, einige deutlich ausführlicher als andere. Zwei-dreimal war diese Vorstellung für mich etwas zu langwierig, das hat der Geschichte an sich aber keinen Abbruch getan.

Durch die Beschreibungen werden die Sympathien und Abneigungen gegenüber den Figuren zunächst auch sehr klar verteilt. Im Laufe der Zeit verschiebt sich allerdings so mancher Eindruck – ganz klar abgegrenzt sind Gut und Böse also doch nicht.

Es bleibt nicht bei einem Todesfall

Der Kriminalfall an sich beginnt – wie schon erwähnt – mit einer Leiche auf dem Golfplatz. Relativ schnell entwickelt sich daraus aber deutlich mehr, wobei die Verstrickungen zunehmen und geschickt in Szene gesetzt werden.

Bis zur Auflösung gibt es viele Verwicklungen und einige Figuren stellen sich als ganz anders heraus, als zunächst erwartet. Das Finale ist schlüssig und – zumindest für mich – nicht allzu schnell vorherzusehen gewesen.

Fazit

Der Kriminalroman Rheingolf ist ein schöner und gut durchdachter Krimi, den man Golfern und Nichtgolfern gleichermaßen ans Herz legen kann. Die Figuren sind authentisch und nehmen den Leser mit auf eine spannende Reise in ihre Welt.

Maren Friedländer spielt dabei geschickt mit dem Thema Golf, ohne dass es aufdringlich wirkt. Die Kommissarin, die zum Golf bislang keinerlei Bezug hatte, muss sich fallbedingt damit befassen und entdeckt dabei ihre Liebe zu diesem Sport. Aus dem reinen beruflichen Interesse wird im Verlaufe des Romans eine Golfbegeisterung.

Das kann vermutlich zunächst einmal derjenige besser nachvollziehen, der selbst Golf spielt. Dennoch richtet sich der Krimi nicht nur an aktive Golfer, sondern eben auch an diejenigen, die sich für diesen Sport zunächst nicht interessieren – symbolisch dargestellt durch den Hauptcharakter der Kommissarin.

Aufgelegt ist das Buch im Gmeiner Verlag und kann im einschlägigen Buchhandel erworben werden (ISBN-13: 978-3839223291 ).

Übrigens

Diese Buchbesprechung spiegelt meine persönliche Meinung wider und wurde weder bezahlt noch anderweitig vergütet oder beeinflusst. Eine Ausgabe des Buches wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar kostenfrei zur Verfügung gestellt. Wünsche oder Anforderungen an die Rezension wurden nicht geäußert (dann hätte ich das Angebot aber auch dankend abgelehnt).

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