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Besuch im Fitting-Center bei all4golf

Ich bin generell kein Spieler, der den Ball besonders weit schlagen kann. Wie jeder Kerl würde ich zwar gerne mehr Meter machen, aber dazu habe ich vermutlich zu spät angefangen oder schlicht und einfach nicht das Talent.

Vor allem bin ich nicht unbedingt sonderlich lang mit dem Driver. Hier einmal eine Statistik von GameGolf, wo mein Ball nach dem Driverschlag liegen geblieben ist (also carry plus roll):

Datenbasis sind meine letzten 15 mit GameGolf getrackten Runden (Stand: 1. August 2017)

Wie man gut sehen kann, liegt mein Driver-Abschlag im „Schnitt“ bei 174 Metern – carry sind das also etwa 160 Meter. Es gibt einige Ausreißer nach unten (richtig schlecht getroffene oder getoppte Drives) und es gab auch einige, die deutlich weiter waren. Mein persönlicher longest Drive beträgt aktuell 222 Metern – das war auf dem Golfplatz in Wittenbeck, leicht bergab und knochentrockenes Fairway..

Aber insgesamt bin ich im Schnitt halt weniger als 180 Meter lang mit dem Driver. Das ärgert mich manchmal und kann aus meiner Sicht grob nur drei Gründe haben:

  1. Es liegt an der Beweglichkeit
    – ich muss mich also mehr bewegen, um mehr Spannung aufzubauen
  2. Es liegt an meiner Schlagtechnik
    – ich muss meine Technik trainieren, um die Trefferqualität zu verbessern
  3. Es liegt am Material
    – ich brauche einfach nur einen neuen Driver (das suggeriert ja auch die Werbung)

Ich war neugierig, ob es an mir oder am Schläger liegt. Oder anders ausgedrückt: ich wollte wissen, ob ich weiter so trainingsfaul wie bisher bleiben und einige Meter über einen Materialwechsel herausholen kann… 😉

Um genau das herauszufinden, habe ich letztens einen Termin zum Driver-Fitting bei  all4golf …alles für Golfer in Hannover vereinbart – immerhin wohne ich nicht allzu weit weg. Die sind zwar hauptsächlich als Versandhändler bekannt, unterhalten aber in Hannover eben auch eine sehr schöne Filiale, wo es neben guter Beratung auch ein Fitting-Center gibt.

Ich hatte wie vereinbart meinen bisherigen Driver, Cobra Fly-Z (2015er Modell), einen Handschuh und meine Golfschuhe im Gepäck und war – trotz Autobahnstau – pünktlich am Samstag im Laden. Ich wurde freundlich begrüßt von Christian, der sich auch als derjenige herausstellte, mit dem ich das Fitting machen sollte.

Christian ist PGA Professional und Fitting-Experte, sehr nett und offensichtlich kundenorientiert – so wie ich mir das vorstelle. Er hat nämlich erst einmal damit angefangen, mich auszufragen. Wie mein golferischer Werdegang ist, welche Art von Schlägen und Fehlschlägen vorkommen, üblicher Ballflug und so weiter. Und natürlich, was ich mir vom Fitting verspreche bzw. was ich mir vorstelle.

Erst danach sind wir gemeinsam ins Nachbargebäude gegangen, wo der Fitting-Bereich ist. Und da ging es los: erst einmal einschlagen mit einem 7er Eisen. Da hat er mir netterweise ein Cobra F7 in die Hand gedrückt, das sich echt gut angefühlt hat. Aber einen Eisensatz habe ich mir ja erst im letzten Jahr gegönnt (darüber habe ich schon einmal hier berichtet)…

Spannend fand ich schon die Tatsache, dass ich die Auswahl hatte, mit welchem Ball ich denn das Fitting machen wollte. Da standen gut 20 Körbe mit nagelneuen Pro V1, Chrome Soft, DX3 und so weiter – alles was rund ist und Rang und Namen hat, gab es.

Und dann hieß es, meinen Driver einzusetzen, um eben den Status Quo festzustellen: Ballflug, Carrylänge, rechnerischer Roll, Spin, Abflugwinkel, Schlägerkopf- und Ballabfluggeschwindigkeit und Co – alles, was der Trackman halt so hergibt.

Schön fand ich auch, dass ich auf einem großen Monitor an der Wand die Darstellung des Ballfluges (einmal seitlich und einmal von oben betrachtet) nachvollziehen konnte – man schlägt ja in ein Netz. In der Seitenansicht wird zusätzlich eine Zone angezeigt, die die Idealflugbahn darstellt. Auffällig war da schon, dass mein Ballflug in der Regel deutlich über dieser Zone liegt, was mich mutmaßlich Länge kostet.

Als wir ausreichend Werte für Vergleiche beisammen hatten ging es los, Driver zu testen.

Als allererstes drückte mir Christian den neuen Ping G400 in die Hand – den hatte er nach eigener Aussage erst an dem Morgen ausgepackt und ich durfte der erste sein, der ihn schlägt. Das fühlte sich gut an, aber leider war der Test ein ziemlicher Reinfall. Der Klang ist gut, das Gefühl geht so, aber ich habe den Ball schlichtweg nicht richtig zum Fliegen bekommen. Irgendwie passten der G400 und ich so überhaupt nicht zusammen – der war also recht schnell aus dem Rennen.

Danach kam der Callaway Epic, über den ich schon viel Gutes gelesen und gehört hatte. Und mit ihm flog der Ball immerhin wieder besser. Auch das Gefühl im Treffmoment war ok. Die Schlagweite allerdings unterschied sich nicht wirklich von meinem Cobra, die Flugbahn war halt etwas flacher. Mit einem prognostizierten Roll läge ich teilweise ein paar Meter weiter, aber nicht wirklich nennenswert viel.

Der dritte im Bunde war der Titleist 917, der sich wieder weniger gut angefühlt hat. Der Ball war wesentlich widerspenstiger und tat sich schwer, eine schöne Flugbahn zu produzieren. Wenn er denn geflogen ist, dann auch nicht weiter als bei den anderen. Also war auch der aus dem Rennen.

Zum Abschluss gab es den TaylorMode M2, der sich von allen getesteten neuen Drivern eigentlich am besten angefühlt hat. Und auch der Ballflug und die Weite waren jetzt wieder ok und wie gewohnt – nur halt nicht deutlich weiter als mit meinem „alten“. Ein paar Meter waren es manchmal, aber nicht mehr.

Aus Neugier wollte ich noch den Cobra King Ltd testen, den ich bei einem Cobra-Demotag vor einigen Wochen schon einmal in der Hand hatte. Und siehe da, das alte gute Gefühl war wieder da. Der Ball ging relativ problemlos in die Luft, der Ballflug war etwas flacher als bei meinem aktuellen Driver und damit schon eher in der Idealflugbahn und die Länge war erneut leicht über dem gewohnten.

Im Fazit haben Christian und ich aber beide festgestellt, dass sich eine Neuanschaffung zum jetzigen Zeitpunkt nicht lohnt. Selbst wenn ich ein paar Meter mehr herausholen könnte – es wären halt nur ein paar, für die ich aber gut 400-500 Euro ausgeben müsste. Bei aller Liebe zu diesem Sport, das wäre mir doch zuviel.

Aber eine Erkenntnis haben wir trotzdem gewonnen: Wir haben die Loft-Einstellung meines aktuellen Drivers von 11,5 Grad auf 10,5 Grad reduziert, um den zu hohen Ballflug zu vermeiden und mehr in die Idealflugbahn zu kommen. Das sollte auch schon helfen, zumindest ein paar Meter im Schnitt mehr – spätestens über etwas mehr Roll – herauszuholen. Von daher war der Besuch im Fitting-Center bei  all4golf …alles für Golfer nicht vergebens, ganz im Gegenteil.

Übrigens wird für solch ein Fitting eine Art „Schutzgebühr“ von 100 Euro berechnet, über die allerdings ein Gutschein ausgestellt wird – bei einem Kauf wird der Betrag also angerechnet. Der Gutschein ist zeitlich unbegrenzt, gilt für das gesamte Sortiment und kann sowohl online als auch direkt im Shop in Hannover eingelöst werden.

In Anbetracht des Zeitaufwandes (ich war über eine Stunde da) und der gebotenen Kompetenz und Beratungsqualität, mit der ich da betreut wurde, erscheint mir das mehr als fair.

Und ich weiß jetzt: Wenn ich den Ball weiter schlagen will, dann geht das nur über mehr Schlägerkopfgeschwindigkeit. Also muss ich wohl oder übel doch trainieren – oder mich mit den aktuellen Längen zufriedengeben…

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